{"id":23268,"date":"2023-09-20T04:49:30","date_gmt":"2023-09-20T01:49:30","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/aserbaidschan-ruft-armenier-in-bergkarabach-zu-kapitulation-auf\/"},"modified":"2023-09-20T04:49:30","modified_gmt":"2023-09-20T01:49:30","slug":"aserbaidschan-ruft-armenier-in-bergkarabach-zu-kapitulation-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/aserbaidschan-ruft-armenier-in-bergkarabach-zu-kapitulation-auf\/","title":{"rendered":"Aserbaidschan ruft Armenier in Bergkarabach zu Kapitulation auf"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Russland ruft die Konfliktparteien im armenisch-aserbaidschanischen Konflikt auf, die blutigen Auseinandersetzungen zu beenden und zum Waffenstillstand zur\u00fcckzukehren. \u00bbVor dem Hintergrund der starken Eskalation der bewaffneten Konfrontation in Bergkarabach rufen wir die Konfliktparteien auf, das Blutvergie\u00dfen und die Feindseligkeiten sofort einzustellen und zivile Opfer zu vermeiden\u00ab, hie\u00df es am Mittwoch in einer Erkl\u00e4rung des russischen Au\u00dfenministeriums auf der Kurznachrichtenplattform Telegram.<\/p>\n<p>Aserbaidschan hatte am Vortag Truppen in das von Armeniern kontrollierte Bergkarabach geschickt, um die abtr\u00fcnnige Kaukasusregion gewaltsam zu unterwerfen. Armenien rief russische Truppen zu Hilfe. Die Europ\u00e4ische Union (EU) forderte ein Ende der K\u00e4mpfe und erkl\u00e4rte sich ebenso wie die USA bereit, in dem Konflikt zu vermitteln.<\/p>\n<p>Die Regionalhauptstadt Stepanakert sowie weitere St\u00e4dte standen nach Angaben der Vertretung Bergkarabachs in Armenien unter \u00bbintensivem Beschuss\u00ab. Pro-armenische Kr\u00e4fte meldeten mindestens 27 Todesopfer, darunter zwei Zivilisten. \u00dcber 7000 Bewohner wurden demnach aus 16 Ortschaften evakuiert. Vertreter westlicher Staaten forderten ein sofortiges Ende der K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Auch die Beh\u00f6rden der umstrittenen Enklave verlangten einen sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen. Die aserbaidschanische Regierung erkl\u00e4rte sich grunds\u00e4tzlich zu Verhandlungen bereit, forderte aber als Voraussetzung die Kapitulation der armenischen Separatisten. Sie m\u00fcssten ihre Waffen abgeben, das \u00bbillegale Regime\u00ab m\u00fcsse sich aufl\u00f6sen. Sollte dies nicht geschehen, w\u00fcrde die Offensive \u00bbbis zum bitteren Ende fortgesetzt\u00ab. Im Fall einer Kapitulation schlug Baku Gespr\u00e4che \u00bbmit Vertretern der armenischen Bev\u00f6lkerung Karabachs\u00ab in der aserbaidschanischen Stadt Jewlach vor.<\/p>\n<p>Berg-Karabachs Hauptstadt Stepanakert stand nach Angaben eines AFP-Reporters am Dienstagabend weiter unter Beschuss. Gleichzeitig gab Baku bekannt, 60 armenische Stellungen erobert zu haben.<\/p>\n<p>Die aserbaidschanische Regierung sprach von \u00bb\u00f6rtlich begrenzten Anti-Terror-Eins\u00e4tzen\u00ab in Bergkarabach. Diese zielten auf armenische Milit\u00e4rpositionen und von \u00bbSeparatisten\u00ab genutzte Einrichtungen. Laut dem Verteidigungsministerium in Baku wurden humanit\u00e4re Korridore zur Evakuierung von Zivilisten eingerichtet.<\/p>\n<p>Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan sprach hingegen im Fernsehen von einem aserbaidschanischen \u00bbEinsatz von Bodentruppen\u00ab mit dem Ziel einer \u00bbethnischen S\u00e4uberung\u00ab der armenischen Bev\u00f6lkerung in der Enklave. In Armeniens Hauptstadt Eriwan demonstrierten derweil hunderte Menschen gegen Paschinjan. Sie warfen ihm Versagen bei der Verteidigung Berg-Karabachs vor und forderten seinen R\u00fccktritt.<\/p>\n<p>Fernsehbildern zufolge kam es am Abend zu Ausschreitungen. Demonstranten versuchten, Polizeiabsperrungen vor dem Regierungssitz zu durchbrechen und bewarfen Polizisten mit Flaschen. Mehrere Menschen mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.<\/p>\n<p>Die armenischen Sicherheitsdienste warnten vor der Gefahr \u00bballgemeiner Unruhen\u00ab im Land. Sie k\u00fcndigten Schritte zur \u00bbAufrechterhaltung der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung\u00ab an.<\/p>\n<p>Das armenische Au\u00dfenministerium appellierte an die in Bergkarabach stationierten russischen Friedenstruppen, die aserbaidschanische \u00bbAggression\u00ab zu beenden. Vor der russischen Botschaft in Eriwan versammelten sich Dutzende Demonstranten. Die russischen Friedenstruppen in Bergkarabach riefen laut dem Verteidigungsministerium in Moskau die Konfliktparteien auf, \u00bbdie Kampfhandlungen unverz\u00fcglich einzustellen\u00ab.<\/p>\n<p>Vertreter westlicher Staaten forderten ebenfalls ein sofortiges Ende der K\u00e4mpfe. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Rande der Uno-Vollversammlung in New York, es gehe darum, \u00bbwieder zur\u00fcckzukehren zum Pfad der Diplomatie\u00ab.<\/p>\n<h3>T\u00fcrkei unterst\u00fctzt Aserbaidschan<\/h3>\n<p>US-Au\u00dfenminister Antony Blinken nannte das Vorgehen Aserbaidschans \u00bbungeheuerlich\u00ab. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron verurteilte \u00bbmit gr\u00f6\u00dfter Entschiedenheit die Gewaltanwendung Aserbaidschans\u00ab in Bergkarabach. Das franz\u00f6sische Au\u00dfenministerium forderte eine Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats.<\/p>\n<p>Die traditionell mit Aserbaidschan verb\u00fcndete T\u00fcrkei st\u00fctzte hingegen das Vorgehen Bakus. \u00bbWir unterst\u00fctzen die von Aserbaidschan unternommenen Schritte zur Verteidigung seiner territorialen Integrit\u00e4t\u00ab, erkl\u00e4rte der t\u00fcrkische Staatschef Recep Tayyip Erdo\u011fan. Gleichzeitig sprach sich Ankara f\u00fcr eine Fortsetzung umfassender Verhandlungen zwischen Aserbaidschan und Armenien aus.<\/p>\n<p>Bergkarabach geh\u00f6rt v\u00f6lkerrechtlich zu Aserbaidschan, in dem Gebiet leben aber \u00fcberwiegend Armenier. Aserbaidschan und Armenien streiten seit dem Zerfall der Sowjetunion um die Enklave und lieferten sich deshalb bereits zwei Kriege, zuletzt im Jahr 2020. Damals hatte Russland nach sechsw\u00f6chigen K\u00e4mpfen mit mehr als 6500 Toten ein Waffenstillstandsabkommen vermittelt, das Armenien zur Aufgabe gro\u00dfer Gebiete zwang.<\/p>\n<p>In den vergangenen Monaten hatten die Spannungen um das stark verminte Bergkarabach wieder deutlich zugenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland ruft die Konfliktparteien im armenisch-aserbaidschanischen Konflikt auf, die blutigen Auseinandersetzungen zu beenden und zum Waffenstillstand zur\u00fcckzukehren. \u00bbVor dem Hintergrund der starken Eskalation der bewaffneten Konfrontation in Bergkarabach rufen wir<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":23269,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-23268","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23268"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23268\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}