{"id":22757,"date":"2023-08-27T22:12:05","date_gmt":"2023-08-27T19:12:05","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/senegal-wir-mussen-uns-vom-wurgegriff-frankreichs-losen\/"},"modified":"2023-08-27T22:12:05","modified_gmt":"2023-08-27T19:12:05","slug":"senegal-wir-mussen-uns-vom-wurgegriff-frankreichs-losen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/senegal-wir-mussen-uns-vom-wurgegriff-frankreichs-losen\/","title":{"rendered":"Senegal: \u00bbWir m\u00fcssen uns vom W\u00fcrgegriff Frankreichs l\u00f6sen\u00ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">In vielen L\u00e4ndern Westafrikas verschwanden in den vergangenen drei Jahren Regierungen, die Frankreich wohl gesonnen waren wie in Mali, Burkina Faso oder Niger. Stattdessen: antifranz\u00f6sische Demonstrationen, Angriffe auf Botschaften, Hass in den sozialen Medien. Das System Fran\u00e7afrique scheint am Ende. So nennen Kritiker die fortw\u00e4hrende Einflussnahme Frankreichs in den ehemaligen Kolonien Afrikas, politisch, kulturell und wirtschaftlich.<\/p>\n<p>Inzwischen richten sich immer mehr Augen auf den Senegal, den wichtigsten verbliebenen Partner Frankreichs in der Region. Doch auch dort schwindet die alte Freundschaft, vor allem unter jungen Menschen.<\/p>\n<h3><strong>Die B\u00e4ckerin <\/strong><\/h3>\n<p>Es riecht nach frischen Baguettes, an den pinkfarbenen Shirts der Verk\u00e4uferinnen h\u00e4ngt wei\u00dfer Mehlstaub. Hinten, in der Backstube, wird gerade neuer Teig geknetet. Auf dem grauen Fliesenboden stehen mehrere durchsichtige Plastikboxen: eine mit importiertem Weizenmehl, eine mit dem lokalen Getreide Sorghum und eine mit Moringapulver, einer Art Superfood aus den Samen des tropischen Moringabaums. Frankreich oder Senegal, Import oder lokale Produktion, selbst Brot ist hier politisch. Gerade ist die Box aus Frankreich dran, der B\u00e4cker vermischt Weizenmehl, Wasser und Hefe. Immerhin ein wenig Moringa kommt noch dazu.<\/p>\n<p>Ja, die Mehrheit bestelle die klassischen franz\u00f6sischen Baguettes aus Weizenmehl, sagt Isseu Sakho, Inhaberin der B\u00e4ckerei Mburu in Senegals Hauptstadt Dakar. \u00bbAuch das ist Fran\u00e7afrique\u00ab, \u00e4rgert sie sich, \u00bbwir m\u00fcssen uns vom W\u00fcrgegriff Frankreichs l\u00f6sen!\u00ab<\/p>\n<p>Dennzwar ist der Senegal seit 1960 unabh\u00e4ngig, doch noch immer geh\u00f6rt das Baguette zum Alltag in Dakar wie in Paris. Noch immer dominiert die franz\u00f6sische Supermarktkette Auchan das Lebensmittelbusiness, zumindest in der Mittelschicht. Wer aus der Stadt herausfahren will, nutzt die Autobahn und zahlt Maut an Eiffage, den franz\u00f6sischen Konzernriesen. Das Brot bezahlt man mit Franc-CFA, einer W\u00e4hrung, die an den Euro gekoppelt ist. Frankreichs Einfluss ist im Senegal allgegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Isseu Sakho will das \u00e4ndern, Schritt f\u00fcr Schritt. Sie backt Brot und Kuchen immer h\u00e4ufiger aus einheimischen Zutaten statt mit importiertem Weizen, vierzig Prozent der Waren sind bereits aus lokalem Getreide. \u00bbDie Nachfrage ist da, und das hat auch mit der politischen Diskussion zu tun\u00ab, erz\u00e4hlt die Gr\u00fcnderin. \u00bbVor allem die jungen Leute wollen einen eigenst\u00e4ndigen Senegal.\u00ab<\/p>\n<h3><strong>Der Influencer<\/strong><\/h3>\n<p>Zehn Meter laufen, dann stopp. Posieren f\u00fcr ein Gruppenselfie, schnelles L\u00e4cheln, Daumen hoch. Dann wieder laufen, bis die n\u00e4chsten Fans sich in den Weg stellen, H\u00e4nde sch\u00fctteln, Handy z\u00fccken, gr\u00fc\u00dfen. Sogar Polizisten wollen ein Foto. Wer in diesen Tagen mit Guy Marius Sagna unterwegs ist, der bekommt den Eindruck, hier flaniere ein Popstar. \u00bbMach weiter so\u00ab, ruft ein Passant.<\/p>\n<p>Doch Sagna ist kein Musiker, er ist Politiker, Parlamentsabgeordneter und Gr\u00fcnder der Bewegung FRAPP \u2013 France Degage. \u00dcbersetzt hei\u00dft das ziemlich sperrig: \u00bbFront f\u00fcr eine popul\u00e4re panafrikanische, antiimperialistische Revolution \u2013 Frankreich, haut ab!\u00ab Auf Franz\u00f6sisch hei\u00dft \u00bbfrapper\u00ab aber auch: schlagen. Das Wortspiel ist Absicht.<\/p>\n<p>Sagna ist Populist, das kann man so sagen. Er liefert zuverl\u00e4ssig Slogans, kann stundenlang \u00fcber die mutma\u00dflichen Missetaten der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich sprechen. Vieles ist polemisch, grob vereinfacht, er kann gut schimpfen, doch ausgearbeitete Konzepte kommen selten. Am Ende spielt das aber keine Rolle. Denn seine Spr\u00fcche verfangen. Auch, weil Frankreich in Westafrika \u00fcber Jahrzehnte oft \u00fcberheblich aufgetreten ist, weil aus Paris belehrende Worte kamen, w\u00e4hrend die ungeliebten lokalen Eliten vom \u00c9lys\u00e9e hofiert und protegiert wurden.<\/p>\n<p>Sagna ist einer der prominentesten K\u00f6pfe der Opposition im Senegal. N\u00e4chstes Jahr wird gew\u00e4hlt, und schon jetzt geht es um die Frage: Verliert der Westen den letzten verl\u00e4sslichen Partner in der Sahelzone. \u00bbDie Leute wachen endlich auf und befreien sich aus ihrem neokolonialen Gef\u00e4ngnis\u00ab, sagt Sagna.<\/p>\n<p>Vor allem die Jugend wendet sich ab vom System Fran\u00e7afrique, h\u00e4ngt an den Lippen von Menschen wie Guy Marius Sagna. Viele haben die Nase voll von der Clique um Pr\u00e4sident Macky Sall, der im kommenden Jahr nicht wieder antritt. Sall gilt als Marionette Frankreichs, als Teil von Fran\u00e7afrique. Fr\u00fcher hat ein enger Draht nach Paris den Kandidaten zum Sieg verholfen, heute ist er in Westafrika Garant f\u00fcr eine Wahlniederlage.<\/p>\n<p>Seit Juni mobilisiert die Opposition zu Massenprotesten, vor allem gegen die strafrechtliche Verfolgung ihres Anf\u00fchrers Ousmane Sonko, tausende gingen in den vergangenen Wochen auf die Stra\u00dfe, es kam zu Ausschreitungen, zu Toten. Ziel der Proteste waren aber auch die franz\u00f6sischen Superm\u00e4rkte von Auchan und Tankstellen des franz\u00f6sischen Mineral\u00f6lkonzerns Total. Inzwischen stehen Lkw voller schwer bewaffneter Sicherheitskr\u00e4fte vor einigen Filialen. Landespolitik vermischt sich mit der Wut gegen den \u00bbimperialistischen Gegner\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbWir unterst\u00fctzen keinen Staatsstreich, aber wenn ein friedlicher politischer \u00dcbergang nicht m\u00f6glich ist, dann s\u00e4en die M\u00e4chtigen damit Gewalt\u00ab, droht Sagna.<\/p>\n<p>Vor Kurzem \u00e4u\u00dferte sich der franz\u00f6sische Botschafter im Senegal zu FRAPP. Seine Aussagen zeigen, wie hilflos Paris der Kritik gegen\u00fcbersteht, wie entkoppelt Frankreich teils von der Stimmung vor Ort ist. \u00bbSo etwas k\u00f6nnte ich mir in Frankreich nicht vorstellen\u00ab, sagt Philipe Lalliot, der franz\u00f6sische Topdiplomat im Senegal. Eine Bewegung gegen die Einmischung Senegals in Paris, das w\u00fcrde ja wohl verboten werden. Nur hat er offenbar vergessen, dass der Senegal Frankreich nie kolonialisiert hat.<\/p>\n<p>Selbst im Kreise europ\u00e4ischerDiplomaten \u00e4u\u00dfert man sich inzwischen verwundert \u00fcber die franz\u00f6sischen Kollegen. \u00bbKaum was begriffen\u00ab hei\u00dft es; es fehle ein Konzept, um mit der aktuellen Ablehnung umzugehen. Als es zu Ausschreitungen im Land kam, war eigentlich ein einheitliches Statement der EU angedacht. Am Ende kam es nicht zustande \u2013 man konnte sich wohl nicht auf eine Position einigen.<\/p>\n<h3><strong>Die Strandg\u00e4ste<\/strong><\/h3>\n<p>\u00dcber dem Strand prangen die rostigen Metallgest\u00e4nge vom Magic Land, dem in die Jahre gekommenen Vergn\u00fcgungspark mit Riesenrad und Achterbahn. Unten, im Sand, sitzen Amadou, Dickel und Miriam, alle Mitte 20, auf wei\u00dfen Plastikst\u00fchlen, schauen aufs Meer und trinken Limo. Auf dem Tisch, ebenfalls wei\u00df und aus Plastik, liegen eine schicke Lederhandtasche und Micky-Maus-Kopfh\u00f6rer. Dickel und Miriam studieren in Dakar, die eine Data Science, die andere Bankenwesen. Amadou arbeitet als Fotograf. Sie wollen hier mit ihren Vornamen genannt werden.<\/p>\n<p>Amadou: \u00bbFRAPP ist sehr einflussreich in unserer Generation, die meisten unterst\u00fctzen sie, ich auch. Aber wir sollten nicht im Auchan randalieren, die Franzosen sollen uns als Intellektuelle ansehen, nicht als Chaoten, dann nehmen sie uns auch ernst.\u00ab<\/p>\n<p>Dickel: \u00bbIch finde gut, dass es in Niger und Mali einen Putsch gab. Das ist brutal, aber n\u00f6tig. Die Jugend macht endlich die Augen auf.\u00ab<\/p>\n<p>Miriam: \u00bbDie Generation unserer Eltern hat die Realit\u00e4t nicht begriffen. In unserer Generation gibt es eine Massenbewegung, auch wenn es schwierig sein wird, die Abh\u00e4ngigkeit von Frankreich zu beenden.\u00ab<\/p>\n<h3><strong>Die Sprayer<\/strong><\/h3>\n<p>\u00bbSie pl\u00fcndern unser Land, sie bauen Festungen. Wir d\u00fcrfen nicht zulassen, zu M\u00e4rtyrern zu werden!\u00ab<\/p>\n<p>Aus den Boxen dr\u00f6hnt der eing\u00e4ngige Rap des togolesischen S\u00e4ngers Elom 20ce, die Luft riecht nach Farbe und ein paar halb verflogenen Joints. Auf einer tiefschwarzen Wand lassen sich langsam die Umrisse einer Frau erkennen, daneben entstehen gerade ein Mund und eine Nase. Die Sprayer der Radikl Bomb Shot Crew, kurz RBS, dem gr\u00f6\u00dften Graffiti-Kollektiv in Dakar, tragen Atemmasken, w\u00e4hrend sie ihm Hinterhof ihres Treffpunkts zwei Gesichter an die Wand spr\u00fchen, \u00bbpolitische H\u00e4ftlinge\u00ab, wie sie sagen. Es soll ein Statement f\u00fcrderen Freilassung sein.<\/p>\n<p>Jede Einwohnerin, jeder Einwohner in Dakar kennt die Graffiti von RBS. Serigne Mansour Fall, alias Madzoo, der Gr\u00fcnder des Kollektivs, f\u00e4hrtheraus zu einer Hauptverkehrsstra\u00dfe. Er ist bullig, breite Schultern und fester Blick, muss sich in das klapprige, gelbe Taxi quetschen. Dann bittet er den Fahrer zu stoppen, \u00fcberquert schnellen Schrittes die mehrspurige Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Er deutet auf eine Mauer; sie ist auf etwa zwanzig Meter Breite bespr\u00fcht. Ein Bild zeigt einen dicken wei\u00dfen Mann; er wird vom senegalesischen Pr\u00e4sidenten Macky Sall mit einem L\u00f6ffel gef\u00fcttert, ein Sinnbild f\u00fcr die Ausbeutung des Kontinents. Daneben drei Gestalten mit Ku-Klux-Klan-Masken, sie tragen Schals mit den Flaggen Frankreichs und der USA, dar\u00fcber steht \u00bbFrankreich t\u00f6tet Senegal\u00ab.Madzoo lacht: \u00bbIch bin \u00fcberrascht, dass sie das nicht \u00fcbermalt haben.\u00ab Denn andere Graffiti w\u00fcrden sofort \u00fcberpinselt, manchmal stehe die Polizei direkt neben den Spr\u00fchern und warte nur, bis sie fertig seien. Illegal sind die gesprayten Gem\u00e4lde offiziell nicht.<\/p>\n<p>\u00bbWir sind noch nicht frei, der Senegal ist noch nicht frei\u00ab, sagt der Graffiti-K\u00fcnstler. \u00bbWir wollen dazu beitragen, dass die jungen Leute aufwachen.\u00ab Die Jugend interessiere sich nicht mehr f\u00fcr die alten, in Frankreich ausgebildeten Eliten, sie wolle ein Afrika auf Augenh\u00f6he. Madzoo hat Philosophie studiert, lehrt an Hochschulen in den USA.<\/p>\n<p>\u00bbDas ist die schwarze Wiedergeburt\u00ab, singt der togolesische Rapper aus den Boxen.<\/p>\n<h3><strong>Die Russen<\/strong><\/h3>\n<p>\u00bbKultur ist Soft Power\u00ab, sagt Oumy Sene. Die Senegalesin ist gro\u00df gewachsen, ihre Haare oben am Kopfrot gef\u00e4rbt, sie spricht mit lauter Stimme, selbstbewusst. Sene steht auf einer frisch gepflasterten Stra\u00dfe, zeigt auf eine freie Fl\u00e4che zwischen den mehrst\u00f6ckigen H\u00e4usern, ein paar M\u00e4nner hocken auf Eimern, sie verdienen ihr Geld mit Autow\u00e4sche. Doch bald m\u00fcssen sie weichen, hier soll das russische Kulturzentrum Kalinka stehen, zun\u00e4chst aus Containern errichtet, \u00bbbis wir ein gr\u00f6\u00dferes Grundst\u00fcck finden\u00ab, sagt Sene. Sie geh\u00f6rt zum Leitungsteam des Zentrums.<\/p>\n<p>Sene spricht Englisch mit britischem Akzent, franz\u00f6sisch mit senegalesischem Akzent, und perfektes Russisch.Sie hat lange in Moskau gelebt, ihre Mutter ist Ukrainerin, ihr Vater Senegalese, im Krieg steht sie klar auf Putins Seite. \u00bbDie Abkehr Westafrikas von Frankreich h\u00e4tte schon viel fr\u00fcher passieren m\u00fcssen\u00ab, sagt sie.<\/p>\n<p>Vor Kurzem war die Leiterin des Kalinka-Zentrums in Sankt Petersburg, zum Russland-Afrika-Gipfel, an einem Stand hat sie den Senegal pr\u00e4sentiert. Ihr Geld verdient sie mit der Beratung russischer Firmen. \u00bbIch bin ihre T\u00fcr\u00f6ffnerin hier\u00ab, sagt Sene. Auch\u00bbRussia Today\u00ab k\u00f6nnte bald im Senegal aufschlagen; das wird im Gespr\u00e4ch deutlich. \u00bbIch kann mich erst \u00e4u\u00dfern, wenn was unterschrieben ist\u00ab, sagt Sene grinsend. Die Gesch\u00e4fte laufen offenbar gut.<\/p>\n<p>Nun soll die Senegalesin in Dakar ein russisches Zentrum aufbauen, angeblich unabh\u00e4ngig von der Botschaft, zumindest finanziell. Das Geld komme von Spendern, vor allem Unternehmen, der verstorbene Wagner-Chef Jewgenij Prigoschin sei aber nicht dabei gewesen, versichert sie.<\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne sind gro\u00df: Hunderte Stipendien f\u00fcr senegalesische Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler soll es geben, um nach Russland zu reisen. Sie wollen ein Netzwerk aus lokalen Journalisten aufbauen, kleine NGOs vor Ort unterst\u00fctzen. In anderen L\u00e4ndern Westafrikas heizen solche Netzwerke die antifranz\u00f6sische Stimmung bereits kr\u00e4ftig an, verbreiten Desinformation, damit will das Zentrum aber nichts zu tun haben. Im Mai hat das Kalinka-Team eine Prozession durch Dakar zu Ehren der sowjetischen Gefallenen im Zweiten Weltkrieg organisiert, am Vormittag wurden russische Kriegsfilme gezeigt.<\/p>\n<p>\u00bbDas Interesse an Russland w\u00e4chst\u00ab, sagt Oumy Sene, und deswegen wachse auch ihr Zentrum. Irgendwann wollen sie ein richtiges Institut sein, so wie das deutsche Goethe-Institut oder das franz\u00f6sische Institut fran\u00e7ais, ein Instrument der Soft Power eben. \u00bbWir wollen ein wichtiger Player sein\u00ab, meint Sene, und will es nicht als Drohung verstanden wissen. Im Westen nimmt man es aber durchaus so wahr.<\/p>\n<h3><strong>Der Rapper<\/strong><\/h3>\n<p>Didier Awadis Tonstudio ziert eine bizarre Zusammenstellung von Portr\u00e4ts und Urkunden. Hinter dem Pult, im Sichtfeld des Musikers: Fotos von Thomas Sankara, dem ehemaligen Pr\u00e4sidenten von Burkina Faso, Idol und Held vieler Panafrikanisten, ein Vork\u00e4mpfer f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit des Kontinents. Auf der anderen Seite: drei Urkunden. Zweimal wurde Didier Awadi zum \u00bbRitter des Ordens der Kunst und der Schrift\u00ab ernannt: 2002 in Paris, 2003 in Dakar. Dar\u00fcber eine Urkunde der Uno: \u00bbBotschafter der Wahrheit\u00ab, 2005.<\/p>\n<p>DJ Awadi, wie er sich nennt, lehnt sich im Drehstuhl zur\u00fcck, seine langen Dreadlocks h\u00e4ngen \u00fcber die Lehne, sein T-Shirt spannt am Bauch.Er l\u00e4chelt selten, redet langsam, mit Bedacht<em>. <\/em>Awadi startet ein Video, seine neueste Botschaft der Wahrheit. Er hat in diesem Jahr den Song \u00bbQuand on refuse, on dit non\u00ab herausgebracht: \u00bbWenn man sich weigert, sagt man nein.\u00ab Das Video zum Lied hat er zu einem Kurzfilm ausgebaut. Die Szenen sind schwer zu ertragen. Erst platzt ein wei\u00dfer Mann in die Kabinettssitzung eines offenkundig afrikanischen Landes: Rohstoffe, Daten und Infrastruktur sollen verscherbelt werden, wohl an Europa. Ein Minister weigert sich, er wird erschossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In vielen L\u00e4ndern Westafrikas verschwanden in den vergangenen drei Jahren Regierungen, die Frankreich wohl gesonnen waren wie in Mali, Burkina Faso oder Niger. 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