{"id":22057,"date":"2023-07-28T15:59:14","date_gmt":"2023-07-28T12:59:14","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/niederlande-frachtschiff-brennt-wohl-500-e-autos-an-bord-die-wichtigsten-fragen\/"},"modified":"2023-07-28T15:59:14","modified_gmt":"2023-07-28T12:59:14","slug":"niederlande-frachtschiff-brennt-wohl-500-e-autos-an-bord-die-wichtigsten-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/niederlande-frachtschiff-brennt-wohl-500-e-autos-an-bord-die-wichtigsten-fragen\/","title":{"rendered":"Niederlande: Frachtschiff brennt \u2013 wohl 500 E-Autos an Bord. Die wichtigsten Fragen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Stabil liegt das mit 3800 Autos beladene Frachtschiff \u00bbFremantle Highway\u00ab etwa 17 Kilometer vor der westfriesischen Insel Terschelling. Zumindest derzeit. Ein Schlepper h\u00e4lt laut der niederl\u00e4ndischen K\u00fcstenwache             das Schiff \u00fcber eine Notverbindung auf dieser Position.<\/p>\n<p>Seit Dienstag steht der Frachter vor der niederl\u00e4ndischen K\u00fcste in Flammen. Noch immer sind L\u00f6scharbeiten schwierig, ein Flugzeug der K\u00fcstenwache soll mithilfe von Aufnahmen die Temperaturen an Bord kontrollieren. Dann soll ein Bergungsplan erstellt werden.<\/p>\n<h3>Was sind die Probleme bei den L\u00f6scharbeiten?<\/h3>\n<p>An Bord befinden sich nach Angaben der japanischen Reederei etwa 500 E-Autos, zun\u00e4chst war nur von 25 die Rede gewesen. Geraten die Lithium-Ionen-Akkus in Brand, kommen die Einsatzkr\u00e4fte mit konventionellen L\u00f6schmethoden nicht allzu weit. Eigentlich werden Br\u00e4nde auf Schiffen mit CO\u2082 gel\u00f6scht, das den Sauerstoff verdr\u00e4ngt und den Flammen die Nahrung nimmt.<\/p>\n<p>Das Problem bei E-Autos: Die Akkus produzieren beim Brennen selbst Sauerstoff. Die Methode, mit CO\u2082 zu l\u00f6schen, wird dadurch wirkungslos. Der Allianz-Versicherer AGCS teilte der dpa mit, dass Br\u00e4nde von Elektrofahrzeugen t\u00fcckisch seien, \u00bbweil sie schwer zu l\u00f6schen sind und sich spontan wieder entz\u00fcnden k\u00f6nnen\u00ab. Unklar ist im Falle der \u00bbFremantle Highway\u00ab, wodurch der Brand ausgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem bei den Rettungsarbeiten betrifft die K\u00fchlung. Mit Meerwasser sollte die Temperatur des Schiffs von au\u00dfen reguliert werden. Nach Angaben der K\u00fcstenwache kam dadurch jedoch zu viel Wasser in das Schiff \u2013 das h\u00e4tte zum Kentern des Schiffs f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Sorgen davor sind jedoch unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00df. So k\u00fcndigte eine norwegische Reederei an, keine Elektroautos mehr an Bord zu nehmen. Jedoch nicht wegen des h\u00f6heren Risikos, dass etwas passiert. Sondern wegen des h\u00f6heren Risikos, wenn etwas passiert. Im Jahr 2022 etwa sank das Frachtschiff \u00bbFelicity Ace\u00ab mit Tausenden Elektrofahrzeugen, weil ein Brand nicht gel\u00f6scht werden konnte.<\/p>\n<p>Reedereien m\u00fcssten nachsteuern, die International Maritime Organisation (IMO) k\u00fcndigte als Reaktion auf die Havarie der \u00bbFelicity Ace\u00ab sch\u00e4rfere Brandschutzvorschriften an. Wie der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), J\u00f6rg Asmussen, sagte, haben die L\u00f6schsysteme mit der Entwicklung der immer gr\u00f6\u00dferen Schiffe jedoch nicht Schritt gehalten.<\/p>\n<h3>Was droht im Falle eines Untergangs?<\/h3>\n<p>An Bord des Frachters sind nach Angaben des Bundesumweltministeriums 1600 Tonnen Schwer\u00f6l und 200 Tonnen Schiffsdiesel. Die Folge w\u00e4re eine Umweltkatastrophe in der Nordsee.<\/p>\n<p>Davon bliebe aber wohl zumindest das Wattenmeer verschont. Nach offiziellen Angaben w\u00fcrden Wind und Str\u00f6mung eine \u00d6lkatastrophe im Wattenmeer verhindern und den Schiffstreibstoff in Richtung Norden auf das offene Meer treiben lassen.<\/p>\n<h3>Wie erging es der Crew?<\/h3>\n<p>Zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs in der Nacht auf Mittwoch waren 23 Menschen an Bord, die meisten aus Indien. Die Rettungskr\u00e4fte sagten per Funkspruch, den der niederl\u00e4ndische Sender RTL ver\u00f6ffentlicht hat, dass die Besatzungsmitglieder keine M\u00f6glichkeit hatten, zu den Rettungsbooten zu gelangen. Sie standen vor der Wahl: Entweder an Bord den Flammen ausgeliefert sein oder 30 Meter tief in die Nordsee springen. Die K\u00fcstenwache und der Kapit\u00e4n entschieden: Die M\u00e4nner sollten springen.<\/p>\n<p>Sieben M\u00e4nner sollen gesprungen sein, verletzten sich dabei jedoch. Ein Mann starb auf einem Rettungsboot. Per Hubschrauber wurden die restlichen 16 Besatzungsmitglieder von Bord geholt.<\/p>\n<h3>Was sind die Folgen aus dem Ungl\u00fcck?<\/h3>\n<p>Bisher ist noch nicht klar, ob die Havarie vor der niederl\u00e4ndischen K\u00fcste Konsequenzen haben wird. An der Stelle verlaufen zwei wichtige Schifffahrtsrouten, die \u00bbFremantle Highway\u00ab etwa war von Bremerhaven \u00fcber \u00c4gypten nach Singapur auf dem sogenannten Verkehrstrennungsgebiet \u00bbTerschelling German Bight\u00ab unterwegs.<\/p>\n<p>Forderungen kommen bereits aus der Landespolitik. Der nieders\u00e4chsische Umweltminister Christian Meyer (Gr\u00fcne) forderte verbindliche Vorgaben f\u00fcr gro\u00dfe Schiffe zum Befahren k\u00fcstenferner Routen. \u00bbEs m\u00fcssen endlich Konsequenzen aus vergangenen Havarien gezogen werden\u00ab, sagte Meyer der \u00bbOstfriesen-Zeitung\u00ab und der \u00bbHannoverschen Allgemeinen Zeitung\u00ab: \u00bbNiedersachsen hat mehrfach diese Forderung in Berlin platziert, aber der Bund hat noch immer keine konkreten Ma\u00dfnahmen umgesetzt.\u00ab<\/p>\n<p>Es bestehe eine \u00bblatente Gefahr\u00ab durch gro\u00dfe Containerschiffe und Frachter, gerade bei schlechtem Wetter. Bereits nach der Havarie des Containerschiffs \u00bbMSC Zoe\u00ab in der Nordsee hatte es entsprechende Forderungen gegeben. Inseln wie Borkum hatten nach dem Ungl\u00fcck im Jahr 2019 mit angesp\u00fcltem M\u00fcll zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stabil liegt das mit 3800 Autos beladene Frachtschiff \u00bbFremantle Highway\u00ab etwa 17 Kilometer vor der westfriesischen Insel Terschelling. Zumindest derzeit. 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