{"id":22021,"date":"2023-07-27T06:36:59","date_gmt":"2023-07-27T03:36:59","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/krisentreffen-in-brussel-nato-speist-ukraine-mit-warmen-worten-ab\/"},"modified":"2023-07-27T06:36:59","modified_gmt":"2023-07-27T03:36:59","slug":"krisentreffen-in-brussel-nato-speist-ukraine-mit-warmen-worten-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/krisentreffen-in-brussel-nato-speist-ukraine-mit-warmen-worten-ab\/","title":{"rendered":"Krisentreffen in Br\u00fcssel: Nato speist Ukraine mit warmen Worten ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Verbal kann die Nato ziemlich hinlangen, wenn es eine Krise verlangt. Kaum war in Br\u00fcssel am Mittwoch die erste Sitzung des erst k\u00fcrzlich etablierten Nato-Ukraine-Rats beendet, da ver\u00f6ffentlichte die Allianz auch schon eine lange Erkl\u00e4rung, die vor diplomatischen Kraftausdr\u00fccken nur so strotzte. \u00bbAufs Sch\u00e4rfste\u00ab verurteile man die russische Blockade von ukrainischen Getreide-Exporten. Ebenso die \u00bbskrupellosen Milit\u00e4rschl\u00e4ge\u00ab auf Odessa und andere strategisch wichtige ukrainische H\u00e4fen f\u00fcr Getreide. Russland m\u00fcsse aufh\u00f6ren, \u00bbHunger als Waffe zu benutzen\u00ab, forderte Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg, Pr\u00e4sident Wladimir Putin allein sei verantwortlich f\u00fcr jede weitere Eskalation.<\/p>\n<p>Abseits der harschen Worte aber blieb die Runde der Nato-Botschafter so gut wie ergebnislos. Um noch irgendeine Nachricht zu generieren, teilte die Nato zwar mit, die Mitgliedsstaaten w\u00fcrden die \u00dcberwachung rund ums Schwarze Meer weiter verst\u00e4rken, um die Lage noch genauer beobachten zu k\u00f6nnen. Milit\u00e4rs indes schr\u00e4nkten danach ein, schon jetzt w\u00fcrde die Region mit \u00dcberwachungs-Jets, Drohnen und Satelliten intensiv beobachtet, eine Steigerung sei kaum noch m\u00f6glich. \u00bbWir haben nicht das Problem, dass wir nicht wissen, was sich dort abspielt\u00ab, analysierte einer der Nato-Milit\u00e4rs leicht zynisch, \u00bbunser Manko ist, dass wir nicht eingreifen k\u00f6nnen, ohne eine Eskalation zu riskieren\u00ab.<\/p>\n<p>Die Worte des Milit\u00e4rs beschreiben den Ablauf der Sitzung im Br\u00fcsseler Hauptquartier ganz gut. Spontan hatte Kiew den erst beim Nato-Gipfel in Litauen etablierten Nato-Ukraine-Rat angerufen. Dort hatte Nato-Generalsekret\u00e4r Stoltenberg noch vollmundig verk\u00fcndet, das Gremium binde die Ukraine enger denn je an die Nato, gerade bei Krisen k\u00f6nne man sich ad hoc abstimmen und auf die Lage reagieren. Folglich hatte die Ukraine gehofft, die Nato k\u00f6nne nun helfen, die russische Seeblockade gegen ukrainische Getreideexporte zu durchbrechen. Konkret schwebte Kiew eine Aufr\u00fcstung der eigenen Marine oder zumindest Geleitschutz f\u00fcr die wenigen Getreideschiffe, die noch fahren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj ist die Lage mehr als dramatisch:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Das sogenannte <strong>Getreide-Abkommen<\/strong>, das es der Ukraine erm\u00f6glicht hatte, trotz des russischen Angriffskriegs fast 33 Millionen Tonnen Getreide und Lebensmittel zu verschiffen, wurde aufgek\u00fcndigt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Seit Tagen bombardiert die russische Armee \u00fcberdies jede Nacht die <strong>Hafenstadt Odessa<\/strong>, die f\u00fcr den Export von Getreide f\u00fcr die Ukraine unverzichtbar ist.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Doch auch m\u00f6gliche <strong>Alternativrouten \u00fcber die Donau <\/strong>nimmt Russland bereits ins Visier. Ziemlich offensichtlich versucht Russland damit, jegliche Getreideausfuhr aus der Ukraine zu verhindern, w\u00e4hrend die Bauern dort die Ernte einfahren.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Glaubt man den t\u00e4glichen Berichten des britischen Milit\u00e4rgeheimdienstes, dann bringt sich die russische Schwarzmeerflotte au\u00dferdem f\u00fcr eine <strong>Komplett-Blockade aller ukrainischer H\u00e4fen<\/strong> in Stellung.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Laut den Berichten aus London patrouilliert die \u00bbSergej Kotow\u00ab bereits auf der Route zwischen dem Bosporus und Odessa. Die moderne russische Korvette k\u00f6nnte ein Vorbote eines ganzen Marineverbandes werden, der die ganze Handelsroute abschneiden soll, f\u00fcrchten die Geheimdienstanalysten.<\/p>\n<h3>Schon ein Schutz der Handelsroute birgt enorme Risiken<\/h3>\n<p>Die Sorge wird innerhalb der Nato durchaus geteilt. Trotzdem belie\u00dfen es alle Mitgliedsstaaten beim Nato-Ukraine-Rat bei den allseits bekannten Solidarit\u00e4ts-Adressen gegen\u00fcber Kiew. Die Frage, ob die Allianz oder einzelne Mitglieder der Ukraine milit\u00e4risch unter die Arme greifen k\u00f6nnten, wurde indes nach Angaben von Diplomaten gar nicht erst diskutiert. Aus Sicht der Nato kann sich die Allianz in keiner Form an einer Absicherung der Getreide-Routen beteiligen, da man dann jederzeit eine direkte Konfrontation mit der russischen Marine riskieren w\u00fcrde. Schon jetzt f\u00fcrchten einzelne Mitglieder, dass ein Unfall mit den vielen unbemannten Drohnen \u00fcber der Region gef\u00e4hrliche Folgen haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ukraine illustrierte der Mittwoch schmerzhaft, wie wenig die Konsultationen im Nato-Ukraine-Rat am Ende wert sind. Zwar kann das Gremium jederzeit zusammengetrommelt werden, entscheiden aber kann die Runde so gut wie nichts. Von harschen Attacken wie vor dem Nato-Gipfel aber nahm Pr\u00e4sident Selenskyj am Mittwoch trotzdem Abstand, stattdessen lobte er in den sozialen Netzwerken, die Runde in Br\u00fcssel sei sehr konstruktiv gewesen. F\u00fcr seine verbalen Ausf\u00e4lle vor dem Gipfel war Selenskyj vor allem von den USA hinter den Kulissen ger\u00fcgt worden, das Wei\u00dfe Haus war wenig am\u00fcsiert, dass Selenskyj die Allianz indirekt als feige bezeichnet hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verbal kann die Nato ziemlich hinlangen, wenn es eine Krise verlangt. 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