{"id":20870,"date":"2023-06-07T13:47:22","date_gmt":"2023-06-07T10:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kampf-gegen-menschenschlepper-um-sechs-uhr-kam-die-hundertschaft\/"},"modified":"2023-06-07T13:47:22","modified_gmt":"2023-06-07T10:47:22","slug":"kampf-gegen-menschenschlepper-um-sechs-uhr-kam-die-hundertschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kampf-gegen-menschenschlepper-um-sechs-uhr-kam-die-hundertschaft\/","title":{"rendered":"Kampf gegen Menschenschlepper: Um sechs Uhr kam die Hundertschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Mittwochmorgen um 6.02 Uhr, Polizisten dringen in ein Haus im Essener Stadtteil Steele ein, Festnahme des 38-j\u00e4hrigen Syrers Abdulhanan A. Er hatte 2021 in Deutschland Asyl beantragt, kam bei einem Verwandten unter. Vor dessen Haust\u00fcr zieht um sechs Uhr die Einsatzhundertschaft auf. Die Beamten st\u00fcrmen kurz darauf durch ein enges, holzvert\u00e4feltes Treppenhaus eine schmale Treppe hoch und dringen in eine Dachgeschosswohnung ein.<\/p>\n<p>Die Razzien am Morgen waren Teil einer Polizeioperation \u2013 Code-Name \u00bbYolcu\u00ab, T\u00fcrkisch f\u00fcr \u00bbPassagier\u00ab \u2013, mit der Einsatzkr\u00e4fte europaweit gegen ein kurdisches Schleusernetz losschlugen. In Deutschland gab es neben der Durchsuchung in Nordrhein-Westfalen weitere in Nauen (Brandenburg) und Regensburg (Bayern).<\/p>\n<h3>Festnahmen auch in Rum\u00e4nien<\/h3>\n<p>Auch im rum\u00e4nischen Timisoara, einem der Knotenpunkte des Menschenschmuggels auf der Balkanroute, kam es zu vier Festnahmen und mehreren Wohnungsdurchsuchungen, 70 Beamte waren hier im Einsatz. Insgesamt wurden dort elf Objekte durchsucht, drei Autos versiegelt, zw\u00f6lf Fl\u00fcchtlinge, die in den Westen gebracht werden sollten, wurden angetroffen. Bereits in der vergangenen Woche war eine Person in Bulgarien verhaftet worden.<\/p>\n<p>Die Bande soll Schleusertouren organisiert und dabei mehr als 560 Menschen nach Deutschland geschleppt haben. Weitere gut 300 Menschen wurden nach Rum\u00e4nien gebracht. Mal ging es dabei von Serbien \u00fcber Ungarn nach \u00d6sterreich, mal von Serbien nach Rum\u00e4nien und weiter in die Slowakei oder nach Polen. Die Gefl\u00fcchteten versteckten sich meist im Frachtraum von Lastern, kauerten zwischen der Ladung in abgeschlossenen Beh\u00e4ltern, in denen die Gefahr zu ersticken besonders gro\u00df ist.<\/p>\n<p>Federf\u00fchrend in dem Fall ist das Bundespolizeipr\u00e4sidium in Potsdam mit einer eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe, die eng mit Fahndern in der T\u00fcrkei, \u00d6sterreich und in der europ\u00e4ischen Koordinierungsstelle Europol in Den Haag zusammenarbeitet. Au\u00dferdem hat Deutschland seit Dezember mit Serbien und Rum\u00e4nien ein sogenanntes Joint Investigation Team (JIT) aufgebaut.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnen die am Fall beteiligten Polizeieinheiten der drei L\u00e4nder ihre Ergebnisse schnell, ohne aufwendige Rechtshilfeersuchen austauschen. Um die Strafverfolgung mutma\u00dflicher Bandenmitglieder in Deutschland k\u00fcmmert sich die Staatsanwaltschaft Landshut.<\/p>\n<h3>Werbefilmchen bei TikTok<\/h3>\n<p>Erste Schleusungsf\u00e4lle, die der Gruppe zugeordnet werden, stammen schon von Anfang 2021. Im Social-Media-Dienst TikTok warben die Schlepper vor allem bei Kurden in der T\u00fcrkei und Syrien offen f\u00fcr die illegale Einreise in die EU, stellten Videos von erfolgreichen Touren ins Netz. Pro Kopf kassierte die Bande vermutlich 5000 bis 7000 Euro.<\/p>\n<p>Schon im Juli 2022 hatte die serbische Polizei einen mutma\u00dflichen T\u00e4ter aus der mittleren Ebene der Organisation verhaftet. Der jetzt in Essen festgenommene Syrer steht im Verdacht, aus Deutschland heraus Fahrer f\u00fcr den Menschenschmuggel \u00fcber die serbisch-rum\u00e4nische Grenze beschafft zu haben. Mindestens zwei hatte er offenbar in Regensburg finden k\u00f6nnen, daher die Untersuchungen in Bayern. Ein Verd\u00e4chtiger in Nauen wurde nicht angetroffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwochmorgen um 6.02 Uhr, Polizisten dringen in ein Haus im Essener Stadtteil Steele ein, Festnahme des 38-j\u00e4hrigen Syrers Abdulhanan A. 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