{"id":20708,"date":"2023-05-31T17:28:29","date_gmt":"2023-05-31T14:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/endzeitsekte-shakahola-in-kenia-hungern-fur-jesus\/"},"modified":"2023-05-31T17:28:29","modified_gmt":"2023-05-31T14:28:29","slug":"endzeitsekte-shakahola-in-kenia-hungern-fur-jesus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/endzeitsekte-shakahola-in-kenia-hungern-fur-jesus\/","title":{"rendered":"Endzeitsekte Shakahola in Kenia: Hungern f\u00fcr Jesus"},"content":{"rendered":"<h3>Der Minister<\/h3>\n<p class=\"caps\">W\u00e4hrend der Pressekonferenz geht pl\u00f6tzlich die Knochens\u00e4ge an, ein hohes Kreischen, sekundenlang. Der kenianische Innenminister spricht unbeirrt weiter, im Kittel steht er vor dem Mikrofon, umringt von Frauen und M\u00e4nnern in wei\u00dfen Overalls und blauen Haarnetzen. Er sagt n\u00fcchtern und mit leiser Stimme Zahlen auf, die unfassbar klingen: 241 Tote, mehrere neue Massengr\u00e4ber gefunden, mehr als 600 Menschen vermisst.<\/p>\n<p>Ein gelb-schwarzes Band mit der Aufschrift \u00bbcrime scene\u00ab flattert im Wind, der s\u00fc\u00dflich-bei\u00dfende Geruch von Leichen sticht in der Nase, Fliegen landen beharrlich auf Nasen und Ohren der Anwesenden. Der Innenminister hat zum Pressebriefing vor dem Leichenschauhaus geladen, das Setting soll wohl zeigen: Er schaut der schrecklichen Wahrheit ins Auge. Ein Mitarbeiter seines Presseteams baut eine Kamera vor einer Kinderleiche auf, die unter einem wei\u00dfen Tuch auf einem Metalltisch liegt. Die meisten Opfer der Endzeitsekte von Shakahola sind Kinder, und die K\u00fchlcontainer reichen nicht mehr aus.<\/p>\n<p>Dann rast der Konvoi des Ministers vom Leichenschauhaus in Malindi zum Dickicht von Shakahola, am Rande des ber\u00fchmten Tsavo-Nationalparks. Nach einer Stunde Fahrt biegen die SUV von der geteerten Stra\u00dfe ab, nach links hinein ins Dickicht, das inzwischen einer Kraterlandschaft gleicht. Fast t\u00e4glich sto\u00dfen die Ermittler auf weitere Gr\u00e4ber, ganze Familien verscharrt, nur wenige Zentimeter unter der Erde.<\/p>\n<p>Die Obduktionen bisher haben gezeigt: Die Opfer haben sich zu Tode gehungert, einige wurden wohl noch lebend begraben. Sie sind Opfer einer Endzeitsekte, angef\u00fchrt von Pastor Paul Mackenzie. Er versprach ihnen: So kommt ihr direkt zu Jesus. Nach dem Hunger wartet das Paradies. Qualvoll lie\u00dfen Eltern ihre Kinder sterben.<\/p>\n<p>Wie kann man diesen Schrecken begreifen? Wie ist so etwas zu erkl\u00e4ren? Was f\u00fcr M\u00fctter und V\u00e4ter sind das, die ihre Kinder qualvoll verhungern lassen? DER SPIEGEL hat gemeinsam mit dem Schweizer Rundfunk (SRF) vor Ort \u00dcberlebende und Angeh\u00f6rige getroffen, hat mit fr\u00fcheren Weggef\u00e4hrten des Pastors und Experten gesprochen. Es sind Geschichten, die tief in die Risse und Br\u00fcche einer Gesellschaft reichen, die von den Folgen der Coronapandemie und einer v\u00f6llig unkontrollierten evangelikalen Bewegung erz\u00e4hlen. Geschichten, die zu einem der gr\u00f6\u00dften Massensuizide der j\u00fcngeren Vergangenheit f\u00fchrten.<\/p>\n<h3>Die Mutter<\/h3>\n<p>Salama Masha sitzt auf einem flachen Stein im sandigen Boden am Ufer des Sabaki River. Ihre Haare sind kurz geschoren, sie ist hager, um die H\u00fcfte hat sie ein Tuch gewickelt. Die 28-J\u00e4hrige schaut beim Reden kaum auf, in den H\u00e4nden h\u00e4lt sie ihr altes Nokia-Handy, als m\u00fcsste es jeden Moment klingeln. Nur bei einem Thema l\u00f6st sich ihr Blick vom schwarzen Display, schaut sie ihr Gegen\u00fcber an, in den Augen ein eigenartiges Funkeln und die Stimme deutlich lauter: wenn es um Pastor Mackenzie geht. \u00bbSeine Predigten waren so fesselnd, wir haben ihm bedingungslos geglaubt\u00ab, sagt sie. Sie f\u00fchlten sich als etwas Besonderes, so habe es Mackenzie ihnen klargemacht. \u00bbWir waren die besseren Christen. Wir waren gerettet, im sicheren Jerusalem. Die Welt da drau\u00dfen, das war Babel\u00ab, erinnert sie sich.<\/p>\n<p>Am Anfang waren die Lehren des charismatischen Priesters denen der Tausenden anderen evangelikalen Prediger auf dem afrikanischen Kontinent noch sehr \u00e4hnlich. Es ging um Hoffnung, um Heilung, um vermeintliche Wunder. Aber immer auch um die andere Seite: den Satan, die H\u00f6lle, das B\u00f6se, das auf S\u00fcnder wartet. Und um das Ende der Welt, das ganz sicher kommen werde. Als Salama Masha zu der Sekte fand, waren die Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4nger bereits aus der Stadt Malindi aufs Land gezogen, nach Shakahola.<\/p>\n<p>Ihr Mann habe sie \u00fcberzeugt, sich auch dort anzusiedeln, erinnert sich die f\u00fcnffache Mutter. Sie hatten zuvor ein hartes Leben auf dem Dorf gehabt, keine Arbeit, die Trockenheit machte es immer schwieriger. Auf der Ranch des Pastors hingegen gab es einen Brunnen, sie betrieben Landwirtschaft, hatten ein kleines Haus, konnten f\u00fcr sich sorgen. Ja, abgeschieden sei es gewesen, bis zum n\u00e4chsten kleinen Laden mussten sie mehr als 15 Kilometer laufen, trotzdem habe sie sich willkommen gef\u00fchlt im \u00bbgelobten Land\u00ab.<\/p>\n<p>Vieles war anders in diesem vermeintlichen Jerusalem. Kinder durften nicht zur Schule gehen, denn weltliche Bildung sei S\u00fcnde. Frauen sollten sich nicht waschen. Ihr Mann verbrannte seinen Ausweis, seine Geburtsurkunde, diese Dokumente w\u00fcrden nun nicht mehr gebraucht. Und dann, im M\u00e4rz, kippte es endg\u00fcltig: Der Pastor forderte seine Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4nger auf zu fasten, um ins Paradies zu kommen. Nicht auf einmal, erz\u00e4hlt Masha, sondern stufenweise. Ein paar Tage fasten, ohne Wasser und Essen, dann eine kurze Pause, anschlie\u00dfend ein paar weitere Tage hungern.<\/p>\n<p>\u00bbEs war bizarr\u00ab, sagt die Mutter, die Hunger eigentlich gewohnt ist. \u00bbWir hatten Essen im Haus, und trotzdem r\u00fchrten wir es nicht an.\u00ab Sie fing an zu zweifeln, stellte immer mehr Fragen, diskutierte mit ihrem Mann. Doch der sei nicht mehr zu stoppen gewesen, irgendwann habe er die T\u00fcr des Hauses von innen vernagelt, seine gesamte Familie zum Hungern gezwungen. Sieben Tage lang h\u00e4tten sie nichts gegessen und getrunken. \u00bbDas Schlimmste war, dass meine Kinder selbst sterben wollten. Sie waren \u00fcberzeugt davon, dass es das Richtige ist.\u00ab<\/p>\n<p>Als ihr Mann seine Familie endlich wieder rauslie\u00df, hatte sich in Shakahola der Tod l\u00e4ngst breitgemacht. Mashas Nachbarin habe eines ihrer Kinder begraben, erz\u00e4hlt sie. \u00bbSie hat versucht, mich zu \u00fcberzeugen, dass ich meine Kinder auch opfern soll.\u00ab Doch die junge Mutter entschied sich zur Flucht, niemand habe sie aufgehalten. Ihr Mann habe ihr zum Abschied noch gesagt: \u00bbDu wirst mich vermissen, wenn ich bei Jesus bin.\u00ab Sehr schwach sei er da bereits gewesen, Masha ist sich sicher, dass er inzwischen nicht mehr lebt.<\/p>\n<p>Sie ist jetztzur\u00fcckgekehrt zu ihrer Mutter, die Kinder essen wieder, doch der Schule bleiben sie fern. Nicht aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden, sondern weil das Geld fehlt. In Jerusalem wartete der Tod, in Babel das Leben in Armut. Und Masha hat eine neue Kirche gefunden, wieder eine evangelikale. Ihr Glaube hat sie fast das Leben gekostet, jetzt soll er sie erl\u00f6sen.<\/p>\n<h3>Der Dorf\u00e4lteste<\/h3>\n<p>Hinter Salama Masha, auf dem Ast eines riesigen Baumes, sitzt einer der Dorf\u00e4ltesten von Shakahola. Nach seinem Ort ist die Endzeitsekte inzwischen benannt, international bekannt, dabei liegt die Ranch des Pastors fast 20 Kilometer entfernt. Doch nach Shakahola kamen die Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4nger zum Einkaufen, hier holten sie auch noch ganz am Ende, am Rande ihrer Kr\u00e4fte, Lebensmittel f\u00fcr ihren Pastor. Denn der hungerte nicht mit, er wolle als Letzter in den Tod gehen, habe er gesagt.<\/p>\n<p>Den richtigen Namen des Dorf\u00e4ltesten soll DER SPIEGEL nicht schreiben, zu gro\u00df ist seine Sorge vor der Regierung. Denn die Ermittlungsbeh\u00f6rden sind herumgefahren, haben Zeugen aufgefordert zu schweigen, haben den Tatort inzwischen weitr\u00e4umig abgeriegelt. Kalume F.*, der Dorf\u00e4lteste, erinnert sich noch sehr genau an die Zeit, in der die Polizei gar nichts unternahm. Selbst als die Lage in Shakahola vollends eskalierte. F. hat es selbst erlebt.<\/p>\n<p>An einem Nachmittag im M\u00e4rz h\u00e4tten pl\u00f6tzlich diese Kinder bei ihm im Dorf gestanden, erz\u00e4hlt er. Sie h\u00e4tten ausgehungert ausgesehen, um Hilfe gefleht. Es gesch\u00e4hen schreckliche Dinge auf der Ranch des Pastors, es m\u00fcsse dringend etwas unternommen werden. Kalume F. versuchte es auf dem offiziellen Weg, er \u00fcbergab die Kinder den Beh\u00f6rden. Doch dann passierte: nichts. \u00bbAlso haben wir es selbst in die Hand genommen\u00ab, erz\u00e4hlt F., er habe sein eigenes und das Nachbardorf mobilisiert, dann sind sie mit Motorr\u00e4dern losgefahren zum Anwesen von Mackenzie.<\/p>\n<p>Bis zum Eingang der Ranch kamen sie, dann eskalierte die Gewalt: \u00bbSeine Anh\u00e4nger haben uns mit Macheten und Kn\u00fcppeln angegriffen, Leute wurden verletzt, mehrere Motorr\u00e4der abgefackelt\u00ab, erinnert sich der Dorf\u00e4lteste. Doch erst Wochen sp\u00e4ter marschierte endlich die Polizei mit einem Gro\u00dfaufgebot bei Pastor Mackenzie ein. Sie fanden im Dickicht Menschen, die kaum noch am Leben waren, und kurz darauf viele Leichen.<\/p>\n<p>Kalume F. hat noch immer Angst. Es lebe nach wie vor eine Miliz auf dem riesigen und schwer zu durchdringenden Anwesen, sagt er, sein Dorf f\u00fcrchtet nun ihre Rache. Endlich will das Innenministerium nun auch mit Drohnen das Gebiet \u00fcberwachen, die Polizeistreifen aufstocken, mehr als zwei Monate nach dem Auffliegen der Sekte. Noch immer finden sich vereinzelt \u00dcberlebende.<\/p>\n<p>In Nairobi verspricht die Regierung derweil, evangelikale Kirchen k\u00fcnftig besser zu regulieren, doch nur wenige glauben daran. Denn der kenianische Pr\u00e4sident William Ruto und sein Vize gelten selbst als religi\u00f6se Hardliner. Die Freikirchen haben immer mehr Zulauf, vor allem unter J\u00fcngeren, die sich von den traditionellen Kirchen abwenden.<\/p>\n<h3>Der Vize<\/h3>\n<p>Tough Mwakalama kommt gerade aus der Polizeistation. Er hat dort seinen Bruder Smart besucht, wie fast jeden Tag. Er hat ihm Essen gebracht, sie haben gesprochen, \u00fcber alles, au\u00dfer Shakahola. \u00bbMeine Mutter hat gesagt, ich soll das Thema nicht ansprechen, das w\u00fcrde ihn nur traumatisieren\u00ab, sagt Mwakalama. Er sitzt in einem Caf\u00e9 in Malindi, seine Dreadlocks unter einem Tuch zusammengebunden, zwei Dinge sind ihm wichtig: zu erkl\u00e4ren, wie sein Bruder da reingeraten ist, und deutlich zu machen, wie die Polizei versagt hat.<\/p>\n<p>Smart Mwakalama, Toughs Bruder, ist inzwischen im ganzen Land als die rechte Hand von Paul Mackenzie bekannt, er wird der Mitt\u00e4terschaft beschuldigt, auch wenn noch keine Anklage erhoben wurde. Wenn es nach Tough ginge, s\u00e4\u00dfe sein Bruder sogar schon viel l\u00e4nger im Gef\u00e4ngnis. Denn schon vor Jahren hat er ihn bei der Polizei angezeigt, als er immer religi\u00f6ser wurde, jeden Sonntag zu Paul Mackenzie in die Kirche ging, damals noch in Malindi. \u00bbEr ist ein sehr intelligenter Mann, hat immer Witze gemacht, doch die Gehirnw\u00e4sche wurde immer st\u00e4rker\u00ab, erz\u00e4hlt Tough Mwakalama. Er sieht in seinem Bruder ein Opfer und nicht einen T\u00e4ter. Wahrscheinlich stimmt beides.<\/p>\n<p>Irgendwann habe Smart seine Kinder nicht mehr zur Schule gebracht, habe gesagt, sie seien nun in Gottes Hand. Auch zum Arzt seien sie nicht mehr gegangen, \u00bbGebete sind genug\u00ab, habe ihm sein Bruder gesagt. Da reichte es Tough, er ging zur Polizei, zeigte ihn an. Tats\u00e4chlich wurde ein Verfahren er\u00f6ffnet, doch am Ende kam Smart mit umgerechnet 130 Euro Kaution davon, bezahlt von Pastor Mackenzie, wie sich Tough erinnert. Die Kinder gingen weiterhin nicht zur Schule.<\/p>\n<p>Auch Mackenzie selbst merkte schnell, wie zahnlos die Justiz ihm gegen\u00fcber agierte. Manche sagen, er habe mit etwas Geld nachgeholfen, \u00fcberraschen w\u00fcrde das in Kenia nicht. Zweimal wurde er wegen seiner Predigten verhaftet, 2017 und 2019. Beide Male wurde er wieder freigelassen \u2013 und radikalisierte sich immer weiter.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich erz\u00e4hlte Smart seinem Bruder, dass er Malindi verlassen werde, dass sie Land gekauft h\u00e4tten, in Shakahola. Sein altes Grundst\u00fcck vermachte er Pastor Mackenzie, wie es mehrere andere Anh\u00e4nger auch getan haben. Dann zog er mit der gesamten Familie auf die Ranch des Predigers, wurde zu dessen Assistent und Fahrer. \u00bbAll das h\u00e4tte gestoppt werden k\u00f6nnen\u00ab, sagt Tough Mwakalama, \u00bbdoch die Regierung hat uns im Stich gelassen.\u00ab<\/p>\n<h3>Der Pastor<\/h3>\n<p>Wenige Minuten entfernt von Mackenzies Megakirche in Malindi, die jeden Sonntag voll war, steht Antony Muemas kleine Kirche. Der Pastor verbrachte ein Leben im Schatten des gro\u00dfen Konkurrenten.<\/p>\n<p>Muema hatte seinen Kollegen Mackenzie auf einer der sogenannten \u00bbcrusades\u00ab in einem Stadion kennengelernt, w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt hei\u00dft das Kreuzzug, es sind riesige Veranstaltungen mit Tausenden Gl\u00e4ubigen, auf denen Menschen bekehrt und vermeintliche Wunder vollbracht werden sollen. \u00bbEr war ein toller Prediger, er hat die Leute in seinen Bann gezogen, seine Stimme war gro\u00dfartig\u00ab, erinnert sich Muema. Auch er verf\u00e4llt dabei in einen schw\u00e4rmerischen Ton, wie es viele tun, wenn sie \u00fcber den selbst ernannten Pastor Mackenzie sprechen, der einst als Taxifahrer Touristen durch Malindi fuhr, bevor er sein wahres Talent entdeckte.<\/p>\n<p>\u00bbAm Anfang ging es noch um Hoffnung, um Heilung, damit hat er die Leute in seinen Bann gezogen\u00ab, berichtet sein Kollege Muema. \u00bbDoch seit dem Erfolg des Fernsehsenders wurden die Predigten immer dunkler\u00ab, es ging nun gegen die Regierung, in der Mackenzie das vermeintlich B\u00f6se sah. Mackenzies Fernsehsender Times TV hatte bald Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer, die Predigten via Bildschirm m\u00fcssen ihm \u00fcppige Spenden beschert haben. Oft geht es in Kenia \u2013 wie in vielen afrikanischen L\u00e4ndern \u2013 genau darum: Wer am lautesten seine Botschaften an die Gl\u00e4ubigen bringt, gewinnt.<\/p>\n<p>Wie erkl\u00e4rt er sich den Erfolg von Kollegen wie Paul Mackenzie? \u00bbSie zielen auf Leute ab, die bed\u00fcrftig sind, auf Kranke, Menschen, die Halt brauchten. Die kann man einfach manipulieren.\u00ab Die meisten von Mackenzies Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4ngern hatten nicht viel Geld, und trotzdem opferten sie ihr letztes Erspartes f\u00fcr ihren Pastor.<\/p>\n<p>Doch irgendwann, so glaubt Pfarrer Muema, habe etwas passieren m\u00fcssen. Die Endzeitpredigten nutzten sich ab, die d\u00fcsteren Szenarien lie\u00dfen sich kaum mehr steigern. Dann kam die Coronapandemie. \u00bbDas war der perfekte Ausweg f\u00fcr Mackenzie. Nun konnte er sagen: Seht her, ich hatte recht. Die Welt geht zu Ende.\u00ab<\/p>\n<h3>Das Ende<\/h3>\n<p>2019, kurz bevor die Coronapandemie die Welt verunsicherte, schloss Pastor Mackenzie seine Kirche und zog mit seinen Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4ngern in den Busch. W\u00e4hrend der Pandemie radikalisierten sie sich immer weiter. Anfang 2023 dann leitete er das letzte Kapitel seiner d\u00fcsteren Geschichte ein. Er forderte seine Gemeinschaft auf, sich zu Tode zu hungern. Kinder zuerst, dann Frauen, am Ende sollten die M\u00e4nner dran sein. Fast alle sind seinem Aufruf gefolgt.<\/p>\n<p><em>*Der Name des Protagonisten wurde auf seinen Wunsch hin ge\u00e4ndert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Minister W\u00e4hrend der Pressekonferenz geht pl\u00f6tzlich die Knochens\u00e4ge an, ein hohes Kreischen, sekundenlang. 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