{"id":20505,"date":"2023-05-22T20:31:28","date_gmt":"2023-05-22T17:31:28","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/hitzewellen-zwei-milliarden-menschen-droht-der-hitzekollaps\/"},"modified":"2023-05-22T20:31:28","modified_gmt":"2023-05-22T17:31:28","slug":"hitzewellen-zwei-milliarden-menschen-droht-der-hitzekollaps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/hitzewellen-zwei-milliarden-menschen-droht-der-hitzekollaps\/","title":{"rendered":"Hitzewellen: Zwei Milliarden Menschen droht der Hitzekollaps"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Temperaturen \u00fcber 30 Grad Celsius machen krank und sind mitunter lebensgef\u00e4hrlich. Ein Forscherteam hat nun das weltweite Ausma\u00df von zunehmenden Hitzewellen berechnet und zeigt, wo Menschen besonders gef\u00e4hrdet sind.  <\/p>\n<p>Hitzewelle \u2013 das klingt nach Eis-schleckenden Kindern und \u00fcberf\u00fclltem Freibad. Doch das ist blo\u00df die eine, die nette Seite eines Sommers, der tagelang mehr als 30 Grad Celsius zu bieten hat. Die andere ist tragischer: volle Rettungsstellen, Notarzteins\u00e4tze und Trauerfeiern.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr starben in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) etwa 4500 Menschen infolge von Hitze. Europaweit gab es in den Monaten Juni bis August 2022 sogar eine \u00dcbersterblichkeit von mehr als 100.000 Menschen. K\u00fcnftig d\u00fcrften es mehr werden. Denn nicht nur in unserer Region, sondern weltweit werden die Sommer in den kommenden Jahren hei\u00dfer.<\/p>\n<p>Mehr als zwei Milliarden Menschen k\u00f6nnten zum Ende des Jahrhunderts bedrohlicher Hitze ausgesetzt sein, wenn die Welt sich um durchschnittlich 2,7 Grad Celsius gegen\u00fcber dem vorindustriellen Zeitalter erw\u00e4rmt. Das schreibt das Autorenteam einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift \u00bbNature Sustainability\u00ab             erschienen ist. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben erstmals untersucht, wie viele Menschen k\u00fcnftig dauerhaft im Hitzestress leben m\u00fcssen.<\/p>\n<h3>Ein F\u00fcnftel der Menschen wird au\u00dferhalb der \u00bbKlimanische\u00ab leben<\/h3>\n<p>Die Erw\u00e4rmung um 2,7 Grad Celsius ist nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. Laut Klimaforschern  steuert die Welt derzeit auf diesen Wert zu, weil die L\u00e4nder noch zu wenig tun, um den Aussto\u00df von Treibhausgasen einzud\u00e4mmen . In diesem derzeit wahrscheinlichsten Klimaszenario w\u00e4ren bis 2070 mehr als 20 Prozent der bis dahin prognostizierten Bev\u00f6lkerung von rund 9,5 Milliarden Menschen betroffen.<\/p>\n<p>In \u00bbWorst-Case-Szenarien\u00ab von drei bis \u00fcber vier Grad globaler Erw\u00e4rmung k\u00f6nnte die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung aus der \u00bbKlimanische\u00ab herausfallen, was die Forscher als \u00bbexistenzielles Risiko\u00ab bezeichnen. Alles \u00fcber 29 Grad Celsius kann dauerhaft k\u00f6rperlichen Stress ausl\u00f6sen, zu geringeren Leistungen f\u00fchren, krank machen oder sogar t\u00f6dlich sein.<\/p>\n<p>Historisch betrachtet siedelten die meisten Menschen an Orten mit j\u00e4hrlichen Durchschnittstemperaturen von rund 13 sowie 27 Grad Celsius, wobei der wohlhabende Teil der Menschen n\u00e4her an den 13 Grad lebt, hei\u00dft es in der Studie.<\/p>\n<p>\u00bbMenschen, die aufgrund der k\u00fcnftigen Erw\u00e4rmung au\u00dferhalb der Nische leben, werden einer gef\u00e4hrlichen Hitze ausgesetzt sein\u00ab, erkl\u00e4rt Professor Chi Xu von der Universit\u00e4t Nanjing. \u00bbDiese hohen Temperaturen gehen mit Problemen wie erh\u00f6hter Sterblichkeit, verringerter Arbeitsproduktivit\u00e4t, verminderter kognitiver Leistung, Lernschwierigkeiten, schlechteren Schwangerschaftsergebnissen, geringeren Ernteertr\u00e4gen, mehr Konflikten sowie der Ausbreitung von Infektionskrankheiten einher\u00ab, warnt der Forscher.<\/p>\n<h3>Rund 600 Millionen Menschen sind extremer Hitze ausgesetzt<\/h3>\n<p>Bereits heute \u2013 bei einer globalen Erw\u00e4rmung von rund 1,2 Grad Celsius \u2013 seien etwa 60 Millionen Menschen von potenziell krankmachenden Extremtemperaturen betroffen, schreibt das internationale Autorenteam unter anderem von der University of Exeter, Wageningen University und der Nanjing University. Tendenz steigend.<\/p>\n<p>Die Hitzewellen treffen vor allem \u00e4rmere L\u00e4nder, das zeigt sich auch in diesem Jahr deutlich: In der dicht besiedelten Hauptstadt von Bangladesch, Dhaka, kletterten die Temperaturen Mitte April auf 40,6 Grad. So hohe Temperaturen sind lokalen Beh\u00f6rden zufolge seit 58 Jahren nicht in der Hauptstadt gemessen worden. Auch in Indien, wo Menschen hohe Temperaturen eher gew\u00f6hnt sind, starben im April bei Temperaturen von bis zu 38 Grad mindestens elf Menschen auf einer Open-Air-Veranstaltung an einem Hitzeschlag, 50 wurden mit Gesundheitsproblemen in ein Krankenhaus gebracht. Hunderte hatten dem Innenminister Amit Shah in praller Sonne gelauscht.<\/p>\n<p>Zwar k\u00f6nnten k\u00fchlere Orte aufgrund des Klimawandels bewohnbarer werden, doch vor allem in den von gef\u00e4hrlicher Hitze bedrohten Gebieten w\u00e4chst derzeit die Bev\u00f6lkerung stark. Bedeutende Hitzehotspots d\u00fcrften k\u00fcnftig Indien und Nigeria sein: In Indien sind laut Prognosen zum Ende dieses Jahrhunderts rund 600 Millionen Menschen extremer Hitze ausgesetzt. In Nigeria wiederum k\u00f6nnten dann laut den Forschenden mehr als 300 Millionen Menschen betroffen sein. Zudem seien fast alle k\u00fcnftigen Einwohnerinnen und Einwohner von Mali und Burkina Faso gef\u00e4hrdet, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Stoppen lasse sich die Entwicklung nicht mehr \u2013 laut den Wissenschaftlern geht es nun nur noch um die Frage, wie viele Menschen betroffen sein werden. Sollte sich die durchschnittliche Erw\u00e4rmung etwa auf 1,5 Grad Celsius  begrenzen lassen, so wie es das Pariser Weltklimaabkommen vorsieht, w\u00e4ren maximal eine halbe Milliarde Personen gef\u00e4hrdet. Eine ehrgeizige Klimapolitik habe also das \u00bbenorme Potenzial\u00ab, Krankheiten und damit verbundene hohe Gesundheitskosten und vorzeitige Todesf\u00e4lle zu verhindern, schreiben die Autoren.<\/p>\n<h3>Hitzepl\u00e4ne k\u00f6nnen Leben retten<\/h3>\n<p>Einige Regierungen haben bereits damit begonnen, Hitzeaktionspl\u00e4ne aufzustellen, etwa in Indien. Eine der ersten St\u00e4dte mit solch einem Plan war das westindische Ahmedabad. Die Millionenstadt hat bereits 2013 eine Anleitung f\u00fcr den Hitzenotstand aufgesetzt: Ist ein solches Wetterereignis absehbar, informieren die Beh\u00f6rden die Bev\u00f6lkerung, Krankenh\u00e4user und Rettungsstellen sind dann in besonderer Alarmbereitschaft und \u00f6ffentliche Anzeigetafeln mit Temperaturdaten angeschaltet, auch soll Trinkwasser an \u00f6ffentlichen Orten zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich gibt es in Ahmedabad \u00bbCooling Centers\u00ab. Das sind meist mithilfe von Klimaanlagen gek\u00fchlte R\u00e4ume, in denen Menschen sich ausruhen k\u00f6nnen. Laut Hitzeplan werden die S\u00e4le in Tempeln , \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden oder Einkaufszentren eingerichtet. Wie viele solcher K\u00fchlzentren es in indischen Gro\u00dfst\u00e4dten gibt und ob sie ausreichen, ist unbekannt.<\/p>\n<p>Auch europ\u00e4ische Regierungen haben Notfallpl\u00e4ne entworfen, Frankreich gilt diesbez\u00fcglich als Vorreiter. Dort wurde nach dem Rekordsommer 2003 mit Tausenden Toten ein \u00bbPlan Canicule\u00ab eingef\u00fchrt. Beispielsweise werden mithilfe eines Registers  alleinstehende Personen, die \u00e4lter als 60 Jahre alt sind, im Fall einer Hitzewarnung systematisch angerufen. Sozialarbeiter bringen bei Bedarf Wasser und leisten Erste Hilfe. Zudem greift ein vierstufiges Hitzewarnsystem und gibt lokalen Beh\u00f6rden konkrete Handlungsanweisungen weiter.<\/p>\n<p>In Deutschland fehlt derweil ein bundesweites Konzept, nur einige St\u00e4dte und Gemeinden haben bereits mit dem Hitzeschutz begonnen. Dabei w\u00e4re man auch hierzulande gut beraten, solche Pl\u00e4ne verpflichtend zu machen. Meteorologen und Klimaforscher gehen davon aus, dass auch in Deutschland Sommertage mit mehr als 30 Grad Celsius zunehmen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Temperaturen \u00fcber 30 Grad Celsius machen krank und sind mitunter lebensgef\u00e4hrlich. Ein Forscherteam hat nun das weltweite Ausma\u00df von zunehmenden Hitzewellen berechnet und zeigt, wo Menschen besonders gef\u00e4hrdet sind. 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