{"id":19971,"date":"2023-04-29T12:36:33","date_gmt":"2023-04-29T09:36:33","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/khartum-sudan-menschliches-drama-bundeswehr-soldat-berichtet-von-evakuierung\/"},"modified":"2023-04-29T12:36:33","modified_gmt":"2023-04-29T09:36:33","slug":"khartum-sudan-menschliches-drama-bundeswehr-soldat-berichtet-von-evakuierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/khartum-sudan-menschliches-drama-bundeswehr-soldat-berichtet-von-evakuierung\/","title":{"rendered":"Khartum, Sudan: \u00abMenschliches Drama\u00bb \u2013 Bundeswehr-Soldat berichtet von Evakuierung"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wer darf mit, wer muss bleiben? Unter schwierigen Bedingungen evakuierte die Bundeswehr im Sudan europ\u00e4ische Zivilisten. Ein Feldj\u00e4ger \u00fcber die Lage am Flugplatz der Hauptstadt Khartum.  <\/p>\n<p>In br\u00fctender Hitze unter improvisierten Bedingungen hochkomplex und schnell arbeiten \u2013 diese Aufgabe stellte sich der Bundeswehr bei ihrem Evakuierungseinsatz im umk\u00e4mpften Sudan. Das berichtet Leutnant Konstantin Brabsche, der mit den Feldj\u00e4gern f\u00fcr die Sicherheitsschleuse am Flugplatz nahe der Hauptstadt Khartum verantwortlich war, nach seiner R\u00fcckkehr am Freitagabend.<\/p>\n<p>Gerade zu Beginn                                        sei der Andrang auf die Flugzeuge enorm gewesen. \u00bbAm ersten Tag dort war die Not nat\u00fcrlich sehr gro\u00df\u00ab, sagte der Feldj\u00e4ger der 9. Kompanie im hessischen Fritzlar, sein Gewehr G36 noch um den Hals und seine Pistole P8 im Holster. Mit der Zeit sei die Situation aber besser beherrschbar geworden, sodass die Bundeswehr \u00bbden Fl\u00fcchtlingsstrom ein bisschen kontrollieren\u00ab konnte. Wer mitwollte, musste seinen Pass pr\u00fcfen lassen und wurde auf gef\u00e4hrliche Gegenst\u00e4nde durchsucht.<\/p>\n<p>Dabei gab es eine klare Reihenfolge, wer bevorzugt aus dem Land ausgeflogen werden sollte. \u00bbWir haben eine Priorit\u00e4tenreihenliste. Zuerst Deutsche, dann EU und im Groben Nato\u00ab, sagte Brabsche. Das habe dazu gef\u00fchrt, dass auch Menschen abgewiesen werden mussten: \u00bbNat\u00fcrlich ist das oft ein menschliches Drama. Unsere Situation ist allerdings so, dass wir immer den N\u00e4chsten vor Augen haben. Nat\u00fcrlich ist das bitter f\u00fcr den Einzelnen. Aber wir wissen ja auch, hinter einem, der abgewiesen wird, sind noch zehn Berechtigte.\u00ab<\/p>\n<p>Insgesamt brachte die Bundeswehr binnen vier Tagen mehr als 700 Menschen aus mehr als 40 Nationen in Sicherheit. F\u00fcr die Menschen, die nicht in die deutschen Flieger konnten, habe man versucht, dass sie bei anderen Nationen unterkommen, so der 40 Jahre alte Feldj\u00e4ger.<\/p>\n<p>Die Gefahrenlage im Sudan  bekam der Leutnant indes nur am Rande mit. \u00bbWir haben relativ wenig mitbekommen, weil wir nicht so nah an der Hauptstadt dran waren\u00ab, sagte er. Dumpfe Ger\u00e4usche habe er geh\u00f6rt. \u00bbAber das war nichts, was uns in unserem t\u00e4glichen Dienstbetrieb behindert h\u00e4tte.\u00ab<\/p>\n<p>Zu schaffen machte ihm dagegen die Gluthitze in dem afrikanischen Land. \u00bbTats\u00e4chlich war es eine pers\u00f6nliche Herausforderung, da zu landen. Mit der Ausr\u00fcstung waren es \u00fcber 50 Grad\u00ab, sagte Brabsche. W\u00e4hrend der vier Tage dort habe er sich aber auch daran gew\u00f6hnt.<\/p>\n<h3>Auch die deutsche Botschaft war involviert<\/h3>\n<p>Die Evakuierung von Khartum aus mitorganisiert hat auch der bisherige St\u00e4ndige Vertreter an der Deutschen Botschaft im Sudan, Michael Sonntag. \u00bbDie K\u00e4mpfe waren das Worst-Case-Szenario. Wir waren von der ersten Sekunde an damit besch\u00e4ftigt, in dieser dramatischen Lage zun\u00e4chst die Sicherheit und dann die Ausreise der deutschen Staatsb\u00fcrger zu organisieren \u2013 und zwar nonstop\u00ab, sagte Sonntag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.<\/p>\n<p>In seinem Haus habe er mit Botschaftskollegen ein Krisenb\u00fcro zusammengestellt. Dabei habe es stets die Gefahr gegeben, beschossen zu werden. Auf seinem Grundst\u00fcck seinen Querschl\u00e4ger gelandet. Der Wassertank auf dem Dach sei zerst\u00f6rt worden. Tats\u00e4chlich wird die humanit\u00e4re Situation im Sudan t\u00e4glich schwieriger. Lesen Sie, wie die EU-Sonderbeauftragte f\u00fcr das Horn von Afrika den Konflikt erkl\u00e4rt  und wie ein Arzt aus Khartum die katastrophale Lage erlebt .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer darf mit, wer muss bleiben? Unter schwierigen Bedingungen evakuierte die Bundeswehr im Sudan europ\u00e4ische Zivilisten. Ein Feldj\u00e4ger \u00fcber die Lage am Flugplatz der Hauptstadt Khartum. 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