{"id":19917,"date":"2023-04-27T02:42:15","date_gmt":"2023-04-26T23:42:15","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/viessmann-verkauf-der-kanzler-findet-den-viessmann-deal-gut-die-fdp-ist-besorgt\/"},"modified":"2023-04-27T02:42:15","modified_gmt":"2023-04-26T23:42:15","slug":"viessmann-verkauf-der-kanzler-findet-den-viessmann-deal-gut-die-fdp-ist-besorgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/viessmann-verkauf-der-kanzler-findet-den-viessmann-deal-gut-die-fdp-ist-besorgt\/","title":{"rendered":"Viessmann-Verkauf: Der Kanzler findet den Viessmann-Deal gut, die FDP ist besorgt"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Ist die \u00dcbernahme der W\u00e4rmepumpensparte von Viessmann durch einen US-Konzern nun ein Zeichen f\u00fcr einen starken Standort \u2013 oder das Gegenteil? Die Regierung ist sich da nicht nur mit der Opposition uneinig.  <\/p>\n<p>Die Bewertung der \u00dcbernahme der Klimatechniksparte von Viessmann durch einen US-Konzern f\u00e4llt nicht nur bei Bundesregierung und Opposition sehr unterschiedlich aus \u2013 sondern auch innerhalb der Ampelkoalition.<\/p>\n<p>Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) werte den Verkauf am Mittwoch grunds\u00e4tzlich als \u00bbgute Nachricht\u00ab, sagte sein Sprecher Steffen Hebestreit. Es zeige, \u00bbwelches Wachstumspotenzial in klimafreundlichen Technologien steckt\u00ab. Zugleich verf\u00fcgten deutsche Hersteller \u00fcber \u00bbgro\u00dfes Know-how\u00ab und z\u00f6gen so internationales Kapital an. Einen kleinen Vorbehalt brachte Scholz\u2019 Sprecher in der Forderung unter, es gelte sicherzustellen, \u00bbdass die Investitionen auch dem Standort Deutschland zugutekommen\u00ab. Eine entsprechende Pr\u00fcfung hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Gr\u00fcne) bereits angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Allerdings machte auch Habeck seine positive Haltung zu dem Deal deutlich. Er habe \u00bbkeine Zweifel daran\u00ab, dass der Chef des Familienunternehmens, Maximilian Viessmann, seine Vision einer Standortst\u00e4rkung auch mittels ausl\u00e4ndischer Investitionen teile. \u00bbUm konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben, hat Viessmann sich einen finanzstarken Partner gesucht\u00ab, sagte Habeck weiter. Letztlich f\u00fchre dies zu einer \u00bbSt\u00e4rkung der Produktionskapazit\u00e4ten in Deutschland\u00ab, wovon auch der Verbraucher \u00fcber sinkende Preise f\u00fcr W\u00e4rmepumpen profitieren werde. Er gehe auch davon aus, so Habeck, dass das Viessmann-Gesch\u00e4ft nicht der letzte derartige Deal eines deutschen mit einem US-Unternehmen sein werde.<\/p>\n<p>Ganz anders klingen die Reaktionen aus den Reihen der Regierungspartei FDP, die erneut den Gr\u00fcnen-Wirtschaftsminister angriff. Die \u00bbhastige und komplizierte Heizungswende von Robert Habeck\u00ab wirke sich negativ auf die deutsche Wirtschaft aus, sagte Generalsekret\u00e4r Bijan Djir-Sarai dem \u00bbHandelsblatt\u00ab. Aus der FDP-Spitze hie\u00df es zum Viessmann-Verkauf, geistiges Eigentum und Produktion seien auf Dauer nicht in Deutschland gesichert.<\/p>\n<p>In diese Richtung \u00e4u\u00dferte sich auch die Opposition. Unionsfraktionsvize Jens Spahn warnte vor einem \u00bbAusverkauf der deutschen W\u00e4rmepumpe\u00ab und machte daf\u00fcr ebenfalls das Heizungsgesetz der Ampel verantwortlich. \u00bbDie W\u00e4rmewende mit der Brechstange erzeugt gro\u00dfen Druck auf deutsche Hersteller\u00ab, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. \u00bbSie m\u00fcssen binnen Wochen ihre Produktion hochfahren, sonst verlieren sie Marktanteile an asiatische Hersteller. Offenbar braucht es dazu ausl\u00e4ndische Investoren.\u00ab<\/p>\n<p>Am Dienstagabend hatte der hessische Heizungsbaukonzern Viessmann mitgeteilt, seine Klimatechniksparte, zu der auch das W\u00e4rmepumpengesch\u00e4ft geh\u00f6rt, f\u00fcr zw\u00f6lf Milliarden Euro an den US-Klimaanlagenhersteller Carrier Global zu verkaufen. 20 Prozent des Kaufpreises erh\u00e4lt die Viessmann-Gruppe demnach in Aktien und wird so zu einem der gr\u00f6\u00dften Anteilseigner des Unternehmens mit Sitz in Florida.<\/p>\n<p>Der Wettbewerbs\u00f6konom Jens S\u00fcdekum sieht keinen Grund, den Verkauf zu blockieren. Der deutsche W\u00e4rmepumpenmarkt geh\u00f6re zu den M\u00e4rkten mit gro\u00dfem Wachstumspotenzial und sei deshalb bei ausl\u00e4ndischen K\u00e4ufern gesucht. \u00bbDie Zahl der installierten Ger\u00e4te wird sich in den kommenden Jahren mindestens verdoppeln\u00ab, sagte der Bonner Professor, der auch im wissenschaftlichen Beirat des Wirtschaftsministeriums sitzt. Die Arbeitspl\u00e4tze in Hessen d\u00fcrften dadurch eher mehr werden. Carrier Global rechnet sogar damit, dass sich der W\u00e4rmepumpenmarkt in Europa bis 2027 auf 15 Milliarden Euro verdreifacht.<\/p>\n<p>Der Chef des US-Konzerns, David Gitlin, sagte am Mittwoch bei einer Konferenzschalte mit Investoren und Finanzanalysten: \u00bbEs geht nicht um Jobabbau. Wir kommen nicht, um Fabriken zu schlie\u00dfen \u2013 im Gegenteil. Wir kommen, um in Deutschland zu investieren, um in die Belegschaft zu investieren, in Wachstum zu investieren.\u00ab<\/p>\n<p>Viessmann-Chef Max Viessmann sagte, mit dem Zusammenschluss entstehe \u00bbein zukunftssicherer globaler Klima-Champion\u00ab. K\u00fcnftig komme es in der Branche mehr denn je auf Gr\u00f6\u00dfe an, sagte Viessmann dem \u00bbHandelsblatt\u00ab. \u00bbGlauben Sie mir, es h\u00e4tte finanziell noch attraktivere Alternativen gegeben. Aber darum ging es uns nicht\u00ab, sagte Viessmann weiter. Seinem Vater Martin und ihm sei es vor allem wichtig, die Zukunft des Gesch\u00e4fts und der Arbeitspl\u00e4tze langfristig zu sichern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist die \u00dcbernahme der W\u00e4rmepumpensparte von Viessmann durch einen US-Konzern nun ein Zeichen f\u00fcr einen starken Standort \u2013 oder das Gegenteil? 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