{"id":19895,"date":"2023-04-26T02:15:58","date_gmt":"2023-04-25T23:15:58","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/viessmann-verkauft-warmepumpen-geschaft-an-us-konkurrenten\/"},"modified":"2023-04-26T02:15:58","modified_gmt":"2023-04-25T23:15:58","slug":"viessmann-verkauft-warmepumpen-geschaft-an-us-konkurrenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/viessmann-verkauft-warmepumpen-geschaft-an-us-konkurrenten\/","title":{"rendered":"Viessmann verkauft W\u00e4rmepumpen-Gesch\u00e4ft an US-Konkurrenten"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Der Deal ist offiziell: Heizungsbauer Viessmann verkauft seine Klimasparte einschlie\u00dflich der lukrativen W\u00e4rmepumpen an den US-Konkurrenten Carrier Global. Dessen Chef spricht von einer \u00bbspielver\u00e4ndernden Gelegenheit\u00ab.  <\/p>\n<p>Das hessische Familienunternehmen Viessmann wird gr\u00f6\u00dftenteils f\u00fcr zw\u00f6lf Milliarden Euro in die USA verkauft. Der Klimaanlagen-Hersteller Carrier Global aus dem US-Bundesstaat Florida \u00fcbernimmt die dominierende Heiz- und Klimatechnik-Sparte von Viessmann, wie die Unternehmen am Dienstagabend mitteilten.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnderfamilie erh\u00e4lt 80 Prozent des Kaufpreises in bar und 20 Prozent in Form von Carrier-Aktien an die verbleibende Viessmann-Gruppe. Carrier bezifferte den Gesamtkaufpreis auf zw\u00f6lf Milliarden Euro. Viessmann-Chef Max Viessmann zieht in den Verwaltungsrat von Carrier ein. Das Gesch\u00e4ft soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. Carrier-Chef David Gitlin sprach von einer \u00bbspielver\u00e4ndernden Gelegenheit\u00ab.<\/p>\n<p>In der Viessmann-Sparte Climate Solutions arbeiten 11.000 der 14.500 Mitarbeiter des Traditionskonzerns aus Allendorf an der Eder. Sie erwartet f\u00fcr 2023 einen Umsatz von vier Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von rund 700 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Das Unternehmen ist neben Bosch (Buderus) und Vaillant einer der gr\u00f6\u00dften Heiztechnik-Hersteller in Deutschland und hofft auf eine gro\u00dfe Rolle bei der von der Bundesregierung forcierten Umstellung auf W\u00e4rmepumpen. Der W\u00e4rmepumpen-Markt in Europa werde sich bis 2027 auf 15 Milliarden Euro verdreifachen, erkl\u00e4rte Carrier.<\/p>\n<p>Schon vor der offiziellen Bekanntgabe des Verkaufs hatten Gewerkschafter vor einem Verlust von Know-how und Arbeitspl\u00e4tzen gewarnt.<\/p>\n<h3>Langfristige Garantien f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze und Standorte<\/h3>\n<p>Beide Seiten h\u00e4tten sich auf langfristige Garantien geeinigt, teilte Viessmann mit. So seien betriebsbedingte K\u00fcndigungen f\u00fcr drei Jahre ausgeschlossen, wichtige Standorte f\u00fcr f\u00fcnf Jahre gesichert und Allendorf an der Eder f\u00fcr zehn Jahre als Hauptsitz gesetzt. An die Mitarbeiter der Sparte sollen 106 Millionen Euro als Sonderpr\u00e4mie \u00bbf\u00fcr 106 Erfolgsjahre\u00ab ausgesch\u00fcttet werden. Mit der Mitteilung wurde am sp\u00e4ten Dienstagabend zur Gewissheit, was mehrere Medien bereits \u00fcber den Tag aus informierten Kreisen berichtet hatten.<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsbereich Klimal\u00f6sungen machte bei dem Familienunternehmen aus Nordhessen zuletzt rund 85 Prozent des Umsatzes aus, der f\u00fcr 2022 auf den Rekordwert von rund 4 Milliarden Euro angestiegen war. Das 1917 aus einer Schlosserei gegr\u00fcndete Unternehmen geh\u00f6rt zu den bekanntesten deutschen Heizungsbauern und z\u00e4hlte bislang zu den Gewinnern der Klimawende insbesondere im Geb\u00e4udebereich.<\/p>\n<p>Treiber f\u00fcr das starke Wachstum der vergangenen Jahre waren die W\u00e4rmepumpen, die nach politischen Vorgaben in den Geb\u00e4uden schnell Gas- und \u00d6lheizungen abl\u00f6sen sollen. Viessmann hatte im Mai 2022 Investitionen von rund einer Milliarde Euro in diesem Bereich bekannt gegeben. Unter anderem wird gerade eine Fabrik in Polen gebaut.<\/p>\n<h3>Erfinder der modernen Klimaanlage<\/h3>\n<p>Das Unternehmen Carrier aus dem US-Staat Florida gilt als Erfinder der modernen Klimaanlage und wurde 1902 gegr\u00fcndet. Der Konzern besch\u00e4ftigt 52.000 Menschen und erl\u00f6ste im vergangenen Jahr 20,4 Milliarden Dollar. 60 Prozent des Umsatzes entfielen auf Nord- und S\u00fcdamerika. Das Unternehmen verf\u00fcgt in Europa \u00fcber drei Produktionsst\u00e4tten in Frankreich und Spanien. 2004 hatten die Amerikaner die K\u00e4ltetechnik der damaligen Linde AG \u00fcbernommen, sp\u00e4ter aber die Fertigung in Deutschland eingestellt.<\/p>\n<p>Mit dem nun beschlossenen Teilverkauf gegen Aktien und Barmittel w\u00fcrde das Kerngesch\u00e4ft des regional aufgestellten Unternehmens Viessmann im Carrier-Konzern aufgehen und eine deutlich h\u00f6here Kapitalkraft erlangen. Schnelleres Wachstum w\u00fcrde m\u00f6glich, hie\u00df es in Unternehmenskreisen. Letztlich z\u00e4hle im globalen Wettbewerb irgendwann nur noch Gr\u00f6\u00dfe und St\u00fcckzahl. \u00bbDurch den Zusammenschluss entsteht aus einer Position der St\u00e4rke heraus ein schnell wachsender Innovationsf\u00fchrer in einem hart umk\u00e4mpften Markt\u00ab, erkl\u00e4rte Firmenchef Max Viessmann, der auch einen Sitz im Carrier-Verwaltungsrat erhalten soll.<\/p>\n<p>In der Massenproduktion sehen Experten allerdings die asiatischen Anbieter von Klimaanlagen im Vorteil, die mit W\u00e4rmepumpen in weiten Teilen bau\u00e4hnlich sind und seit Jahrzehnten in extrem hohen St\u00fcckzahlen gebaut werden. Bekannte Anbieter sind Daikin, Mitsubishi (beide Japan), Midea (China) oder Samsung (Korea). In Deutschland fehlt ihnen bislang noch der Marktzugang \u00fcber die Installateure.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Deal ist offiziell: Heizungsbauer Viessmann verkauft seine Klimasparte einschlie\u00dflich der lukrativen W\u00e4rmepumpen an den US-Konkurrenten Carrier Global. Dessen Chef spricht von einer \u00bbspielver\u00e4ndernden Gelegenheit\u00ab. 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