{"id":19857,"date":"2023-04-24T03:34:48","date_gmt":"2023-04-24T00:34:48","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/militarausgaben-in-europa-so-hoch-wie-seit-dem-kalten-krieg-nicht-mehr-laut-analyse-von-sipri\/"},"modified":"2023-04-24T03:34:48","modified_gmt":"2023-04-24T00:34:48","slug":"militarausgaben-in-europa-so-hoch-wie-seit-dem-kalten-krieg-nicht-mehr-laut-analyse-von-sipri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/militarausgaben-in-europa-so-hoch-wie-seit-dem-kalten-krieg-nicht-mehr-laut-analyse-von-sipri\/","title":{"rendered":"Milit\u00e4rausgaben in Europa so hoch wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr laut Analyse von Sipri"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Der Anstieg ist rapide: Europas Staaten haben 2022 deutlich mehr f\u00fcr Waffen ausgegeben. Experten sehen eine direkte Konsequenz des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine \u2013 und liefern eine d\u00fcstere Prognose.  <\/p>\n<p>Mit seinem Angriffskrieg auf die Ukraine hat Russland die europ\u00e4ische Ordnung durcheinandergebracht \u2013 und eine erhebliche Ausgabensteigerung bei den Waffenk\u00e4ufen ausgel\u00f6st. In seiner j\u00fcngsten Analyse zieht das Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri dann auch historische Vergleiche. Die Milit\u00e4rausgaben in Europa sind demnach im vergangenen Jahr so hoch gewesen wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.<\/p>\n<p>Gleichzeitig erreichten die weltweiten Ausgaben mit 2,24 Billionen Dollar (rund 2,04 Billionen Euro), also etwa 2,2 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP), einen neuen Rekordwert. Dies h\u00e4lt Sipri in einem am Montag ver\u00f6ffentlichten Bericht fest.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr den weltweiten Anstieg seien neben dem Krieg in der Ukraine, \u00bbder die europ\u00e4ischen Budgets nach oben zieht\u00ab, auch \u00bbungel\u00f6ste und wachsende Spannungen in Ostasien\u00ab, sagte Ko-Autor Nan Tian der Nachrichtenagentur AFP. Im Vergleich zum Jahr 2021 stiegen die weltweiten Milit\u00e4rausgaben demnach um 3,7 Prozent an.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Staaten gaben laut Sipri im Jahr des Beginns des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine inflationsbereinigt 13 Prozent mehr f\u00fcr Waffen aus als im Jahr davor. Das ist der h\u00f6chste Anstieg seit 30 Jahren. Im Vergleich zu 2013 stiegen die Milit\u00e4rausgaben der europ\u00e4ischen Staaten sogar um 38 Prozent.<\/p>\n<p>Die absolute Summe von 480 Milliarden Dollar entspricht preisbereinigt dem Niveau der Milit\u00e4rausgaben von 1989, dem letzten Jahr des Kalten Krieges. Die Sipri-Experten gehen davon aus, dass sich der Aufw\u00e4rtstrend in den kommenden zehn Jahren noch beschleunigen wird.<\/p>\n<p>Die Ukraine steigerte ihre Milit\u00e4rausgaben in 2022 dem Bericht zufolge fast um das Siebenfache. Mit 44 Milliarden Dollar entsprach der Milit\u00e4rhaushalt demnach etwa einem Drittel des ukrainischen BIP. In diese Zahlen sind laut Sipri nicht die Waffenschenkungen im Wert von dutzenden Milliarden Dollar aus dem Ausland eingerechnet. <\/p>\n<p>Den Sipri-Sch\u00e4tzungen zufolge stiegen die russischen Milit\u00e4rausgaben 2022 um 9,2 Prozent auf 86,4 Milliarden Dollar. Die Stockholmer r\u00e4umten ein, dass die Zahlen angesichts \u00bbder zunehmenden Undurchsichtigkeit der Finanzbeh\u00f6rden\u00ab seit Beginn des Krieges in der Ukraine sehr unsicher seien.<\/p>\n<p>Weltweit steigen die Milit\u00e4rausgaben nach einem deutlichen R\u00fcckgang in den 1990er Jahren seit den 2000er Jahren wieder stetig an \u2013 insbesondere durch die Investitionen Chinas in seine Streitkr\u00e4fte sowie infolge der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014.<\/p>\n<h3>Vereinigte Staaten mit Abstand an der Spitze<\/h3>\n<p>Die h\u00f6chsten Milit\u00e4rausgaben hatten 2022 erneut mit Abstand die <strong>USA <\/strong>(877 Milliarden Dollar). <strong>China<\/strong>, das mit gesch\u00e4tzten 292 Milliarden Dollar den zweitgr\u00f6\u00dften Verteidigungshaushalt der Welt aufweist, steigerte seine Ausgaben inflationsbereinigt um 4,2 Prozent.<\/p>\n<p>\u00bbChina investiert massiv in seine Marine, um offensichtlich seine Schlagkraft in Richtung Taiwan und im gesamten S\u00fcdchinesischen Meer zu steigern\u00ab, sagte Tian zu AFP. <strong>Japan<\/strong>, <strong>Indonesien<\/strong>, <strong>Malaysia<\/strong>, <strong>Vietnam <\/strong>und <strong>Australien <\/strong>versuchten, als Anrainer Schritt zu halten.<\/p>\n<p><strong>Deutschland <\/strong>gab dem Sipri-Bericht zufolge im vergangenen Jahr 55,8 Milliarden Dollar (50,8 Milliarden Euro) f\u00fcr seine Verteidigung aus und steht damit weltweit wie im Vorjahr an siebter Stelle noch hinter <strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong>, <strong>Saudi-Arabien, Indien <\/strong>und <strong>Russland<\/strong>. Diese Zahlen beziehen auch Schenkungen an die Ukraine mit ein.<\/p>\n<p>London gebe \u00bbtraditionell mehr\u00ab als Berlin und Paris f\u00fcr die Verteidigung aus und \u00bbhat auch mehr hergegeben\u00ab, erl\u00e4uterte Tian.<\/p>\n<p>Im Vergleich zum Jahr 2021 steigerte die Bundesregierung die Milit\u00e4rausgaben um 2,3 Prozent. Auf das BIP gesehen blieb Berlin jedoch mit 1,4 Prozent f\u00fcr den Verteidigungshaushalt deutlich unter dem Nato-Ziel von zwei Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anstieg ist rapide: Europas Staaten haben 2022 deutlich mehr f\u00fcr Waffen ausgegeben. Experten sehen eine direkte Konsequenz des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine \u2013 und liefern eine d\u00fcstere Prognose.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":19858,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-19857","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19857"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19857\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19858"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}