{"id":1961,"date":"2020-08-19T13:04:58","date_gmt":"2020-08-19T10:04:58","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutsche-bahn-unruhe-bei-den-tarifverhandlungen\/"},"modified":"2020-08-19T13:04:58","modified_gmt":"2020-08-19T10:04:58","slug":"deutsche-bahn-unruhe-bei-den-tarifverhandlungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutsche-bahn-unruhe-bei-den-tarifverhandlungen\/","title":{"rendered":"Deutsche Bahn: Unruhe bei den Tarifverhandlungen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/6636c74a-454f-4988-8a06-3a2ff7c0f857_w948_r1.77_fpx34.21_fpy50.jpg\" title=\"Zugbegleiter der Deutschen Bahn\" alt=\"Zugbegleiter der Deutschen Bahn\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Zugbegleiter der Deutschen Bahn<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Jochen Eckel \/ imago images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn der Vorstand der Deutschen Bahn diese Woche in Frankfurt mit Gewerkschaftsvertretern zusammensitzt, geht es eigentlich um die H\u00f6he der k\u00fcnftigen Geh\u00e4lter. F\u00fcnf Verhandlungsrunden hatte man auf f\u00fcnf Tage zusammengestrichen &#8211; noch im August soll ein Ergebnis feststehen. Die Eile hat einen Grund: Der Bahn geht es nicht gut. Sie f\u00e4hrt in der Coronakrise einen zweistelligen Milliardenbetrag an Verlusten ein und muss sparen. Auch bei den Geh\u00e4ltern.<\/p>\n<p>Schon unter normalen Umst\u00e4nden ist das eine Gemengelage, die erheblichen Z\u00fcndstoff birgt. Doch nun macht sich besondere Unruhe breit. Grund sind Personalplanungszahlen, die die Bundesregierung als Eigent\u00fcmer der Bahn dem Parlament zur Verf\u00fcgung gestellt hat. Darin aufgestellt sind die Einstellungen, wie sie bis 2024 jedes Jahr vorgenommen werden sollen &#8211; und die, anders als bisher kommuniziert, stetig abnehmen sollen.<\/p>\n<p>Die Antwort auf die parlamentarische Anfrage der Gr\u00fcnen, die dem SPIEGEL vorliegt, weist f\u00fcr das Jahr 2020 zwar noch Neueinstellungen von insgesamt knapp 25.000 aus. Doch bis ins Jahr 2024 sollen diese kontinuierlich bis auf 14.000 neue Mitarbeiter pro Jahr sinken. Besonders heftig f\u00e4llt die Reduzierung bei der f\u00fcr den wichtigen Ausbau der Infrastruktur zust\u00e4ndigen DB Netz AG aus: Dort halbiert sich die Zahl innerhalb der n\u00e4chsten drei Jahre. Auch bei der f\u00fcr die Verkehrswende dringend ben\u00f6tigten G\u00fcterverkehrssparte sind es laut Auskunft des Bundesfinanzministeriums statt 2100 neuer Kolleginnen und Kollegen im Jahr 2020 nur noch knapp 1700 im Jahre 2024.<\/p>\n<h3>Die Gewerkschaften schlagen Alarm<\/h3>\n<p>Die Bundesregierung versucht, die Brisanz der Zahlen herunterzuspielen. &quot;Die schwerwiegenden Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nur zu bew\u00e4ltigen, wenn alle Beteiligten einen Beitrag leisten&quot;, hei\u00dft es in dem Schreiben des Ministeriums von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) an den Gr\u00fcnenabgeordneten Sven-Christian Kindler. &quot;Die Rekrutierung von operativem Personal soll weitgehend verschont bleiben&quot;, hei\u00dft es dort beschwichtigend.<\/p>\n<p>Doch die Gewerkschaften sind alarmiert. &quot;Eigentlich m\u00fcssen die Einstellungszahlen gleich bleiben, wenn nicht gar h\u00f6her sein&quot;, sagte der Sprecher der m\u00e4chtigen Eisenbahnergewerkschaft EVG, Uwe Reitz, dem SPIEGEL. Als seine Gewerkschaft in diesem Mai angesichts der Coronakrise ein B\u00fcndnis mit DB-Vorstand und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) \u00f6ffentlichkeitswirksam verk\u00fcndet hatte, versprachen die Bahn-Verantwortlichen und der Minister noch hoch und heilig, dass die Einstellungsoffensive weitergehen solle.<\/p>\n<p>Doch daran kommen der EVG angesichts der aktuellen Zahlen Zweifel. Die Gewerkschafter r\u00e4tseln, warum die Bundesregierung derart sinkende Einstellungszahlen ans Parlament meldet und was dahinterstecken k\u00f6nnte. Vorsorglich sprechen die Arbeitnehmervertreter eine deutliche Warnung aus: &quot;Wenn bei den Neueinstellungen tats\u00e4chlich reduziert werden soll, dann sind diese Verhandlungen hier schnell vorbei&quot;, so Reitz. Die EVG steht dabei unter Druck. Denn die andere wichtige Eisenbahnergewerkschaft GDL hatte sich im Fr\u00fchjahr dem B\u00fcndnis mit der Bahn-Spitze demonstrativ nicht angeschlossen.<\/p>\n<p>Bei der Bahn versucht man nun, die Wogen zu gl\u00e4tten. Die \u00dcbersicht aus der Antwort der Bundesregierung enthalte alte Zahlen aus dem Jahr 2019, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. &quot;Die aktuelle Planungsrunde f\u00fcr 2021 l\u00e4uft und wird erst Ende des Jahres mit der Beschlussfassung im Aufsichtsrat abgeschlossen sein.&quot; Die Bahn rekrutiere weiter auf Hochtouren und bekenne sich &quot;ausdr\u00fccklich noch einmal zu den Vereinbarungen zwischen dem Bundesverkehrsministerium, der EVG, dem Konzernbetriebsrat und dem Konzern&quot;.<\/p>\n<p>Die Gewerkschafter wittern trotzdem einen Erpressungsversuch, ganz nach dem Motto: Wenn ihr nicht auf Gehalt verzichtet, dann sparen wir eben am Nachwuchs.<\/p>\n<h3>&quot;Das war es dann mit einer starken Bahn&quot;<\/h3>\n<p>Das allerdings w\u00e4re fatal. Denn die Bahn ist dringend auf Nachwuchs angewiesen. Derzeit besch\u00e4ftigt der Konzern in Deutschland gut 200.000 Mitarbeiter. Doch allein bei der DB Netz AG gehen bis 2030 rund 86 Prozent oder 36.000 Mitarbeiter in Rente. Bis dahin soll die Bahn aber nach Wunsch der Regierung die doppelte Menge an Passagieren bef\u00f6rdern, genauso wie deutlich mehr G\u00fcter. Eine Reduzierung der Einstellungsoffensive w\u00e4re f\u00fcr die ehrgeizigen Pl\u00e4ne der Bundesregierung deshalb der Todessto\u00df. Angesichts der schwierigen Gemengelage, hofft der Bahn-Vorstand auf eine Nullrunde bei den Geh\u00e4ltern, was jedes Jahr viele Hundert Millionen Euro einsparen helfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Auch deshalb hatte die Konzernf\u00fchrung bei der Verk\u00fcndung des Corona-B\u00fcndnisses gro\u00dfspurig erkl\u00e4rt, man wolle sich derzeit keine Pr\u00e4mien und Boni auszahlen. Doch auch das scheint nicht ganz zu stimmen, zumindest wenn man der Regierungsantwort an die Gr\u00fcnen glauben darf: &quot;Diese Verzichtserkl\u00e4rung des Konzernvorstands umfasst zun\u00e4chst nicht die Vorst\u00e4nde und F\u00fchrungskr\u00e4fte von Tochtergesellschaften&quot;, schreiben die Beamten von Finanzminister Scholz. Das betrifft etwa die G\u00fctersparte DB Cargo oder Schenker oder die hochdefizit\u00e4re Auslandstochter Arriva.<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnen-Haushaltspolitiker Kindler bef\u00fcrchtet, die gesamte Strategie f\u00fcr eine starke Schiene k\u00f6nnte einer vom Bund verordneten Sparsamkeit zum Opfer fallen: &quot;Wenn der Bahn-Vorstand seine Planungen durchsetzt und gegen\u00fcber diesem Jahr ab 2021 bis 2024 vierzig Prozent weniger Personal einstellt, dann sind alle Ziele f\u00fcr 2030 unerreichbar.&quot; F\u00fcr diesen Fall warnt Kindler:  &quot;Das war es dann mit einer starken Bahn als R\u00fcckgrat der Verkehrswende und dem Klimaschutz.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Zugbegleiter der Deutschen Bahn Foto:\u2002Jochen Eckel \/ imago images Wenn der Vorstand der Deutschen Bahn diese Woche in Frankfurt mit Gewerkschaftsvertretern zusammensitzt, geht es eigentlich um die H\u00f6he<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1962,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1961","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1961","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1961"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1961\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}