{"id":1959,"date":"2020-08-19T10:57:14","date_gmt":"2020-08-19T07:57:14","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/belarus-swetlana-tichanowskaja-wendet-sich-in-videobotschaft-an-eu\/"},"modified":"2020-08-19T10:57:14","modified_gmt":"2020-08-19T07:57:14","slug":"belarus-swetlana-tichanowskaja-wendet-sich-in-videobotschaft-an-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/belarus-swetlana-tichanowskaja-wendet-sich-in-videobotschaft-an-eu\/","title":{"rendered":"Belarus: Swetlana Tichanowskaja wendet sich in Videobotschaft an EU"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/1f8fc89f-360d-4fc9-9510-5293e72f2e49_w948_r1.77_fpx44_fpy50.jpg\" title=\"Swetlana Tichanowskaja: Die belarussische Oppositionspolitikerin befindet sich derzeit im Exil in Litauen\" alt=\"Swetlana Tichanowskaja: Die belarussische Oppositionspolitikerin befindet sich derzeit im Exil in Litauen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Swetlana Tichanowskaja: Die belarussische Oppositionspolitikerin befindet sich derzeit im Exil in Litauen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Sergei Grits\/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Fast zwei Wochen nach der umstrittenen Pr\u00e4sidentschaftswahl in Belarus halten die Massenproteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko an. Nun schaltet sich die EU ein. Bei einem Sondergipfel wollen die europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs \u00fcber die politische Krise in dem Land beraten.<\/p>\n<p>Vor Beginn der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Videokonferenz hat sich die belarussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja an die EU gewandt. In einer Videobotschaft forderte sie die EU-Staats- und Regierungschefs dazu auf, das Ergebnis der Pr\u00e4sidentenwahl in Belarus nicht anzuerkennen. Die Wahl sei gef\u00e4lscht worden, sagte sie.<\/p>\n<p>Der angeblich wiedergew\u00e4hlte autorit\u00e4r regierende Staatschef Lukaschenko habe &quot;in den Augen unserer Nation und der Welt jede Legitimit\u00e4t verloren&quot;, sagte Tichanowskaja in ihrer Botschaft aus ihrem litauischen Exil. &quot;Ich appelliere an Sie, diese betr\u00fcgerische Wahl nicht anzuerkennen.&quot;<\/p>\n<p>&quot;Die zweite Woche in Folge k\u00e4mpft meine Nation um ihr verfassungsm\u00e4\u00dfiges Recht, ihre Anf\u00fchrer zu w\u00e4hlen&quot;, sagte die 37-J\u00e4hrige weiter. Die B\u00fcrger, die zur Verteidigung ihrer Stimmen auf die Stra\u00dfe gingen, &quot;wurden brutal geschlagen, eingesperrt und durch das Regime gefoltert&quot;. Lukaschenko klammere sich weiter an die Macht. All dies passiere mitten in Europa.<\/p>\n<p>Die EU m\u00fcsse den Willen des Volkes anerkennen, forderte Tichanowskaja. Sie war aus Angst um ihre Sicherheit und die ihrer Kinder ins EU-Nachbarland Litauen gefl\u00fcchtet. <\/p>\n<h3>Koordinierungsrat soll friedlichen Machttransfer gew\u00e4hrleisten<\/h3>\n<p>Um einen friedlichen Machttransfer in dem Land zu sichern, habe sie die Gr\u00fcndung eines Koordinierungsrates auf den Weg gebracht, sagte die Oppositionspolitikerin weiter. Das Gremium mit Vertretern der Zivilgesellschaft sollte noch am Mittwoch zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen. Die international bekannteste Vertreterin ist die Literaturnobelpreistr\u00e4gerin Swetlana Alexijewitsch.<\/p>\n<p>Der Koordinierungsrat strebe einen Dialog mit dem jetzigen Machtapparat an, sagte Tichanowskaja. Er arbeite mit dem Ziel, umgehend faire und demokratische Neuwahlen f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt auszurufen &#8211; mit internationaler Beobachtung, wie es sie am 9. August nicht gegeben hatte. &quot;Verehrte Anf\u00fchrer Europas, ich rufe Sie dazu auf, das Aufwachen von Belarus zu unterst\u00fctzen&quot;, sagte Tichanowskaja. Sie betonte, dass es hier um eine Anerkennung internationalen Rechts des Volkes gehe, seine eigene Wahl zu treffen.<\/p>\n<p>Lukaschenko war bei der Abstimmung vor etwa zwei Wochen laut dem offiziellen Wahlergebnis auf rund 80 Prozent der Stimmen gekommen, auf Tichanowskaja entfielen demnach nur rund zehn Prozent. Die belarussische Opposition wirft Lukaschenko massiven Wahlbetrug vor. Auch die EU nannte die Abstimmung &quot;weder frei noch fair&quot;. Die britische Regierung hat bereits erkl\u00e4rt, das Ergebnis nicht zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Seit der Wahl gibt es in Belarus Massenproteste, bei denen die Demonstranten den R\u00fccktritt Lukaschenkos verlangen. Es habe bei den Protesten durch Polizeigewalt Hunderte Verletzte und mindestens zwei Tote gegeben, sagte Tichanowskaja in ihrer Botschaft.<\/p>\n<h3>Erneut stundenlange Proteste in Minsk<\/h3>\n<p>Trotz der massiven Gewalt gehen die Menschen in Belarus weiter gegen Machthaber Lukaschenko auf die Stra\u00dfe. Auch am Abend gab es in der Hauptstadt Minsk stundenlange Proteste. Allein auf dem Unabh\u00e4ngigkeitsplatz im Zentrum von Minsk z\u00e4hlten Beobachter in der Nacht zu Mittwoch Tausende Menschen.<\/p>\n<p>Landesweit sollen es Zehntausende Demonstranten gewesen sein &#8211; und damit deutlich mehr als am Abend zuvor. Die bislang gr\u00f6\u00dften Proteste hatte das zwischen Russland und EU-Mitglied Polen gelegene Land am Sonntag erlebt. Hunderttausende beteiligten sich an den Aktionen. Doch auch die Unterst\u00fctzer Lukaschenkos organisierten am Dienstag eigene Aktionen.<\/p>\n<p>Die EU will auf ihren Sondergipfel im Laufe des Tages \u00fcber die Frage sprechen, wie Pr\u00e4sident Lukaschenko dazu gebracht werden kann, in einen Dialog mit Opposition und Gesellschaft in der fr\u00fcheren Sowjetrepublik einzutreten.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Swetlana Tichanowskaja: Die belarussische Oppositionspolitikerin befindet sich derzeit im Exil in Litauen Foto:\u2002Sergei Grits\/ dpa Fast zwei Wochen nach der umstrittenen Pr\u00e4sidentschaftswahl in Belarus halten die Massenproteste gegen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1960,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1959","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1959"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1959\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1960"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}