{"id":19535,"date":"2023-04-10T07:26:21","date_gmt":"2023-04-10T04:26:21","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/eis-warum-ist-eine-kugel-eis-so-teuer-geworden\/"},"modified":"2023-04-10T07:26:21","modified_gmt":"2023-04-10T04:26:21","slug":"eis-warum-ist-eine-kugel-eis-so-teuer-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/eis-warum-ist-eine-kugel-eis-so-teuer-geworden\/","title":{"rendered":"Eis: Warum ist eine Kugel Eis so teuer geworden?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Eine Kugel Eis ist so teuer wie noch nie. Vielerorts werden f\u00fcr die S\u00fc\u00dfspeise zwei Euro und mehr verlangt. L\u00e4sst sich das nur mit gestiegenen Kosten erkl\u00e4ren? Oder werden Kundinnen abgezockt?  <\/p>\n<p>Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen \u2013 endlich Fr\u00fchling. Das treibt die Menschen auf die Stra\u00dfen und in die Eiscaf\u00e9s, vor allem jetzt an den Ostertagen. Die erste Kugel Eis der Saison ist nicht nur f\u00fcr Kinder etwas Besonderes. An der Lieblingseisdiele angekommen, k\u00f6nnte vielen Kunden der Appetit jedoch vergehen. In ganz Deutschland haben die Eispreise m\u00e4chtig angezogen.<\/p>\n<p>Schon in den vergangenen Jahren stieg der Preis in Eisdielen deutlich an. Heute kostet eine Kugel Eis in Hamburg oder M\u00fcnchen oftmals zwischen 1,70 und 2,50 Euro, im vergangenen Jahr waren es vielerorts noch 20 oder gar 30 Cent weniger. Und auch in l\u00e4ndlichen Regionen schie\u00dfen die Preise in die H\u00f6he. Ein Beispiel: In dem 13.000-Einwohner-Ort Wadersloh, mitten im M\u00fcnsterland und fernab jedweder Metropole, erh\u00f6hte die \u00f6rtliche Eisdiele den Preis pro Kugel um 20 Cent von 1,10 auf 1,30 Euro.<\/p>\n<p>Doch ist der teils eklatant hohe Preissprung gerechtfertigt? Das fragen sich derzeit viele Kundinnen und Kunden.<\/p>\n<p>Dazu kann Davina Utz einiges sagen. Ihre Eisdiele \u00bbTrue &amp; 12            \u00ab liegt mitten in M\u00fcnchen, unweit der Isar. In diesem Jahr hatte der kleine Laden erst an wenigen Tagen ge\u00f6ffnet. \u00bbOstern ist normalerweise ein Umsatztreiber. Alle wollen ein Eis bei gutem Wetter\u00ab, sagt Utz. Das bislang schlechte Wetter und die hohen Kosten haben der Unternehmerin das Gesch\u00e4ft aber zuletzt vermiest, wie sie sagt. Erst nach den Osterfeiertagen will sie mit ihrem Team in die Saison starten. Sie k\u00f6nne ihren Mitarbeiterinnen besser ein paar freie Tage mit der Familie g\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Utz stellt ihr Eis aus Weidemilch direkt vom Bauern her, wie sie erz\u00e4hlt, und verzichtet auf Fertigpulver. Das treibt die Kosten, denn die Lebensmittelpreise sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in die H\u00f6he geschnellt. \u00bbF\u00fcr Zucker zahle ich 60 Prozent mehr als im letzten Jahr, f\u00fcr Eiswaffeln 40 Prozent, bei Dextrose \u00fcber 100 Prozent, und das Bindemittel Johannisbrotkernmehl kostet mich 250 Prozent mehr\u00ab, z\u00e4hlt Utz auf. Deshalb werde sie nicht darum herumkommen, die Preise erneut zu erh\u00f6hen. 2019 habe eine Kugel Eis bei ihr noch 1,80 Euro gekostet. Im vergangenen Jahr bezahlten ihre Kunden zwei Euro. Diese Saison werden die Kunden des \u00bbTrue&amp;12\u00ab voraussichtlich 2,50 pro Kugel bezahlen m\u00fcssen. Und selbst der saftige Preisanstieg ist laut Utz knapp bemessen.<\/p>\n<p>Kostentreiber an der Dielentheke sind n\u00e4mlich noch andere. Der ehemalige Schwimmweltmeister Markus Deibler betreibt mehrere Eisl\u00e4den  in Hamburg. Auch er musste die Preise in seiner Kette anpassen. 40 Cent mehr kostet die Kugel jetzt. Grund sind laut Deibler neben den Lebensmittelpreisen die h\u00f6heren Strom-, Lohn- und Mietkosten. \u00bbWir produzieren unser Eis f\u00fcr 35 Prozent mehr Kosten\u00ab, sagt Deibler.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind die Erzeugerpreise f\u00fcr Speiseeis von Februar 2022 bis Februar 2023 um knapp 30 Prozent gestiegen, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes  zeigen. In diesem Jahr machten sich laut Deibler neben den Energie- und Lebensmittelkosten auch der gestiegene Mindestlohn und das neue Verpackungsgesetz bemerkbar, denn die L\u00f6ffel aus Papier seien um einiges teurer als die aus Plastik. Deibler ist deshalb \u00fcberzeugt: \u00bbWer jetzt die Eispreise nicht erh\u00f6ht, der hat vergangenes Jahr sehr viel verdient oder hat in einem halben Jahr ein Problem.\u00ab<\/p>\n<h3>Mehr Gewinn f\u00fcr die Eisverk\u00e4ufer?<\/h3>\n<p>Warum die gestiegenen Kosten bei dem Besuch der Lieblingseisdiele besonders auffallen, wei\u00df Michael Gr\u00f6mling, Konjunkturexperte des Instituts der Deutschen Wirtschaft.  Er sagt: \u00bbDie allgemein gestiegenen Kosten werden beim Eis sichtbar wie in einem Brennglas.\u00ab Eispreise w\u00fcrden im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln nicht regelm\u00e4\u00dfig angepasst, sondern lediglich einmal pro Jahr. \u00bbSo wird der Preissprung vom Verbraucher psychologisch viel st\u00e4rker wahrgenommen\u00ab, erkl\u00e4rt Gr\u00f6mling. Au\u00dferdem habe der Mindestlohn auf den Eispreis eine st\u00e4rkere Auswirkung als auf andere Produkte, da in Eiscaf\u00e9s besonders viele Mitarbeitende zum Mindestlohn arbeiteten. Und nat\u00fcrlich werde oftmals auch das Risiko des schlechten Wetters in den Eispreis eingerechnet, so der Experte. \u00bbEisdielen produzieren nicht auf Bestellung, oftmals m\u00fcssen sie viel wegwerfen und gehen damit Verluste ein.\u00ab<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz warnen Verbrauchersch\u00fctzer auch vor sogenannten Trittbrettfahrern, die die aktuellen Preiserh\u00f6hungen nutzen, um die eigene Marge zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<h3>\u00bbEis ist Luxus f\u00fcr alle\u00ab<\/h3>\n<p>Annalisa Carnio, Sprecherin des Verbands der italienischen Speiseeishersteller, verteidigt ihre Branche vehement. \u00bbAlles ist teurer geworden. Da steigen auch die Kosten bei der Eisproduktion\u00ab, sagt sie. Eis sei in Deutschland im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern g\u00fcnstig. Das Problem beim Eispreis liege darin, dass sich jeder auf den Cent genau daran erinnern k\u00f6nne, wie viel eine Kugel in seiner Kindheit gekostet habe. \u00bbEis weckt bei den Deutschen nostalgische Erinnerungen\u00ab, sagt Carnio. Die Kunden w\u00fcrden zu h\u00e4ufig vergessen, dass Eisproduzenten Handwerker sind und ein Qualit\u00e4tsprodukt herstellten. \u00bbEis ist Luxus f\u00fcr alle.\u00ab<\/p>\n<p>Die Lust auf Eis d\u00fcrfte der Preisanstieg nicht schm\u00e4lern. Zahlen der GfK zeigen, dass 2022 \u00fcber 28 Prozent der Deutschen mindestens einmal pro Jahr ein Eis in einem Eiscaf\u00e9 kauften. 2021 waren das nur knapp 25 Prozent. Dabei erh\u00f6hten die Eisverk\u00e4ufer die Preise f\u00fcr eine Kugel schon w\u00e4hrend der Coronapandemie deutlich. Utz und Deibler hoffen nun darauf, dass ihren Kundinnen und Kunden auch in diesem Jahr der Appetit nicht vergeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kugel Eis ist so teuer wie noch nie. Vielerorts werden f\u00fcr die S\u00fc\u00dfspeise zwei Euro und mehr verlangt. L\u00e4sst sich das nur mit gestiegenen Kosten erkl\u00e4ren? 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