{"id":1947,"date":"2020-08-18T22:33:15","date_gmt":"2020-08-18T19:33:15","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/angela-merkel-besucht-armin-laschet-homma-schon-datte-hier-bist\/"},"modified":"2020-08-18T22:33:15","modified_gmt":"2020-08-18T19:33:15","slug":"angela-merkel-besucht-armin-laschet-homma-schon-datte-hier-bist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/angela-merkel-besucht-armin-laschet-homma-schon-datte-hier-bist\/","title":{"rendered":"Angela Merkel besucht Armin Laschet: &#8220;H\u00f6mma, sch\u00f6n datte hier bist!&#8221;"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/08aebf22-0428-4bf0-bbc7-f09f2eea4b7e_w948_r1.77_fpx23_fpy57.jpg\" title=\"Betont n\u00fcchtern: Kanzlerin Merkel und Armin Laschet vor dem Unesco-Weltkulturerbe Zeche Zollverein\" alt=\"Betont n\u00fcchtern: Kanzlerin Merkel und Armin Laschet vor dem Unesco-Weltkulturerbe Zeche Zollverein\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Betont n\u00fcchtern: Kanzlerin Merkel und Armin Laschet vor dem Unesco-Weltkulturerbe Zeche Zollverein<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Pool \/ Getty Images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es dauert 17 Minuten, bis die Frage nach ihrer Nachfolge kommt.<\/p>\n<p>D\u00fcsseldorf am Dienstagnachmittag, im obersten Stockwerk des St\u00e4ndehauses, dem fr\u00fcheren Sitz des Landtags, knallt die Sonne durch das Glasdach. Angela Merkel muss erst ein paar Mal blinzeln zu Beginn der Pressekonferenz mit ihrem Gastgeber Armin Laschet, so hell ist es. Schr\u00e4g \u00fcber Merkel h\u00e4ngt ein riesiger silberner Ball, gehalten von einer Netzkonstruktion, inzwischen ist das hier n\u00e4mlich ein renommiertes Museum f\u00fcr moderne Kunst.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst spricht Nordrhein-Westfalens Ministerpr\u00e4sident, erz\u00e4hlt von der Sitzung seines Kabinetts mit Merkel, die unten im Atrium des St\u00e4ndehauses stattfand. Nat\u00fcrlich mit Abstand. Und nat\u00fcrlich ging es erst mal um Corona. Laschet lobt die Kanzlerin f\u00fcr ihr Vorgehen, anschlie\u00dfend habe man \u00fcber die laufende deutsche EU-Ratspr\u00e4sidentschaft gesprochen, berichtet er, auch daf\u00fcr bekommt die CDU-Politikerin anerkennende Worte von ihrem Parteifreund.<\/p>\n<p>Auch Merkel spricht anschlie\u00dfend viel \u00fcber Corona, die schwierige Balance zwischen Einschr\u00e4nken und Offenhalten, vor allem mit Blick auf die Wirtschaft, Schulen und Kitas. Und das Lob gibt sie interessanterweise direkt zur\u00fcck an ihren Gastgeber, mit dem sie in der Vergangenheit nicht immer einig war im Kampf gegen die Pandemie.<\/p>\n<p>Laschet agierte in der Coronakrise zeitweise weder souver\u00e4n noch gl\u00fccklich, seine Umfragewerte st\u00fcrzten ab. Nun hat er zur Wiederer\u00f6ffnung der Schulen in seinem Bundesland eine Maskenpflicht ab der f\u00fcnften Klasse angeordnet, das findet Merkel jedenfalls gut.<\/p>\n<p>Aber sieht sie Laschet auch als geeigneten Nachfolger im Kanzleramt? Bei der Frage muss Merkel erst mal ein bisschen schmunzeln unter dem hei\u00dfen Glasdach, Laschet noch viel mehr.<\/p>\n<p>Dabei geht es neben Corona, der Europapolitik und der Frage, wie man mehr aus dem Ruhrgebiet machen kann &#8211; das ist Thema beim zweiten Teil des Merkel-Besuchs in Essen -, auch genau darum. Da k\u00f6nnen Gast und Gastgeber noch so sehr tun, als sei das ein ganz normaler Arbeitsbesuch.<\/p>\n<p>Vor ein paar Wochen war Merkel der Einladung des derzeit hoch gehandelten bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten Markus S\u00f6der gefolgt, nun besucht sie dessen Amtskollegen in Nordrhein-Westfalen. Die Kanzlerin schaut mit einer Mischung aus Verwundung und Am\u00fcsement auf die Interpretationen ihrer Reiset\u00e4tigkeit: Dass sie zun\u00e4chst S\u00f6der traf und erst jetzt Laschet und sich zudem auf das opulente Programm in Oberbayern einlie\u00df, wertete mancher als Ausdruck von Merkels Pr\u00e4ferenz im Rennen um ihre Nachfolge. Andererseits ist die Kanzlerin lange genug im Gesch\u00e4ft, um die Fantasie der politischen Beobachter zu kennen. Sie spielt also auch ein bisschen mit.<\/p>\n<p>Was Merkel schlie\u00dflich auf die Frage nach der Kanzlerf\u00e4higkeit Laschets antwortet, nachdem sie zun\u00e4chst erneut betont hat, sich in die Debatte nicht einmischen zu wollen, ist konsequenterweise keine direkte Empfehlung. Aber Laschet wird dennoch gern h\u00f6ren, was die Kanzlerin \u00fcber ihn sagt. &quot;Als Ministerpr\u00e4sident von Nordrhein-Westfalen bringt er viele Qualifikationen mit sich.&quot; Und dann f\u00fcgt sie hinzu: &quot;Wenn Sie das gr\u00f6\u00dfte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland regieren, in einer Koalition CDU-FDP, die effizient arbeitet, die nicht durch besonders viel Streitereien auff\u00e4llt, dann ist das zumindest ein R\u00fcstzeug, das durchaus Gewicht hat.&quot; Merkel wird ihn sp\u00e4ter auch noch loben f\u00fcr seine j\u00fcngste Reise in ein Fl\u00fcchtlingslager in Griechenland.<\/p>\n<p>Laschet kann zufrieden sein mit dem Besuch der Regierungschefin. Dass der Tag auf Herrenchiemsee vor gut einem Monat maximal pomp\u00f6s ablief, w\u00e4hrend man die Kanzlerin im Westen der Republik ziemlich n\u00fcchtern empf\u00e4ngt? &quot;Gl\u00fccklicherweise bin ich ein Mensch, der sich an ganz verschiedenen Dingen freuen kann&quot;, sagt Merkel. Auch das passt also aus ihrer Sicht.<\/p>\n<p>Eine gemeinsame Rheinschifffahrt, ein Treffen in der prachtvollen Villa H\u00fcgel &#8211; Laschet und seine Leute h\u00e4tten nat\u00fcrlich mehr an Kulisse aufbieten k\u00f6nnen als das St\u00e4ndehaus sowie die Zeche Zollverein im Herzen des Ruhrgebiets. Aber man hat sich bewusst gegen einen Bilder-Wettbewerb mit PR-Profi S\u00f6der entschieden, so bodenst\u00e4ndig wie m\u00f6glich sollte es beim Besuch der Kanzlerin tief im Westen zugehen.<\/p>\n<h3>Malocher gegen Traumt\u00e4nzer<\/h3>\n<p>Malocher Laschet gegen den Traumt\u00e4nzer S\u00f6der (der sich passenderweise vergangene Woche mit seinen Autobahn-Corona-Tests verhoben hat) &#8211; so k\u00f6nnte man das indirekte, \u00fcber f\u00fcnf Wochen gestreckte Duell beschreiben.<\/p>\n<p>Wobei Laschet ja nicht m\u00fcde wird, jegliche Animosit\u00e4t wie Konkurrenzsituation zu S\u00f6der wegzureden. Der Bayer, so stellt er es dar, ist ein gesch\u00e4tzter Ministerpr\u00e4sidenten-Kollege. Mehr nicht. Das Umfragehoch f\u00fcr S\u00f6der? Unerheblich. Der CSU-Chef wiederum hat in den vergangenen Monaten so oft &quot;Mein Platz ist in Bayern&quot; gesagt, dass er die Landesgrenzen des Freistaats eigentlich auf Jahre nicht mehr verlassen d\u00fcrfte. Aber Franz Josef Strau\u00df hat ja auch einst erkl\u00e4rt, er wolle eher in Alaska Ananas z\u00fcchten, als Kanzler zu werden &#8211; um 1980 als Unionskanzlerkandidat ins Rennen zu gehen.<\/p>\n<p>In Wahrheit ist alles offen &#8211; selbst der f\u00fcr Dezember geplante CDU-Parteitag wackelt, auf dem endlich ein neuer Vorsitzender gew\u00e4hlt werden soll und sich mit dem fr\u00fcheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz ein ernsthafter Konkurrent f\u00fcr Laschet bewirbt. Das d\u00fcrfte Merkel, viele Jahre die Nummer eins der Union, am besten wissen. Sie hat ja selbst mehr als einmal in ihrer Karriere erlebt, wie rasch sich Dinge \u00e4ndern k\u00f6nnen in der Politik, welche Dynamik bestimmte Ereignisse pl\u00f6tzlich ausl\u00f6sen, wie eng mitunter Triumph und Niederlage beieinanderliegen. Das gilt erst recht, solange Corona Deutschland und die Welt unter Dauerstress setzt.<\/p>\n<p>Von D\u00fcsseldorf nach Essen flitzen Laschet und Merkel gemeinsam in der Kolonne. Auf dem Gel\u00e4nde der Zeche Zollverein, fr\u00fcher die weltgr\u00f6\u00dfte ihrer Art, heute immerhin Unesco-Weltkulturerbe, kommt dann zwar nicht Herbert Gr\u00f6nemeyer vorbei und tr\u00e4llert &quot;Tief im Westen&quot;, aber ein buntes Graffiti begr\u00fc\u00dft die Kanzlerin im sch\u00f6nsten Ruhrgebiets-Slang mit &quot;H\u00f6mma, sch\u00f6n datte hier bist!!!&quot;.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem darf die Kanzlerin ein Geschenk mit zur\u00fcck nach Berlin nehmen, mit dem sie Laschet und seine Leute dem Vernehmen nach \u00fcberrascht und ihr gleichzeitig eine echte Freude gemacht haben: eine Luftaufnahme von Merkels Heimatstadt Templin in der Uckermark von 1929. Die haben sie im NRW-Landesarchiv aufgetan.<\/p>\n<p>Von Bayerns Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der gab es f\u00fcr Merkel Mitte Juli am Chiemsee nur drei Corona-Masken, jeweils das Modell Bayern, Deutschland und Europa.<\/p>\n<p>Ihre Begeisterung dar\u00fcber hielt sich in Grenzen. Und sie hat auch keine davon aufgesetzt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Betont n\u00fcchtern: Kanzlerin Merkel und Armin Laschet vor dem Unesco-Weltkulturerbe Zeche Zollverein Foto:\u2002 Pool \/ Getty Images Es dauert 17 Minuten, bis die Frage nach ihrer Nachfolge kommt. D\u00fcsseldorf am Dienstagnachmittag, im obersten Stockwerk des St\u00e4ndehauses, dem fr\u00fcheren Sitz des Landtags, knallt die Sonne durch das Glasdach. 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