{"id":19053,"date":"2023-03-20T07:34:48","date_gmt":"2023-03-20T04:34:48","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ubernahme-der-schweizer-bank-credit-suisse-das-ende-einer-167-jahrigen-firmengeschichte\/"},"modified":"2023-03-20T07:34:48","modified_gmt":"2023-03-20T04:34:48","slug":"ubernahme-der-schweizer-bank-credit-suisse-das-ende-einer-167-jahrigen-firmengeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ubernahme-der-schweizer-bank-credit-suisse-das-ende-einer-167-jahrigen-firmengeschichte\/","title":{"rendered":"\u00dcbernahme der Schweizer Bank Credit Suisse: Das Ende einer 167-j\u00e4hrigen Firmengeschichte"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Sie wurde gegr\u00fcndet, um den Ausbau des Eisenbahnnetzes und die Industrialisierung der Schweiz zu finanzieren, nun verliert sie nach 167 Jahren ihre Eigenst\u00e4ndigkeit. Ein Blick auf die Historie der Credit Suisse.  <\/p>\n<p>Die schwer angeschlagene Credit Suisse wird von ihrer gr\u00f6\u00dferen Erzrivalin UBS f\u00fcr drei Milliarden Franken geschluckt. Damit wollen die Schweizer Finanzbeh\u00f6rden und die Regierung einen Konkurs der Bank und eine Krise des Bankensystems verhindern. Damit verliert die Bank nach 167 Jahren ihre Eigenst\u00e4ndigkeit. Die Firmengeschichte im \u00dcberblick:<\/p>\n<p><strong>1856<\/strong><\/p>\n<p>Der Politiker und Gesch\u00e4ftsmann Alfred Escher gr\u00fcndet die Schweizerische Kreditanstalt (SKA), um den Ausbau des Eisenbahnnetzes zu finanzieren und die Industrialisierung der Schweiz zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>1870<\/strong><\/p>\n<p>Die SKA er\u00f6ffnet ihre erste Auslandsvertretung in New York.<\/p>\n<p><strong>1876<\/strong><\/p>\n<p>Die Bank bezieht ihren neuen Hauptsitz am Z\u00fcrcher Paradeplatz; ihre erste Filiale au\u00dferhalb von Z\u00fcrich er\u00f6ffnet sie fast drei Jahrzehnte sp\u00e4ter in Basel.<\/p>\n<p><strong>1939<\/strong><\/p>\n<p>Die SKA gr\u00fcndet die Swiss American Corporation in New York.<\/p>\n<p><strong>1964<\/strong><\/p>\n<p>Die SKA erh\u00e4lt eine Lizenz als Vollbank in New York.<\/p>\n<p><strong>1977<\/strong><\/p>\n<p>Der als Chiasso-Aff\u00e4re bekannt gewordene Geldw\u00e4scheskandal f\u00fchrt zu einem historischen Verlust und beschleunigt den \u00dcbergang der Bank zu einer internationalen Finanzgruppe.<\/p>\n<p><strong>1978<\/strong><\/p>\n<p>SKA und die US-Investmentbank First Boston starten eine Kooperation, um auf dem Londoner Anleihemarkt t\u00e4tig zu werden.<\/p>\n<p><strong>1982<\/strong><\/p>\n<p>Die CS Holding wird als Schwestergesellschaft der SKA gegr\u00fcndet, um Beteiligungen an Industrieunternehmen zu halten.<\/p>\n<p><strong>1988<\/strong><\/p>\n<p>Die CS Holding erwirbt im Rahmen einer Rettungsaktion eine 45-prozentige Beteiligung an der US-Investmentbank First Boston und benennt sie in CS First Boston um.<\/p>\n<p><strong>1989<\/strong><\/p>\n<p>Die SKA wird als Tochtergesellschaft in die CS Holding integriert.<\/p>\n<p><strong>1990<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppe \u00fcbernimmt die Mehrheit an CS First Boston und kauft die Schweizer Privatbank Bank Leu.<\/p>\n<p><strong>1993<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppe \u00fcbernimmt die Volksbank, die viertgr\u00f6\u00dfte Bank der Schweiz, ein Jahr darauf wird die Neue Aargauer Bank gekauft.<\/p>\n<p><strong>1997<\/strong><\/p>\n<p>Im Zuge einer Umstrukturierung wird die CS Holding in die Credit Suisse Group umgewandelt und der Name SKA gestrichen; mit dem Versicherer Winterthur wird zudem ein strategischer Partner \u00fcbernommen.<\/p>\n<p><strong>1999<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppe kauft das Verm\u00f6gensverwaltungsgesch\u00e4ft von Warburg, Pincus &amp; Co. und ein Jahr sp\u00e4ter das Wall-Street-Unternehmen Donaldson, Lufkin &amp; Jenrette.<\/p>\n<p><strong>2002<\/strong><\/p>\n<p>Durch eine Reorganisation entstehen zwei Einheiten: Die Credit Suisse Financial Services und die Credit Suisse First Boston; zwei Jahre sp\u00e4ter werden daraus durch die Hinzunahme von Winterthur drei Einheiten.<\/p>\n<p><strong>2005<\/strong><\/p>\n<p>Credit Suisse und CSFB fusionieren, der Markenname Credit Suisse First Boston wird nicht mehr verwendet.<\/p>\n<p><strong>2006<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppe verkauft Winterthur an den franz\u00f6sischen Versicherer AXA.<\/p>\n<p><strong>2007\/2008<\/strong><\/p>\n<p>Im Gegensatz zum Konkurrenten UBS \u00fcbersteht die Bank die globale Finanzkrise ohne staatliche Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p><strong>2013<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppe kauft das Verm\u00f6gensverwaltungsgesch\u00e4ft von Morgan Stanley in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.<\/p>\n<p><strong>2015<\/strong><\/p>\n<p>Unter der Leitung von Konzernchef Tidjane Thiam wird die Gruppe in drei Verm\u00f6gensverwaltungsabteilungen umstrukturiert, die von zwei Investmentbanking-Abteilungen unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p><strong>2020<\/strong><\/p>\n<p><strong>Februar \u2013 <\/strong>Ein Skandal um verdeckte \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen der Bank f\u00fchrt zum R\u00fccktritt von Tidjane Thiam. Nachfolger wird Thomas Gottstein.<\/p>\n<p><strong>M\u00e4rz \u2013<\/strong> Der US-Investmentfonds Archegos bricht zusammen und beschert der Credit Suisse einen Verlust von 5,5 Milliarden Dollar. Im selben Monat muss die Credit Suisse vier Fonds zur Finanzierung von Lieferketten im Gesamtvolumen von zehn Milliarden Dollar einfrieren. Diese waren mit dem insolventen britischen Finanzunternehmen Greensill Capital verbunden \u2013 die Bank hatte ihren Kunden die Fonds zuvor als risikoarme Produkte verkauft.<\/p>\n<p><strong>2021<\/strong><\/p>\n<p>Verwaltungsratschef Antonio Horta-Osorio nimmt weniger als neun Monate nach Antritt seinen Hut, nachdem er gegen Corona-Quarant\u00e4nevorschriften versto\u00dfen hatte. Alex Lehmann wird sein Nachfolger.<\/p>\n<p><strong>2022<\/strong><\/p>\n<p><strong>Juli<\/strong> \u2013 Die Bank ernennt den Restrukturierungsexperten Ulrich K\u00f6rner zum Nachfolger von Konzernchef Thomas Gottstein und k\u00fcndigt eine weitere strategische \u00dcberpr\u00fcfung an.<\/p>\n<p><strong>Oktober<\/strong> \u2013 Die Bank verk\u00fcndet einen umfassenden Konzernumbau. Dieser sieht eine Kapitalerh\u00f6hung von vier Milliarden Franken, einen Abbau von 9000 Stellen bis Ende 2025 und die Ausgliederung der Investmentbank in die CS First Boston (CSFB) vor. Die Saudi National Bank k\u00fcndigt an, Aktien zu kaufen und damit eine Beteiligung von bis zu 9,9 Prozent zu erwerben.<\/p>\n<p><strong>2023<\/strong><\/p>\n<p><strong>Februar<\/strong> \u2013 Die Credit Suisse weist einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken aus, den h\u00f6chsten seit der Finanzkrise 2008. Die Bank k\u00fcndigt den Kauf des Investmentbankinggesch\u00e4fts der Beratungsboutique M.Klein &amp; Co. f\u00fcr 175 Millionen Dollar an, um es in die CSFB einzubringen. Chef der neu aufgestellten CSFB soll der fr\u00fchere CS-Verwaltungsrat und Gr\u00fcnder von M.Klein &amp; CO, Michael Klein, werden.<\/p>\n<p><strong>M\u00e4rz<\/strong> \u2013 Sorgen rund um die Pleite der kalifornischen Silicon Valley Bank lassen die Aktien der Credit Suisse in der Spitze um mehr als 30 Prozent auf ein Rekordtief von 1,55 Euro abst\u00fcrzen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erkl\u00e4rt, sie werde der Bank bei Bedarf Liquidit\u00e4t zur Verf\u00fcgung stellen. Die Credit Suisse ergreift diese Rettungsleine wenige Stunden sp\u00e4ter und k\u00fcndigt an, sich bis zu 50 Milliarden Franken von der SNB zu leihen. Doch die Beruhigung der M\u00e4rkte w\u00e4hrt nur kurz. Die Schweizer Beh\u00f6rden dr\u00e4ngten daher auf eine \u00dcbernahme der Credit Suisse durch den Schweizer Branchenprimus UBS. Der kaufte am 19. M\u00e4rz den Rivalen f\u00fcr drei Milliarden Franken. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie wurde gegr\u00fcndet, um den Ausbau des Eisenbahnnetzes und die Industrialisierung der Schweiz zu finanzieren, nun verliert sie nach 167 Jahren ihre Eigenst\u00e4ndigkeit. 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