{"id":19,"date":"2020-04-21T13:12:46","date_gmt":"2020-04-21T10:12:46","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-datenspende-chaos-computer-club-findet-schwachstellen-in-app\/"},"modified":"2020-04-21T13:12:46","modified_gmt":"2020-04-21T10:12:46","slug":"corona-datenspende-chaos-computer-club-findet-schwachstellen-in-app","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-datenspende-chaos-computer-club-findet-schwachstellen-in-app\/","title":{"rendered":"Corona-Datenspende: Chaos Computer Club findet Schwachstellen in App"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Das Robert Koch-Institut bittet die Tr\u00e4ger von Wearables, ihm Fitnessdaten zu \u00fcbermitteln. Der Chaos Computer Club hat die zugeh\u00f6rige &quot;Datenspende&quot;-App untersucht &#8211; und dabei einige Probleme entdeckt.  <\/p>\n<p>In diesen Tagen wird viel diskutiert \u00fcber Anti-Corona-Apps: In Deutschland geht es dabei vor allem um das europ\u00e4ische Projekt Pepp-PT, das eine Softwaregrundlage f\u00fcr sogenannte Contact- oder Proximity-Tracing-Apps entwickelt. Zuletzt jedoch sind dem Projekt mehrere namhafte Partner abhandengekommen, weil sie &#8211; wie zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler &#8211; einen mangelhaften Schutz der Privatsph\u00e4re f\u00fcrchten. Ausgang der Kontroverse: derzeit ungewiss.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend sich Pepp-PT nach wie vor in der Entwicklung befindet, ist eine andere App schon auf dem Markt: Das Robert Koch-Institut (RKI) war vor gut zwei Wochen mit einem Programm namens &quot;Corona-Datenspende&quot; vorgeprescht. Dabei handelt es sich um eine App f\u00fcr Fitnesstracker und Smartwatches, die nach offiziellen Angaben bereits 400.000 Nutzer hat.<\/p>\n<p>Dem RKI zufolge soll die App beim Eind\u00e4mmen der Covid-19-Epidemie helfen, indem Tr\u00e4ger der Wearables dem Institut Daten zur Aktivit\u00e4t und Herzfrequenz \u00fcbermitteln, ebenso ihre Postleitzahl. &quot;Neuartige Algorithmen k\u00f6nnen in diesen Daten verschiedene Symptome erkennen, die unter anderem mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht werden&quot;, hei\u00dft es im Werbetext zur App. Die Ergebnisse w\u00fcrden geografisch aufbereitet und k\u00f6nnten den Forschern &quot;zus\u00e4tzliche Informationen zur Verbreitung des Coronavirus&quot; liefern. Die App sei &quot;freiwillig und pseudonym&quot; und ber\u00fccksichtige den Datenschutz.<\/p>\n<h3>&quot;Auf Dauer nicht tragbar&quot;<\/h3>\n<p>Aber ist das wirklich so? Am Montag hat der Chaos Computer Club (CCC), Deutschlands renommierteste Hackervereinigung, eine Analyse der &quot;Corona-Datenspende&quot; ver\u00f6ffentlicht. Darin weist der CCC auf einige teils grunds\u00e4tzliche Probleme der App hin, sein Fazit f\u00e4llt wenig schmeichelhaft aus. Die identifizierten Schwachstellen und daraus resultierenden Risiken seien &quot;auf Dauer nicht tragbar&quot;, hei\u00dft es im Bericht von Martin Tschirsich, Patrick J\u00e4ger und Andr\u00e9 Zilch. An mehreren Stellen passe die Datenschutzerkl\u00e4rung nicht zum tats\u00e4chlichen Vorgehen.<\/p>\n<p>Kritisiert wird unter anderem, dass Fitnessdaten &#8211; au\u00dfer im Falle einer Nutzung von Apple Health &#8211; direkt vom Server eines Fitnesstracker-Anbieters oder von Google Fit an den RKI-Server \u00fcbertragen werden. Das Institut speichere im Zuge dieser Direktverbindung eine gro\u00dfe Anzahl von Zugangsdaten mit hohem Schutzbedarf, schreibt der CCC: &quot;Diese Zugangsdaten erlauben den Zugriff auf nicht pseudonymisierte und historische Fitnessdaten und bei den Anbietern Fitbit, Garmin, Polar und bei Google Fit den Zugriff auf die vollst\u00e4ndigen Namen der Datenspender.&quot;<\/p>\n<p>Der Server der Forscher empfange auch ganz praktisch nicht pseudonymisierte Daten, hei\u00dft es weiter, &quot;teils mitsamt vollst\u00e4ndiger Namen der Datenspender&quot;. Jene Daten w\u00fcrden erst nach Empfang der vollst\u00e4ndigen Daten auf dem Server des Instituts pseudonymisiert. Besser w\u00e4re es jedoch, wenn die Daten des Spenders nicht vom Fitnesstracker-Server, sondern vom Smartphone des Nutzers aus \u00fcbertragen w\u00fcrden, wo man sie auch bereits vor der \u00dcbertragung pseudonymisieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Datenzugriff trotz Deinstallation<\/h3>\n<p>Ein weiteres Problem, das die Hacker identifizierten: Der direkte Zugriff des Instituts-Servers auf Fitnessdaten wird bislang auch dann nicht automatisch beendet, wenn die &quot;Corona-Datenspende&quot;-App deinstalliert wird.<\/p>\n<p>Schlecht gesch\u00fctzt ist dem CCC zufolge au\u00dferdem die Verkn\u00fcpfung der App mit Fitnesstrackern: Die Zugangsdaten eines Trackers k\u00f6nnen hierbei von Angreifern mittels sogenannter Man-in-the-Middle-Attacken ausgelesen werden, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Ein unmittelbarer, direkter Zugriff auf jene Nutzerdaten, die dem Robert Koch-Institut &quot;gespendet&quot; wurden, ist dem CCC indes &quot;zum jetzigen Zeitpunkt&quot; nicht gelungen. W\u00e4re so ein Angriff jedoch erfolgreich, w\u00fcrden der oder die Angreifer aber auch Gesundheitsdaten aus der Zeit vor der Datenspende sowie Klarnamen der App-Nutzer abgreifen k\u00f6nnen, warnt der CCC.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Robert Koch-Institut bittet die Tr\u00e4ger von Wearables, ihm Fitnessdaten zu \u00fcbermitteln. Der Chaos Computer Club hat die zugeh\u00f6rige &quot;Datenspende&quot;-App untersucht &#8211; und dabei einige Probleme entdeckt. In diesen Tagen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":20,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-19","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}