{"id":18942,"date":"2023-03-15T14:06:10","date_gmt":"2023-03-15T11:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/umweltbundesamt-uba-bei-verkehr-und-gebauden-verfehlt-deutschland-die-klimaschutzziele-fur-2022\/"},"modified":"2023-03-15T14:06:10","modified_gmt":"2023-03-15T11:06:10","slug":"umweltbundesamt-uba-bei-verkehr-und-gebauden-verfehlt-deutschland-die-klimaschutzziele-fur-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/umweltbundesamt-uba-bei-verkehr-und-gebauden-verfehlt-deutschland-die-klimaschutzziele-fur-2022\/","title":{"rendered":"Umweltbundesamt (UBA): Bei Verkehr und Geb\u00e4uden verfehlt Deutschland die Klimaschutzziele f\u00fcr 2022"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Deutschland hat zuletzt etwas weniger Treibhausgase ausgesto\u00dfen als im Vorjahr. Das geht aus Daten des Umweltbundesamts hervor. Um die Klimaziele f\u00fcr 2030 einzuhalten, reicht das allerdings bei Weitem nicht.  <\/p>\n<p>Autos, Fabriken und Kraftwerke sorgen f\u00fcr besonders viele Treibhausgase \u2013 und damit f\u00fcr die Erhitzung der Erde. Im vergangenen Jahr sind die Treibhausgasemissionen Deutschlands gegen\u00fcber dem Vorjahr nur leicht gesunken: um 1,9 Prozent oder gut 15 Millionen Tonnen. Noch immer wurden 2022 rund 746 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente freigesetzt. Das geht aus Daten des Umweltbundesamts (UBA) hervor, die dem SPIEGEL vorab vorlagen.<\/p>\n<p>In der Ma\u00dfeinheit CO\u2082-\u00c4quivalente verrechnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgesto\u00dfenes Kohlendioxid (CO\u2082) mit anderen Treibhausgasen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse f\u00fcr die einzelnen Sektoren unterscheiden sich jedoch deutlich: W\u00e4hrend im Bereich Landwirtschaft und Abfall die Ziele 2022 sogar mit Abstand eingehalten wurden, haben die Bereiche Geb\u00e4ude und Verkehr ihre Ziele verfehlt. Die Daten basieren dem UBA zufolge auf aktuell nur begrenzt vorliegenden Statistiken und sind daher noch mit ein paar Unsicherheiten verbunden. Seit 1990 sind die Emissionen laut UBA in Deutschland um 40,4 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>Bis 2030 soll der Aussto\u00df laut Klimaschutzgesetz um mindestens 65 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken; bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase aussto\u00dfen als abgebaut werden.<\/p>\n<p>Um die Ziele der Bundesregierung bis 2030 zu erreichen, m\u00fcssten pro Jahr nun sechs Prozent Emissionen eingespart werden, sagte Dirk Messner, Pr\u00e4sident des UBA, laut einer Mitteilung. \u00bbSeit 2010 waren es im Schnitt nicht einmal zwei Prozent.\u00ab Es komme insbesondere auf ein h\u00f6heres Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien an.<\/p>\n<p>\u00bbDer nur minimale R\u00fcckgang der Emissionen ist kein Grund zum Aufatmen\u00ab, sagte Timon Dzenius, Bundessprecher der Gr\u00fcnen Jugend dem SPIEGEL. \u00bbSp\u00fcrbare Emissionsminimierungen waren in den letzten Jahren Folge der Pandemie oder des russischen Angriffskriegs durch gestiegene Energiekosten. Dass externe Schocks mehr zum Klimaschutz beitragen als politische Ver\u00e4nderungen, zeigt die Notwendigkeit des Handelns.\u00ab<\/p>\n<p>Nach Berechnungen der Renewable Energy Directive (RED) deckten erneuerbare Energien 2022 laut UBA mit 20,4 Prozent erstmals \u00fcber ein F\u00fcnftel des gesamten Bruttoendenergieverbrauchs. Im Jahr 2021 lag der Anteil demnach noch bei 19,2 Prozent. Ma\u00dfgeblich daf\u00fcr: das starke Wachstum der erneuerbaren Energien im Stromsektor.<\/p>\n<p>FDP-Politiker setzen sich derzeit daf\u00fcr ein, die j\u00e4hrlichen Einsparziele f\u00fcr Emissionen zu streichen. In einer Analyse, die dem SPIEGEL exklusiv vorab vorlag, erkl\u00e4rten Juristinnen den Plan f\u00fcr rechtswidrig, wenn keine neuen Vorgaben geschaffen werden. Mehr dazu lesen Sie hier .<\/p>\n<p>Die Zahlen des Umweltbundesamts nach Sektoren im \u00dcberblick:<\/p>\n<h3>Energiewirtschaft<\/h3>\n<p>Im Energiesektor wurde, entgegen dem allgemeinen Trend, ein starker Anstieg der Emissionen festgestellt. Im vergangenen Jahr seien hier 10,7 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalente mehr ausgesto\u00dfen worden als noch 2021, insgesamt 256 Tonnen. Grund daf\u00fcr ist laut UBA ein vermehrter Einsatz vor allem von Stein- und Braunkohle zur Stromerzeugung im Zuge der Einsparungen von Erdgas. <strong>So konnte der Energiesektor sein Emissionsziel 2022 von 257 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent knapp einhalten<\/strong>.<\/p>\n<p>Gleichzeitig stieg aber auch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um neun Prozent gegen\u00fcber 2021 und deckt nun bereits 46,2 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs, 2021 waren es demnach noch 41,2 Prozent.<\/p>\n<h3>Verkehr<\/h3>\n<p>Auch der Verkehrssektor lag den Angaben zufolge 2022 \u00fcber den im Bundes-Klimaschutzgesetz festgelegten Jahresemissionsmengen. <strong>Hier wurden 148 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent ausgesto\u00dfen \u2013 zul\u00e4ssig gewesen w\u00e4ren 138,8 Millionen Tonnen. <\/strong><\/p>\n<p>\u00bbDer Verkehr ist der einzige Sektor, der gleichzeitig sein Ziel verfehlt und einen Emissionsanstieg gegen\u00fcber dem Vorjahr verzeichnet\u00ab, schreibt das UBA. Der Treibhausgasaussto\u00df des vergangenen Jahres lag rund 1,1 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent \u2013 oder 0,7 Prozent \u2013 \u00fcber dem Wert von 2021.<\/p>\n<p>Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten \u2060Endenergieverbrauch\u2060 blieb laut UBA mit 6,8 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Zwar stieg die Nutzung von erneuerbarem Strom im Verkehr demnach durch verst\u00e4rkte Nutzung von E-Mobilit\u00e4t um 16 Prozent deutlich an, gleichzeitig stagnierte aber der Absatz von Biokraftstoffen.<\/p>\n<p>Nachdem 2021 noch stark von der Pandemie gepr\u00e4gt war, hat der Pkw-Verkehr im vergangenen Jahr wieder leicht zugenommen \u2013 und damit auch der Kraftstoffverbrauch insgesamt. Hohe Preise wurden durch den Tankrabatt gemindert, gleichzeitig galt f\u00fcr drei Monate das 9-Euro-Ticket im \u00d6PNV. Obwohl 2022 bei den Neuzulassungen von Elektroautos ein Rekordjahr war, reicht der Zuwachs laut UBA nicht aus, um die Zunahme der Emissionen auszugleichen.<\/p>\n<h3>Geb\u00e4ude<\/h3>\n<p>Der Geb\u00e4udesektor konnte zwar seine Emissionen im Vergleich zu 2021 mindern \u2013 dennoch \u00fcberschreitet er nach UBA-Angaben, wie bereits im Jahr zuvor, die im Bundes-Klimaschutzgesetz festgeschriebene Jahresemissionsmenge. <strong>Diese lag bei 107,4 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent, ausgesto\u00dfen wurden in dem Sektor im Jahr 2022 112 Millionen Tonnen<\/strong> und damit sechs Millionen Tonnen weniger als 2021.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr die Emissionsreduzierung sind laut UBA insbesondere die gestiegenen Energiepreise, wodurch die Menschen Energie gespart h\u00e4tten. Auch das zeitweise milde Wetter h\u00e4tte Einsparungen erleichtert. Lediglich die Abs\u00e4tze von leichtem Heiz\u00f6l sind nach UBA-Angaben 2022 um rund neun Prozent gestiegen, um die Lagerbest\u00e4nde nach den geringen Heiz\u00f6lk\u00e4ufen 2021 wieder aufzuf\u00fcllen.<\/p>\n<h3>Industrie<\/h3>\n<p>Im Industriesektor sind die Emissionen 2022 deutlich gesunken: um 19 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent oder 10,4 Prozent. <strong>In dem Sektor wurden somit 164 Millionen Tonnen ausgesto\u00dfen \u2013 zul\u00e4ssig gewesen w\u00e4ren rund 177 Tonnen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen stark gestiegenen Energiekosten h\u00e4tten stark gesunkene Energieeins\u00e4tze bewirkt, hei\u00dft es vom UBA. Besonders in der Metall verarbeitenden und chemischen Industrie habe sich das gezeigt. Mit Ausnahme von Steinkohlen, deren Einsatz sich den Angaben zufolge nahezu auf dem Niveau von 2021 bewegt, sanken die Energieeins\u00e4tze fossiler Energietr\u00e4ger. Auch die Produktionszahlen sind teils r\u00fcckl\u00e4ufig, insbesondere bei den energieintensiven Industrien.<\/p>\n<h3>Landwirtschaft<\/h3>\n<p><strong>Der Landwirtschaftssektor bleibt mit 62 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent deutlich unter der f\u00fcr 2022 festgelegten Jahresemissionsmenge von 67,6 Millionen Tonnen<\/strong>, ein R\u00fcckgang um 0,9 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere ein weiterer R\u00fcckgang der Schweinezahlen und ein geringerer Einsatz von Minerald\u00fcnger h\u00e4tten dazu gef\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Abfall<\/h3>\n<p>Die Emissionen des Abfallsektors sanken gegen\u00fcber dem Vorjahr um rund 4,5 Prozent auf <strong>4,3 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalent \u2013 und bleiben erneut unter der festgelegten Jahresemissionsmenge von 8,5 Millionen Tonnen<\/strong>. Nach UBA-Angaben werde dieser Trend wesentlich durch die sinkenden Emissionen aus der Abfalldeponierung bestimmt. Hintergrund sei das Verbot der Deponierung organischer Abf\u00e4lle.<\/p>\n<p><em>Anmerkung der Redaktion: In einer fr\u00fcheren Version wurden die Emissionen des Geb\u00e4udesektors f\u00fcr das Jahr 2022 mit 122 Tonnen CO2-\u00c4quivalenten angegeben. Richtig sind 112 Tonnen. Wir haben die Stelle korrigiert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland hat zuletzt etwas weniger Treibhausgase ausgesto\u00dfen als im Vorjahr. Das geht aus Daten des Umweltbundesamts hervor. Um die Klimaziele f\u00fcr 2030 einzuhalten, reicht das allerdings bei Weitem nicht. 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