{"id":1890,"date":"2020-08-16T11:10:00","date_gmt":"2020-08-16T08:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/belarus-lukaschenko-schickt-staatsbedienstete-auf-die-strase\/"},"modified":"2020-08-16T11:10:00","modified_gmt":"2020-08-16T08:10:00","slug":"belarus-lukaschenko-schickt-staatsbedienstete-auf-die-strase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/belarus-lukaschenko-schickt-staatsbedienstete-auf-die-strase\/","title":{"rendered":"Belarus: Lukaschenko schickt Staatsbedienstete auf die Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/2473ef24-19d6-4503-bd38-0708fd5a43a3_w948_r1.77_fpx54.26_fpy49.99.jpg\" title=\"Europas &quot;letzter Diktator&quot; und angeblich mit gro\u00dfer Mehrheit wiedergew\u00e4hlter Pr\u00e4sident von Belarus: Alexander Lukaschenko\" alt=\"Europas &quot;letzter Diktator&quot; und angeblich mit gro\u00dfer Mehrheit wiedergew\u00e4hlter Pr\u00e4sident von Belarus: Alexander Lukaschenko\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Europas &quot;letzter Diktator&quot; und angeblich mit gro\u00dfer Mehrheit wiedergew\u00e4hlter Pr\u00e4sident von Belarus: Alexander Lukaschenko<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Andrei Stasevich \/ imago images\/ITAR-TASS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Angesichts neuer Massenproteste organisiert der belarussische Staatsapparat an diesem Sonntag erstmals Unterst\u00fctzungskundgebungen f\u00fcr den amtierenden Pr\u00e4sidenten Alexander Lukaschenko. Medien berichteten, dass aus vielen Teilen des Landes Staatsbedienstete gedr\u00e4ngt w\u00fcrden, in der Hauptstadt Minsk an den Demonstrationen f\u00fcr Lukaschenko teilzunehmen. Die Kundgebung soll ein anderes Bild vermitteln als die landesweiten Proteste emp\u00f6rter B\u00fcrger, die nicht an einen Wahlsieg Lukaschenkos glauben. Als Reaktion auf den Protestaufruf drohten Journalisten des Staatsfernsehens mit Streik.<\/p>\n<p>Der seit 26 Jahren mit harter Hand regierende Lukaschenko hatte sich bei seiner inzwischen sechsten Wahl mit gut 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erkl\u00e4ren lassen. Seine Gegner, die im ganzen Land demonstrieren, fragen seit Tagen, wo diese 80 Prozent seien und warum niemand f\u00fcr Lukaschenko auf die Stra\u00dfe gehe.<\/p>\n<p>Die Opposition wiederum erwartet am Sonntag Zehntausende Menschen allein im Zentrum der Hauptstadt. Auch in anderen St\u00e4dten sind den achten Tag in Folge neue Aktionen geplant.<\/p>\n<p>Gegen Mittag wird in der Stadt Gomel ein zweites Todesopfer zu Grabe getragen. Die Mutter des 25-J\u00e4hrigen macht die Sicherheitskr\u00e4fte f\u00fcr den Tod ihres Sohnes verantwortlich. Der junge Mann, der eine Herzkrankheit gehabt habe, sei am Wahlsonntag willk\u00fcrlich festgenommen worden und in Polizeigewahrsam gestorben. Die Polizei best\u00e4tigte dies erst am Mittwoch und teilte mit, dass die Gerichtsmedizin die Todesursache kl\u00e4ren m\u00fcsse.<\/p>\n<h3>Botschafter solidarisiert sich mit Oppositionskandidatin<\/h3>\n<p>Der als &quot;letzter Diktator Europas&quot; kritisierte Lukaschenko zeigt sich bisher weitgehend unbeeindruckt von den Protesten. Er lehnt einen Dialog mit der Opposition oder eine Vermittlung aus dem Ausland ab. Den Sieg bei der Wahl beansprucht die 37-j\u00e4hrige Swetlana Tichanowskaja f\u00fcr sich. Ihre Unterst\u00fctzer fordern einen R\u00fccktritt Lukaschenkos sowie die Freilassung aller Gefangenen und Neuwahlen.<\/p>\n<p>Am Sonntag schlug sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auch der belarussische Botschafter in der Slowakei auf die Seite der parteilosen Oppositionskandidatin.<\/p>\n<p>Der 65-j\u00e4hrige Lukaschenko stellt die Demonstranten als vom Ausland manipuliert und bezahlt dar. Er bezeichnete sie mehrfach als Menschen mit krimineller Vergangenheit, Drogenkonsumenten und Arbeitslose. Danach gingen auch Arbeitskollektive in vielen Staatsbetrieben in den Streik.<\/p>\n<p>Lukaschenko spricht immer wieder auch von einer Gefahr aus dem Ausland, ohne Details zu nennen. Zuletzt hatte er Kremlchef Wladimir Putin in einem Telefonat um Hilfe gebeten und diese angeblich auch versprochen bekommen. Staatsmedien korrigierten am Samstagabend jedoch Darstellungen, wonach Russland milit\u00e4risch einschreiten k\u00f6nnte. In einer Mitteilung des Kreml war keine Rede von irgendeiner Hilfe in der jetzigen Situation.<\/p>\n<h3>Russische Milit\u00e4rintervention unwahrscheinlich<\/h3>\n<p>Der belarussische Analyst Artjom Schraibman h\u00e4lt eine russische Milit\u00e4rintervention zur Unterst\u00fctzung Lukaschenkos f\u00fcr \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich. &quot;Russland rettet keine st\u00fcrzenden Regimes mit Streitkr\u00e4ften&quot;, teilte er mit. M\u00f6glich sei, dass ein Pr\u00e4sident herausgeholt werde aus dem Land. &quot;Aber ein Regime retten, das keine Basis an Unterst\u00fctzern mehr hat &#8211; Nein.&quot; Schraibman meinte auch, Russland sei schon jetzt wegen des Ukraine-Konflikts mit Sanktionen belegt und habe kein Interesse an einer weiteren Eskalation auf internationaler B\u00fchne.<\/p>\n<p>Ebenfalls am Samstagabend ordnete Lukaschenko die Verlegung von Fallschirmj\u00e4gern nach Grodno im Westen des Landes an. In der Region sei die Lage gespannt, sagte er bei einer vom Staatsfernsehen \u00fcbertragenen Sitzung des Generalstabs. Lukaschenko wies zudem das Verteidigungs- und das Innenministerium sowie den Geheimdienst KGB an, keine &quot;ungesetzlichen Aktionen&quot; im Land zuzulassen. Konkret planten seine Gegner eine Menschenkette vom EU-Land Litauen durch Belarus in die Ukraine. Diese Solidarit\u00e4tsaktion f\u00fcr die Proteste will der Staatsapparat verhindern.<\/p>\n<p>Wegen der anhaltenden Polizeigewalt hatte die Europ\u00e4ische Union am Freitag neue Sanktionen gegen Unterst\u00fctzer Lukaschenkos auf den Weg gebracht. Es soll auch Strafma\u00dfnahmen gegen Personen geben, die f\u00fcr eine F\u00e4lschung der Pr\u00e4sidentenwahl verantwortlich gemacht werden.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Europas &quot;letzter Diktator&quot; und angeblich mit gro\u00dfer Mehrheit wiedergew\u00e4hlter Pr\u00e4sident von Belarus: Alexander Lukaschenko Foto:\u2002Andrei Stasevich \/ imago images\/ITAR-TASS Angesichts neuer Massenproteste organisiert der belarussische Staatsapparat an diesem Sonntag erstmals Unterst\u00fctzungskundgebungen f\u00fcr den amtierenden Pr\u00e4sidenten Alexander Lukaschenko. 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