{"id":18824,"date":"2023-03-10T08:48:54","date_gmt":"2023-03-10T05:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-massaker-in-hamburg-demo-in-uphal-letzte-generation-burgermeister\/"},"modified":"2023-03-10T08:48:54","modified_gmt":"2023-03-10T05:48:54","slug":"news-massaker-in-hamburg-demo-in-uphal-letzte-generation-burgermeister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-massaker-in-hamburg-demo-in-uphal-letzte-generation-burgermeister\/","title":{"rendered":"News: Massaker in Hamburg, Demo in Uphal, Letzte Generation, B\u00fcrgermeister"},"content":{"rendered":"<h3>Warum???<\/h3>\n<p class=\"caps\">Bei einer Nachricht wie der von gestern Abend steht, so f\u00fchlt es sich f\u00fcr mich an, f\u00fcr einen Augenblick die Welt still. Mehrere Menschen haben binnen Sekunden ihr Leben verloren. Viele andere sind schwer verletzt. Von einem <strong>Blutbad <\/strong>im <strong>Hamburger Stadtteil Gro\u00df Borstel <\/strong>ist die Rede. In einem Veranstaltungsraum der Zeugen Jehovas fielen gegen 21 Uhr die t\u00f6dlichen Sch\u00fcsse.<\/p>\n<p>Wer steckt hinter diesem Massaker mitten in Deutschland? Und warum bei den Zeugen Jehovas? Diesen Fragen werden die Beh\u00f6rden in den n\u00e4chsten Stunden und Tagen nachgehen. F\u00fcr den Moment bleibt nur <strong>Fassungslosigkeit <\/strong>und <strong>Trauer<\/strong>.<\/p>\n<p>Als im Jahr 2015 ein rechtsradikaler Attent\u00e4ter in seinem kranken Hass mehrere Schwarze erschoss, die in einer Kirche an einer Gebetsstunde teilnahmen, reiste ich an den Ort des Geschehens, nach Charleston in South Carolina. Was ich dort sah, war einerseits sehr traurig. Aber ich erlebte auch, wie die Menschen in diesem Ort sich gegenseitig Trost gaben, wie sie zusammenhielten. Die Gemeinde wirkte wie eine Insel der Menschlichkeit in einem Meer der Menschenfeindlichkeit.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass die Menschen in Gro\u00df Borstel die kommenden Tage der Trauer \u00e4hnlich erleben werden.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>T\u00f6dliche Sch\u00fcsse auf Zeugen Jehovas: Was \u00fcber die Bluttat von Hamburg bekannt ist                                       <\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>\u00c4rger in Upahl<\/strong><\/h3>\n<p>In Grevesm\u00fchlen im <strong>Landkreis Nordwestmecklenburg <\/strong>soll heute Abend demonstriert werde. Grund ist der geplante Bau eines <strong>Containerdorfes<\/strong>, in dem bis zu <strong>400 Fl\u00fcchtlinge <\/strong>eine Unterkunft finden sollten. Das Dorf <strong>Upahl<\/strong>, auf dessen Grund die Container errichtet werden sollen, hat allerdings selbst nur 500 Einwohner. Ich glaube, man ist nicht gleich rechtsradikal, wenn man bei diesen Gr\u00f6\u00dfenordnungen und Zahlenverh\u00e4ltnissen von einer ungl\u00fccklichen Kombination spricht.<\/p>\n<p>Die Stimmung vor Ort ist bis heute \u00e4u\u00dferst gereizt. Das Motto der heutigen Demo klingt jedenfalls so, als h\u00e4tte Bj\u00f6rn H\u00f6cke es sich ausgedacht. <em>\u00abUpahl muss sich wehren, heute<\/em> <em>wir, morgen ihr!\u00bb <\/em>Zugleich ist f\u00fcr heute aber auch eine weitere Kundgebung fu\u0308r Solidarit\u00e4t und Toleranz angeku\u0308ndigt.<\/p>\n<p>Zu einem <strong>verantwortungsvollen politischen Handeln<\/strong>, das auch den gesellschaftlichen Frieden im Visier hat, h\u00e4tte geh\u00f6rt, diesen Konflikt vorauszusehen. Dann h\u00e4tte man einen anderen Standort f\u00fcr die Unterkunft gesucht, in dem die Zahlen von alten und neuen Bewohnern in einem anderen Verh\u00e4ltnis zueinander stehen. Einen Ort mit geeigneterer Infrastruktur f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen. Und man h\u00e4tte fr\u00fchzeitig den Kontakt zu B\u00fcrgermeistern und anderen Vertretern der Gemeinde gesucht.<\/p>\n<p>Vergangenen Freitag hat das Verwaltungsgericht Schwerin den bereits begonnenen Bau der Container-Unterk\u00fcnfte \u00fcbrigens in einer Eilentscheidung gestoppt. Die Begr\u00fcndung war \u00e4u\u00dferst deutsch: Es brauche eine Baugenehmigung. Aber der Beschluss ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Einrichtung f\u00fcr 400 Personen geplant: Gericht stoppt Bau einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft in Upahl<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Hassfreies Reden<\/h3>\n<p>Ich hatte gestern das Gl\u00fcck, Zeuge eines Streitgespr\u00e4chs zu werden, das ich als echte Bereicherung f\u00fcr unseren demokratischen Diskurs empfand. Eingeladen zum SPIEGEL-Spitzengespr\u00e4ch waren die Aktivistin und Sprecherin der auch als \u00bbKlimakleber\u00ab bekannten \u00bb<strong>Letzten Generation<\/strong>\u00ab: <strong>Aim\u00e9e van Baalen<\/strong>. Und <strong>FDP-Fraktionsvize Konstantin Kuhle<\/strong>.<\/p>\n<p>Viel weiter entfernt k\u00f6nnen zwei politisch aktive Menschen kaum voneinander sein. Der eine sitzt im Bundestag, die andere oft auf der Stra\u00dfe (oder im Knast). Die eine glaubt, dass die Welt untergeht, wenn in den n\u00e4chsten vier bis f\u00fcnf Jahren nicht revolution\u00e4r drastische Schritte im Kampf gegen den Klimawandel unternommen werden. Der andere vertritt eine Partei, die sich mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen gegen das Tempolimit wehrt und f\u00fcr das \u00dcberleben des Verbrennermotors k\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Und trotzdem gingen die beiden h\u00f6flich und respektvoll miteinander um, versuchten, ihr Gegen\u00fcber zu verstehen, lie\u00dfen (meistens) ausreden, waren bem\u00fcht, trotz aller Differenzen Verbindendes zu suchen. Ich sa\u00df ihnen gegen\u00fcber und dachte mir: Wenn Menschen aus verschiedenen politischen Lagern \u00f6fter so miteinander umgingen, w\u00e4re unsere Gesellschaft weniger hassvergiftet.<\/p>\n<p>Wenn Sie sich selbst ein Bild machen m\u00f6chten:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Talk \u00fcber Klimaaktivisten: \u00bbEine Protestform, die 80 Prozent der Menschen anwidert\u00ab<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Hier geht&#039;s zum aktuellen Tagesquiz<\/h3>\n<p>Wo fand 1985 das todesreichste Ungl\u00fcck mit nur einem beteiligten Flugzeug statt?<\/p>\n<h3>Verlierer des Tages\u2026<\/h3>\n<p>\u2026 sind einige <strong>B\u00fcrgermeister in Deutschland<\/strong> \u2013 zumindest wenn es nach besagtem FDP-Politiker Kuhle geht. Manch ein B\u00fcrgermeister hatte zuletzt Absprachen mit Vertretern der \u00bbLetzten Generation\u00ab getroffen. Tats\u00e4chlich bieten die Aktivisten den Kommunen an, die Proteste auf deren Stra\u00dfen einzustellen, wenn sie im Gegenzug ihre drei Forderungen unterst\u00fctzen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>ein generelles Tempolimit auf Autobahnen<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>die Einf\u00fchrung eines bundesweiten 9-Euro Tickets<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>und die Gr\u00fcndung eines Gesellschaftsrats aus zugelosten B\u00fcrgern<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die ersten B\u00fcrgermeister sind auf den Deal bereits eingegangen, in Marburg, T\u00fcbingen oder Hannover. L\u00e4sst man sich dort also erpressen? Nein, sagt der Marburger Oberb\u00fcrgermeister Thomas Spies (SPD). \u00bbIch finde, meine erste Pflicht ist, daf\u00fcr zu sorgen, dass in meiner Stadt Recht und Gesetz umgesetzt werden kann. Genau das habe ich damit geschafft.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIch finde, da werden B\u00fcrgermeister ihrem Amt nicht gerecht\u00ab, kritisiert FDP-Fraktionsvize Kuhle. B\u00fcrgermeister seien daf\u00fcr verantwortlich, die \u00f6ffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Wenn man jemandem, der die \u00f6ffentliche Ordnung maximal st\u00f6re, zu hundert Prozent Recht gebe, sei das \u00bbeine Verhandlung mit Menschen, die einfach die \u00d6ffentlichkeit erpressen. Und das geht nicht.\u00ab<\/p>\n<h3>Die j\u00fcngsten Meldungen aus der Nacht<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Drogenkartell \u00fcbergibt mutma\u00dfliche M\u00f6rder von US-B\u00fcrgern \u2013 mit Entschuldigungsschreiben: <\/strong>Vier US-B\u00fcrger waren in Mexiko entf\u00fchrt und zwei von ihnen get\u00f6tet worden: Nun wurden am Ort des Kidnappings f\u00fcnf gefesselte, m\u00f6gliche T\u00e4ter gefunden. Offenbar hatte ein Kartell sie dort platziert.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Georgien l\u00e4sst Gefangene wieder frei: <\/strong>132 Menschen sind wieder auf freiem Fu\u00df, die zuvor gegen ein von der georgischen Regierung geplantes Gesetz zu \u00bbausl\u00e4ndischen Agenten\u00ab protestiert hatten. Unter dem Druck werde das Projekt nun zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Die letzte Wei\u00dfe Rose: <\/strong>Traute Lafrenz trug die Botschaft der Wei\u00dfen Rose von M\u00fcnchen nach Hamburg, sie war eine Emiss\u00e4rin des Widerstands gegen das NS-Regime. Jetzt ist sie im Alter von 103 Jahren gestorben.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die SPIEGEL+-Empfehlungen f\u00fcr heute<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Das Versprechen: Gr\u00fcn pur, ohne Kompromisse: <\/strong>Nur 53 Stimmen mehr, und die Gr\u00fcnen h\u00e4tten in der Hauptstadt theoretisch die Regierende B\u00fcrgermeisterin stellen k\u00f6nnen. Doch Tausende Berliner w\u00e4hlten lieber die Klimaliste. <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Unter einem Dach mit Gazprom: <\/strong>Der Christdemokrat Friedbert Pfl\u00fcger wurde von Nord Stream 2 bezahlt und flankierte den Pipelinebau mit Studien. Nun holt ihn seine N\u00e4he zum russischen Gaskonzern ein. <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Wie viel sind geleakte Kundendaten wert? <\/strong>Steht Betroffenen von Dateneinbr\u00fcchen eine Entsch\u00e4digung von 300 Euro, 5000 Euro \u2013 oder gar nichts zu? Deutsche Gerichte sind sich uneins, unter Kl\u00e4geranw\u00e4lten entwickelt sich ein regelrechter Goldrausch. <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Das Leben ist ein Schleudergang: <\/strong>Das Fantasy-Spektakel \u00bbEverything Everywhere All at Once\u00ab geht mit elf Nominierungen ins Oscar-Rennen \u2013 kein Film hat in diesem Jahr mehr. Das wilde Werk des Regieduos Daniel Kwan und Daniel Scheinert hat eine erstaunliche Erfolgsgeschichte. <\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen einen guten Freitag, trotz alledem.<\/p>\n<p><em>Ihr Markus Feldenkirchen, Autor im SPIEGEL-Hauptstadtb\u00fcro<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum??? Bei einer Nachricht wie der von gestern Abend steht, so f\u00fchlt es sich f\u00fcr mich an, f\u00fcr einen Augenblick die Welt still. 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