{"id":18782,"date":"2023-03-08T13:26:40","date_gmt":"2023-03-08T10:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/frauenrechte-in-afghanistan-ein-fotograf-portratiert-den-alltag-von-sportlerinnen-unter-den-taliban\/"},"modified":"2023-03-08T13:26:40","modified_gmt":"2023-03-08T10:26:40","slug":"frauenrechte-in-afghanistan-ein-fotograf-portratiert-den-alltag-von-sportlerinnen-unter-den-taliban","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/frauenrechte-in-afghanistan-ein-fotograf-portratiert-den-alltag-von-sportlerinnen-unter-den-taliban\/","title":{"rendered":"Frauenrechte in Afghanistan: Ein Fotograf portr\u00e4tiert den Alltag von Sportlerinnen unter den Taliban"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Der Fotograf Ebrahim Noroozi reist durch Afghanistan, mit der Frage: Wie sieht das Leben f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen unter den Taliban aus? Er hat Sportlerinnen portr\u00e4tiert, die keine mehr sein d\u00fcrfen.  <\/p>\n<p>Die Taliban verbieten Frauen und M\u00e4dchen in Afghanistan<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>zu studieren,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>in einen Park zu gehen,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>im Sportcenter zu trainieren,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>den Zugang zu Freizeitparks in Kabul,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>f\u00fcr Hilfsorganisationen zu arbeiten (au\u00dfer im Gesundheitssektor),<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>ohne Hidschab oder Burka das Haus zu verlassen,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>ohne Hidschab im Auto mitzufahren,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>eine Schule zu besuchen,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Krankenh\u00e4user und Arbeitsst\u00e4tten gemeinsam mit M\u00e4nnern                                        zu betreten,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>teilweise, als Schauspielerinnen in Filmen und Serien vorzukommen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Seit die Taliban im August 2021 zur\u00fcck an der Macht sind, haben sie Frauen St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck aus dem \u00f6ffentlichen Leben gedr\u00e4ngt, ihnen die M\u00f6glichkeit auf Arbeit, Freizeit, Bildung, Teilhabe genommen. Die Islamisten f\u00fcgen Frauen und M\u00e4dchen massiven Schaden zu, f\u00fcr den Moment und langfristig: M\u00e4dchen und Frauen wachsen fern von Schule und Weiterbildung auf, und ja, nat\u00fcrlich auch: fernab von dem, was Freude macht.<\/p>\n<p>Der iranische Fotograf Ebrahim Noroozi besuchte das Land im September vergangenen Jahres, um den neuen, erzwungenen Alltag der Afghaninnen zu dokumentieren. Er sagt: \u00bbDen Frauen hat man alles genommen. Tag f\u00fcr Tag werden sie weiter in ihren Rechten eingeschr\u00e4nkt, sie sind fast nur noch zu Hause. Es ist bitter und schmerzhaft anzusehen.\u00ab<\/p>\n<p>Um dieses Leid zu zeigen, nutzte Noroozi die Inszenierung als Mittel. Er portr\u00e4tiert in einer Serie ehemalige afghanische Sportlerinnen, die nun ihren Sport nicht mehr aus\u00fcben d\u00fcrfen, mit ihren Sportger\u00e4ten. Alle Athletinnen tragen eine Burka, um anonym zu bleiben, da sie Repressalien der Taliban f\u00fcrchten. Aber auch, weil einige von ihnen ihren Sport weiterhin im Geheimen aus\u00fcben. Auch vor der \u00dcbernahme der Taliban h\u00e4tten M\u00e4dchen und Frauen oft k\u00e4mpfen m\u00fcssen, um Fu\u00dfball spielen, laufen, Rad fahren, boxen, skateboarden zu d\u00fcrfen, berichtet Noroozi. Nun sind solche Aktivit\u00e4ten unm\u00f6glich geworden.<\/p>\n<p>Es sei schwierig gewesen, Protagonistinnen f\u00fcr seine Serie zu finden. Dort, wo Sport stattfindet, in den Hallen, auf den Hartbahnen, den Trainingsgel\u00e4nden der Hauptstadt Kabul sind Frauen nicht mehr geduldet. \u00bbIch habe lange nach Sportlerinnen gesucht. Und noch schwieriger war es, sie zu \u00fcberzeugen, mitzumachen. Alle sind voll Angst.\u00ab<\/p>\n<h3><strong>Diese Frauen haben sich getraut:<\/strong><\/h3>\n<p>Frau mit Fahrrad in Kabul: \u00bbDie M\u00e4dchen und Frauen, die ich traf, sind total entt\u00e4uscht. Ihre Tr\u00e4ume und Ziele sind dahin\u00ab, sagt der Fotograf Ebrahim Noroozi.<\/p>\n<p>Eine Boxerin posiert f\u00fcr das Foto. Noroozi erz\u00e4hlt: \u00bbEin M\u00e4dchen war fr\u00fcher in der Nationalmannschaft. Jetzt sucht sie einen neuen Job: W\u00e4sche waschen, die H\u00e4user der Leute putzen \u2013 sie w\u00fcrde alles machen, um ein Einkommen zu haben, damit sie ihre Familie und ihre j\u00fcngeren Geschwister unterst\u00fctzen und ihnen Essen kochen kann. Die Not in den meisten Familien ist gro\u00df.\u00ab<\/p>\n<p>Diese Frauenfu\u00dfballmannschaft musste sich schon vor der R\u00fcckkehr der Taliban ihr Recht auf den Sport hart erk\u00e4mpfen. Schlie\u00dflich schafften sie es, trainierten viel. Inzwischen ist ihnen der Zutritt zu Sportst\u00e4tten verboten. Kicken und ein Team sein, das gemeinsam f\u00fcr etwas k\u00e4mpft und etwas schafft, d\u00fcrfen sie nicht mehr.<\/p>\n<p>Das Sportverbot raubt Afghaninnen viel mehr als nur die k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t. Es wirkt sich negativ auf die physische und mentale Gesundheit der M\u00e4dchen und Frauen aus. Verhindert, Freundinnen zu finden oder wiederzutreffen. Und zu sp\u00fcren, was sie zu lernen imstande sind.<\/p>\n<p>Taekwondo in Kabul? Unm\u00f6glich. Manche M\u00e4dchen, so Ebrahim Noroozi, trainierten heimlich zu Hause weiter.<\/p>\n<p>Auch Skateboarden durch die Stra\u00dfen Kabuls ist gegenw\u00e4rtig nicht mehr m\u00f6glich. Noroozi sagt: \u00bbDer Vater einer Sportlerin erz\u00e4hlte mir, dass sich seine Tochter, nachdem ihr der Sport verboten worden war, zwei Monate lang in ihrem Zimmer verschanzte und die ganze Zeit weinte. Er habe sie kaum \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, \u00fcberhaupt noch vor die T\u00fcr zu treten und am Leben teilzunehmen.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fotograf Ebrahim Noroozi reist durch Afghanistan, mit der Frage: Wie sieht das Leben f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen unter den Taliban aus? 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