{"id":18774,"date":"2023-03-08T05:16:07","date_gmt":"2023-03-08T02:16:07","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/nord-stream-sabotage-indizien-deuten-auf-tat-proukrainischer-gruppe-hin\/"},"modified":"2023-03-08T05:16:07","modified_gmt":"2023-03-08T02:16:07","slug":"nord-stream-sabotage-indizien-deuten-auf-tat-proukrainischer-gruppe-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/nord-stream-sabotage-indizien-deuten-auf-tat-proukrainischer-gruppe-hin\/","title":{"rendered":"Nord-Stream-Sabotage: Indizien deuten auf Tat proukrainischer Gruppe hin"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wer steckt hinter dem Anschlag auf die Ostseepipelines? Laut \u00bbNew York Times\u00ab und mehreren deutschen Medien verdichten sich Hinweise, Unterst\u00fctzer Kiews k\u00f6nnten f\u00fcr die Aktion verantwortlich sein. Auch zum Ablauf gibt es neue Details.  <\/p>\n<p>US-Ermittler haben bei ihren Untersuchungen zum Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee wom\u00f6glich neue Hinweise auf die Drahtzieher erlangt. Wie die \u00bbNew York Times            \u00ab berichtet, k\u00f6nnte demnach eine proukrainische Gruppe hinter den Explosionen vom 26. September stecken.<\/p>\n<p>Wie die Zeitung unter Berufung auf anonyme US-Offizielle berichtet, gibt es demnach keine Beweise daf\u00fcr, dass die ukrainische F\u00fchrung um Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj \u00fcber die Tat informiert gewesen sei oder sie gar in Auftrag gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Auch ein Rechercheverbund des ARD-Hauptstadtstudios, des ARD-Politikmagazins Kontraste, des SWR und der \u00bbZeit \u00ab berichtet unter Berufung auf deutsche Ermittlerkreise, dass inzwischen weitgehend rekonstruiert werden konnte, wie und wann der Sprengstoffanschlag vorbereitet wurde. Die Spuren f\u00fchren demnach in die Ukraine. Beweise daf\u00fcr, wer die Attacke in Auftrag gegeben hat, fehlen demnach aber weiter.<\/p>\n<h3>Sechsk\u00f6pfiges Team soll Aktion durchgef\u00fchrt haben<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p>Dem \u00bbZeit\u00ab-Bericht zufolge sei etwa eine Jacht identifiziert worden, die mutma\u00dflich f\u00fcr die Geheimoperation verwendet wurde. Das Boot soll demnach von einer Firma mit Sitz in Polen angemietet worden sei, die offenbar zwei Ukrainern geh\u00f6rt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Hinter dem Anschlag steckte demnach ein Team aus sechs Personen: f\u00fcnf M\u00e4nner und eine Frau. Laut \u00bbZeit\u00ab bestand die Crew aus einem Kapit\u00e4n, zwei Tauchern, zwei Tauchassistenten und einer \u00c4rztin, die den Sprengstoff zu den Tatorten transportiert und dort platziert haben sollen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Nationalit\u00e4t der T\u00e4ter ist demnach unklar, offenbar wurden gef\u00e4lschte Reisep\u00e4sse eingesetzt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Teilnehmer sollen dem Bericht zufolge am 6. September 2022 von Rostock aus in See gestochen sein. Die Ausr\u00fcstung f\u00fcr die Geheimoperation sei vorher mit einem Lieferwagen in den Hafen transportiert worden, hei\u00dft es.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Spuren von Sprengstoff h\u00e4tten die Ermittler sp\u00e4ter etwa an einem Tisch im Inneren der Jacht nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Laut dem Bericht von ARD, Kontraste, SWR und \u00bbZeit\u00ab soll ein westlicher Geheimdienst bereits im Herbst, also kurz nach der Zerst\u00f6rung, einen Hinweis an europ\u00e4ische Partnerdienste \u00fcbermittelt haben, wonach ein ukrainisches Kommando f\u00fcr die Zerst\u00f6rung verantwortlich sei. Danach soll es weitere geheimdienstliche Hinweise gegeben haben, die darauf hindeuteten, dass eine proukrainische Gruppe verantwortlich sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>USA weisen jegliche Beteiligung zur\u00fcck<\/h3>\n<p>Die Ukraine und ihre Verb\u00fcndeten, darunter auch die USA selbst, waren in der Vergangenheit bezichtigt worden, den Anschlag ver\u00fcbt zu haben, um Russland zu schw\u00e4chen. Belege f\u00fcr diese Darstellung gibt es jedoch nicht. Kiew bestreitet eine Verwicklung in die Attacke, die US-Regierung wies eine angebliche Enth\u00fcllungsstory \u00fcber eine Drahtzieherschaft durch den Journalisten Seymour Hersh zuletzt ebenfalls zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In Sicherheitskreisen wurde auch immer wieder die M\u00f6glichkeit einer sogenannten False Flag-Operation diskutiert. Demnach w\u00fcrden etwa bewusst Spuren gelegt, die ein bestimmtes Land als Verursacher erscheinen lassen sollen. Darauf, dass die Ukraine mit einem solchen Szenario bewusst h\u00e4tte diskreditiert werden sollen, gibt es laut \u00bbZeit\u00ab jedoch keine Hinweise.<\/p>\n<p>Auch laut \u00bbNew York Times\u00ab bleibt die konkrete Urheberschaft des Angriffs mit den durch die USA zusammengetragenen Informationen weiter offen. Dem Bericht zufolge soll es sich bei den T\u00e4tern um eine Gruppierung handeln, die gegen den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin agiere. Es handele sich jedoch entweder um russische oder ukrainische Akteure, die f\u00fcr die Tat verantwortlich seien. US-amerikanische oder britische Staatsb\u00fcrger seien den Informationen zufolge nicht an der Aktion beteiligt gewesen. Auch Russland bestreitet, f\u00fcr die Lecks verantwortlich zu sein.<\/p>\n<p>Zur Anzahl der Personen in der Gruppe und den Auftraggebern machten die US-Ermittler der Zeitung zufolge keine Angaben. Auch \u00fcber die Herkunft der Informationen und zur Stichhaltigkeit der Indizien gab es keine Details. Eine abschlie\u00dfende Bewertung sei weiter nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Wom\u00f6glich doch kein staatlicher Auftraggeber?<\/h3>\n<p>Den von der Zeitung zitierten Quellen zufolge wurden die Sprengs\u00e4tze an den Pipelines vermutlich durch erfahrene Taucher angebracht, die wohl nicht f\u00fcr das Milit\u00e4r oder Geheimdienste gearbeitet h\u00e4tten. Es sei jedoch m\u00f6glich, dass die T\u00e4ter in der Vergangenheit Spezialtrainings erhalten h\u00e4tten. Auch in US-Sicherheitskreisen besteht laut \u00bbNew York Times\u00ab Uneinigkeit dar\u00fcber, wie mit den sp\u00e4rlichen neuen Informationen umzugehen ist.<\/p>\n<p>Die CIA kommentierte die neuen Erkenntnisse nicht. Ein Sprecher des Wei\u00dfen Hauses verwies auf die von europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden und Geheimdiensten durchgef\u00fchrten eigenen Ermittlungen. Der Generalbundesanwalt (GBA) wollte sich auf Anfrage zu dem Bericht der \u00bbNew York Times\u00ab nicht \u00e4u\u00dfern. Auch der Bundesnachrichtendienst kommentierte den Bericht nicht, ein Sprecher verwies ebenfalls auf den GBA.<\/p>\n<h3>Deutschland, Schweden und D\u00e4nemark informierten Uno-Sicherheitsrat<\/h3>\n<p>Die Bundesregierung teilte auf Anfrage mit, man habe den Zeitungsbericht zur Kenntnis genommen. Deutschland, Schweden und D\u00e4nemark h\u00e4tten zudem \u00bbvor wenigen Tagen\u00ab den Uno-Sicherheitsrat dar\u00fcber informiert, dass die Untersuchungen zu dem Vorfall laufen, es aber noch kein Ergebnis gebe.<\/p>\n<p>Bei der so genannten Energieversorgungssicherheitslage im Kanzleramt \u2013 eingerichtet nach Beginn des Krieges in der Ukraine \u2013 waren nach SPIEGEL-Informationen die Nordstream-Erkenntnisse trotz R\u00fcckfrage von Kanzler Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Robert Habeck kein Thema. Nachrichtendienste behaupteten, es g\u00e4be keine neuen Informationen.<\/p>\n<p>Die insgesamt vier Lecks waren nach Explosionen in der N\u00e4he der Ostseeinsel Bornholm entdeckt worden, jeweils zwei davon in den ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszonen D\u00e4nemarks und Schwedens. Bereits kurz nach Entdeckung der Lecks war vermutet worden, dass Sabotage dahintersteckt und sie durch vors\u00e4tzlich herbeigef\u00fchrte Detonationen verursacht wurden.<\/p>\n<p>Im vergangenen November hatte dann die schwedische Staatsanwaltschaft Sabotage als Ursache f\u00fcr die Pipeline-Explosionen best\u00e4tigt. Analysen hatten damals Sprengstoffspuren an mehreren entdeckten Fremdk\u00f6rpern gezeigt. Durch die Pipeline Nord Stream 1 hatte Russland bis zum Lieferstopp Gas aus Sibirien nach Deutschland und in weitere europ\u00e4ische L\u00e4nder gepumpt. Nord Stream 2 wurde wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine nie in Betrieb genommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer steckt hinter dem Anschlag auf die Ostseepipelines? Laut \u00bbNew York Times\u00ab und mehreren deutschen Medien verdichten sich Hinweise, Unterst\u00fctzer Kiews k\u00f6nnten f\u00fcr die Aktion verantwortlich sein. 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