{"id":1874,"date":"2020-08-15T16:42:28","date_gmt":"2020-08-15T13:42:28","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-muss-das-lincoln-project-furchten-angriff-aus-den-eigenen-reihen\/"},"modified":"2020-08-15T16:42:28","modified_gmt":"2020-08-15T13:42:28","slug":"donald-trump-muss-das-lincoln-project-furchten-angriff-aus-den-eigenen-reihen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-muss-das-lincoln-project-furchten-angriff-aus-den-eigenen-reihen\/","title":{"rendered":"Donald Trump muss das Lincoln Project f\u00fcrchten: Angriff aus den eigenen Reihen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9c04573b-4f9f-4ae7-ab28-a907d626e0bc_w948_r1.77_fpx41.46_fpy45.jpg\" title=\"US-Pr\u00e4sident Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Tulsa, Oklahoma, im Juni\" alt=\"US-Pr\u00e4sident Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Tulsa, Oklahoma, im Juni\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>US-Pr\u00e4sident Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Tulsa, Oklahoma, im Juni<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Leah Millis\/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Video zeigt mit T\u00fcchern bedeckte Leichen, aufgegebene Stadtviertel, leere Einkaufsstra\u00dfen. Das Ganze ist mit d\u00fcsterer Musik unterlegt. &quot;Amerika trauert&quot;, sagt eine sonore M\u00e4nnerstimme. &quot;Unter der F\u00fchrung von Donald Trump ist unser Land schw\u00e4cher und kr\u00e4nker und \u00e4rmer.&quot;<\/p>\n<p>Das Video stammt vom Lincoln Projekt, einer Gruppe fr\u00fcherer republikanischer Strategen und Berater. Manche der Gr\u00fcnder des Projekts sind noch in der Partei, andere haben sie nach der Wahl Trumps vor vier Jahren verlassen. Sie eint ein gro\u00dfes Ziel: Donald Trumps Wiederwahl zu verhindern.<\/p>\n<p>Die Reaktion des Pr\u00e4sidenten auf das Video l\u00e4sst vermuten, dass er seine Widersacher ernst nimmt. &quot;Das sind alles Loser&quot;, sch\u00e4umte er auf Twitter. &quot;Das Lincoln Project ist eine Schande.&quot; Deutlicher h\u00e4tte er nicht demonstrieren k\u00f6nnen, dass ihn das Video getroffen hat.<\/p>\n<h3>&quot;Wir wissen, wie Trump tickt&quot;<\/h3>\n<p>&quot;Wir wissen, wie Trump tickt&quot;, sagt Steve Schmidt, Wahlkampfmanager des fr\u00fcheren republikanischen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten John McCain und einer der Gr\u00fcnder des Projekts. &quot;Wir wissen, wie man ihn auf die Palme bringt.&quot;<\/p>\n<p>Lange wurden Trumps Gegner unter den Republikanern, die sogenannten Never Trumper, nur bel\u00e4chelt. Selbst die prominentesten unter ihnen, wie der fr\u00fchere Gouverneur von Ohio, John Kasich, oder ehemalige Au\u00dfenminister Colin Powell, hatten wenig Einfluss auf die Stimmung im konservativen Lager.<\/p>\n<p>Das hat sich sp\u00e4testens seit Beginn der Coronakrise ge\u00e4ndert. Trumps Ansehen bei den moderaten W\u00e4hlern der Republikaner ist best\u00e4ndig gesunken. Seither sind die &quot;Never Trumper&quot; im Aufwind. Pikantes Detail: Einer von ihnen ist George Conway, der Ehemann von Trumps Kommunikationschefin Kellyanne Conway.<\/p>\n<p>Das Lincoln Project ist ihre mit Abstand wirkungsm\u00e4chtigste Formation. &quot;Wir sind selbst \u00fcberrascht&quot;, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sarah Lenti. &quot;Dass wir zu einer Massenbewegung werden w\u00fcrden, haben wir nicht unbedingt erwartet.&quot;<\/p>\n<p>Beim ersten virtuellen Townhall-Treffen waren die 10.000 verf\u00fcgbaren Zoom-Teilnehmerpl\u00e4tze schnell vergeben. Das Video dazu wurde auf YouTube mehr als 400.000-mal aufgerufen.<\/p>\n<h3>Ein Drittel der Unterst\u00fctzer sind Republikaner<\/h3>\n<p>Aber sind das nicht m\u00f6glicherweise nur Leute, die Trump ohnehin nicht gew\u00e4hlt h\u00e4tten? &quot;Wir haben den Vorteil gegen\u00fcber L\u00e4ndern wie Deutschland, dass wir ganz andere Daten erheben k\u00f6nnen&quot;, sagt Lenti. &quot;Wir wissen, dass ein Drittel unserer Unterst\u00fctzer Republikaner sind.&quot;<\/p>\n<p>Seit ihrer Gr\u00fcndung im vergangenen Dezember hat die Gruppe ein Video nach dem anderen produziert. Sie legen Trumps Schw\u00e4chen unbarmherzig offen.<\/p>\n<p>&quot;Trump geht es nicht gut&quot;, hei\u00dft es in einem Video. Man sieht den Pr\u00e4sidenten, wie er nach einer Rede vor Soldaten in West Point auf wackeligen F\u00fc\u00dfen eine Rampe hinuntergeht. &quot;Er zittert, er ist schwach&quot;, sagt eine Stimme. &quot;Warum tun die Reporter, die \u00fcber das Wei\u00dfe Haus berichten, so, als s\u00e4hen sie Trumps Niedergang nicht?&quot;<\/p>\n<p>Das ist von einer Brutalit\u00e4t, wie sie sich der demokratische Pr\u00e4sidentschaftskandidat Joe Biden nie erlauben w\u00fcrde. Bis dahin war es Trump, der sich \u00fcber die angebliche Senilit\u00e4t Bidens lustig gemacht hat. Das Lincoln Project hat den Spie\u00df umgedreht.<\/p>\n<h3>&quot;Bed\u00fcrfnis nach ein bisschen Blut&quot;<\/h3>\n<p>&quot;Republikaner haben schon immer einen h\u00e4rteren Wahlkampf gef\u00fchrt&quot;, sagt Schmidt. &quot;Es gibt ein Bed\u00fcrfnis danach, dass jemand dem Schulhofschl\u00e4ger mal auf die Nase haut und ein bisschen Blut flie\u00dft.&quot;<\/p>\n<p>Die Debatten der Demokraten bei den Vorwahlen h\u00e4tten ihn und seine Mitstreiter mit Sorge erf\u00fcllt, weil sie so unfokussiert gewesen seien, sagt Schmidt. &quot;Es muss klar sein, dass es bei dieser Wahl nur drei Themen gibt: Trump, Trump und Trump.&quot;<\/p>\n<p>Bis Ende Juni hat die Initiative bereits mehr als 18 Millionen Euro an Spenden eingesammelt. Der Hauptteil des Geldes soll vor allem in sechs umk\u00e4mpften Staaten eingesetzt werden: in Wisconsin, Michigan, Pennsylvania, Arizona, North Carolina und Florida.<\/p>\n<h3>Videos f\u00fcr Trump<\/h3>\n<p>&quot;Es gibt drei W\u00e4hlergruppen, die f\u00fcr unsere Botschaft empf\u00e4nglich sind&quot;, sagt Mike Madrid, ein weiteres Gr\u00fcndungsmitglied des Lincoln Projects. Republikaner mit Collegeabschluss, die \u00c4lteren und religi\u00f6se W\u00e4hler: &quot;In allen drei Gruppen haben wir derzeit Erfolge&quot;, sagt er. &quot;Es reichen ja vier bis f\u00fcnf Prozent, um die Wahl zu drehen.&quot;<\/p>\n<p>Es gibt noch eine weitere Zielgruppe, die Madrid nicht erw\u00e4hnt. Sie besteht aus nur einer Person. Die TV-Zeiten f\u00fcr die Spots des Lincoln Projects werden so gebucht, dass Trump sie in Washington und in Bedminster, wo einer seiner Golfklubs ist, sehen kann.<\/p>\n<p>Das funktioniert. Auf einer Wahlveranstaltung in Tulsa versuchte der Pr\u00e4sident 15 Minuten lang zu erkl\u00e4ren, warum er die Rampe in West Point so langsam heruntergegangen war. Dass das Lincoln Project ihm zusetzt, war nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern US-Pr\u00e4sident Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Tulsa, Oklahoma, im Juni Foto:\u2002Leah Millis\/ REUTERS Das Video zeigt mit T\u00fcchern bedeckte Leichen, aufgegebene Stadtviertel, leere Einkaufsstra\u00dfen. 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