{"id":18706,"date":"2023-03-05T09:58:06","date_gmt":"2023-03-05T06:58:06","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/uno-mitgliedstaaten-einigen-sich-auf-historisches-abkommen-zum-schutz-der-weltmeere\/"},"modified":"2023-03-05T09:58:06","modified_gmt":"2023-03-05T06:58:06","slug":"uno-mitgliedstaaten-einigen-sich-auf-historisches-abkommen-zum-schutz-der-weltmeere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/uno-mitgliedstaaten-einigen-sich-auf-historisches-abkommen-zum-schutz-der-weltmeere\/","title":{"rendered":"Uno-Mitgliedstaaten einigen sich auf historisches Abkommen zum Schutz der Weltmeere"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Mehr als ein Jahrzehnt haben sie vergeblich gerungen \u2013 jetzt konnten sich die Uno-Mitgliedstaaten auf den Text f\u00fcr ein Hochsee-Abkommen verst\u00e4ndigen. Generalsekret\u00e4r Guterres spricht von einem \u00bbSieg f\u00fcr den Multilateralismus\u00ab.  <\/p>\n<p>Nach 15 Jahren z\u00e4her Verhandlungen bei den Vereinten Nationen um ein internationales Abkommen zum Schutz der Weltmeere ist ein Durchbruch erzielt worden. Die Uno-Mitgliedsstaaten einigten sich nach einer Marathonsitzung von fast 40 Stunden auf einen Text, wie Verhandlungskreise am Samstagabend (Ortszeit) in New York mitteilten.<\/p>\n<p>Ziel der Verhandlungen war es vor allem, dass k\u00fcnftig mindestens 30 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Zudem wurde ein Verfahren festgelegt, um wirtschaftliche Projekte, Expeditionen und andere Aktivit\u00e4ten in den Meeren auf ihre Umweltvertr\u00e4glichkeit hin zu pr\u00fcfen. Au\u00dferdem soll das Abkommen die biologische Vielfalt auf Hoher See unter international verbindlichen Schutz stellen. Zwei Drittel der Ozeane geh\u00f6ren zur Hochsee und sind damit weitgehend rechtsfreier Raum.<\/p>\n<p>\u00bbDas Schiff hat das Ufer erreicht\u00ab, sagte die Leiterin der Uno-Konferenz, Rena Lee, am Samstagabend (Ortszeit) am Sitz der Vereinten Nationen in New York unter dem Beifall der Delegierten. Der Text, auf den sich die Delegierten nach zwei Wochen intensiver Gespr\u00e4che einigten, kann nach Angaben von Konferenzleiterin Lee nun nicht mehr wesentlich ge\u00e4ndert werden. \u00bbEs wird keine Wiederaufnahme oder inhaltliche Diskussionen mehr geben\u00ab, erkl\u00e4rte Lee den Unterh\u00e4ndlern. Das Abkommen solle formell beschlossen werden, sobald es von Juristen gepr\u00fcft und in die sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen \u00fcbersetzt worden sei, k\u00fcndigte Lee an.<\/p>\n<p>Uno-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres lobte die Delegierten nach Angaben eines Sprechers und sagte demnach, die Vereinbarung sei ein \u00bbSieg f\u00fcr den Multilateralismus und f\u00fcr die globalen Bem\u00fchungen, den zerst\u00f6rerischen Trends entgegenzuwirken, die die Gesundheit der Meere bedrohen\u00ab. Der Inhalt des Textes wurde zun\u00e4chst nicht ver\u00f6ffentlicht. Laura Meller von der Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach jedoch bereits von einem \u00bbhistorischen Tag f\u00fcr den Naturschutz\u00ab. Die Einigung auf das Hochsee-Abkommen sei \u00bbein Zeichen daf\u00fcr, dass in einer zerstrittenen Welt der Schutz der Natur und der Menschen \u00fcber die Geopolitik triumphieren kann\u00ab.<\/p>\n<p>Unklar blieb zun\u00e4chst, ob Russland und China Teil des Abkommens sein werden. Verhandlerinnen und Verhandler zweifelten wegen der als destruktiv wahrgenommenen Haltung der Delegation aus Moskau daran. Aber auch China galt als Wackelkandidat.<\/p>\n<h3>Komplizierte Verhandlungen<\/h3>\n<p>Mit einem Abkommen zum Schutz der Hochsee hatten sich die L\u00e4nder der Welt rund 15 Jahre lang auseinandergesetzt, seit 2018 gab es mehrfach Verhandlungsrunden dazu. Im vergangenen August wurde eine Konferenz ergebnislos vertagt. Unmittelbar vor dem Durchbruch in New York gab es dann bei einer anderen Ozean-Konferenz in Panama eine Einigung: Die Teilnehmer sagten fast 20 Milliarden US-Dollar (18,8 Milliarden Euro) f\u00fcr den Schutz der Meere zu. Allein die US-Regierung versprach fast sechs Milliarden Dollar f\u00fcr 77 Projekte.<\/p>\n<p>Zuletzt ging es bei den komplizierten Verhandlungen der f\u00fcnften Konferenz zwischen den Uno-Mitgliedstaaten in New York zum einen um die Frage, wie k\u00fcnftig festgelegt werden soll, welche Teile der Hochsee als Schutzgebiet definiert werden. Vor allem China und Russland pochten Diplomatinnen und Diplomaten zufolge darauf, dass dies einstimmig geschehen m\u00fcsse \u2013 dann h\u00e4tte ein einzelnes Land jede Entscheidung blockieren k\u00f6nnen. Das wurde nun offenbar umgangen: Aus Diplomatenkreisen verlautete in der Nacht zum Sonntag, dass die Schutzgebiete bereits mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Mitgliedstaaten festgelegt werden k\u00f6nnen sollen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schl\u00fcsselkonflikt drehte sich um potenziell ertragreiche Forschungserkenntnisse, von denen niemand wei\u00df, ob sie jemals Realit\u00e4t werden: Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erhoffen sich durch den Fund bislang unbekannter Lebewesen in der kaum erforschten Tiefsee und deren Erbgut Durchbr\u00fcche zum Beispiel in der Medizin. Sollte es tats\u00e4chlich zu fundamentalen Fortschritten kommen, lie\u00dfe sich daraus wohl gro\u00dfer Profit schlagen.<\/p>\n<p>Bei dieser Frage rangen die L\u00e4nder des sogenannten Globalen S\u00fcdens vor allem mit den f\u00fchrenden Industriestaaten im Norden. Da die gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften auch die meisten der erhofften Ertr\u00e4ge auf sich vereinen d\u00fcrften, wurde ein Mechanismus f\u00fcr Ausgleichszahlungen an \u00e4rmere L\u00e4nder etabliert. Der erzielte Kompromiss sieht nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa j\u00e4hrliche Pauschalzahlungen seitens der Industriel\u00e4nder vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als ein Jahrzehnt haben sie vergeblich gerungen \u2013 jetzt konnten sich die Uno-Mitgliedstaaten auf den Text f\u00fcr ein Hochsee-Abkommen verst\u00e4ndigen. 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