{"id":187,"date":"2020-05-30T11:55:32","date_gmt":"2020-05-30T08:55:32","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-polizeigewalt-amerika-brennt-weiter\/"},"modified":"2020-05-30T11:55:32","modified_gmt":"2020-05-30T08:55:32","slug":"us-polizeigewalt-amerika-brennt-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-polizeigewalt-amerika-brennt-weiter\/","title":{"rendered":"US-Polizeigewalt: Amerika brennt weiter"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/0f0c5c48-29d9-4b21-8ff6-8dd777bbc55c_w948_r1.77_fpx54_fpy49.jpg\" title=\"Demonstrant in Atlanta: Proteste nicht nur in Minneapolis\" alt=\"Demonstrant in Atlanta: Proteste nicht nur in Minneapolis\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Demonstrant in Atlanta: Proteste nicht nur in Minneapolis<\/p>\n<p> John Arthur Brown\/ imago images\/ZUMA Wire <\/figcaption><\/figure>\n<p>Aus den Tr\u00fcmmern eines \u00e4thiopischen Restaurants steigen Rauchschwaden auf, ein paar Blocks weiter qualmen die \u00dcberreste einer Bar. In Richtung Innenstadt sind dunkle Rauchwolken zu sehen. Und es ist erst fr\u00fcher Abend.<\/p>\n<p>Wer gehofft hatte, die Mordanklage gegen den Polizisten, der f\u00fcr den Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis verantwortlich ist, w\u00fcrde die Situation in der Stadt beruhigen, sieht sich get\u00e4uscht. Die Proteste sind noch massiver als in den Tagen zuvor. Die Wut \u00fcber den weiteren Tod eines Schwarzen durch die Hand eines Polizeibeamten ist ungebremst. Von Vers\u00f6hnung sind die Demonstranten sehr weit entfernt.<\/p>\n<p>Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz in der Stadt ums Leben gekommen. Ein wei\u00dfer Polizist hatte sein Knie minutenlang gegen seinen Hals gedr\u00fcckt. Drei Kollegen hatten zugeschaut. <\/p>\n<p>Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hatte am Freitag eine Ausgangssperre f\u00fcr Minneapolis und die Nachbarstadt St. Paul verk\u00fcndet und die Nationalgarde zu Hilfe gerufen. Das beeindruckte nur die wenigsten. Als die Ausgangssperre um 20 Uhr begann, zogen wieder zahlreiche Menschen los, um gegen die Polizeigewalt zu demonstrieren. Vor der Polizeiwache, die am Vorabend ausgebrannt war, sammelten sich friedliche Demonstranten, Schaulustige und militante Gruppen. Ein nahe gelegener Drogeriemarkt wurde gepl\u00fcndert, Milch und Wasser an die Umstehenden verteilt. <\/p>\n<h3>Polizei und die Nationalgarde &#8211; stundenlang nicht zu sehen<\/h3>\n<p>Ein junger Schwarzer drosch mit seinem Baseballschl\u00e4ger auf die Scheiben der lokalen B\u00fccherei ein. Auf die Frage, ob er damit nicht seiner eigenen Nachbarschaft schade, antwortete er nur: &quot;Mit dir rede ich nicht.&quot; <\/p>\n<p>Die Polizei und die Nationalgarde, die eigentlich die Ausgangssperre \u00fcberwachen sollten, waren stundenlang nicht zu sehen. <\/p>\n<p>Gegen 23 Uhr wurden die Proteste radikaler. Der Schwerpunkt spielte sich nun vor einer weiteren Polizeiwache ab, die etwa vier Kilometer entfernt liegt. Zun\u00e4chst setzten Demonstranten eine benachbarte Bank in Brand, dann schlugen Feuerwerksk\u00f6rper auch in der Polizeiwache ein.<\/p>\n<p>Erst zu diesem Zeitpunkt griff die Staatspolizei ein und dr\u00e4ngte die Menge mit Tr\u00e4nengas und Gummigeschossen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ein Afroamerikaner in einem dunklen Sweatshirt sagte, er finde die Gewalt nicht gut, aber ohne sie \u00e4ndere sich nichts. Ein paar Umstehende pflichteten ihm bei. An den Hausw\u00e4nden forderten Graffitis &quot;Gerechtigkeit f\u00fcr Floyd&quot;. <\/p>\n<p>Die Demonstranten sind eine ziemlich gemischte Gesellschaft. Neben Schwarzen sind auch viele Wei\u00dfe dabei. Einige scheinen eher ein touristisches Interesse zu haben und fotografieren die Ausschreitungen mit ihren Handys. Die Radikalen sind dem Augenschein nach eine Minderheit, aber es stellt sich ihnen auch keiner der Demonstranten entgegen.<\/p>\n<h3>Der Appell des Gouverneurs &#8211; ungeh\u00f6rt<\/h3>\n<p>Gouverneur Walz hatte die Demonstranten am Freitag zu Gewaltverzicht aufgerufen. Solange Anarchie auf den Stra\u00dfen herrsche, k\u00f6nnten Probleme wie systematischer Rassismus nicht angegangen werden, sagte er. Sein Appell blieb ungeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Gem\u00fcter haben sich auch deshalb nicht beruhigt, weil der Polizist wegen &quot;third degree murder&quot; angeklagt wird, da der Staatsanwaltschaft keinen Vorsatz erkennen konnte. Die H\u00f6chststrafe daf\u00fcr betr\u00e4gt 25 Jahre. Die Familie des Opfers verlange eine Anklage wegen &quot;first degree murder&quot;, sagte deren Anw\u00e4ltin. Darauf steht eine lebenslange Freiheitsstrafe.<\/p>\n<p>Was mit den anderen drei Polizisten, die nicht eingeschritten waren, geschieht, war zun\u00e4chst offen.<\/p>\n<p>Laut Haftbefehl hat der Polizist sein Knie acht Minuten und 46 Sekunden auf den Nacken Floyds gedr\u00fcckt. Die letzten zwei Minuten und 53 Sekunden habe Floyd keine Lebenszeichen mehr gezeigt. Polizisten m\u00fcssten auf Basis ihrer Ausbildung wissen, dass diese Art des Festhaltens gef\u00e4hrlich sei.<\/p>\n<p>Der Gerichtsmediziner geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass Floyd nicht erstickt ist. Der 46-J\u00e4hrige habe unter gesundheitlichen Problemen gelitten, die gemeinsam mit der Festnahme und m\u00f6glichen Rauschmitteln in seinem Blut vermutlich zu seinem Tod gef\u00fchrt h\u00e4tten. <\/p>\n<h3>Der Rassismus in den USA &#8211; wieder einmal offenkundig<\/h3>\n<p>Auch in anderen St\u00e4dten kam es in der vierten Nacht in Folge zu teilweise gewaltt\u00e4tigen Protesten. Vor dem Wei\u00dfen Haus in Washington versammelten sich Demonstranten. Einige griffen die Barrikaden an und rangelten mit Polizisten. Aus New York, Los Angeles, Dallas, Louisville und anderen Orten wurden ebenfalls Proteste gemeldet. <\/p>\n<p>Die Demonstrationen sind das Ergebnis eines anhaltenden Rassismus in den USA. In der Coronakrise wurde die Benachteiligung der schwarzen Bev\u00f6lkerung wieder offenkundig. Afroamerikaner geh\u00f6ren \u00fcberproportional zu den Opfern des Virus. Gleichzeitig m\u00fcssen viele von ihnen in den schlecht bezahlten Jobs arbeiten, in denen eine Ansteckungsgefahr gro\u00df ist.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Demonstrant in Atlanta: Proteste nicht nur in Minneapolis John Arthur Brown\/ imago images\/ZUMA Wire Aus den Tr\u00fcmmern eines \u00e4thiopischen Restaurants steigen Rauchschwaden auf, ein paar Blocks weiter qualmen die \u00dcberreste einer Bar. 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