{"id":18618,"date":"2023-03-01T13:51:45","date_gmt":"2023-03-01T10:51:45","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/iran-weist-zwei-deutsche-diplomaten-aus\/"},"modified":"2023-03-01T13:51:45","modified_gmt":"2023-03-01T10:51:45","slug":"iran-weist-zwei-deutsche-diplomaten-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/iran-weist-zwei-deutsche-diplomaten-aus\/","title":{"rendered":"Iran weist zwei deutsche Diplomaten aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wegen des iranischen Todesurteils gegen den Deutsch-Iraner Jamshid Sharmahd hat die Bundesregierung zwei Botschaftsangeh\u00f6rige zu unerw\u00fcnschten Personen erkl\u00e4rt. Jetzt hat die politische F\u00fchrung in Teheran reagiert.  <\/p>\n<p>Als Vergeltung f\u00fcr die Ausweisung von zwei iranischen Diplomaten aus Deutschland hat Teheran am Mittwoch zwei deutsche Diplomaten des Landes verwiesen. Das Au\u00dfenministerium in Teheran teilte mit, die beiden deutschen Diplomaten w\u00fcrden wegen der \u00bbIntervention der deutschen Regierung in innere und juristische Angelegenheiten\u00ab Irans zu unerw\u00fcnschten Personen erkl\u00e4rt. Das Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin hatte vor einer Woche zwei iranische Botschaftsangeh\u00f6rige wegen des in Iran verh\u00e4ngten Todesurteils gegen den Deutsch-Iraner Jamshid Sharmahd zu unerw\u00fcnschten Personen erkl\u00e4rt.                                       <\/p>\n<p>Der 67-j\u00e4hrige Aktivist und Softwareentwickler war in der Islamischen Republik wegen \u00bbKorruption auf Erden\u00ab verurteilt worden . Iran beschuldigt Sharmahd der Mitgliedschaft in einer promonarchistischen Gruppe, die f\u00fcr einen t\u00f6dlichen Bombenanschlag 2008 verantwortlich gemacht wird. Gegen das Urteil kann vor dem Obersten Gericht Berufung eingelegt werden.<\/p>\n<h3>Sharmahd wurde bereits 2020 festgenommen<\/h3>\n<p>Das Regime in Teheran hatte die Festnahme des Deutsch-Iraners Sharmahd im August 2020 bekannt gegeben. Laut Angaben seiner Familie wurde der 67-J\u00e4hrige, der zuletzt in den USA lebte, bei einem Zwischenstopp in Dubai vom iranischen Geheimdienst entf\u00fchrt und nach Iran verschleppt. Im Februar 2022 begann sein Prozess.<\/p>\n<p>Der in Teheran geborene Sharmahd war in Deutschland aufgewachsen und 2003 in die USA ausgewandert. Er geh\u00f6rt der Oppositionsgruppe Tondar (deutsch: Donner) an, die auch als \u00bbKingdom Assembly of Iran\u00ab bekannt ist. Sie lehnt das politische System der Islamischen Republik Iran ab und tritt f\u00fcr die Wiedereinf\u00fchrung der Monarchie in dem Land ein.<\/p>\n<p>Seine Tochter hatte bereits kurz nach der Festnahme in einem SPIEGEL-Interview alle Vorw\u00fcrfe gegen ihren Vater bestritten und die Bundesregierung um Hilfe gebeten. Die Deutsche Botschaft in Teheran hat seitdem immer wieder versucht, Sharmahd im Gef\u00e4ngnis zu besuchen und ihm einen Anwalt zur Seite zu stellen. Das Regime in Teheran verweigerte dies jedoch, auch der Zugang zum Gerichtsprozess wurde deutschen Diplomaten verweigert.<\/p>\n<p>Die Beziehungen zwischen Iran und dem Westen, auch zu Deutschland, befinden sich an einem Tiefpunkt. Aus Europa hagelt es Kritik an der Islamischen Republik, seit eine landesweite Protestbewegung den Sturz der Mullahs fordert und diese mit brachialer Gewalt reagieren: Es gibt Verhaftungen, Folter, Hinrichtungen, Hunderte Menschen wurden bei den Demonstrationen get\u00f6tet. Auch die deutsche Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock hatte das Regime wiederholt scharf kritisiert, etwa wegen der Todesurteile gegen Teilnehmer der Proteste.<\/p>\n<p>Die Vermutung liegt nahe, dass Iran mit dem Urteil versucht, Druck auf Deutschland und die Europ\u00e4er auszu\u00fcben. Irans Regime hat eine lange Geschichte der sogenannten Geiseldiplomatie. Mit der Inhaftierung von Doppelstaatlern \u2013 Iran entl\u00e4sst ihre B\u00fcrger nicht aus der Staatsb\u00fcrgerschaft \u2013 hat Irans Regime in der Vergangenheit etwa versucht, eigene Gefangene im Ausland freizubekommen oder eingefrorene Verm\u00f6gen freizupressen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegen des iranischen Todesurteils gegen den Deutsch-Iraner Jamshid Sharmahd hat die Bundesregierung zwei Botschaftsangeh\u00f6rige zu unerw\u00fcnschten Personen erkl\u00e4rt. Jetzt hat die politische F\u00fchrung in Teheran reagiert. 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