{"id":186,"date":"2020-05-30T10:07:02","date_gmt":"2020-05-30T07:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/auch-die-erste-anklage-kann-die-wut-nicht-bandigen\/"},"modified":"2020-05-30T10:07:02","modified_gmt":"2020-05-30T07:07:02","slug":"auch-die-erste-anklage-kann-die-wut-nicht-bandigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/auch-die-erste-anklage-kann-die-wut-nicht-bandigen\/","title":{"rendered":"Auch die erste Anklage kann die Wut nicht b\u00e4ndigen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/36e90918-b7b7-4330-9b20-dcbd3eb6c40f_w948_r1.77_fpx51.34_fpy55.01.jpg\" title=\"Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd kam es \u00fcber all in den USA zu Protesten und teilweise gewaltsamen Ausschreitungen. Dieser Mann geht in Brooklyn auf die Stra\u00dfe\" alt=\"Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd kam es \u00fcber all in den USA zu Protesten und teilweise gewaltsamen Ausschreitungen. Dieser Mann geht in Brooklyn auf die Stra\u00dfe\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd kam es \u00fcber all in den USA zu Protesten und teilweise gewaltsamen Ausschreitungen. Dieser Mann geht in Brooklyn auf die Stra\u00dfe<\/p>\n<p> SHANNON STAPLETON\/ REUTERS <\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis haben die Proteste in der US-Gro\u00dfstadt trotz Ausgangssperre angedauert. Reporter des Senders CNN berichteten in der Nacht zu Samstag, weder Soldaten der Nationalgarde noch Polizisten seien zu sehen. An den Protesten beteiligten sich demnach Schwarze ebenso wie Wei\u00dfe. Fernsehbilder zeigten, wie Demonstranten in der Stadt auf einer Schnellstra\u00dfe marschierten. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie &quot;Bin ich der n\u00e4chste?&quot; und &quot;Ohne Gerechtigkeit kein Frieden&quot;.<\/p>\n<p>Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Einer der vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurde am Freitag angeklagt &#8211; wegen &quot;Mordes dritten Grades&quot;, ein Straftatbestand, der nicht ganz so schwerwiegend ist wie ein vors\u00e4tzlich begangener Mord.<\/p>\n<p>Bei ihm handelt es sich um den wei\u00dfen Polizisten, der sein Knie minutenlang an den Hals Floyds gedr\u00fcckt hatte. Floyd hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Video festgehalten hatte. Der 46-j\u00e4hrige Schwarze wurde bei seiner Ankunft im Krankenhaus f\u00fcr tot erkl\u00e4rt.<\/p>\n<h3>Hauptquartier von CNN in Atlanta angegriffen<\/h3>\n<p>Auch in anderen US-St\u00e4dten kam es in der vierten Nacht in Folge zu Protesten, die vereinzelt in Gewalt ausarteten. In Atlanta griffen Demonstranten das Hauptquartier des Senders CNN an. Der Sender zeigte Live-Bilder aus der eigenen Zentrale, auf denen zu sehen war, wie Demonstranten von au\u00dferhalb Objekte auf Polizisten im Eingangsbereich des Senders warfen. Auch aus New York, Los Angeles, Dallas, Louisville und anderen Orten wurden Proteste gemeldet. Vor dem Wei\u00dfen Haus in Washington versammelten sich ebenfalls Demonstranten. Einige von ihnen stie\u00dfen Barrikaden um.<\/p>\n<p>Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hatte am Freitag eine Ausgangssperre f\u00fcr Minneapolis und die Nachbarstadt St. Paul verk\u00fcndet, die um 20.00 Uhr Ortszeit in Kraft trat. Infolge von Floyds Tod war es in den vergangenen N\u00e4chten zu schweren Ausschreitungen in Minneapolis gekommen. Walz hatte am Donnerstag die Nationalgarde mobilisiert und den Notstand f\u00fcr die Stadt und umliegende Gebiete ausgerufen. Die Nationalgarde teilte mit, mehr als 500 Soldaten seien in die Region entsandt worden. <\/p>\n<p>Journalisten kamen zwischen die Fronten. Ein CNN-Team um den &#8211; schwarzen &#8211; Reporter Omar Jimenez wurde vor laufenden Kameras festgenommen, doch wieder freigelassen. Ein wei\u00dfer CNN-Kollege in der N\u00e4he blieb unbehelligt. Gouverneur Waltz entschuldigte sich &#8211; bei dem Sender und allen Journalisten: &quot;Das ist unverzeihlich.&quot;<\/p>\n<p>Infolge von Floyds Tod war es in den vergangenen N\u00e4chten zu schweren Ausschreitungen in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota gekommen. Gesch\u00e4fte gingen in Flammen auf, es kam zu Pl\u00fcnderungen. Demonstranten st\u00fcrmten auch eine Polizeiwache und legten Feuer. Die Polizei setzte Tr\u00e4nengas gegen Demonstranten ein.<\/p>\n<h3>Acht Minuten und 46 Sekunden die Luft abgedr\u00fcckt<\/h3>\n<p>In dem am Freitag ver\u00f6ffentlichten Haftbefehl f\u00fcr den Ex-Polizisten hie\u00df es, dieser habe sein Knie insgesamt acht Minuten und 46 Sekunden auf den Nacken Floyds gedr\u00fcckt. In den letzten zwei Minuten und 53 Sekunden habe Floyd keine Lebenszeichen mehr gezeigt. Polizisten m\u00fcssten auf Basis ihrer Ausbildung wissen, dass diese Art des Festhaltens eines Verd\u00e4chtigen grunds\u00e4tzlich gef\u00e4hrlich sei.<\/p>\n<p>Im Haftbefehl hie\u00df es weiter, der Gerichtsmediziner gehe nach vorl\u00e4ufigen Erkenntnissen davon aus, dass Floyd nicht erstickt sei. Der 46-J\u00e4hrige habe unter anderen gesundheitlichen Problemen gelitten, die gemeinsam mit der Festsetzung und m\u00f6glichen Rauschmitteln in seinem Blut vermutlich zu seinem Tod gef\u00fchrt h\u00e4tten. <\/p>\n<p>US-Justizminister William Barr k\u00fcndigte an, Bundesbeh\u00f6rden wie das FBI w\u00fcrden parallel zu den Ermittlungen der Beh\u00f6rden in Minnesota untersuchen, ob die betroffenen Polizisten B\u00fcrgerrechtsgesetze verletzt h\u00e4tten. Er sei zuversichtlich, dass der Gerechtigkeit im Fall Floyd Gen\u00fcge getan werde.<\/p>\n<p>Minnesotas Gouverneur Tim Walz sicherte am Freitag zu, dass die Justiz das Vorgehen der Beteiligten schnell untersuchen werde. Der Gouverneur teilte das Entsetzen \u00fcber den Vorfall. &quot;Das Kapitel, das diese Woche geschrieben wurde, ist eines unserer dunkelsten Kapitel&quot;, sagte er. Walz rief Demonstranten eindringlich zum Gewaltverzicht auf. Probleme wie systematischer Rassismus m\u00fcssten angegangen werden, dies k\u00f6nne aber nicht passieren, solange noch &quot;Anarchie auf den Stra\u00dfen herrscht&quot;, sagte er.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump zeigte sich am Freitag zuversichtlich, dass die Nationalgarde weitere Ausschreitungen in Minneapolis verhindern werde. Trump sagte im Wei\u00dfen Haus, er habe mit Angeh\u00f6rigen Floyds gesprochen. &quot;Gro\u00dfartige Leute.&quot; Trump forderte zugleich ein sofortiges Ende der Ausschreitungen. Man k\u00f6nne nicht erlauben, dass die Lage weiter in &quot;Anarchie und Chaos&quot; abgleite, sagte der Pr\u00e4sident. Er sprach von einer &quot;furchtbaren, furchtbaren Situation&quot;.<\/p>\n<p>Trump hatte zuvor f\u00fcr eine Kontroverse gesorgt, als er auf Twitter mitteilte: &quot;Habe gerade mit Gouverneur Tim Walz gesprochen und ihm gesagt, dass das Milit\u00e4r ganz an seiner Seite steht. Wenn es Schwierigkeiten gibt, werden wir die Kontrolle \u00fcbernehmen, aber wenn die Pl\u00fcnderungen beginnen, beginnt das Schie\u00dfen.&quot;<\/p>\n<p>Twitter versah den Tweet mit einem Warnhinweis, weil der Beitrag gegen das Verbot von Gewaltverherrlichung bei dem Dienst versto\u00dfe.<\/p>\n<p>Mit seinem Satz zu m\u00f6glichen Sch\u00fcssen auf Pl\u00fcnderer zitierte Trump einen Satz aus dem Jahr 1967, mit dem der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bev\u00f6lkerung angek\u00fcndigt hatte. Trump relativierte seine Aussage am Freitag in einem weiteren Tweet. <\/p>\n<p>Trump teilte mit, er habe nur gemeint, dass Pl\u00fcnderungen zu Waffengewalt f\u00fchren k\u00f6nnten, was ein Fakt sei. Sp\u00e4ter sagte er, er habe das Ursprungszitat aus Miami gar nicht gekannt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd kam es \u00fcber all in den USA zu Protesten und teilweise gewaltsamen Ausschreitungen. Dieser Mann geht in Brooklyn auf die Stra\u00dfe SHANNON STAPLETON\/ REUTERS Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis haben die Proteste in der US-Gro\u00dfstadt trotz Ausgangssperre angedauert. 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