{"id":1854,"date":"2020-08-14T17:37:08","date_gmt":"2020-08-14T14:37:08","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-antikorperstudie-in-kupferzell-das-reicht-nicht-aus-um-eine-zweite-welle-zu-verhindern\/"},"modified":"2020-08-14T17:37:08","modified_gmt":"2020-08-14T14:37:08","slug":"corona-antikorperstudie-in-kupferzell-das-reicht-nicht-aus-um-eine-zweite-welle-zu-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-antikorperstudie-in-kupferzell-das-reicht-nicht-aus-um-eine-zweite-welle-zu-verhindern\/","title":{"rendered":"Corona-Antik\u00f6rperstudie in Kupferzell: &#8220;Das reicht nicht aus, um eine zweite Welle zu verhindern&#8221;"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/529aaf32-7c77-4a34-a05e-1649b61b0b98_w948_r1.77_fpx65.76_fpy48.99.jpg\" title=\"Rachenabstrich bei einem Versuchsteilnehmer in Kupferzell\" alt=\"Rachenabstrich bei einem Versuchsteilnehmer in Kupferzell\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Rachenabstrich bei einem Versuchsteilnehmer in Kupferzell<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Marijan Murat \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Selbst in Orten, die w\u00e4hrend der ersten Corona-Welle als Hotspot galten, hat sich wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Bev\u00f6lkerung infiziert. Daf\u00fcr sprechen die Ergebnisse einer Antik\u00f6rperstudie aus Kupferzell in Baden-W\u00fcrttemberg, die das Robert Koch-Institut jetzt vorgestellt hat.<\/p>\n<p>In dem Ort mit rund 6000 Einwohnern hatte sich das Coronavirus nach einem Kirchenkonzert Anfang M\u00e4rz rasant verbreitet, er wurde zu einem der ersten lokalen Hotspots Deutschlands. Innerhalb von knapp zwei Wochen wurden mehr als 80 Infektionen gemeldet. Durch konsequentes Nachverfolgen der Kontakte gelang es jedoch, den Ausbruch wieder einzud\u00e4mmen. Bis heute ist die Zahl der best\u00e4tigten F\u00e4lle in der Gemeinde auf 117 gestiegen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie hatten Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts zwischen Ende Mai und Anfang Juni mehr als 2200 erwachsene Einwohner aus Kupferzell befragt, einen Rachenabstrich gemacht und Blut abgenommen. Die Proben wurden anschlie\u00dfend im Labor auf akute oder vergangene Sars-CoV-2-Infektionen untersucht.<\/p>\n<h3><strong>Die Ergebnisse im Detail:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p>Von den untersuchten B\u00fcrgern konnten die Forscher bei<strong> 7,7 Prozent Antik\u00f6rper<\/strong> nachweisen. &quot;Das reicht nicht aus, um eine zweite Welle zu verhindern&quot;, sagte Lars Schaade, Vizepr\u00e4sident des Robert Koch-Instituts, bei einer Pressekonferenz. Dies gelte selbst dann, wenn alle B\u00fcrger durch die Antik\u00f6rper vor einer weiteren Infektion gesch\u00fctzt w\u00e4ren. Noch ist nicht klar, ob das der Fall ist.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Rund ein Sechstel der Infektionen (16,8 Prozent) liefen <strong>symptomlos<\/strong>. Die Betroffenen berichteten in einem Fragebogen weder von Fieber noch von anderen typischen Beschwerden wie Halsschmerzen, Schnupfen, Geruchs- oder Geschmacksverlust.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Zahl der durch die Studie erfassten Infektionen liegt deutlich \u00fcber der Zahl der zuvor bereits bekannten F\u00e4lle. Laut den Tests haben sich in Kupferzell fast viermal mehr Menschen angesteckt, als zuvor Infektionen bekannt waren. Damit liegt die <strong>Dunkelziffer <\/strong>jedoch deutlich niedriger als in vielen Studien aus anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Umgekehrt konnten die Forscher allerdings auch bei knapp 30 Prozent der Personen, die w\u00e4hrend des Ausbruchs positiv getestet worden waren, <strong>keine Antik\u00f6rper nachweisen<\/strong>. Damit deckt sich die Untersuchung mit weiteren Studien, laut denen die Antik\u00f6rper bei manchen Infizierten schnell wieder schwinden k\u00f6nnen. &quot;Das bedeutet aber nicht zwangsl\u00e4ufig, dass keine Immunit\u00e4t besteht&quot;, sagte die Studienleiterin Claudia Santos-H\u00f6vener vom Robert Koch-Institut.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kupferzell ist nur der erste von insgesamt vier besonders betroffenen Orten in Deutschland, deren Einwohner von Forschern des Robert Koch-Instituts auf Antik\u00f6rper untersucht werden. Als Zweites folgt die Gemeinde Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim, der dritte Ort ist Straubing in Bayern. Der vierte wurde noch nicht bekannt gegeben.<\/p>\n<p>Mithilfe der Teilnehmer soll bei zuk\u00fcnftigen Untersuchungen auch analysiert werden, welche langfristigen Folgen Covid-19 haben kann. Au\u00dferdem laufen separate Studien mit Kindern.<\/p>\n<h3>&quot;Wir d\u00fcrfen die Entwicklung so nicht weiterlaufen lassen&quot;<\/h3>\n<p>Bereits im Mai hatten Forscher in Deutschland das Ergebnis einer Antik\u00f6rperstudie, der sogenannten Heinsberg-Studie, vorgestellt. Damals waren Einwohner der ebenfalls besonders betroffenen Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen untersucht worden. Dem Ergebnis zufolge k\u00f6nnten sich in dem Ort f\u00fcnfmal mehr Menschen angesteckt haben, als Infektionen bekannt waren.<\/p>\n<p>Die Forscher hatten bei ihrer Untersuchung allerdings nur Antik\u00f6rper nachgewiesen und keine Neutralisationstests durchgef\u00fchrt, die weniger anf\u00e4llig sind f\u00fcr falsche Ergebnisse. Aus diesem Grund sei denkbar, dass die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten in der Studie \u00fcbersch\u00e4tzt wurde, schreibt das Robert Koch-Institut in einer Beschreibung seiner aktuellen Untersuchung.<\/p>\n<p>Neben der Vorstellung der Studienergebnisse \u00e4u\u00dferte sich RKI-Vizepr\u00e4sident Schaade auch zur aktuellen Situation in Deutschland. Die steigenden Infektionszahlen bezeichnete er als ernst zu nehmende und besorgniserregende Entwicklung. &quot;Wir d\u00fcrfen die Entwicklung so nicht weiterlaufen lassen&quot;, sagte er. &quot;Wir drohen die Kontrolle zu verlieren.&quot;<\/p>\n<p>Um dies abzuwenden, m\u00fcssten die Menschen weiterhin Abstand halten, die Hygieneregeln befolgen, sich bei Beschwerden testen lassen und auf nicht notwendige Reisen verzichten. Dass dies wirke, zeigten auch die aktuellen Ergebnisse aus Kupferzell, so Schaade.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Rachenabstrich bei einem Versuchsteilnehmer in Kupferzell Foto:\u2002Marijan Murat \/ REUTERS Selbst in Orten, die w\u00e4hrend der ersten Corona-Welle als Hotspot galten, hat sich wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Bev\u00f6lkerung infiziert. Daf\u00fcr sprechen die Ergebnisse einer Antik\u00f6rperstudie aus Kupferzell in Baden-W\u00fcrttemberg, die das Robert Koch-Institut jetzt vorgestellt hat. 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