{"id":1852,"date":"2020-08-14T15:31:59","date_gmt":"2020-08-14T12:31:59","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/gronland-schmelze-des-eisschilds-lasst-sich-nicht-mehr-aufhalten\/"},"modified":"2020-08-14T15:31:59","modified_gmt":"2020-08-14T12:31:59","slug":"gronland-schmelze-des-eisschilds-lasst-sich-nicht-mehr-aufhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/gronland-schmelze-des-eisschilds-lasst-sich-nicht-mehr-aufhalten\/","title":{"rendered":"Gr\u00f6nland: Schmelze des Eisschilds l\u00e4sst sich nicht mehr aufhalten"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/d64c3613-2639-4c39-8324-999fdf9a718a_w948_r1.77_fpx69.99_fpy54.98.jpg\" title=\"Eisberge vor der K\u00fcste Gr\u00f6nlands: Der Schneefall kann den Verlust nicht mehr kompensieren\" alt=\"Eisberge vor der K\u00fcste Gr\u00f6nlands: Der Schneefall kann den Verlust nicht mehr kompensieren\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Eisberge vor der K\u00fcste Gr\u00f6nlands: Der Schneefall kann den Verlust nicht mehr kompensieren<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Michalea King<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Schmelze der Gletscher auf Gr\u00f6nland hat offenbar den Punkt \u00fcberschritten, an dem sie noch r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann. Selbst wenn der globale Temperaturanstieg sofort gestoppt w\u00fcrde, z\u00f6ge sich der Eisschild weiter zur\u00fcck, berichten Forscher um Michaela King von der Ohio State University im Fachmagazin &quot;Nature Communications Earth and Environment&quot;.<\/p>\n<p>King und Kollegen haben Satellitendaten der vergangenen 40 Jahre von mehr als 200 Orten auf Gr\u00f6nland analysiert, an denen Gletschereis oder -wasser ins Meer flie\u00dft. Die Eismenge verglichen sie mit Angaben zum Schneefall in der Region. Demnach geht in den untersuchten Regionen bereits bei den jetzigen Durchschnittstemperaturen mehr Gletschereis verloren als nachkommt. In der Folge schwindet die Eismenge Gr\u00f6nlands dauerhaft.<\/p>\n<p>Eigentlich ist es ein nat\u00fcrlicher Prozess und normalerweise nicht problematisch, wenn Gletschereis ins Meer flie\u00dft &#8211; vorausgesetzt, dass gleichzeitig im Inland genug Schnee f\u00e4llt und die Reserven wieder auff\u00fcllt. Dann entsteht ein Kreislauf. Doch der ist auf Gr\u00f6nland offenbar dramatisch gest\u00f6rt: &quot;Wir haben festgestellt, dass die Menge Eis, die in den Ozean flie\u00dft, die Schneemenge, die sich neu auf der Oberfl\u00e4che der Eisdecke ansammelt, weit \u00fcbertrifft&quot;, sagt King.<\/p>\n<h3>Nach 2000 kippte das System<\/h3>\n<p>Noch in den Achtziger- und Neunzigerjahren war das anders. Der Schnee, der sich auf Gr\u00f6nland ansammelte und die Eismenge, die schmolz oder die Gletscher in Form von Eisbergen in den Ozean entlie\u00dfen, befand sich in einer Balance, obwohl bereits damals gewaltige Eismengen von Gletschern ins Meer flossen: Jedes Jahr waren es 450 Milliarden Tonnen.<\/p>\n<p>Doch diese Mengen seien im Winter verl\u00e4sslich wieder ersetzt worden, erkl\u00e4rt King. &quot;Wir sehen, dass der Eisverlust im Sommer relativ konstant war, bis in einem kurzen Zeitraum von f\u00fcnf bis sechs Jahren ein starker Anstieg des Eisabflusses in den Ozean stattgefunden hat.&quot;<\/p>\n<p>Um das Jahr 2000 begann die von der Landfl\u00e4che ins Meer flie\u00dfende Eis- und Wassermenge best\u00e4ndig anzuwachsen. Die Gletscher verloren jetzt 500 Milliarden Tonnen Eis im Jahr, also 50 Milliarden Tonnen mehr als zuvor. Im vergangenen Jahrzehnt sei die Verlustrate des Eises auf diesem hohen Niveau geblieben, so die Forscher. Gleichzeitig fiel aber nicht mehr Schnee, der den zus\u00e4tzlichen Verlust h\u00e4tte ausgleichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Nur einmal in hundert Jahren die Chance auf Eiszuwachs<\/h3>\n<p>Das zeigte sich auch darin, dass die Ausdehnung des arktischen Eisschilds immer neue Negativrekorde erreicht. Erst im Juli 2020 war die Eisfl\u00e4che so gering ausgepr\u00e4gt wie in keinem Juli seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979. Die Chancen auf Besserung sind dabei gering.<\/p>\n<p>Vor der Jahrtausendwende sei die Wahrscheinlichkeit, dass der gr\u00f6nl\u00e4ndische Eisschild Masse gewinne oder verliere in jedem Jahr etwa gleich hoch gewesen, berichten die Forscher. In ungef\u00e4hr ebenso vielen Jahren wie es Eisverluste gab, kam es auch zu Zuw\u00e4chsen. Im heutigen Klima wachse der Eisschild im statistischen Mittel dagegen nur noch in ungef\u00e4hr einem von hundert Jahren.<\/p>\n<p>Seit 1985 h\u00e4tten sich die Gletscher auf Gr\u00f6nland im Schnitt rund drei Kilometer zur\u00fcckzogen, berichtet King. Zudem rutschten Eismassen der Gletscher immer \u00f6fter tiefer ins Wasser, sodass mehr Eis von Ozeanwasser umsp\u00fclt werde und taue.<\/p>\n<p>&quot;Der R\u00fcckzug der Gletscher hat die Eisdecke in einen st\u00e4ndigen Zustand des Verlusts versetzt&quot;, sagt auch Kings Kollege Ian Howat, Mitautor der Studie. &quot;Selbst wenn das Klima gleich bleiben oder sich etwas abk\u00fchlen w\u00fcrde, h\u00e4tte das immer noch einen Eisverlust zur Folge.&quot;<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte auch zum Problem f\u00fcr andere Regionen der Erde werden. Das Eis, das vom gr\u00f6nl\u00e4ndischen Festland ins Meer flie\u00dft, tr\u00e4gt zum globalen Meeresspiegelanstieg bei. Im vergangenen Jahr gelangten in nur zwei Monaten mit starkem Eisverlust genug Eis und Schmelzwasser ins Meer, um den Meeresspiegel um 2,2 Millimeter anzuheben.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Eisberge vor der K\u00fcste Gr\u00f6nlands: Der Schneefall kann den Verlust nicht mehr kompensieren Foto:\u2002 Michalea King Die Schmelze der Gletscher auf Gr\u00f6nland hat offenbar den Punkt \u00fcberschritten, an dem sie noch r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann. 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