{"id":1804,"date":"2020-08-12T15:41:01","date_gmt":"2020-08-12T12:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-forscher-finden-erstmals-infektiose-viren-in-der-luft\/"},"modified":"2020-08-12T15:41:01","modified_gmt":"2020-08-12T12:41:01","slug":"coronavirus-forscher-finden-erstmals-infektiose-viren-in-der-luft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-forscher-finden-erstmals-infektiose-viren-in-der-luft\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Forscher finden erstmals infekti\u00f6se Viren in der Luft"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/547b7bac-0e85-4253-9d76-30ad7f44e39a_w948_r1.77_fpx37_fpy37.jpg\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Russell Tate \/ Getty Images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer sich nicht mit dem Coronavirus anstecken will, sollte Maske tragen und Abstand halten. Diese Ma\u00dfnahme empfehlen nicht nur Virologen, sondern sie ist in Deutschland mittlerweile von Beh\u00f6rden verordnet. Wer sich nicht daran h\u00e4lt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Corona-Regeln gibt es, weil Mediziner schon wenige Wochen nach dem Ausbruch in Europa herausfanden, dass sich das Virus nicht nur \u00fcber den direkten Kontakt und Tr\u00f6pfcheninfektion, sondern auch \u00fcber weite Strecken durch die Luft \u00fcber winzige Schwebeteilchen verbreitet.<\/p>\n<p>Wie viel Virus aber wirklich an den Mikroteilchen klebt, die Menschen ausatmen oder beim Sprechen verspr\u00fchen, war bisher noch ungekl\u00e4rt. Forscher der Universit\u00e4t Florida haben nun den Nachweis erbracht, dass die Viruslast dieser sogenannten Aerosole tats\u00e4chlich gro\u00df und auch ansteckend sein kann. Bisher waren sich Mediziner nur einig, dass an diesen Schwebeteilchen Teile der Viren-DNA angedockt sind. Die US-Forscher fanden heraus, dass sich auch komplette Lebendviren an die Schwebeteilchen heften k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Tests im Krankenhaus<\/h3>\n<p>In einem Abstand von zwei bis f\u00fcnf Metern entnahmen die Forscher die infekti\u00f6se Testluft bei ins Krankenhaus eingelieferten Covid-19-Kranken. Diese Entfernung ist weit gr\u00f6\u00dfer als der offiziell empfohlene Abstand von 1,5 Metern, wie er beispielsweise in Deutschland verordnet ist. Trotzdem gelang es den Wissenschaftlern, aus diesen Proben das Sars-CoV-2 Virus zu isolieren. Dieses Virus sei identisch mit den direkt am Patienten genommenen Proben gewesen, erkl\u00e4ren die Autoren. Sie k\u00f6nnen also nicht von anderen Covid-19-Patienten aus dem Krankenhaus stammen. Allerdings hat die Studie noch nicht das Peer-Review-Verfahren durchlaufen, es fehlen noch die externen Gutachten.<\/p>\n<p>Aerosol-Expertin Linsey Marr h\u00e4lt die Ergebnisse der Studie f\u00fcr wegweisend: Die Isolierung des Lebendvirus aus Atemluft sei eine &quot;smoking gun&quot; &#8211; ein ziemlich eindeutiger Beweis &#8211; twitterte die US-Forscherin begeistert. Sie selbst war nicht an der Studie beteiligt.<\/p>\n<p>Allerdings fehlt weiterhin der wissenschaftliche Nachweis daf\u00fcr, ob die Viruslast an einzelnen Schwebeteilchen f\u00fcr eine Infektion ausreicht. Die US-Forscher schreiben deshalb weiterhin vorsichtig, dass die Viruslast an den Schwebeteilchen ausreichen <em>k\u00f6nnte<\/em>, um eine Infektion bei einem Menschen auszul\u00f6sen. Immerhin konnte der Versuch jedoch nachweisen, dass die Aerosolviren \u00fcberhaupt infekti\u00f6s sind.<\/p>\n<p>In der Praxis gibt es mehrere Vorkommnisse, die diese Theorie zu best\u00e4tigen scheinen, da sich bei mehreren sogenannten Superspreader-Ereignissen wie etwa Chorsingen die Menschen nachweislich infizierten, ohne K\u00f6rperkontakt gehabt zu haben.<\/p>\n<p>Bereits Anfang M\u00e4rz infizierten sich Chormitglieder in einer Kirche in der Kleinstadt Mount Vernon n\u00f6rdlich von Seattle bei einer Probe mit dem Coronavirus. Ein einziger Chors\u00e4nger mit Covid-19-Symptomen steckte ganze 52 seiner Mits\u00e4nger an. Drei mussten ins Krankenhaus, zwei starben.<\/p>\n<h3>Tausendstel Millimeter gro\u00dfe Virustransporter<\/h3>\n<p>Forschungen an Aerosolen sind besonders knifflig, weil diese nur wenige Tausendstel Millimeter gro\u00df und damit unsichtbar sind. Haften sich Bakterien oder Viren an die Partikel, hei\u00dfen sie Bioaerosole. Die Viren von den Schwebeteilchen zu isolieren, ist aufgrund ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe sehr aufwendig.<\/p>\n<p>In der neuen Studie nutzen die Forscher eine mit Salz, Zucker und Eiwei\u00df angereicherte Fl\u00fcssigkeit, um den Erreger sofort zu konservieren und dann in Ruhe das Virus zu isolieren.<\/p>\n<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte erst im Juli offiziell anerkannt, dass Sars-CoV-2 durch Aerosole \u00fcbertragen werden kann. Vorher hatten 239 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen offenen Brief an die WHO geschrieben. Darin hatten sie die Organisation dazu aufgefordert anzuerkennen, dass sich das Coronavirus auch \u00fcber die Luft verbreiten kann. <\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Foto:\u2002 Russell Tate \/ Getty Images Wer sich nicht mit dem Coronavirus anstecken will, sollte Maske tragen und Abstand halten. 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