{"id":1778,"date":"2020-08-11T12:12:21","date_gmt":"2020-08-11T09:12:21","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/belarus-erneut-proteste-gegen-machthaber-alexander-lukaschenko\/"},"modified":"2020-08-11T12:12:21","modified_gmt":"2020-08-11T09:12:21","slug":"belarus-erneut-proteste-gegen-machthaber-alexander-lukaschenko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/belarus-erneut-proteste-gegen-machthaber-alexander-lukaschenko\/","title":{"rendered":"Belarus: Erneut Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/449fa636-f427-45c2-9b1e-43d2046bbb4c_w948_r1.77_fpx43.32_fpy46.98.jpg\" title=\"Einsatzkr\u00e4fte in Minsk am Wahlabend 9. August\" alt=\"Einsatzkr\u00e4fte in Minsk am Wahlabend 9. August\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Einsatzkr\u00e4fte in Minsk am Wahlabend 9. August<\/p>\n<p>  Foto:\u2002VASILY FEDOSENKO\/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Wut und Entt\u00e4uschung \u00fcber die Manipulationen bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl in Belarus hat zahlreiche Menschen auch am Montagabend auf die Stra\u00dfen getrieben. Das zeigen verschiedene Videos auf Telegram-Kan\u00e4len, berichten Korrespondenten unabh\u00e4ngiger Medien. In Minsk sammelten sich die Menschen an verschiedenen Orten der Stadt, es sind nach ersten Angaben wieder Tausende. Genaue Zahlen gab es zun\u00e4chst nicht. Sie riefen &quot;Lebe Belarus&quot; und &quot;Schande&quot;. Autofahrer unterst\u00fctzen sie mit Hupkonzerten, blockierten einige Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>Wieder gingen die Sicherheitskr\u00e4fte brutal gegen friedliche Demonstranten vor, zogen sie aus Menschenmengen, griffen sie mit Schlagst\u00f6cken an, zerrten sie in Gef\u00e4ngnistransporter. Die Beamten feuerten mit Gummigeschossen auf Menschen, eine Reporterin der unabh\u00e4ngigen Zeitung &quot;Nascha Niwa&quot; wurde verletzt.<\/p>\n<p>Es wurden erneut Blendgranaten und Tr\u00e4nengas gegen die Demonstranten eingesetzt. Auch Milit\u00e4rkr\u00e4fte bezogen in der Hauptstadt Stellung. Demonstranten bauten Barrikaden.<\/p>\n<p>Bereits in der Nacht zuvor hatten Einsatzkr\u00e4fte Hunderte Protestierende festgenommen. Dutzende Menschen wurden verletzt. Auch am Montag erlitten nach ersten Berichten Demonstranten Verletzungen.<\/p>\n<p>Das Innenministerium berichtete von einem Toten. Der Mann sei auf dem Prytytsky-Boulevard ums Leben gekommen. Er habe einen &quot;nicht n\u00e4her identifizierbaren Sprengsatz&quot; auf die Beamten werfen wollen, der in seiner Hand explodiert sei. Dabei habe sich der Mann so schwer verletzt, dass er starb, zitierte die unabh\u00e4ngige Internetseite tut.by eine Erkl\u00e4rung der Beh\u00f6rde.<\/p>\n<h3>Zweifel am offiziellen Wahlergebnis<\/h3>\n<p>Lukaschenko hatte sich zum sechsten Mal zum haushohen Sieger der Pr\u00e4sidentschaftswahl erkl\u00e4ren lassen. Mehr als 80 Prozent der Stimmen seien auf ihn entfallen, behauptete die Wahlkommission. Die Anh\u00e4nger der Opposition bezweifeln diese Angaben. In 100 Wahllokalen, in denen Beobachter die Abstimmung beobachten konnten, habe die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja die Wahl gegen Lukaschenko gewonnen, meldete die Wahlinitiative &quot;Ehrliche Menschen&quot;.<\/p>\n<p>Trotz des massiven Einsatzes der Sicherheitskr\u00e4fte trauten sich die Menschen nach Medienberichten in mindestens 13 St\u00e4dten der Regionen auch am zweiten Abend gegen Lukaschenko zu demonstrieren. Hunderte protestierten unter anderem in Grodno an der polnischen Grenze, in Nawapolazk im Norden des Landes und in Babrujsk, etwa 140 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Minsk. In Brest, einer Stadt im Westen an der Grenze zu Polen gelegen, berichteten Korrespondenten vom Einsatz von Blendgranaten und Tr\u00e4nengas gegen Demonstranten.<\/p>\n<h3><strong>Sorge um Swetlana Tichanowskaja<\/strong><\/h3>\n<p>Tichanwoskaja hatte das offizielle Ergebnis nicht anerkannt, sich selbst zur Siegerin erkl\u00e4rt. Protestieren wolle sie nicht, erkl\u00e4rte sie, sie wolle keine Eskalation der Lage. Erneut appellierte sie an die Sicherheitskr\u00e4fte keine Gewalt anzuwenden.<\/p>\n<p>Am Nachmittag reichte sie Beschwerde gegen das Wahlergebnis bei der Zentralen Wahlkommission in Minsk ein. Danach habe sie die Beh\u00f6rde allein verlassen, ihrem Anwalt mitgeteilt, sie habe eine Entscheidung getroffen. Was das f\u00fcr eine Entscheidung sei, habe sie nicht gesagt, danach sei f\u00fcr Stunden telefonisch nicht erreichbar gewesen, wie ihre Sprecherin Anna Krasulina dem SPIEGEL best\u00e4tigte. Am sp\u00e4ten Abend erkl\u00e4rte das Team von Tichanowskaja auf seinem Telegram-Kanal &quot;Land f\u00fcr das Leben&quot;, man habe die Oppositionspolitikerin erreichen k\u00f6nnen, es gehe ihr gut. Die Pressesprecherin war nicht erreichbar. Wo Tichanowskaja sich aufhielt, war unklar.<\/p>\n<p>Der KGB hatte am Montag behauptet, es sei ein Attentat auf Tichanowskaja geplant gewesen. Allerdings hatte der Geheimdienst bei Wahlen in der Vergangenheit h\u00e4ufiger erkl\u00e4rt, Anschl\u00e4ge angeblich vereitelt zu haben.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Einsatzkr\u00e4fte in Minsk am Wahlabend 9. 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