{"id":177,"date":"2020-05-29T20:31:33","date_gmt":"2020-05-29T17:31:33","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/viersen-mordverdacht-gegen-erzieherin-wir-sind-alle-geschockt\/"},"modified":"2020-05-29T20:31:33","modified_gmt":"2020-05-29T17:31:33","slug":"viersen-mordverdacht-gegen-erzieherin-wir-sind-alle-geschockt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/viersen-mordverdacht-gegen-erzieherin-wir-sind-alle-geschockt\/","title":{"rendered":"Viersen: Mordverdacht gegen Erzieherin &#8211; \u201eWir sind alle geschockt\u201c"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/c9d9c85c-5556-4b93-bd1b-e4a89f4005b3_w948_r1.77_fpx54.67_fpy50.jpg\" title=\"Kita &quot;Am Steinkreis&quot; in Viersen: Am 21. April alarmierte das Team den Notarzt\" alt=\"Kita &quot;Am Steinkreis&quot; in Viersen: Am 21. April alarmierte das Team den Notarzt\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Kita &quot;Am Steinkreis&quot; in Viersen: Am 21. April alarmierte das Team den Notarzt<\/p>\n<p> SASCHA STEINBACH\/EPA-EFE\/Shutterstock <\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Haus, in dem Sandra M. bis zuletzt mit ihren Eltern und ihrem Bruder gelebt hat, liegt im \u00e4u\u00dfersten Westen Nordrhein-Westfalens, von hier sind es nur noch ein paar Hundert Meter bis zur niederl\u00e4ndischen Grenze. Die Str\u00e4\u00dfchen sind eng, man kommt an gepflegten Vorg\u00e4rten vorbei. Das Haus der M.s ist ein Klinkerbau mit Flachdach, in der Einfahrt parkt ein blauer VW, im Garten steht ein Pool.<\/p>\n<p>&quot;Wir m\u00f6chten nicht dar\u00fcber reden&quot;, sagt ein Mann, der aus der Haust\u00fcre tritt, vermutlich ist es der Vater der Beschuldigten. Das, wor\u00fcber er nicht sprechen m\u00f6chte, schockiert Menschen im ganzen Land.<\/p>\n<p>Seit dem 19. Mai sitzt Sandra M. in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft verd\u00e4chtigt die 25-J\u00e4hrige des heimt\u00fcckischen Mordes. Sie soll in einer integrativen Kindertageseinrichtung in Viersen ein M\u00e4dchen so schwer verletzt haben, dass es nicht \u00fcberlebte.<\/p>\n<p>Der Vorfall ereignete sich bereits vor mehr als einem Monat. Die integrative Kita &quot;Am Steinkreis&quot; hatte am 21. April den Notarzt alarmiert. Die kleine Greta atmete nach einem Mittagsschlaf nicht mehr. Die Einsatzkr\u00e4fte reanimierten das Kind, versorgten es not\u00e4rztlich, dann wurde es in eine Klinik gebracht. Greta wurde maschinell beatmet und starb am 4. Mai. Einen Tag nach ihrem dritten Geburtstag.<\/p>\n<h3>Vieles deutet darauf hin, dass die Beschuldigte vors\u00e4tzlich handelte<\/h3>\n<p>Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag teilten die Ermittler weitere Details mit. So liegen der Mordkommission Indizien daf\u00fcr vor, dass Sandra M. bereits an fr\u00fcheren Arbeitsstellen immer wieder lebensgef\u00e4hrliche \u00dcbergriffe auf Kinder ver\u00fcbte. Die Ereignisse sollen bis ins Jahr 2017 reichen und vieles deutet darauf hin, dass Sandra M. vors\u00e4tzlich handelte.<\/p>\n<p>In ihrem Anerkennungsjahr als Erzieherin soll sich in einer Kita in Krefeld ein m\u00f6glicher \u00dcbergriff ereignet haben. Im November 2017 rief sie andere Kolleginnen zu Hilfe. Ein Junge sei nicht mehr ansprechbar gewesen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Ursache f\u00fcr seinen Zustand konnten die \u00c4rzte laut Polizei nicht finden.<\/p>\n<p>Unter Atemnot soll auch ein Junge aus einer Kita in Kempen, in der Sandra M. von August 2018 bis Juli 2019 arbeitete, gelitten haben. Bei ihrer n\u00e4chsten Arbeitsstelle, einer Kita in T\u00f6nisvorst, kam ein Kind Ende Oktober 2019 mit einem Atemstillstand ins Krankenhaus. Das kleine M\u00e4dchen \u00fcberlebte.<\/p>\n<p>Greta aus Viersen hat das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Ein Arzt informierte die Polizei \u00fcber den Fall, weil ihm kleine, rote Punkte auf den Augenlidern und im Gesicht des M\u00e4dchens aufgefallen waren. Sie deuteten auf einen Sauerstoffmangel hin.<\/p>\n<p>Die Mordkommission ermittelte, Sandra M. wurde festgenommen. Bei ihrer Vernehmung berichtete sie laut Polizei abgekl\u00e4rt \u00fcber die Ereignisse. Sie habe das Kind noch reanimiert, bis der Notarzt gekommen sei. Inzwischen verweigert sie die Aussage.<\/p>\n<p>Die Ermittler berichteten auf der Pressekonferenz auch, dass man sich in allen Kitas gewundert habe, &quot;warum sich solch ein Mensch, dem ein Zugang zu Kindern fehlt, sich solch einen Beruf aussucht&quot;. Zudem tauchte w\u00e4hrend der Ermittlungen ein anderer, merkw\u00fcrdiger Fall auf, der ein Jahr zur\u00fcckliegt. Und der vielen im Ged\u00e4chtnis geblieben ist.<\/p>\n<p>Ein Nachbar, den man auf Sandra M. anspricht, erinnert sich gut an jenen Tag im Mai 2019. M. hatte damals behauptet, im nahegelegenen Wald von einem Mann mit einem Messer verletzt worden zu sein.<\/p>\n<p>&quot;Es war verr\u00fcckt, was damals los war&quot;, sagt der Nachbar, &quot;\u00fcberall waren Einsatzkr\u00e4fte, alles war abgesperrt, ein Hubschrauber kreiste \u00fcber dem Wald.&quot; Gerichtsmediziner stellten sp\u00e4ter fest, dass sich M. die Verletzungen wahrscheinlich selbst zugef\u00fcgt hatte.<\/p>\n<p>Wegen des Vort\u00e4uschens einer Straftat ermittelte die Staatsanwaltschaft Kleve gegen sie. Im Juni 2019 wurde das Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt. Sie sei damals psychisch auff\u00e4llig gewesen, sagt G\u00fcnter Neifer, Sprecher der Staatsanwaltschaft. M.s Schuldf\u00e4higkeit sei aufgrund ihrer pers\u00f6nlichen Verfassung &quot;wom\u00f6glich vermindert&quot; gewesen. Man habe den Opferschutzbeauftragten der Kreispolizeibeh\u00f6rde Kleve eingeschaltet. &quot;Sie hat auch versichert, dass sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen werde&quot;, sagt Neifer.<\/p>\n<p>Ob Sandra M. dieses Angebot annahm, ist bislang nicht bekannt. \u00dcberhaupt wei\u00df man wenig \u00fcber die junge Frau, die in ihrer Heimatgemeinde offenbar gut integriert war. Jahrelang war sie im Tennisverein aktiv, spielte regelm\u00e4\u00dfig, ihr letztes Spiel absolvierte sie erst vor einigen Monaten. Auch f\u00fcr die Sommersaison 2020 ist sie gemeldet.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he des Hauses befindet sich der Klub, bei dem Sandra M. spielte. Am Donnerstagabend, nachdem die ungeheuerlichen Vorw\u00fcrfe bekannt werden, trainiert dort ein Herren-Doppel, ein paar M\u00e4nner aus dem Klub schauen zu. &quot;Wir sind alle geschockt&quot;, sagt einer.<\/p>\n<p>Sandra M. sei im Verein nie negativ aufgefallen, habe ein gutes Verh\u00e4ltnis zu ihren Eltern gehabt. Der Mann sch\u00fcttelt den Kopf und sagt, dass er nicht mehr sagen m\u00f6chte. Auch eine ehemalige Mitspielerin ihrer Mannschaft will sich am Telefon nicht \u00e4u\u00dfern. Sie wirkt fassungslos. So wie viele in diesem Fall.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Kita &quot;Am Steinkreis&quot; in Viersen: Am 21. April alarmierte das Team den Notarzt SASCHA STEINBACH\/EPA-EFE\/Shutterstock Das Haus, in dem Sandra M. bis zuletzt mit ihren Eltern und ihrem Bruder gelebt hat, liegt im \u00e4u\u00dfersten Westen Nordrhein-Westfalens, von hier sind es nur noch ein paar Hundert Meter bis zur niederl\u00e4ndischen Grenze. 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