{"id":1760,"date":"2020-08-10T16:58:42","date_gmt":"2020-08-10T13:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/olaf-scholz-ist-spd-kanzlerkandidat-endlich-einmal-erster\/"},"modified":"2020-08-10T16:58:42","modified_gmt":"2020-08-10T13:58:42","slug":"olaf-scholz-ist-spd-kanzlerkandidat-endlich-einmal-erster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/olaf-scholz-ist-spd-kanzlerkandidat-endlich-einmal-erster\/","title":{"rendered":"Olaf Scholz ist SPD-Kanzlerkandidat: Endlich einmal Erster"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9d4f8bfb-485e-4b5a-864a-c205a76ac20f_w948_r1.77_fpx30.21_fpy44.99.jpg\" title=\"Norbert Walter-Borjans, Olaf Scholz, Saskia Esken\" alt=\"Norbert Walter-Borjans, Olaf Scholz, Saskia Esken\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Norbert Walter-Borjans, Olaf Scholz, Saskia Esken<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Thomas Trutschel\/ Photothek\/ Getty Images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Olaf Scholz ist am Ziel. Der Vizekanzler, Ende 2019 noch von den eigenen Leuten verschm\u00e4ht, wird Kanzlerkandidat der SPD. Einstimmig nominierten Pr\u00e4sidium und Parteivorstand Scholz als F\u00fchrungsfigur f\u00fcr die Bundestagswahl. Der Vorschlag kam von den Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Ausgerechnet von jenen also, die Scholz im vergangenen Jahr im Mitgliedervotum um die F\u00fchrung der Sozialdemokraten besiegt hatten.<\/p>\n<p>Die SPD hat nun als erste Partei mit Chancen auf die Nachfolge von Angela Merkel ihre Aufstellung gekl\u00e4rt, mehr als ein Jahr vor der Bundestagswahl. Bei der Union ist dagegen weiter offen, ob einer der Kandidaten f\u00fcr den CDU-Vorsitz Kanzlerkandidat wird &#8211; oder am Ende doch CSU-Chef Markus S\u00f6der. Auch die Gr\u00fcnen haben sich noch nicht entschieden, ob sie mit Annalena Baerbock oder mit Robert Habeck antreten.<\/p>\n<p>Die SPD ist also endlich einmal Erster. Stolz verweisen die Genossen an diesem Tag darauf, dass es gelungen sei, die Nominierung geheim zu halten. Tats\u00e4chlich war die Kandidatur von Scholz zwar erwartet worden, allerdings nicht zu einem so fr\u00fchen Zeitpunkt.<\/p>\n<p>Dabei hatten sich eine kleine Gruppe f\u00fchrender Sozialdemokraten bereits Anfang Juli auf Scholz verst\u00e4ndigt. Nach SPIEGEL-Informationen trafen sich Esken, Walter-Borjans und Scholz am Abend des 7. Juli mit Generalsekret\u00e4r Lars Klingbeil und Fraktionschef Rolf M\u00fctzenich. Ort des vertraulichen Gespr\u00e4chs war das franz\u00f6sische Restaurant &quot;Le Bon Mori&quot;, gegen\u00fcber dem Willy-Brandt-Haus. Man habe sich in die Hand versprochen, die Entscheidung streng vertraulich zu behandeln, hei\u00dft es. Auch als Test f\u00fcr die weitere Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Die Parteivorsitzenden haben schon l\u00e4nger ihren Frieden mit Scholz gemacht. In der Coronakrise ist die Zusammenarbeit immer besser geworden. Scholz hat Esken und Walter-Borjans eingebunden, die beiden stellten wiederum ihre Attacken auf die Gro\u00dfe Koalition ein.<\/p>\n<h3>Auch Jusos loben Scholz<\/h3>\n<p>Doch was ist mit ihren Anh\u00e4ngern? Die SPD liegt in Umfragen weiter nur bei 15 Prozent. Wenn die Partei geschlossen in den Wahlkampf ziehen und deutlich zulegen will, kommt es auf die Unterst\u00fctzer von Esken und Walter-Borjans an. Gerade bei den Jusos gibt es viele, die Scholz ablehnen und im vergangenen Jahr leidenschaftlich gegen seine Kandidatur f\u00fcr den Parteivorsitz gek\u00e4mpft hatten.<\/p>\n<p>Mittlerweile klingt das bei Juso-Chef Kevin K\u00fchnert und seiner designierten Nachfolgerin Jessica Rosenthal anders. Beide loben Scholz f\u00fcr seine Arbeit als Finanzminister und f\u00fcrs Krisenmanagement in der Pandemie. Rosenthal h\u00e4tte sich allerdings wie andere aus der nordrhein-westf\u00e4lischen SPD eine sp\u00e4tere Entscheidung gew\u00fcnscht. Die Genossen aus NRW f\u00fcrchten, dass die Kanzlerkandidatur die Kommunalwahlen in ihrem Bundesland im September \u00fcberschattet.<\/p>\n<p>Auch das Scholz-Lager muss aus der verlorenen Parteivorsitz-Bewerbung lernen. Erfolg kann der Kanzlerkandidat nur haben, wenn er das linke Lager einbindet, etwa beim Programm. Das d\u00fcrfte allerdings ein ziemlicher Drahtseilakt werden. Denn Scholz und seine Leute m\u00fcssen zugleich darauf achten, ein Angebot f\u00fcr die Mitte zu machen, um Merkel- und Gr\u00fcnen-W\u00e4hler zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich ist da noch Saskia Esken. Die SPD-Vorsitzende ist immer f\u00fcr einen Vorsto\u00df gut, der in ihrer Partei Entsetzen ausl\u00f6st. Auch beim ARD-Sommerinterview am Wochenende, also unmittelbar vor der Verk\u00fcndung der Scholz-Kandidatur, war es mal wieder so weit. Statt einer Gro\u00dfen Koalition streben Esken und Walter-Borjans im kommenden Jahr ein Linksb\u00fcndnis mit Gr\u00fcnen und Linkspartei an. So weit herrscht in der Partei auch Konsens.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend Walter-Borjans sagte, die SPD wolle die f\u00fchrende Kraft in einer solchen Konstellation sein, zeigte sich Esken auch offen f\u00fcr ein B\u00fcndnis unter einer gr\u00fcnen Kanzlerschaft. &quot;Da geht es nicht um Eitelkeiten&quot;, sagte Esken in der ARD, sondern darum, gute Politik zu machen. Die SPD sei &quot;bereit, in so eine Verantwortung zu gehen&quot;.<\/p>\n<h3>&quot;Wir sollten unsere Chancen nicht untersch\u00e4tzen&quot;<\/h3>\n<p>Der rheinland-pf\u00e4lzische Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer kritisiert diese Aussage. &quot;Ich bin daf\u00fcr, dass die SPD immer ein Angebot an die Mehrheit im Land formuliert. Und damit die F\u00fchrung eines Regierungsb\u00fcndnisses anstrebt&quot;, sagte Schweitzer dem SPIEGEL. Bei der n\u00e4chsten Bundestagswahl komme durch den R\u00fcckzug von Merkel viel in Bewegung.<\/p>\n<p>Vieles sei m\u00f6glich, so Schweitzer: &quot;In Rheinland-Pfalz regieren wir zum Beispiel sehr erfolgreich in einer Ampel unter unserer F\u00fchrung. Daher: Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sollten unsere Chancen nicht untersch\u00e4tzen.&quot;<\/p>\n<p>Auch die Sprecherin des konservativen Seeheimer Kreises, Siemtje M\u00f6ller, st\u00f6rt sich an Eskens Aussage. &quot;Ich halte es f\u00fcr kein realistisches Szenario, dass es eine rot-rot-gr\u00fcne Mehrheit g\u00e4be und die SPD in einer solchen Konstellation nicht st\u00e4rkste Kraft w\u00e4re&quot;, sagte M\u00f6ller dem SPIEGEL. &quot;Zudem: Koalitionen werden erst nach der Wahl geschmiedet, und bis dahin ist alles hypothetisches Gepl\u00e4nkel.&quot; Grunds\u00e4tzlich sei sie der \u00dcberzeugung, dass es dem Land besser gehe, wenn die SPD regiere.<\/p>\n<p>Wie es um die Strategief\u00e4higkeit und Geschlossenheit der SPD wirklich steht, d\u00fcrfte sich erst noch zeigen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Norbert Walter-Borjans, Olaf Scholz, Saskia Esken Foto:\u2002Thomas Trutschel\/ Photothek\/ Getty Images Olaf Scholz ist am Ziel. 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