{"id":17596,"date":"2023-01-16T02:16:23","date_gmt":"2023-01-15T23:16:23","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/lutzerath-raumung-beendet-aber-im-tunnel-harren-zwei-aktivisten-aus\/"},"modified":"2023-01-16T02:16:23","modified_gmt":"2023-01-15T23:16:23","slug":"lutzerath-raumung-beendet-aber-im-tunnel-harren-zwei-aktivisten-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/lutzerath-raumung-beendet-aber-im-tunnel-harren-zwei-aktivisten-aus\/","title":{"rendered":"L\u00fctzerath: R\u00e4umung beendet \u2013 aber im Tunnel harren zwei Aktivisten aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die R\u00e4umung des Braunkohledorfs ist laut Polizeiangaben abgeschlossen. Unterirdisch haben sich allerdings zwei Aktivisten verschanzt. Greta Thunberg nannte die Landschaft \u00bbMordor\u00ab, auch sie tauchte noch einmal auf.  <\/p>\n<p>Die R\u00e4umung des Protestdorfes L\u00fctzerath am rheinischen Braunkohletagebau ist nach Angaben der Polizei bis auf zwei in einem Tunnel ausharrenden Aktivisten beendet. Wie lange es dauern werde, sie dort herauszuholen, sei v\u00f6llig unklar, sagte am Sonntag ein Sprecher des Energiekonzerns RWE, dessen Werkfeuerwehr die als \u00bbRettung\u00ab bezeichnete Aktion \u00fcbernommen hat. Am Schacht kontrolliere die Feuerwehr regelm\u00e4\u00dfig ein Bel\u00fcftungsger\u00e4t. Andere Aktivisten berichteten, den beiden gehe es gut.<\/p>\n<p>Der Aachener Polizeipr\u00e4sident Dirk Weinspach war am Freitag in den Schacht hineingestiegen und beschrieb \u00bbein Kellergew\u00f6lbe, aus dem ein Schacht von vier Metern geht, dann eine Konstruktion in der Waagerechten\u00ab. Er sei nicht ganz unten im Schacht gewesen, sondern nur oben, wo es noch halbwegs gefahrlos m\u00f6glich sei. \u00bbDie Konstruktion ist nicht sicher\u00ab, so Weinspachs Eindruck. \u00bbWas wir gesehen haben f\u00fcr Zug- und Abluft, ist nicht geeignet, dort dauerhaft Sauerstoffversorgung so zu gew\u00e4hrleisten, dass der CO\u2082-Gehalt nicht zu sehr ansteigt.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbEs befinden sich keine weiteren Aktivisten in der Ortslage L\u00fctzerath\u00ab, teilte die Polizei am Sonntag mit. Bereits bis Freitag seien die Geb\u00e4ude ger\u00e4umt worden, nunmehr auch die insgesamt 35 \u00bbBaumstrukturen\u00ab sowie knapp 30 Holzkonstruktionen. Knapp 300 Personen seien aus L\u00fctzerath weggebracht worden, wobei es zu vier Widerstandshandlungen gekommen sei, so die Polizeiangaben. Seit Beginn der R\u00e4umung seien 154 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.<\/p>\n<p>Mehr als 70 Polizistinnen und Polizisten seien seit Beginn des R\u00e4umungseinsatzes am vergangenen Mittwoch verletzt worden. Neun Aktivisten seien mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden. \u00bbGl\u00fccklicherweise ist niemand lebensgef\u00e4hrlich verletzt worden\u00ab, teilte die Polizei mit.<\/p>\n<h3>Kontroverse um Gewaltt\u00e4tigkeiten<\/h3>\n<p>Die Veranstalter der Anti-Kohle-Demonstration vom Samstag hatten dagegen von mehreren lebensgef\u00e4hrlich verletzten Kundgebungsteilnehmern gesprochen. Nach Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Demonstranten und Polizisten flogen am Sonntag Gewaltvorw\u00fcrfe hin und her.<\/p>\n<p>Am Rande der Demo hatten laut Polizei rund 1000 gro\u00dfenteils vermummte \u00bbSt\u00f6rer\u00ab versucht, auf das abgesperrte Gel\u00e4nde von L\u00fctzerath vorzudringen. Um sie abzuwehren, setzte die Polizei Wasserwerfer, Schlagst\u00f6cke und Pfefferspray ein. Zw\u00f6lf Personen wurden fest- oder in Gewahrsam genommen. Nach Polizeiangaben wurden 30 Dienstfahrzeuge besch\u00e4digt, davon acht durch abgetretene Seitenspiegel, Schmierereien und Steinw\u00fcrfe. Au\u00dferdem seien 32 Reifen an den Fahrzeugen der Polizei zerstochen worden.<\/p>\n<p>Die Veranstalter der Demo und Sprecher der L\u00fctzerather Aktivisten warfen umgekehrt der Polizei Gewaltexzesse vor. Eine Sprecherin des Sanit\u00e4tsdienstes der Demonstranten sagte, es sei eine \u00bbhohe zweistellige bis dreistellige Zahl\u00ab von Teilnehmern verletzt worden. Darunter seien viele schwer verletzte und einige lebensgef\u00e4hrlich verletzte Menschen gewesen. Die Polizei habe \u00bbsystematisch auf den Kopf von Aktivistinnen und Aktivisten geschlagen\u00ab.<\/p>\n<p>Nach eigenen Angaben ist der Polizei von lebensgef\u00e4hrlichen Verletzungen nichts bekannt. Ein Demonstrant sei am Samstag bewusstlos geworden, man habe ihn sofort versorgt und dann in einem Rettungswagen abtransportiert, sagte ein Sprecher. Lebensgefahr habe nicht bestanden und es habe ebenso keinen Rettungshubschraubereinsatz gegeben, \u00fcber den Aktivisten berichtet hatten. Von \u00bbLegenden\u00ab sprach Michael Mertens, NRW-Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), und von einem Einsatz mit \u00bbVorbildcharakter\u00ab: Die Polizei habe von Anfang auf ein Deeskalationskonzept gesetzt, das dem friedlichen Protest gegen den Braunkohleabbau viel Raum gelassen habe.<\/p>\n<h3>Greta Thunberg: \u00bbIhr seid die Heiligen und die Hoffnung\u00ab<\/h3>\n<p>Am Samstag war auch Greta Thunberg, Star der Klimabewegung, aus Solidarit\u00e4t nach Erkelenz gereist. \u00dcber die Besetzungen als Mittel der Klimabewegung sagte sie im Interview mit dem SPIEGEL: \u00bbWas sie hier gemacht haben, war sehr beeindruckend und hat enorme Aufmerksamkeit gebracht. Ich merke auch, dass die internationale Klimabewegung hier sehr genau hinschaut, sich dar\u00fcber austauscht. Die Aktionen hier haben etwas ausgel\u00f6st.\u00ab<\/p>\n<p>Die Landschaft um L\u00fctzerath bezeichnete Thunberg in einem dpa-Interview als \u00bbMordor\u00ab \u2013 wie das zerkl\u00fcftete, baumlose Reich, in dem der englische Schriftsteller J.R.R. Tolkien einst in seiner Fantasiewelt Mittelerde das ultimativ B\u00f6se verortete. Als Hauptrednerin einer Kundgebung am Samstag rief sie den Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern zu: \u00bbYou are the saints, and you are the hope!\u00ab \u2013 sie seien die Heiligen und die Hoffnung. Und am Ende auf Deutsch: \u00bbIch sag L\u00fctzi \u2013 ihr sagt?\u00ab \u2013 \u00bbBleibt!\u00ab, erg\u00e4nzte die Menge.<\/p>\n<p>Am Sonntagnachmittag tauchte Greta Thunberg noch einmal \u00fcberraschend an der Kante des Braunkohletagebaus bei L\u00fctzerath auf, dick eingepackt mit M\u00fctze und Kapuzenjacke. Ein dpa-Reporter berichtete, sie habe an einer Spontan-Demo teilgenommen und mit anderen Klimaaktivisten gesungen und getanzt.<\/p>\n<p>Ein Polizeisprecher sagte, Thunberg habe kurzzeitig auf einem Wall an der Tagebaukante gesessen. Polizisten h\u00e4tten sie zu ihrer eigenen Sicherheit aufgefordert, den Wall zu verlassen. Als sie dem nicht nachgekommen sei, h\u00e4tten die Beamten sie einige Schritte weggetragen, was harmonisch verlaufen sei. Anschlie\u00dfend sei die schwedische Klimaaktivistin ihrer Wege gegangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die R\u00e4umung des Braunkohledorfs ist laut Polizeiangaben abgeschlossen. Unterirdisch haben sich allerdings zwei Aktivisten verschanzt. Greta Thunberg nannte die Landschaft \u00bbMordor\u00ab, auch sie tauchte noch einmal auf. 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