{"id":17364,"date":"2023-01-05T23:06:31","date_gmt":"2023-01-05T20:06:31","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-krieg-bundesregierung-kundigt-lieferung-von-marder-schutzenpanzern-an\/"},"modified":"2023-01-05T23:06:31","modified_gmt":"2023-01-05T20:06:31","slug":"ukraine-krieg-bundesregierung-kundigt-lieferung-von-marder-schutzenpanzern-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-krieg-bundesregierung-kundigt-lieferung-von-marder-schutzenpanzern-an\/","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg: Bundesregierung k\u00fcndigt Lieferung von \u00bbMarder\u00ab-Sch\u00fctzenpanzern an"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Frankreich machte es zuerst publik, nun ziehen die USA und Deutschland nach: Die Bundesregierung will der Ukraine Marder-Sch\u00fctzenpanzer liefern. Nach SPIEGEL-Informationen will man auch beim Flugabwehrpanzer Gepard nachlegen.  <\/p>\n<p>Deutschland verst\u00e4rkt seine Waffenhilfe f\u00fcr die Ukraine. Die Bundesregierung will dem von Russland angegriffenen Land Sch\u00fctzenpanzer des Typs Marder sowie eine Patriot-Flugabwehrbatterie liefern. Das geht aus einer gemeinsamen Presseerkl\u00e4rung von Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Pr\u00e4sident Biden nach einem Telefonat der beiden Politiker hervor. Die USA wollen der Ukraine ihrerseits Panzer vom Typ Bradley zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>In der Pressemitteilung wird keine Zahl genannt; nach SPIEGEL-Informationen will Deutschland bis zu 40 Marder an die Ukraine liefern, um ein Panzergrenadierbataillon voll auszustatten. Die ersten Marder sollen nach den Pl\u00e4nen der Bundesregierung schon im ersten Quartal ausgeliefert werden.<\/p>\n<p>Bei den Mardern k\u00f6nnte es sich um alte Modelle aus Best\u00e4nden der Industrie handeln, die derzeit aufgearbeitet werden. Hinzukommen k\u00f6nnten wohl auch Modelle aus Bundeswehrbest\u00e4nden, die in den kommenden Monaten durch Modelle aus der Instandsetzung der Industrie ersetzt werden. Vorgesehen ist dem Statement zufolge, dass ukrainische Einheiten von der Bundeswehr ausgebildet werden sollen. Die Ausbildung sei jederzeit aktivierbar, hei\u00dft es aus Berlin.<\/p>\n<h3>Abstimmung zwischen Paris, Berlin und Washington seit kurz vor Weihnachten<\/h3>\n<p>Der Marder-Hersteller Rheinmetall hatte im vergangenen Sommer rund hundert Exemplare des Sch\u00fctzenpanzers aus Altbest\u00e4nden vorr\u00e4tig. Davon erh\u00e4lt Griechenland im Zuge des \u00bbRingtauschs\u00ab nach und nach 40 Exemplare und gibt daf\u00fcr Sowjetpanzer an die Ukraine ab. Die restlichen 60 Marder sind nach SPIEGEL-Informationen weiterhin verf\u00fcgbar, m\u00fcssten aber erst aufbereitet werden.<\/p>\n<p>Aus Industriekreisen hie\u00df es, Rheinmetall k\u00f6nne in den n\u00e4chsten sieben Monaten 40 Marder wieder auf Stand bringen. M\u00f6glicherweise k\u00f6nne man einige Modelle aus dem \u00bbRingtausch\u00ab herausnehmen und in die Ukraine umleiten.<\/p>\n<p>Die Ukraine hatte schon seit Monaten um westliche Sch\u00fctzen- und auch Kampfpanzer gebeten. Nach SPIEGEL-Informationen hatten Deutschland, Frankreich und die USA seit kurz vor Weihnachten ausgelotet, wie man die Ukraine noch wirksamer ausstatten kann. Dabei war nach Angaben aus Sicherheitskreisen sehr schnell klar, dass alle drei Nationen Panzer liefern w\u00fcrden. Kurz nach Silvester sei dann die Entscheidung zur Marder-Lieferung gefallen. Eine \u00e4hnliche Menge Bradley-Panzer soll aus den USA kommen. In Berlin wurde betont, dass keiner der Partner gedr\u00e4ngt wurde, stattdessen habe es schnell Einigkeit gegeben, dass man bei den Waffenlieferungen einen weiteren Schritt gehen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Frankreich hatte am Mittwoch angek\u00fcndigt, der Ukraine Sp\u00e4hpanzer des Typs AMX-10 RC zu liefern . US-Pr\u00e4sident Biden hatte schon am Mittwoch gesagt, die USA w\u00fcrden die Bradley-Lieferung erw\u00e4gen. Danach hatte sich eine \u00c4nderung der deutschen Position abgezeichnet. Bundeskanzler Scholz hatte stets betont, es werde keine deutschen Alleing\u00e4nge geben, man stimme sich mit den internationalen Verb\u00fcndeten ab.<\/p>\n<h3>\u00bbErfreulicher, wichtiger und \u00fcberf\u00e4lliger Schritt zur Unterst\u00fctzung der Ukraine\u00ab<\/h3>\n<p>Da nun zwei der wichtigsten ihre Haltung zu Panzerlieferungen revidiert haben, fiel dieses Argument f\u00fcr Scholz weg. Auch bei der milit\u00e4rischen Leitung im Verteidigungsministerium hie\u00df es, eine komplett ablehnende Haltung sei nicht mehr durchzuhalten. Hintergrund ist nach SPIEGEL-Informationen auch die Erkenntnis der westlichen Partner, dass die Ukraine angesichts des Kriegsverlaufs nun mehr Panzer ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Koalitionsintern gab es von FDP und Gr\u00fcnen schon lange die Forderung, der Ukraine auch Sch\u00fctzenpanzer zur Verf\u00fcgung zu stellen , auch der Ruf nach der Lieferung von Kampfpanzern wurde vereinzelt laut. Seit der Ank\u00fcndigung Frankreichs am Mittwoch mehrten sich auch in der Kanzlerpartei SPD Stimmen f\u00fcr einen Kurswechsel. Am Freitag will Scholz mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj telefonieren, um \u00fcber die Panzerlieferung zu sprechen.<\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung, der Ukraine Marder zur Verf\u00fcgung zu stellen, stie\u00df bei den Gr\u00fcnen auf Zustimmung. \u00bbGut, dass Pr\u00e4sident Macron vorangegangen ist. Gut, dass auch Kanzler Scholz und Pr\u00e4sident Biden heute nachziehen\u00ab, sagte Sara Nanni, Obfrau der Gr\u00fcnen im Verteidigungsausschuss, dem SPIEGEL. Die Lieferungen der Marder und des Patriot-Systems seien richtig und wichtig. Nun m\u00fcsse rasch die Ausbildung organisiert werden.<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnenabgeordnete Robin Wagener, Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe, sagte dem SPIEGEL: \u00bbDie angek\u00fcndigten Sch\u00fctzenpanzer sind ein erfreulicher, wichtiger und \u00fcberf\u00e4lliger Schritt zur Unterst\u00fctzung der Ukraine.\u00ab Doch angesichts der russischen Mobilisierung werde es nicht allein bei Sch\u00fctzenpanzern bleiben k\u00f6nnen. Zur Wahrheit geh\u00f6re aber auch, \u00bbdass wir den Marder schon seit dem Fr\u00fchjahr h\u00e4tten liefern m\u00fcssen.\u00ab Die Zur\u00fcckhaltung habe keinerlei deeskalierenden Effekt auf den Kreml gehabt.<\/p>\n<p>Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, begr\u00fc\u00dfte die Ank\u00fcndigung ebenfalls. Sie sprach von einer gro\u00dfen Erleichterung. Die Entscheidung komme \u00bbsehr sp\u00e4t, aber nicht zu sp\u00e4t\u00ab.<\/p>\n<h3>Weitere Gepard-Lieferungen vorgesehen<\/h3>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den Mardern und der Patriot-Batterie will die Bundesregierung die Ukraine auch mit weiteren Flugabwehrpanzern vom Typ Gepard versorgen. Nach SPIEGEL-Informationen laufen bereits Gespr\u00e4che mit zwei Staaten, die noch \u00fcber Gepard-Best\u00e4nde und reichlich 35-Millimeter-Munition verf\u00fcgen. Noch gibt es kein Abkommen, aber in Berlin herrscht vorsichtige Zuversicht, dass man der Ukraine in den kommenden Monaten noch weitere Geparden liefern kann.<\/p>\n<p>Der Gepard, von dem Deutschland im vergangenen Jahr bereits 30 Systeme in die Ukraine geliefert hat, erwies sich an der Front als sehr leistungsf\u00e4hig. Vor allem zur Bek\u00e4mpfung von durch Russland abgefeuerten Drohnen sei das System sehr effektiv, hei\u00dft es in Milit\u00e4rkreisen. Bereits im Dezember hatte Berlin der Ukraine sieben weitere Geparden zugesagt. K\u00e4me es jetzt zu einer weiteren Lieferung mit bis zu 30 zus\u00e4tzlichen Panzern dieses Typs, w\u00fcrde dies die ukrainische Luftabwehr substanziell verst\u00e4rken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich machte es zuerst publik, nun ziehen die USA und Deutschland nach: Die Bundesregierung will der Ukraine Marder-Sch\u00fctzenpanzer liefern. Nach SPIEGEL-Informationen will man auch beim Flugabwehrpanzer Gepard nachlegen. 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