{"id":17314,"date":"2023-01-03T17:56:38","date_gmt":"2023-01-03T14:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutschland-inflation-sinkt-im-dezember-auf-86-prozent\/"},"modified":"2023-01-03T17:56:38","modified_gmt":"2023-01-03T14:56:38","slug":"deutschland-inflation-sinkt-im-dezember-auf-86-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutschland-inflation-sinkt-im-dezember-auf-86-prozent\/","title":{"rendered":"Deutschland: Inflation sinkt im Dezember auf 8,6 Prozent"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die Preise steigen weiter, aber etwas langsamer als zuvor: Im Dezember ist die Inflationsrate laut einer ersten Sch\u00e4tzung auf 8,6 Prozent gefallen. Bis zu einer Normalisierung k\u00f6nnte es laut Experten aber noch lange dauern.  <\/p>\n<p>Der Anstieg der Inflation in Deutschland hat sich im Dezember 2022 auf hohem Niveau verlangsamt. Die Verbraucherpreise legten zum Vorjahresmonat um 8,6 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt anhand von vorl\u00e4ufigen Daten mit. Im November hatte die Teuerungsrate 10,0 Prozent betragen, nachdem sie im Oktober mit 10,4 Prozent auf den h\u00f6chsten Stand seit 1951 geklettert war.<\/p>\n<p>H\u00f6here Teuerungsraten schm\u00e4lern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese k\u00f6nnen sich f\u00fcr einen Euro weniger leisten. Der finanzielle Spielraum der Menschen schrumpft, Einkommenszuw\u00e4chse werden von der Inflation aufgezehrt.<\/p>\n<p>Besonders stark verteuerte sich im Dezember als Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine erneut Energie: Sie kostete durchschnittlich 24,4 Prozent mehr als im November 2021, nachdem es im November sogar plus 38,7 Prozent waren. \u00d6l und in der Folge auch Benzin, Diesel und Heiz\u00f6l kosteten zuletzt an den Weltm\u00e4rkten deutlich weniger. Die Einmalzahlung zur Entlastung der privaten Haushalte f\u00fcr Erdgas und Fernw\u00e4rme hatte dagegen nur einen leicht d\u00e4mpfenden Effekt, da nicht alle von der Ma\u00dfnahme profitieren. Nahrungsmittel verteuerten sich diesmal um 20,7 Prozent, Dienstleistungen um 3,9 Prozent.<\/p>\n<p>\u00dcbers gesamte Jahr gesehen stiegen die deutschen Verbraucherpreise 2022 so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie erh\u00f6hten sich laut den Statistikern um durchschnittlich 7,9 Prozent. Eine gr\u00f6\u00dferes Plus hat es im wiedervereinigten Deutschland noch nicht gegeben. 2021 hatte die Inflation noch bei 3,1 Prozent gelegen. F\u00fcr das laufende Jahr sagen die meisten Experten eine leichte Entspannung voraus. Das Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW) etwa rechnet mit einem R\u00fcckgang auf 5,4 Prozent.<\/p>\n<h3>Ein bis zwei Jahre zur Preisstabilit\u00e4t?<\/h3>\n<p>\u00bbDas Schlimmste bei der Inflation haben wir wohl \u00fcberstanden\u00ab, sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. \u00bbAber so richtig durchatmen k\u00f6nnen wir noch nicht.\u00ab So habe sich in Nordrhein-Westfalen die sogenannte Kerninflation \u2013 bei der die Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden \u2013 sogar beschleunigt, von 4,6 auf 4,9 Prozent. Das belege, dass mehr Unternehmen au\u00dferhalb des Energiesektors ihre hohen Strom-, Heiz- und Spritkosten auf die Verbraucher \u00fcberw\u00e4lzen.<\/p>\n<p>\u00bbAbgesehen von Energie d\u00fcrfte der Preisanstieg in diesem Jahr hartn\u00e4ckig hoch bleiben\u00ab, prophezeite auch J\u00f6rg Kr\u00e4mer, Chefvolkswirt der Commerzbank. \u00bbIn einem Umfeld entankerter Inflationserwartungen d\u00fcrften die Gewerkschaften deutlich h\u00f6here Lohnsteigerungen und die Unternehmen h\u00f6here Absatzpreise einfacher durchsetzen.\u00ab Auch Dekabank-Che\u00f6konom Ulrich Kater erwartet eine langsame Normalisierung: \u00bbBis wir wieder richtige Preisstabilit\u00e4t haben, wird es im besten Fall ein bis zwei Jahre dauern.&quot;<\/p>\n<p>Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung (IMK), sieht hingegen eine Kehrtwende erreicht. \u00bbSolange es keinen neuen, heftigen Energiepreisschock gibt, d\u00fcrften wir auf absehbare Zeit in Deutschland nun keine zweistelligen Inflationsraten mehr sehen\u00ab, sagte er. F\u00fcr das Gesamtjahr 2023 rechne er nur noch mit einer Inflation von rund 5 Prozent, wobei die Inflationsraten in der zweiten Jahresh\u00e4lfte deutlich unter dieser Marke liegen d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Mit Zinserh\u00f6hungen versucht die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) seit Sommer 2022, die Inflation im Euroraum einzud\u00e4mmen. Denn wenn Kredite teurer werden, bremst das die Nachfrage und kann so hohen Teuerungsraten entgegenwirken. Zugleich jedoch sind h\u00f6here Zinsen eine B\u00fcrde f\u00fcr die ohnehin durch Kriegsfolgen geschw\u00e4chte Wirtschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Preise steigen weiter, aber etwas langsamer als zuvor: Im Dezember ist die Inflationsrate laut einer ersten Sch\u00e4tzung auf 8,6 Prozent gefallen. 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