{"id":1709,"date":"2020-08-08T08:48:28","date_gmt":"2020-08-08T05:48:28","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-wie-fruhere-erkaltungen-eine-infektion-beeinflussen-konnten\/"},"modified":"2020-08-08T08:48:28","modified_gmt":"2020-08-08T05:48:28","slug":"coronavirus-wie-fruhere-erkaltungen-eine-infektion-beeinflussen-konnten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-wie-fruhere-erkaltungen-eine-infektion-beeinflussen-konnten\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Wie fr\u00fchere Erk\u00e4ltungen eine Infektion beeinflussen k\u00f6nnten"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infziert, bleibt entweder so fit, dass er dies gar nicht bemerkt, oder plagt sich ein paar Tage mit leichten Symptomen oder wird schwer krank oder hat \u00fcber Monate gesundheitliche Probleme oder er stirbt sogar. Es ist im Detail schwer zu kl\u00e4ren, warum eine Infektion mit Sars-CoV-2, wie mit anderen Viren \u00fcbrigens auch, derart unterschiedlich verlaufen kann. Die entscheidende Rolle spielt dabei die Immunreaktion des Einzelnen auf den Erreger.<\/p>\n<p>Eine Theorie ist, dass fr\u00fchere Infektionen mit anderen Coronaviren, die als Erk\u00e4ltungserreger schon lange zirkulieren, die Immunantwort auf Sars-CoV-2 beeinflussen &#8211; und damit die Krankheitsschwere.<\/p>\n<p>In einer im Wissenschaftsmagazin &quot;Science&quot; ver\u00f6ffentlichten Studie hat sich ein Forscherteam genauer mit den sogenannten T-Zellen besch\u00e4ftigt, einem Teil der Immunabwehr.<\/p>\n<p>Verschiedene Studien zeigten eine deutliche Reaktion von T-Zellen auf Bestandteile des Virus bei 20 bis 50 Prozent der Menschen, die nachweislich noch nie mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Es gibt verschiedene Unterarten von T-Zellen, die unterschiedliche Jobs \u00fcbernehmen: Einige T-Zellen aktivieren andere Teile des Immunsystems und f\u00f6rdern damit die Immunreaktion, andere unterdr\u00fccken diese, wieder andere t\u00f6ten befallene Zellen ab. Sogenannte T-Ged\u00e4chtniszellen bleiben nach einer einer Infektion oder Impfung bestehen und k\u00f6nnen bei einer erneuten Begegnung mit dem Erreger die Immunantwort f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Jeder Mensch hat andere T-Ged\u00e4chtniszellen, davon abh\u00e4ngig, welche Krankheiten und Impfungen er oder sie bekommen hat. Au\u00dferdem bildet nicht jeder Mensch die gleichen Ged\u00e4chtniszellen gegen einen bestimmten Erreger, sondern unterschiedliche.<\/p>\n<p>Die Gruppe um Jose Mateus vom La Jolla Institute for Immunology im US-Bundesstaat Kalifornien wollte herausfinden, ob T-Zellen &#8211; beziehungsweise einige von ihnen &#8211; auf bestimmte Bestandteile von herk\u00f6mmlichen Erk\u00e4ltungs-Coronaviren und von Sars-CoV-2 gleicherma\u00dfen ansprechen. Daf\u00fcr nutzten sie unter anderem Blutproben von Menschen, die bereits vor einigen Jahren entnommen wurden, als die Probanden noch keinen Kontakt zum neuartigen Coronavirus gehabt haben konnten.<\/p>\n<p>Vereinfacht gesagt pr\u00e4sentierten sie diesen Zellen kleine Abschnitte von Virusproteinen, sogenannte Epitope, auf die die Immunzellen reagieren &#8211; oder eben nicht. F\u00fcrs Sars-CoV-2 identifizierten die Forscherinnen und Forscher in dieser Studie 142 Epitope, auf die Immunzellen aus den Blutproben ansprachen. Nach weiteren Experimenten folgerte das Team, dass es sich bei den reagierenden Zellen h\u00f6chstwahrscheinlich um T-Ged\u00e4chtniszellen handelt, die sich nach einer von Coronaviren verursachten Erk\u00e4ltung gebildet hatten. Das ist auch plausibel, weil einige der Epitope von Sars-CoV-2 denen der Erk\u00e4ltungs-Coronaviren extrem \u00e4hneln.<\/p>\n<h3>Die wichtige Frage, die noch nicht beantwortet werden kann<\/h3>\n<p>Tragen diese Ged\u00e4chtniszellen dazu bei, dass manche Menschen eine Sars-CoV-2-Infektion problemlos durchstehen? Leider l\u00e4sst sich das noch nicht beantworten. Das Team um Jose Mateus schreibt selbst: &quot;Die Hypothese ist plausibel, dass bereits bestehende T-Ged\u00e4chtniszellen dazu beitragen k\u00f6nnen, dass Covid-19 unterschiedlich schwer verl\u00e4uft &#8211; aber zu diesem Zeitpunkt ist das h\u00f6chst spekulativ.&quot;<\/p>\n<p>Denn leider l\u00e4sst sich nicht einmal klar sagen, ob diese Immun-Erinnerung bei einer Sars-CoV-2-Infektion immer von Vorteil ist. Man wei\u00df n\u00e4mlich, dass in manchen F\u00e4llen eine fr\u00fchere Erkrankung mit einem \u00e4hnlichen Erreger sogar ein Nachteil sein kann, weil das Ged\u00e4chtnis sozusagen die neue Immunantwort in schon festgesteckte Bahnen lenkt &#8211; und das muss nicht immer die beste sein.<\/p>\n<p>Es gebe bisher keinen direkten Beleg, dass diese negative Folge bei Sars-CoV-2-Infektionen eine Rolle spielt, aber man m\u00fcsse es zumindest in Betracht ziehen, schrieben zwei Forscher k\u00fcrzlich im Fachblatt &quot;Nature Reviews Immunology&quot;.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infziert, bleibt entweder so fit, dass er dies gar nicht bemerkt, oder plagt sich ein paar Tage mit leichten Symptomen oder wird schwer krank oder hat \u00fcber Monate gesundheitliche Probleme oder er stirbt sogar. 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