{"id":17,"date":"2020-04-21T13:12:44","date_gmt":"2020-04-21T10:12:44","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-pressestimmen-zu-offnungsdiskussionsorgien-merkels-kritik-ist-anmasend\/"},"modified":"2020-04-21T13:12:44","modified_gmt":"2020-04-21T10:12:44","slug":"coronavirus-pressestimmen-zu-offnungsdiskussionsorgien-merkels-kritik-ist-anmasend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-pressestimmen-zu-offnungsdiskussionsorgien-merkels-kritik-ist-anmasend\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Pressestimmen zu &#8220;\u00d6ffnungsdiskussionsorgien&#8221; &#8211; &#8220;Merkels Kritik ist anma\u00dfend&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Was f\u00fcr ein Wort: Kanzlerin Merkel will keine &quot;\u00d6ffnungsdiskussionsorgien&quot;. Bei den Kommentatoren kommt das nicht gut an. &quot;Bevormundung&quot; nennen sie es &#8211; oder drastischer: &quot;eine Unversch\u00e4mtheit&quot;.  <\/p>\n<p>Am Wochenende hatte sich Angela Merkel kritisch \u00fcber die Forderungen nach weiteren Lockerungen der Corona-Beschr\u00e4nkungen ge\u00e4u\u00dfert. Die Kanzlerin warnte gegen\u00fcber dem CDU-Pr\u00e4sidium vor einer &quot;\u00d6ffnungsdiskussionsorgie&quot;. Sie mache sich gr\u00f6\u00dfte Sorgen, sagte Merkel, dass sich die gute Entwicklung bei den Corona-Infektionen wieder umkehre, weil sich zu wenige Menschen an die Kontaktbeschr\u00e4nkungen halten w\u00fcrden. Die Diskussion \u00fcber Lockerungen sei nicht hilfreich. <\/p>\n<p>In den deutschen Medien kam dieser Vorwurf nicht gut an. Tenor: Die Eingriffe in die Rechte des Einzelnen durch die Ma\u00dfnahmen der Regierung sind erheblich, Debatten dar\u00fcber m\u00fcssen gef\u00fchrt werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Die Pressestimmen:<\/strong><\/p>\n<p>&quot;Tagesschau.de&quot;<\/p>\n<p>Kanzlerin Angela Merkel kritisiert &quot;\u00d6ffnungsdiskussionsorgien&quot;. Abgesehen davon, dass man auf so eine Wortsch\u00f6pfung auch erst einmal kommen muss, ist die Kritik gelinde gesagt eine Unversch\u00e4mtheit &#8211; weniger gelinde gesagt, es ist anma\u00dfend.<\/p>\n<p>Die Politik schr\u00e4nkt die Grundrechte ein &#8211; in einem nie dagewesenen Ausma\u00df. Aus guten Gr\u00fcnden, klar. Aber da ist es nicht nur v\u00f6llig normal, sondern sogar notwendig, dass jeden Tag &#8211; auch wenn es die Kanzlerin nervt &#8211; dar\u00fcber diskutiert wird: Wie k\u00f6nnen die B\u00fcrger so schnell wie eben vertretbar wieder selbstbestimmt leben, arbeiten, sich organisieren? <\/p>\n<p>Jeder hat das Recht, jeden Tag zu fragen: Kann nicht etwas mehr gelockert, etwas mehr ge\u00f6ffnet werden?<\/p>\n<p>Merkel hat die Pflicht, jeden Tag zu rechtfertigen, warum das vielleicht nicht geht. Man kann mahnen und jede Diskussion \u00fcber weitere Lockerungen f\u00fcr falsch halten, aber das muss auch sie in der Diskussion sagen und nicht damit die Diskussion von vorn herein abw\u00fcrgen. Das wei\u00df Merkel auch. <\/p>\n<p><strong>&quot;Frankfurter Allgemeine Zeitung&quot;<\/strong><\/p>\n<p>Merkel sorgt sich, &#8230; dass die Lockerungsdiskussion eine Eigendynamik bekommen k\u00f6nnte. Eine zu schnelle Entwarnung aber k\u00f6nnte zu einer zweiten Infektionswelle f\u00fchren. Ein landesweites Aufflammen ist die Mutter aller Albtr\u00e4ume in dieser Krise. Denn das hie\u00dfe, dass Deutschland &#8211; bei Festhalten an der Eind\u00e4mmungsstrategie &#8211; noch einmal &quot;heruntergefahren&quot; werden m\u00fcsste, aber noch radikaler als bisher. Das wissen auch jene Ministerpr\u00e4sidenten, denen Merkel mit den &quot;\u00d6ffnungsorgien&quot; derart eins \u00fcberzog, dass sogar noch die FDP aufjaulte, obwohl sie gar keinen Landeschef stellt.<\/p>\n<p>Doch handelt schon leichtsinnig und verantwortungslos, wer angesichts des Silberstreifs am Horizont vorsichtigen Lockerungen das Wort redet? Nicht, wenn aus der von allen ersehnten R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t kein Rausch der Befreiung wird.<\/p>\n<p>&quot;Bild&quot;, Berlin<\/p>\n<p>Die Menschen diskutieren nicht aus Lust und Leichtsinn \u00fcber das Ende des Stillstands, sondern weil sie um ihre Existenz bangen. Weil die Diskussion ihnen Hoffnung und Perspektive gibt. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel die Debatten aus Angst vor einem R\u00fcckfall als &quot;\u00d6ffnungsdiskussionsorgien&quot; bezeichnet, ist das eine Bevormundung des B\u00fcrgers.<\/p>\n<p>Aber die Wahrheit ist den Menschen nicht nur zumutbar, wie die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann sagte. Sie haben auch einen Anspruch darauf.<\/p>\n<p><strong>&quot;Die Welt&quot;, Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Eine \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber Wege aus dem Lockdown w\u00fcnscht Angela Merkel nicht. Das hat die Kanzlerin mehrmals intern klargemacht und am Montag auch in der Halb\u00f6ffentlichkeit einer Videokonferenz der CDU-F\u00fchrung. Dort kritisierte sie &quot;\u00d6ffnungsdiskussionsorgien&quot; in den Bundesl\u00e4ndern. Nun mag man das typische deutsche Wortunget\u00fcm bel\u00e4cheln und \u00fcber den protestantischen Orgienbegriff schmunzeln, aber es illustriert ein echtes Problem. Merkel h\u00e4lt die Debatte \u00fcber den Weg aus der Krise f\u00fcr einen gef\u00e4hrlichen Exzess. Das ist ein sehr skeptisches Menschenbild und ein \u00fcberaus konservatives Bild von unserer Gesellschaft. Nur die Debatte \u00fcber die Pandemiebek\u00e4mpfung kann dieser die Legitimit\u00e4t geben, die es braucht, um noch viele Monate durchzuhalten.<\/p>\n<p>&quot;Nordkurier&quot;, Neubrandenburg<\/p>\n<p>Ich st\u00fcrze mich jetzt voller Leidenschaft mit in die Orgie, viel mehr Feste kann man in diesen tristen Tagen auch nicht feiern. Denn wer so massiv Grundrechte einschr\u00e4nkt, muss von der ersten Sekunde an auch \u00fcber den Weg zur\u00fcck reden. Ach, das sind \u00fcbrigens keine Diskussionsorgien.<\/p>\n<p>Das ist Demokratie, falls das jemand vergessen haben sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein Wort: Kanzlerin Merkel will keine &quot;\u00d6ffnungsdiskussionsorgien&quot;. 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