{"id":16828,"date":"2022-12-13T12:39:20","date_gmt":"2022-12-13T09:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ifo-untersuchung-firmen-nutzen-inflation-zur-gewinnsteigerung\/"},"modified":"2022-12-13T12:39:20","modified_gmt":"2022-12-13T09:39:20","slug":"ifo-untersuchung-firmen-nutzen-inflation-zur-gewinnsteigerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ifo-untersuchung-firmen-nutzen-inflation-zur-gewinnsteigerung\/","title":{"rendered":"Ifo-Untersuchung: Firmen nutzen Inflation zur Gewinnsteigerung"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Viele Unternehmen machen im Zuge der Teuerungswelle deutlich Kasse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Ifo-Instituts. Vor allem drei Branchen haben die Forscher dabei im Blick.  <\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich sind Experten beim Blick auf die Inflation im kommenden Jahr vorsichtig optimistisch. Interessant ist aber die Frage, woher die Preissteigerungen kommen und wer davon sogar profitiert. Damit haben sich Forscher des M\u00fcnchner Ifo-Instituts befasst. Ergebnis: Viele Unternehmen nutzen die hohe Inflation zur Steigerung ihrer Gewinne aus.<\/p>\n<p>H\u00f6here Preise f\u00fcr Energie und Vorleistungen allein erkl\u00e4rten nicht das Ausma\u00df der Inflation in Deutschland, hei\u00dft es in der am Dienstag ver\u00f6ffentlichten Untersuchung. \u00bbVielmehr scheinen Unternehmen in einigen Wirtschaftszweigen die Preissteigerungen dazu genutzt zu haben, ihre Gewinne auszuweiten\u00ab, sagt der stellvertretende Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, Joachim Ragnitz. \u00bbDas gilt vor allem f\u00fcr den Handel, die Landwirtschaft und den Bau.\u00ab<\/p>\n<p>Dies legten Daten der amtlichen Statistik zur Wirtschaftsleistung nahe. Daraus haben die Ifo-Experten Unterschiede zwischen nominaler und preisbereinigter Wertsch\u00f6pfung ermittelt. Dadurch lie\u00dfen sich R\u00fcckschl\u00fcsse auf Preisanhebungen ziehen, die nicht durch h\u00f6here Vorleistungskosten verursacht wurden.<\/p>\n<p>\u00bbNach Corona hatten private Haushalte hohe Ersparnisse angesammelt\u00ab, sagt Ragnitz. \u00bbDiese wurden im Jahr 2022 aufgel\u00f6st und haben die Konsumnachfrage befeuert.\u00ab Auch die milliardenschweren Entlastungen durch die Regierung d\u00fcrften dazu beigetragen haben, die Nachfrage zu st\u00fctzen und damit Spielr\u00e4ume f\u00fcr Preisanhebungen zu erweitern.<\/p>\n<p>Vor allem in den folgenden Branchen haben demnach viele Unternehmen ihre Preise deutlich st\u00e4rker erh\u00f6ht, als es aufgrund der gestiegenen Kosten f\u00fcr Vorleistungen allein zu erwarten gewesen w\u00e4re: Land- und Forstwirtschaft einschlie\u00dflich Fischerei, Baugewerbe, Handel, Gastgewerbe, Verkehr. \u00bbEinige Unternehmen scheinen den Kostenschub als Vorwand daf\u00fcr zu nehmen, durch eine Erh\u00f6hung ihrer Absatzpreise auch ihre Gewinnsituation zu verbessern\u00ab, sagt Ragnitz.<\/p>\n<p>Landwirtschaftsbetriebe h\u00e4tten zun\u00e4chst wohl ihre Vorr\u00e4te an D\u00fcnge- und Futtermitteln aufgebraucht, in ihrer Kalkulation aber die zu erwartenden Preissteigerungen bei Nachbestellungen bereits eingerechnet, hie\u00df es. Auf dem Bau d\u00fcrften Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage zu den besonders starken Preiserh\u00f6hungen beigetragen haben. Das gelte vor allem f\u00fcr einige Ballungszentren.<\/p>\n<h3>Verbraucher sollen auf Preise achten<\/h3>\n<p>Was tun? Es bestehe kein Grund f\u00fcr staatliche Eingriffe in die Preise, sagt Ragnitz: Gegen \u00fcberzogene Preisanhebungen helfe nur mehr Wettbewerb. Verbraucher k\u00f6nnten auch billigere Produkte kaufen und so die Gewinninflation d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Auch eine \u00dcbergewinnsteuer sei wegen ihrer verzerrenden Wirkung auf die Knappheitssignale des Marktes weder marktkonform noch rechtssicher durchzusetzen. Da es keine Anhaltspunkte daf\u00fcr gebe, dass hinter den Preissteigerungen Absprachen der Unternehmen stehen, seien auch kartellrechtliche Ma\u00dfnahmen nicht hilfreich.<\/p>\n<p>Die Bek\u00e4mpfung der Inflation sei vor allem eine Aufgabe der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB). Die Regierung k\u00f6nne zur Senkung der Inflation beitragen, indem sie auf breit angelegte Entlastungen zugunsten aller Haushalte verzichte und politische Ma\u00dfnahmen auf besonders arme Haushalte beschr\u00e4nke.<\/p>\n<p>Hohe Inflationsraten schm\u00e4lern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern und zehren Einkommenszuw\u00e4chse auf. Die Menschen k\u00f6nnen sich f\u00fcr einen Euro weniger leisten. Zwar hat sich die Inflation im November etwas verlangsamt, aber besonders Energie und Lebensmittel sind weiterhin Preistreiber. \u00bbDie Inflationsrate verweilt trotz leichter Entspannung bei den Energiepreisen mit 10,0 Prozent weiterhin auf einem hohen Stand\u00ab, sagte der Pr\u00e4sident des Statistischen Bundesamts, Georg Thiel. \u00bbWir beobachten zunehmend auch Preisanstiege bei vielen anderen Waren neben der Energie.\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcr Nahrungsmittel mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im November 21,1 Prozent mehr zahlen als im November 2021. Der Preisauftrieb habe sich seit Jahresbeginn \u00bbsukzessive verst\u00e4rkt\u00ab, erkl\u00e4rten die Statistiker. Im November erheblich teurer wurden Speise\u00f6le, Molkereiprodukte, Eier, Brot und Gem\u00fcse.<\/p>\n<h3>Vor allem Energie und Lebensmittel teuer<\/h3>\n<p>Energie kostete im November 38,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Preisanstieg schw\u00e4chte sich nach einem Zuwachs von 43 Prozent im Oktober damit etwas ab. Wie stark aktuell Preise f\u00fcr Nahrungsmittel und Energie Einfluss auf die Gesamtteuerungsrate nehmen, zeigt sich an der Inflationsrate.<\/p>\n<p>Ohne Ber\u00fccksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln lag die Inflationsrate mit plus 5 Prozent nur halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate. Das zeigt, wie stark aktuell Lebensmittel und Energie Einfluss auf die Gesamtteuerungsrate nehmen.<\/p>\n<p>Viele \u00d6konomen rechnen erst im Fr\u00fchjahr mit einem deutlicheren R\u00fcckgang der Teuerung. Wenn es nicht neue b\u00f6se \u00dcberraschungen von den Energiem\u00e4rkten gebe, werde die Inflation im Gesamtjahr 2023 bereits deutlich niedriger ausfallen als 2022, sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Er geht davon aus, dass die Inflation ihren H\u00f6hepunkt \u00fcberschritten hat. \u00bbIm Dezember d\u00fcrfte die Teuerung wegen der \u00dcbernahme der Abschlagszahlungen auf Gas und Fernw\u00e4rme durch den Bund bereits wieder deutlich unter 10 Prozent fallen\u00ab, sagte er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Unternehmen machen im Zuge der Teuerungswelle deutlich Kasse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Ifo-Instituts. Vor allem drei Branchen haben die Forscher dabei im Blick. 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