{"id":168,"date":"2020-05-29T09:58:59","date_gmt":"2020-05-29T06:58:59","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-heide-park-soltau-hat-wieder-geoffnet-ein-besuch\/"},"modified":"2020-05-29T09:58:59","modified_gmt":"2020-05-29T06:58:59","slug":"corona-krise-heide-park-soltau-hat-wieder-geoffnet-ein-besuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-heide-park-soltau-hat-wieder-geoffnet-ein-besuch\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Heide Park Soltau hat wieder ge\u00f6ffnet &#8211; ein Besuch"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/39d11ae0-31dd-4818-b5a8-af59630e3d64_w948_r1.77_fpx76.57_fpy50.jpg\" title=\"Krake im Heide Park Soltau: Es riecht nach Lerasept\" alt=\"Krake im Heide Park Soltau: Es riecht nach Lerasept\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Krake im Heide Park Soltau: Es riecht nach Lerasept<\/p>\n<p> Claus Hecking <\/figcaption><\/figure>\n<p>Es riecht nicht nach gebrannten Mandeln und nicht nach Popcorn im Heide Park von Soltau. Es riecht nach Lerasept. Von diesem Fl\u00e4chendesinfektionsmittel machen sie hier reichlich Gebrauch, in Norddeutschlands gr\u00f6\u00dftem Vergn\u00fcgungspark. Schon w\u00e4hrend die Fahrg\u00e4ste aus dem &quot;Desert Race&quot; aussteigen, z\u00fccken die Parkmitarbeiter ihre Spr\u00fchflaschen. Und dann sprayen sie alles mit Lerasept ein, was die Achterbahnnutzer h\u00e4tten ber\u00fchren k\u00f6nnen: Griffe, B\u00fcgel, Lehnen. Eine Minute und 28 Sekunden dauert das Prozedere an diesem Mittwochmorgen: mehr als doppelt so lang wie die Fahrt selbst. Aber die Besucher, die als n\u00e4chste dran sind, st\u00f6rt das kaum. Sie schauen den Reinigern geduldig zu oder knipsen Selfies mit \u00fcbergestreiftem Mund-Nasen-Schutz. Sie mussten ja noch nicht lange warten.<\/p>\n<p>Niemand muss gerade lange warten im Heide Park. Seit Anfang dieser Woche hat er wieder ge\u00f6ffnet, nach wochenlanger Corona-Zwangspause. Und so sp\u00e4rlich besucht wie jetzt ist der Park so gut wie nie. 1400 Menschen haben f\u00fcr diesen Mittwoch ein Ticket gekauft; in normalen Zeiten kommen an guten Tagen acht-, zehn-, zw\u00f6lfmal so viele Besucher. Aber die Parkchefin ist schon froh, dass sie hier \u00fcberhaupt wieder G\u00e4ste einlassen d\u00fcrfen. &quot;Die Leute wollen wieder etwas gemeinsam erleben, nicht nur im Wald Fahrrad fahren&quot;, sagt Sabrina de Carvalho. &quot;Freizeitparks haben eine Daseinsberechtigung: den Menschen einen sch\u00f6nen Tag zu bereiten. Und das machen wir jetzt.&quot; Zumindest probieren sie es, unter den vorgegebenen Restriktionen.<\/p>\n<h3>Jetzt ist wieder Vergn\u00fcgen angesagt &#8211; mit Abstrichen<\/h3>\n<p>Jetzt ist wieder Vergn\u00fcgen angesagt in Deutschlands Freizeitparks. Dann \u00f6ffnen viele der rund 100 Betriebe: der Europa-Park und das Phantasialand etwa am Freitag, Legoland am Samstag. Alle haben Corona-Konzepte oder ganze Handb\u00fccher ert\u00fcftelt, haben Warnschilder aufgestellt, Abstandslinien markiert, sich mit Desinfektionsmittel in rauen Mengen eingedeckt. Nun sollen die Besucher wieder kommen. In gro\u00dfer Schar, um die leeren Kassen zu f\u00fcllen &#8211; oder vielleicht lieber doch nicht ganz so viele, damit der Park nicht zur Virendrehscheibe wird, oder &#8211; wie es seit Neuestem hei\u00dft: zum Superspreader? Es ist eine Gratwanderung.<\/p>\n<p>Der Heide Park l\u00e4sst es vorsichtig angehen. Maximal 2000 Tickets pro Tag wurden zum Start angeboten &#8211; ausschlie\u00dflich im Onlinevorverkauf. Anders als etwa bei einer Kirmes k\u00f6nnen die Betreiber so genau die Besucherzahl kontrollieren. Die Kunden m\u00fcssen zu vorgegebenen Zeitpunkten erscheinen, damit die Schlange an den Eing\u00e4ngen nicht zu lang wird. Trenngitter, Flatterb\u00e4nder und Bodenmarkierungen halten die Menschen vor den Toren auf Distanz zueinander; hinter dem Einlass folgt ein Schild mit den \u00fcblichen Corona-Regeln.<\/p>\n<p>Wer sie nicht einh\u00e4lt, wird daran erinnert: Mund-Nasen-Schutz schon in der Warteschlange, einander Fremde nicht nebeneinander im Karussell. In der Looping-Achterbahn weist der Mitarbeiter den G\u00e4sten bestimmte Pl\u00e4tze zu &#8211; so freundlich wie bestimmt. Immer wieder m\u00fcssen Sitze oder Reihen frei bleiben. Blo\u00df nicht zu nahe kommen &#8211; das ist das oberste Gebot. Auf s\u00e4mtlichen Fahrten m\u00fcssen die Passagiere Masken tragen, auch, um das Risiko zu reduzieren, dass diejenigen in den vorderen Reihen Viren ausatmen, die diejenigen weiter hinten dann einatmen. Die Indoor-Fahrgesch\u00e4fte bleiben komplett geschlossen, die Shows sind abgesagt. &quot;In geschlossenen R\u00e4umen verschwinden die Aerosole nicht so schnell&quot;, sagt De Carvalho.<\/p>\n<p>Achterbahnjunkies kommen im wenig gef\u00fcllten Heide Park voll auf ihre Kosten: Die Warteschlangen sind au\u00dfergew\u00f6hnlich kurz. Und wenn niemand ansteht, d\u00fcrfen die Passagiere sogar sitzen bleiben und kriegen eine zweite oder dritte Runde spendiert. Die Mitarbeiter k\u00f6nnen sich so im Gegenzug einen Lerasept-Desinfektionsgang sparen.<\/p>\n<p>Die Kehrseite: Auch die Atmosph\u00e4re im Freizeitpark ist irgendwie aseptisch. Die dramatische Orchestermusik und die Paukenschl\u00e4ge, mit der Fahrgesch\u00e4fte in Endlosschleife Action ank\u00fcndigen, verhallen in der Leere. Mancherorts auf dem weitl\u00e4ufigen Gel\u00e4nde ist es so einsam, dass man V\u00f6gel zwitschern h\u00f6rt. Hier f\u00fchlt es sich mehr nach Park an als nach Rummel.<\/p>\n<p>Sarah und Dominik sitzen auf den freien Zuschauerr\u00e4ngen vor dem Piratenschiff und machen Pause. Das P\u00e4rchen aus Nordhessen, um die 30, hat schon komplette Urlaube mit Freizeitpark-Abklappern verbracht. Die beiden haben nicht lange gez\u00f6gert, als sie h\u00f6rten, dass der Heide Park wieder aufmacht. Und jetzt? Haben sie schon am fr\u00fchen Nachmittag fast alle offenen Fahrgesch\u00e4fte abgehakt; es gibt ja kaum Wartezeiten. &quot;Es ist komisch: Ich vermisse das Schlangestehen und das Kindergeschrei ein bisschen&quot;, sagt Sarah. Alles sei anders. &quot;Aber es ist ein Schritt in Richtung Normalit\u00e4t.&quot; Sie bereue es nicht, hergekommen zu sein.<\/p>\n<p>Zufrieden ist auch die Familie aus der N\u00e4he von Hamburg: Vater, Mutter, siebenj\u00e4hriger Sohn, dreij\u00e4hrige Tochter, alle Jahreskarteninhaber &quot;Wir k\u00f6nnen die Kinder frei laufen lassen, so entspannt ist es hier&quot;, sagt der Mann. &quot;Die Menge verl\u00e4uft sich, es ist wundersch\u00f6n leer.&quot;<\/p>\n<h3>Ein Dilemma &#8211; f\u00fcr Besucher und Betreiber<\/h3>\n<p>Allerdings schreibt der Betreiber, der britische Unterhaltungskonzern Merlin Entertainments, bei einer so geringen Anzahl von Kunden rote Zahlen. Mindestens 2000 G\u00e4ste t\u00e4glich m\u00fcssten kommen, um wenigstens die variablen Kosten zu decken, sagt Parkchefin de Carvalho. Sie hofft f\u00fcr Pfingsten auf &quot;um die 5000 bis 6000 Besucher&quot;. Dann jedoch hie\u00dfe es an den beliebten Fahrgesch\u00e4ften wohl wieder lange Schlange stehen. Und das zum Teil in \u00fcberdachten Bereichen ohne viel Luftdurchzug, zusammen mit vielen fremden Menschen. Es ist f\u00fcr Betreiber und Besucher ein Dilemma.<\/p>\n<p>In den Europa-Park von Rust d\u00fcrfen jetzt bis zu 10.000 Menschen hinein. Und so viele k\u00f6nnten auch gleich zum Start kommen. Laut Roland Mack, dem Oberhaupt des gr\u00f6\u00dften deutschen Freizeitparks, ist die Nachfrage sehr gro\u00df. Auch hier werden Tickets allein im Internet verkauft &#8211; ebenso wie im Legoland Deutschland in G\u00fcnzburg oder im Phantasialand bei K\u00f6ln. <\/p>\n<p>Der elektronische Kartenverkauf soll auch sicherstellen, dass sich auch vor den Kassen niemand dr\u00e4ngeln muss &#8211; und \u00fcberhaupt schon zu Hause erf\u00e4hrt, dass er wom\u00f6glich an dem gew\u00fcnschten Tag gar nicht zum Zuge kommt. Au\u00dferdem k\u00f6nnte das Onlineticketing im Falle einer Ansteckung die Rekonstruktion der Infektionskette erleichtern. Alle gro\u00dfen Parks predigen \u00e4hnliche Regeln wie Soltau: Desinfektion, Maskenpflicht in Fahrgesch\u00e4ften und Restaurants, Niesen in die Armbeuge. Sowie vor allem Distanz wahren, gerade in den Warteschlangen.<\/p>\n<p>Europa-Park-Chef Mack hat sich noch ein paar Extras ausgedacht, damit die Beschwernisse seinen Besuchern nicht die Laune verderben. Dazu geh\u00f6ren auch die virtuellen Schlangen vor den einzelnen Attraktionen. Per App erfahren die Besucher rechtzeitig, wann sie an die Reihe kommen. Die Software f\u00fcr das Gimmick will Mack k\u00fcnftig auch anderen Parkbetreibern anbieten. Ebenso wie das sogenannte Distance Radar, das ab Juni verf\u00fcgbar sein soll und die Besucher warnt, wenn der Abstand zum Nebenmann zu klein wird. Um dem Distanzgebot etwas Spielerisches zu verleihen, lobt Mack Pr\u00e4mien f\u00fcr diejenigen aus, die m\u00f6glichst wenig Distanzverst\u00f6\u00dfe gesammelt haben. Den Kontakt zu Familienmitgliedern oder Freunden z\u00e4hlt das Radar nat\u00fcrlich nicht mit.<\/p>\n<p>Die Parkbetreiber hoffen, dass so wenigstens der Rest der Saison einigerma\u00dfen glatt verl\u00e4uft. &quot;Es geht nur noch um Schadensbegrenzung&quot;, sagt Managerin De Carvalho. Ihre Umsatzeinbu\u00dfen d\u00fcrften sich schon jetzt auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag belaufen. Jede weitere Schlie\u00dfung, etwa im Fall einer zweiten Corona-Welle, w\u00fcrde die Verluste der Branche vergr\u00f6\u00dfern. Schlie\u00dflich l\u00e4uft ein Gro\u00dfteil der Betriebskosten weiter, auch ohne Besucher. So m\u00fcssen Fahrgesch\u00e4fte wie Achterbahn regelm\u00e4\u00dfig bewegt werden; andernfalls nehmen sie Schaden.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Krake im Heide Park Soltau: Es riecht nach Lerasept Claus Hecking Es riecht nicht nach gebrannten Mandeln und nicht nach Popcorn im Heide Park von Soltau. Es riecht nach Lerasept. Von diesem Fl\u00e4chendesinfektionsmittel machen sie hier reichlich Gebrauch, in Norddeutschlands gr\u00f6\u00dftem Vergn\u00fcgungspark. 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