{"id":16642,"date":"2022-12-05T09:00:02","date_gmt":"2022-12-05T06:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/russland-ukraine-krieg-reicht-die-unterstutzung-fur-die-ukraine\/"},"modified":"2022-12-05T09:00:02","modified_gmt":"2022-12-05T06:00:02","slug":"russland-ukraine-krieg-reicht-die-unterstutzung-fur-die-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/russland-ukraine-krieg-reicht-die-unterstutzung-fur-die-ukraine\/","title":{"rendered":"Russland-Ukraine-Krieg: Reicht die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Russland greift die Energieinfrastruktur der Ukraine massiv an. Die Folge: M\u00e4nner, Frauen und Kinder leiden wie nie zuvor. Politiker aus Bundesregierung und Opposition schlagen Alarm: Deutschland tue nicht genug.  <\/p>\n<p>Kein Wasser, kein Strom, keine Heizung bei zweistelligen Minusgraden und kurzen, finsteren Tagen: Seit Russland damit angefangen hat, Stromnetze, Heizkraftwerke und Trinkwasserzentralen in der Ukraine gezielt anzugreifen, ist das Leben im Kriegsland noch schwieriger geworden, als es ohnehin schon war.<\/p>\n<p>Der gef\u00fcrchtete Winter ist da. Beim Treffen der NATO-Au\u00dfenminister in Bukarest fand der Westen unl\u00e4ngst klare Worte f\u00fcr das, was den 40 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern widerf\u00e4hrt, die ihr Land noch nicht verlassen haben. Kremlchef Wladimir Putin nutze den Winter \u00bbals Waffe\u00ab, sagte NATO-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg.<\/p>\n<p>Die deutsche Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) sprach von einem \u00bbbrutalen Bruch nicht nur mit dem V\u00f6lkerrecht, sondern mit unserer Zivilisation\u00ab. Damit spielte sie bewusst auf den \u00bbZivilisationsbruch\u00ab an, eine Bezeichnung, die eigentlich nur f\u00fcr den Holocaust, dem V\u00f6lkermord an Millionen J\u00fcdinnen und Juden, benutzt wird.<\/p>\n<p>Die NATO-L\u00e4nder versprachen in Bukarest umfassende Hilfen f\u00fcr die Energieinfrastruktur: Notstromaggregate, Transformatoren, W\u00e4rmezelte. Deutschland mit seinen G7-Partnern eine Art Ramstein-Format geschaffen, um die Hilfe abzusprechen. Doch gen\u00fcgt das?<\/p>\n<p>F\u00fcr die betroffenen St\u00e4dte und Gemeinden in der Ukraine kann es nicht schnell genug gehen. Stunden-, manchmal tagelang bleibt in den oft schlecht isolierten H\u00e4userblocks der Strom aus. Zum Aufw\u00e4rmen und Handy laden bleibt nur der Weg zum W\u00e4rmezelt, den \u00bbPunkten der Unbesiegbarkeit\u00ab. Der Kommentar des ukrainischen Au\u00dfenministers Dmitri Kuleba auf die Versprechen von NATO-Generalsekret\u00e4r Stoltenberg war da so vorhersehbar wie eindeutig: \u00bbSchneller, schneller, schneller\u00ab.<\/p>\n<p>Hierzulande ist es, trotz vieler Worte der Au\u00dfenministerin, stiller geworden um die Ukraine-Hilfe. Die Debatte \u00fcber die Lieferung schwerer Waffen wie etwa des Kampfpanzers Leopard hatte vieles \u00fcberlagert. Dann erreichte das neuartige Luftabwehrsystem Iris T die Ukraine. Die Ukrainer jubelten, teilten Videos von abgeschossenen Raketen im Netz. Und viele in Berlin lehnten sich zur\u00fcck.<\/p>\n<h3>Reicht es?<\/h3>\n<p>0,17 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) flie\u00dfen in die Ukraine. Deutschland liegt damit auf Platz 18 der L\u00e4nder, die die Ukraine unterst\u00fctzen. Seit Januar 2022 sind knapp sieben Milliarden Euro an Hilfen in die Ukraine geflossen. Zum Vergleich: F\u00fcr die Sanierung der Bundeswehr stehen 100 Milliarden zur Verf\u00fcgung, f\u00fcr die Entlastung der Bundesb\u00fcrger von den kriegsbedingt hohen Preisen f\u00fcr Energie 200 Milliarden.<\/p>\n<p>Zwar versuchen deutsche Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) oder das Technische Hilfswerk THW das ihnen M\u00f6gliche zu tun. Etwa in dem sie mobile Stromerzeuger organisieren. Doch angesichts einer desolaten ukrainischen Energieversorgung, die kurz vor dem Kollaps steht, stellt sich die Frage, ob das reicht.<\/p>\n<p>In Berlin schlagen jene, denen die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zu wenig weit geht, Alarm.<\/p>\n<p>\u00bbWir d\u00fcrfen nicht vergessen: Die milit\u00e4rischen Erfolge kommen mit gro\u00dfen Kosten, nat\u00fcrlich vor allem mit menschlichem Leid, dazu mit riesigem milit\u00e4rischen und zivilen Materialverbrauch\u00ab, sagt die Gr\u00fcne Jamila Sch\u00e4fer zum SPIEGEL. Die Hilfen \u00bbm\u00fcssen verst\u00e4rkt werden, mit Spenden, humanit\u00e4rer Hilfe und f\u00fcr die kalte Jahreszeit ganz banalen Dingen wie Generatoren, Batterien und Schlafs\u00e4cke\u00ab.<\/p>\n<p>Ihr Parteikollege Robin Wagener, mit dem sie im Juli Kiew besuchte, geht noch weiter. \u00bbAlles verf\u00fcgbare Material zur W\u00e4rme-, Wasser und Energieversorgung\u00ab solle jetzt in die Ukraine gehen. Diese Hilfe sollte mit Unterst\u00fctzung aus Berlin schnellstm\u00f6glich auf den Weg gebracht werden\u00ab, so Wagener zum SPIEGEL.<\/p>\n<p>Aufrufe auch bei der gr\u00f6\u00dften Oppositionspartei, deren Chef Friedrich Merz (CDU) noch vor Wochen vor angeblichem \u00bbSozialtourismus\u00ab gefl\u00fcchteter Ukrainer gewarnt hatte. Ex-Oberst und Sprecher f\u00fcr Krisenpr\u00e4vention Roderich Kiesewetter warnt vor einer \u00bbgef\u00e4hrlichen Melange\u2039 nachlassender Hilfe\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbSie kann der Ukraine das Genick brechen\u00ab so Kiesewetter zum SPIEGEL. \u00bbWir m\u00fcssen alles tun, damit sie \u00fcber den Winter kommt.<\/p>\n<p>Aus Kiesewetters Sicht sei die Solidarit\u00e4t \u00bbgr\u00f6\u00dfer als sie von der Bundesregierung \u00fcbermittelt wird\u00ab. Das bedinge aber auch, die Ukraine \u00bbglaubhaft unterst\u00fctzt\u00ab werde. \u00bbWir gehen viel zu verhalten vor. Das versteht unsere Gesellschaft nicht.\u00ab<br \/>Kiesewetter beklagt den Umgang der SPD-gef\u00fchrten Regierung mit den Solidarit\u00e4tsbem\u00fchungen von FDP und Gr\u00fcnen.<\/p>\n<p>\u00bbJenseits von Parteipolitik sollte mit diesen Vorschl\u00e4gen respektvoller umgegangen werden\u00ab, so der CDU-Politiker. <br \/>Dar\u00fcber hinaus fordert er, die Hilfe der deutschen Blaulichtorganisationen wie THW oder DRK \u00bbgro\u00df angelegt zu kanalisieren\u00ab und im Westen der Ukraine zentrale Hilfscamps aufzubauen. Helfer in Deutschland m\u00fcssten von der Arbeit freigestellt werden.<\/p>\n<h3>Beh\u00f6rden auf Ideensuche<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend in gewissen Beh\u00f6rden in Berlin schon die Angst vor dem Blackout im eigenen Land umgeht, versucht der Bund, die Hilfe f\u00fcr die schwer besch\u00e4digte Infrastruktur der Ukraine zu organisieren. Bei der \u00bbKontaktstelle Lieferketten\u00ab soll sich melden, wer \u00bbIdeen zur Beschaffung von Generatoren\u00ab hat, hei\u00dft es auf der Website des Bundesverbands f\u00fcr Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik.<\/p>\n<p>Nach SPIEGEL-Informationen versuchen sie im von Robert Habeck (Gr\u00fcne) gef\u00fchrten Wirtschaftsministerium zusammen mit den \u00dcbertragungsnetzbetreibern Ersatzteile f\u00fcr das zerst\u00f6rte Stromnetz zu bekommen.<\/p>\n<p>Das ist delikat: Das ukrainische Stromnetz hat eine andere Spannung als das deutsche. Ersatzteile m\u00fcssen umgebaut werden, passen vielleicht nicht. Der Transport mehrere hundert Tonnen schwerer Transformatoren in die Ukraine sei logistisch schwierig, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Der Ukraine steht vor der n\u00e4chsten Treibstoffkrise. Statt Oberleitungsbussen und Stra\u00dfenbahnen fahren Dieselbusse, die Bahn setzt vermehrt Dieselloks ein. Die Nachfrage nach Benzin und Diesel ist betr\u00e4chtlich gestiegen. Es drohen leere Tankstellen \u2013 und der ukrainischen Zivilbev\u00f6lkerung die wohl schwierigste Zeit seit dem 24. Februar. Viel Zeit bleibt nicht mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland greift die Energieinfrastruktur der Ukraine massiv an. Die Folge: M\u00e4nner, Frauen und Kinder leiden wie nie zuvor. Politiker aus Bundesregierung und Opposition schlagen Alarm: Deutschland tue nicht genug. 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