{"id":1661,"date":"2020-08-06T09:38:35","date_gmt":"2020-08-06T06:38:35","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/beirut-im-libanon-suche-nach-uberlebenden-geht-nach-explosionen-weiter\/"},"modified":"2020-08-06T09:38:35","modified_gmt":"2020-08-06T06:38:35","slug":"beirut-im-libanon-suche-nach-uberlebenden-geht-nach-explosionen-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/beirut-im-libanon-suche-nach-uberlebenden-geht-nach-explosionen-weiter\/","title":{"rendered":"Beirut im Libanon: Suche nach \u00dcberlebenden geht nach Explosionen weiter"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/2b1b4e8f-267f-4cdc-bd5f-705dab60881e_w948_r1.77_fpx33.34_fpy50.jpg\" title=\"Libanesische Soldaten suchen unter den Tr\u00fcmmern der H\u00e4user in Beirut nach Vermissten\" alt=\"Libanesische Soldaten suchen unter den Tr\u00fcmmern der H\u00e4user in Beirut nach Vermissten\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Libanesische Soldaten suchen unter den Tr\u00fcmmern der H\u00e4user in Beirut nach Vermissten<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Hassan Ammar\/ AP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die verheerende Explosion in Beirut hat mindestens 135 Menschen das Leben gekostet und Tausende weitere verletzt. Mit internationaler Hilfe wird auch am zweiten Tag nach der Katastrophe fieberhaft nach \u00dcberlebenden in der libanesischen Hauptstadt gesucht, unter den Tr\u00fcmmern zerst\u00f6rter Geb\u00e4ude werden weitere Vermisste vermutet.<\/p>\n<p>Ein rund 50-k\u00f6pfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) flog in der Nacht zum Donnerstag von Frankfurt am Main zum Noteinsatz in Beirut ab. Die Einsatzeinheit soll bei der Bergung von Versch\u00fctteten helfen, wie das THW mitteilte. An Bord derselben Maschine befanden sich auch sieben Experten der Hilfsorganisation Isar Germany. Dabei handelte es sich nach Angaben der Organisation um \u00c4rzte sowie Fachleute f\u00fcr Gefahrgut.<\/p>\n<p>Aus den Golfstaaten, anderen L\u00e4ndern der Region sowie Europa trafen erste Lieferungen unter anderem von Feldlazaretten und Medikamenten im Libanon ein. Italien entsandte eine Spezialeinheit der Feuerwehr f\u00fcr die Suche nach umweltsch\u00e4digenden Substanzen, Frankreich drei Flugzeuge mit Rettungskr\u00e4ften, tonnenweise medizinischer Ausstattung und einer mobilen Krankenstation. Pr\u00e4sident Emmanuel Macron will am Donnerstag als erster ausl\u00e4ndischer Staatenlenker nach den Explosionen Beirut besuchen.<\/p>\n<h3>Auch 21 Franzosen verletzt: Ermittlungen in Paris wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung<\/h3>\n<p>In Frankreich, das als fr\u00fchere Mandatsmacht immer noch eng mit dem Libanon verbunden ist, l\u00f6ste die Katastrophe Trauer und Entsetzen aus. Macron will nun nach eigenen Angaben eine &quot;Botschaft der Br\u00fcderlichkeit und der Solidarit\u00e4t der Franzosen&quot; \u00fcberbringen. Da bei der Explosion auch mindestens 21 franz\u00f6sische Staatsb\u00fcrger verletzt worden waren, hat die Staatsanwaltschaft in Paris Ermittlungen wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung aufgenommen.<\/p>\n<p>Laut Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) stellte die Bundesregierung in einem ersten Schritt dem Roten Kreuz eine Million Euro f\u00fcr Soforthilfe in Beirut zur Verf\u00fcgung. Das Geld solle f\u00fcr Erste-Hilfe-Stationen und medizinische G\u00fcter zur Versorgung von Verletzten verwendet werden, schrieb Maas auf Twitter.<\/p>\n<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte in einem Kondolenztelegramm an Libanons Regierungschef Hassan Diab, dass sein Land &quot;in dieser schweren Zeit&quot; auf die Unterst\u00fctzung der Bundesregierung z\u00e4hlen k\u00f6nne.<\/p>\n<h3>Deutschland bietet Bundeswehreinsatz an<\/h3>\n<p>Auch die Bundeswehr k\u00f6nnte einen gr\u00f6\u00dfer angelegten Hilfseinsatz in Beirut durchf\u00fchren. Deutschland hat dem Libanon angeboten, unter anderem den f\u00fcr den Transport Schwerverletzter ausger\u00fcsteten Luftwaffen-Airbus A310 MedEvac bereitzustellen, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte.<\/p>\n<p>Die Luftwaffe werde zudem noch am Donnerstagmorgen ein medizinisches Erkundungsteam der Bundeswehr nach Beirut fliegen. Dar\u00fcber hinaus sei die Korvette &quot;Ludwigshafen am Rhein&quot; aus dem laufenden Einsatz der Uno-Libanon-Truppe (Unifil) herausgel\u00f6st und von Zypern in Richtung Libanon geschickt worden. Die Besatzung, darunter ein Schiffsarzt, solle die Rettungskr\u00e4fte vor Ort unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auch das Luftlanderettungszentrum der Bundeswehr sei alarmiert worden. Die Einsatzkr\u00e4fte hielten sich mit einem Erkundungsteam bereit und k\u00f6nnten binnen 96 Stunden eine mobile Sanit\u00e4tseinrichtung in Beirut betreiben, hie\u00df es in der Mitteilung. Der Milit\u00e4rattach\u00e9 an der Deutschen Botschaft in Beirut stehe f\u00fcr die Koordinierung der Hilfsma\u00dfnahmen im engen Kontakt mit dem Krisenstab der libanesischen Streitkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Die heftige Detonation am Dienstag hatte gro\u00dfe Teile des Hafens zerst\u00f6rt, der f\u00fcr die Versorgung des Landes zentral ist. Beobachter warnen, die Versorgungskrise in dem Land am Mittelmeer k\u00f6nnte sich weiter versch\u00e4rfen, da es stark von Importen abh\u00e4ngig ist. Die Detonation zerst\u00f6rte auch Getreidesilos im Hafen. Auch die umliegenden Wohngebiete waren stark betroffen. &quot;Fast die H\u00e4lfte von Beirut ist zerst\u00f6rt oder besch\u00e4digt&quot;, sagte Gouverneur Marwan Abud am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Bis zu 300.000 Menschen seien obdachlos geworden. Andere Sch\u00e4tzungen gehen von bis zu 250.000 Betroffenen aus.<\/p>\n<p>Schon vor der Katastrophe in Beirut litt der Libanon seit Monaten an einer schweren Wirtschaftskrise, die gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung in die Armut trieb. Die Corona-Pandemie hat die Lage zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. Pr\u00e4sident Michel Aoun bat deshalb die internationale Gemeinschaft um schnelle Hilfe f\u00fcr sein Land.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Sch\u00e4den am Beiruter Hafen k\u00f6nnten sich nach Uno-Angaben auch auf die Lage vieler Menschen im benachbarten B\u00fcrgerkriegsland Syrien auswirken. Der Hafen werde zum Umschlag von humanit\u00e4ren Hilfsg\u00fctern f\u00fcr das B\u00fcrgerkriegsgebiet genutzt, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen. &quot;Dies wird unsere F\u00e4higkeit zur Unterst\u00fctzung in Syrien beeintr\u00e4chtigen.&quot;<\/p>\n<h3>Suche nach Ursache geht weiter &#8211; Frustration in der Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst<\/h3>\n<p>Die genaue Ursache der Detonation ist noch unklar. Nach derzeitigem Stand steht sie in Verbindung mit gro\u00dfen Mengen Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne angemessene Sicherheitsvorkehrungen gelagert wurden. Trotz mehrfacher Warnungen wurde die Gefahr nie beseitigt &#8211; bis es zu sp\u00e4t war. Kritiker prangern Fahrl\u00e4ssigkeit an und sehen auch ein Versagen der politischen F\u00fchrung des Landes. Die Chemikalie wird vor allem als D\u00fcngemittel verwendet. Sie f\u00fchrte schon mehrmals zu t\u00f6dlichen Explosionen und wurde auch bei Anschl\u00e4gen eingesetzt. Verantwortliche des Hafenbetriebs wurden nach der Katastrophe unter Hausarrest gestellt.<\/p>\n<p>Im Libanon sch\u00fcrten die Explosionen in gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung die Frustration \u00fcber die Regierung. In den Onlinenetzwerken forderten viele Menschen den R\u00fccktritt des gesamten Kabinetts. &quot;Tretet ab!&quot;, erkl\u00e4rte der popul\u00e4re Fernsehjournalist Marcel Ghanem. &quot;Es sind eure Niedertracht und eure Nachl\u00e4ssigkeit, welche die Menschen get\u00f6tet haben.&quot;<\/p>\n<p>Schon vor den Explosionen hatte es immer wieder Massenproteste gegen die libanesische Regierung gegeben, der viele Menschen Korruption und Inkompetenz vorwerfen. Der Hafen Beiruts und der Zoll des Landes gelten als besonders korrupt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Libanesische Soldaten suchen unter den Tr\u00fcmmern der H\u00e4user in Beirut nach Vermissten Foto:\u2002Hassan Ammar\/ AP Die verheerende Explosion in Beirut hat mindestens 135 Menschen das Leben gekostet und Tausende weitere verletzt. 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