{"id":1659,"date":"2020-08-06T07:36:02","date_gmt":"2020-08-06T04:36:02","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-deutsche-erwarten-zweiten-lockdown-und-schaden-fur-wirtschaft\/"},"modified":"2020-08-06T07:36:02","modified_gmt":"2020-08-06T04:36:02","slug":"corona-deutsche-erwarten-zweiten-lockdown-und-schaden-fur-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-deutsche-erwarten-zweiten-lockdown-und-schaden-fur-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Corona: Deutsche erwarten zweiten Lockdown &#8211; und Sch\u00e4den f\u00fcr Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9fc4bc47-bb0d-4cc3-8339-c9fd13e43808_w948_r1.77_fpx66.67_fpy50.jpg\" title=\"Schildergasse in K\u00f6ln: Betrieb wie vor Corona - aber wie lange noch?\" alt=\"Schildergasse in K\u00f6ln: Betrieb wie vor Corona - aber wie lange noch?\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Schildergasse in K\u00f6ln: Betrieb wie vor Corona &#8211; aber wie lange noch?<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Ralph Peters\/ imago images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Im \u00f6ffentlichen Leben ist l\u00e4ngst eingekehrt, was dem Begriff &quot;Normalit\u00e4t&quot; relativ nahe kommt. Sicher, ohne Maske geht fast niemand aus dem Haus, und durchtanzte Clubn\u00e4chte oder Rockfestivals bleiben vorerst ferne Sehns\u00fcchte. Aber ansonsten sind die Einkaufsstra\u00dfen gut gef\u00fcllt, die Str\u00e4nde sowieso, Menschen sitzen in Restaurants. Besuche beim Friseur und im Fitnessstudio geh\u00f6ren wieder zur Routine. In den ersten Bundesl\u00e4ndern beginnt das neue Schuljahr mit Unterricht f\u00fcr alle in fast vollem Umfang. Das Leben in Deutschland Anfang August 2020 f\u00fchlt sich sehr viel freier an als noch im April.<\/p>\n<p>Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland glaubt allerdings nicht, dass es so bleiben wird. Sie rechnet mit einem erneuten Lockdown &#8211; und mit erheblichem Schaden f\u00fcr die deutsche Wirtschaft, wie eine repr\u00e4sentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL unter rund 5000 Menschen in Deutschland zeigt.<\/p>\n<p>Mehr als vier von f\u00fcnf Befragten &#8211; 82 Prozent &#8211; erwarten noch f\u00fcr dieses Jahr eine erneute Versch\u00e4rfung der Corona-Schutzma\u00dfnahmen. Mit 32 Prozent geht etwa ein Drittel sogar &quot;auf jeden Fall&quot; davon aus, weitere 50 Prozent rechnen &quot;eher&quot; damit. Nur etwas mehr als jede zehnte befragte Person geht nicht von neuerlichen Beschr\u00e4nkungen aus.<\/p>\n<p>Es liegt nahe, dass die j\u00fcngsten Nachrichten zu diesem sehr eindeutigen Meinungsbild beigetragen haben. Seit einigen Wochen liegt die Zahl der Neuinfektionen wieder deutlich \u00fcber dem Niveau des Juni, das Robert Koch-Institut sprach in diesem Zusammenhang von &quot;gro\u00dfer Sorge&quot;. Meldungen \u00fcber Ausbr\u00fcche in Urlaubsgebieten d\u00fcrften die Furcht davor gemehrt haben, dass Reiser\u00fcckkehrer die Ausbreitung des Coronavirus wieder anfachen k\u00f6nnten. Hinzu kommen die bevorstehenden Schul\u00f6ffnungen, die nachlassende Umsicht vieler Menschen im Alltag &#8211; und die Bilder von Tausenden dicht gedr\u00e4ngten Protestierenden bei den Anti-Corona-Demos.<\/p>\n<p>Weniger naheliegend ist allerdings: Wer mit einem neuen Lockdown rechnet, erwartet h\u00e4ufig sogar noch strengere Ma\u00dfnahmen als im Fr\u00fchjahr. Das gab eine relative Mehrheit von 42 Prozent derer an, die allgemein mit neuen Beschr\u00e4nkungen rechnen. 27 Prozent aus dieser Gruppe glauben, dass der zweite Lockdown so sein wird wie der erste &#8211; also mit geschlossenen Gesch\u00e4ften, Restaurants und recht strikten Kontaktbeschr\u00e4nkungen. Weitere 30 Prozent rechnen hingegen mit lockereren Beschr\u00e4nkungen als im Fr\u00fchjahr.<\/p>\n<p>Dass so viele Deutsche einen so harten zweiten Lockdown erwarten, ist angesichts der Einsch\u00e4tzung von Fachleuten \u00fcberraschend. So verweisen etwa der Virologe Christian Drosten und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf die Erfahrungen, die bislang gesammelt wurden und die es erm\u00f6glichen, k\u00fcnftig gezieltere und damit weniger drastische, fl\u00e4chendeckende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die erwartete H\u00e4rte des zweiten Lockdowns spielt das Alter eine wichtige Rolle. Bei den Befragten unter 40 Jahren \u00fcberwiegen deutlich diejenigen, die mit lockereren Ma\u00dfnahmen rechnen, bei den \u00fcber 40-J\u00e4hrigen rechnet eine Mehrheit mit strengeren Beschr\u00e4nkungen. Dabei gilt durchgehend: Je \u00e4lter die Befragten, desto h\u00f6her ist der Anteil derer, die einen strengeren zweiten Lockdown erwarten.<\/p>\n<p>Nahezu einig sind sich die Deutschen dar\u00fcber, was ein strenger zweiter Lockdown \u00f6konomisch bedeuten w\u00fcrde: 88 Prozent der Befragten gaben an, dass er die wirtschaftliche Gesamtsituation in Deutschland verschlechtern w\u00fcrde. Mit 52 Prozent sch\u00e4tzt dabei mehr als die H\u00e4lfte die wirtschaftlichen Folgen als &quot;sehr negativ&quot; ein. Nur sechs Prozent nehmen an, dass er keine Auswirkungen h\u00e4tte, weitere f\u00fcnf Prozent gehen sogar von einer positiven Wirkung aus.<\/p>\n<p>Bei diesen Ergebnissen ist zu beachten, dass gezielt nach den Wirkungen einer &quot;erneuten deutlichen Versch\u00e4rfung der Corona-Schutzma\u00dfnahmen&quot; gefragt wurde &#8211; also nach einer strengen Variante eines zweiten Lockdowns.<\/p>\n<p>Deutlich weniger pessimistisch sehen die Deutschen insgesamt hingegen die m\u00f6glichen Folgen eines solchen strengen zweiten Lockdowns f\u00fcr ihre pers\u00f6nliche finanzielle Situation &#8211; doch auch hier rechnen mit 30 Prozent fast ein Drittel der Befragten mit Einbu\u00dfen. 62 Prozent geben an, dass sie keine pers\u00f6nliche Auswirkungen erwarten, weitere drei Prozent w\u00fcrden ihrer Ansicht nach sogar finanziell profitieren.<\/p>\n<p>Gerade bei dieser Frage zeigt sich deutlich, wer wirtschaftlich besonders stark von der Pandemie bedroht ist. Unter den Selbstst\u00e4ndigen etwa liegt der Anteil derjenigen, die negative finanzielle Folgen bef\u00fcrchten, mit 56 Prozent am h\u00f6chsten. Zudem ist in dieser Gruppe der Anteil derer, die sogar &quot;sehr negative&quot; Folgen erwarten, mit 26 Prozent sehr hoch &#8211; in der Gesamtbev\u00f6lkerung liegt er bei zw\u00f6lf Prozent. Im Gegensatz dazu f\u00fcrchten nur relativ wenige Rentner pers\u00f6nlich negative \u00f6konomische Auswirkungen.<\/p>\n<p>Deutlich ist auch der Unterschied zwischen Eltern und Menschen ohne Kinder im Haushalt. Hier spielen offenbar m\u00f6gliche erneute Schul- und Kitaschlie\u00dfungen eine Rolle. Viele M\u00fctter und einige V\u00e4ter d\u00fcrften dann nur noch eingeschr\u00e4nkt oder gar nicht mehr arbeiten k\u00f6nnen, weil sie ihre Kinder betreuen m\u00fcssen. Entsprechend rechnen 38 Prozent derjenigen mit Kindern im Haushalt mit finanziellen Einbu\u00dfen, aber nur 27 Prozent der Befragten ohne Kinder im Haushalt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Schildergasse in K\u00f6ln: Betrieb wie vor Corona &#8211; aber wie lange noch? Foto:\u2002Ralph Peters\/ imago images Im \u00f6ffentlichen Leben ist l\u00e4ngst eingekehrt, was dem Begriff &quot;Normalit\u00e4t&quot; relativ nahe kommt. Sicher, ohne Maske geht fast niemand aus dem Haus, und durchtanzte Clubn\u00e4chte oder Rockfestivals bleiben vorerst ferne Sehns\u00fcchte. 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