{"id":1644,"date":"2020-08-05T12:46:08","date_gmt":"2020-08-05T09:46:08","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/beirut-was-bisher-uber-die-katastrophe-bekannt-ist\/"},"modified":"2020-08-05T12:46:08","modified_gmt":"2020-08-05T09:46:08","slug":"beirut-was-bisher-uber-die-katastrophe-bekannt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/beirut-was-bisher-uber-die-katastrophe-bekannt-ist\/","title":{"rendered":"Beirut: Was bisher \u00fcber die Katastrophe bekannt ist"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/28327159-9f98-4d0c-ac06-fa533b609805_w948_r1.77_fpx51.28_fpy54.99.jpg\" title=\"Beiruts Hafen nach der Explosion\" alt=\"Beiruts Hafen nach der Explosion\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Beiruts Hafen nach der Explosion<\/p>\n<p>  Foto:\u2002IBRAHIM AMRO\/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Tag nach den Explosionen in Beirut zeigt sich das Ausma\u00df der Katastrophe: Weite Teile der Stadt sind verw\u00fcstet, Rettungskr\u00e4fte suchen nach Vermissten, Mediziner versuchen, die \u00dcberlebenden zu versorgen. Der Hafen der libanesischen Hauptstadt ist weitgehend zerst\u00f6rt.<\/p>\n<h3>Was bisher \u00fcber die Explosionen im Hafen von Beirut bekannt ist:<\/h3>\n<p>Am Dienstagabend brannte es im Hafen von Beirut, Rauch stieg auf, es gab kleinere Detonationen. Viele Menschen filmten &#8211; und hielten dadurch auch den Moment fest, als sich kurz nach 18 Uhr Ortszeit eine gewaltige Explosion ereignete.<\/p>\n<p>Es gab einen Feuerball, gefolgt von einer Druckwelle, die im Umkreis von mehreren Kilometern Verheerungen anrichtete, Fensterscheiben bersten lie\u00df und Menschen und Autos durch die Luft schleuderte. Die Detonationen waren noch auf der Mittelmeerinsel Zypern zu h\u00f6ren, die 160 Kilometer von Beirut entfernt im Mittelmeer liegt. Auch die deutschen Soldaten auf der Korvette &quot;Ludwigshafen am Rhein&quot;, die derzeit im Hafen von Limassol liegt, berichten, dass sie den gewaltigen Schlag wahrnehmen konnten.<\/p>\n<p>Der Hafen Beiruts liegt fast im Zentrum der Stadt, er ist Luftlinie nur 1,5 Kilometer von der Innenstadt entfernt. Nach der Explosion gingen selbst in H\u00e4usern in zehn Kilometer Entfernung vom Explosionsort Fenster zu Bruch. Laut ersten Berichten wurden zahlreiche Geb\u00e4ude in der N\u00e4he des Hafens v\u00f6llig zerst\u00f6rt. &quot;Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet, ich bin sprachlos&quot;, sagte Beiruts B\u00fcrgermeister Jamal Itani.<\/p>\n<h3>Wie viele Opfer gibt es?<\/h3>\n<p>Bislang hat das Rote Kreuz best\u00e4tigt, dass mindestens hundert Menschen starben und etwa 4000 verletzt wurden. Der Generalsekret\u00e4r des Roten Kreuzes, George Kattanah, sagte, die Zahl der Opfer werde wahrscheinlich weiter steigen. Etwa hundert Menschen werden laut Sicherheitskreisen noch vermisst.<\/p>\n<h3>Was hat die Explosionen verursacht?<\/h3>\n<p>Ermittler suchen nach der Ursache f\u00fcr die Katastrophe. In einem ersten Statement erkl\u00e4rte der libanesische Pr\u00e4sident Michel Aoun, Ausl\u00f6ser der Detonationen seien wohl unsachgem\u00e4\u00df gelagerte Chemikalien gewesen. Ihm zufolge lagerten 2750 Tonnen Ammoniumnitrat in den Lagerh\u00e4usern des Hafens. Der Stoff wird in der D\u00fcngemittelproduktion, aber auch bei der Herstellung von Sprengstoffen verwendet. Schwere Ungl\u00fccke damit gab es in der Vergangenheit auch in Europa und den USA.<\/p>\n<p>Laut Aoun lagerten die gef\u00e4hrlichen Chemikalien ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen, was ein &quot;inakzeptabler&quot; Zustand gewesen sei. Premierminister Hassan Diab erkl\u00e4rte, die Verantwortlichen f\u00fcr das &quot;gef\u00e4hrliche Lagerhaus&quot; w\u00fcrden zur Rechenschaft gezogen.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump hatte noch in der Nacht \u00fcber eine Bombe spekuliert. Dem stellte sich am Mittwochmorgen die britische Regierung entgegen. Bevor Ergebnisse der Untersuchung dieser Trag\u00f6die vorl\u00e4gen, sei es zu fr\u00fch f\u00fcr Spekulationen, sagte Bildungsstaatssekret\u00e4r Nick Gibb dem TV-Sender Sky.<\/p>\n<h3>Kann der Libanon auf die Katastrophe angemessen reagieren?<\/h3>\n<p>Das Land ist geschw\u00e4cht, schon vor der Coronakrise und der Katastrophe des 4. August war die Wirtschaft des Landes am Boden. Die W\u00e4hrung verlor seit Jahresbeginn 85 Prozent ihres Wertes, offiziellen Angaben zufolge leben inzwischen mehr als 45 Prozent der Libanesen unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 35 Prozent, drei Viertel der Bev\u00f6lkerung k\u00f6nnten in den kommenden Monaten Lebensmittelhilfen ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Die noch junge Regierung von Ministerpr\u00e4sident Diab amtiert erst seit Januar und bem\u00fchte sich seitdem um internationale Unterst\u00fctzung. Das Land brauchte &#8211; schon vor der Katastrophe vom Dienstagabend &#8211; mehr als 20 Milliarden Dollar (rund 17 Milliarden Euro) Finanzhilfen. Elf Milliarden Dollar wurden dem Libanon bei einer Geberkonferenz 2018 in Paris zugesagt, wegen ausbleibender Reformen aber nicht ausgezahlt. Im Streit um Forderungen des Internationalen W\u00e4hrungsfonds f\u00fcr Finanzhilfen droht der Regierung Diab der Zerfall.<\/p>\n<h3>Welche Hilfsangebote gibt es?<\/h3>\n<p>Nach den verheerenden Explosionen bat Regierungschef Diab alle befreundeten Staaten um Hilfe. Zusagen daf\u00fcr kommen selbst aus dem verfeindeten Israel, mit dem sich der Libanon offiziell im Krieg befindet. Ebenso haben US-Pr\u00e4sident Trump, die Staatsf\u00fchrung Irans sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel Hilfen angek\u00fcndigt. Auch Gro\u00dfbritannien versprach Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sische Regierung hat unmittelbar Hilfen f\u00fcr den Libanon auf den Weg gebracht. Bereits am Mittwochnachmittag wollen zwei Flugzeuge der Armee mit tonnenweise medizinischer Ausr\u00fcstung und einer mobilen Krankenstation an Bord in der libanesischen Hauptstadt eintreffen. An Bord der Maschinen bef\u00e4nden sich auch 55 Sicherheitskr\u00e4fte, die auf Rettungs- und R\u00e4umungsarbeiten spezialisiert seien, teilte der \u00c9lys\u00e9e-Palast weiter mit. In der mobilen Krankenstation k\u00f6nnen demnach bis zu 500 Verletzte versorgt werden.<\/p>\n<p>Aus den Niederlanden sollen rund 70 Helfer anreisen &#8211; \u00c4rzte, Feuerwehrleute und Polizisten, die im Aufsp\u00fcren von versch\u00fctteten Personen spezialisiert sind. Auch aus Tschechien soll ein Hilfsteam anreisen, das auf die Suche nach Versch\u00fctteten spezialisiert ist.<\/p>\n<p><em>Mit Material von Reuters und AP<\/em><\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Beiruts Hafen nach der Explosion Foto:\u2002IBRAHIM AMRO\/ AFP Am Tag nach den Explosionen in Beirut zeigt sich das Ausma\u00df der Katastrophe: Weite Teile der Stadt sind verw\u00fcstet, Rettungskr\u00e4fte suchen nach Vermissten, Mediziner versuchen, die \u00dcberlebenden zu versorgen. Der Hafen der libanesischen Hauptstadt ist weitgehend zerst\u00f6rt. 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