{"id":16247,"date":"2022-11-18T07:56:19","date_gmt":"2022-11-18T04:56:19","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/tarifeinigung-in-metall-und-elektroindustrie-mehr-als-acht-prozent-plus-3000-euro-einmalzahlung\/"},"modified":"2022-11-18T07:56:19","modified_gmt":"2022-11-18T04:56:19","slug":"tarifeinigung-in-metall-und-elektroindustrie-mehr-als-acht-prozent-plus-3000-euro-einmalzahlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/tarifeinigung-in-metall-und-elektroindustrie-mehr-als-acht-prozent-plus-3000-euro-einmalzahlung\/","title":{"rendered":"Tarifeinigung in Metall- und Elektroindustrie: Mehr als acht Prozent plus 3000 Euro Einmalzahlung"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die Inflation ist hoch, der Tarifabschluss auch: In der Metall- und Elektroindustrie steigen die L\u00f6hne 2023 um 5,2 Prozent und 2024 noch einmal um 3,3 Prozent. Hinzu kommen steuerfreie Einmalzahlungen von 3000 Euro.  <\/p>\n<p>Arbeitgeber und Gewerkschaft haben sich in der Metall- und Elektroindustrie angesichts der hohen Teuerungsraten auf eine kr\u00e4ftige Lohnerh\u00f6hung geeinigt. Der Tarifabschluss im Pilotbezirk Baden-W\u00fcrttemberg, der bundesweit \u00fcbernommen werden soll, gelang in der Nacht zum Freitag nach fast zw\u00f6lf Stunden Verhandlungen.<\/p>\n<p>Die rund 3,9 Millionen Besch\u00e4ftigten der gr\u00f6\u00dften deutschen Industrie bekommen in zwei Schritten 8,5 Prozent mehr Geld sowie 3000 Euro Einmalzahlung netto. Die IG Metall konnte damit sogar mehr durchsetzen als die geforderten acht Prozent. Die Arbeitgeber setzten daf\u00fcr eine lange Laufzeit von zwei Jahren bis September 2024 durch. Die Zahlungen beginnen au\u00dferdem erst im Fr\u00fchjahr, das verschafft den Unternehmen etwas Luft.<\/p>\n<p>IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger nannte das Ergebnis sehr ordentlich. &quot;Das ist unterm Strich ein Ergebnis, das in schwieriger Zeit mit viel Hadern, mit viel Ringen und heftigen Debatten zustande gekommen ist&quot;, sagte er. Bundesweit hatten sich 900.000 Besch\u00e4ftigte seit fast drei Wochen an Warnstreiks beteiligt. Die Einigung sei an der &quot;Nahtkante zur Eskalation des Konflikts&quot; gelungen, sagte IG-Metall-Chef J\u00f6rg Hofmann. Der Abschluss bringe den Besch\u00e4ftigten eine sp\u00fcrbare Entlastung angesichts der gestiegenen Preise.<\/p>\n<p>&quot;Dieser Kompromiss ist angesichts der extrem schwierigen wirtschaftlichen Situation und der enormen Unsicherheiten sicherlich in vielen Punkten schmerzhaft und absolut an der Grenze dessen, was wir f\u00fcr die Mehrzahl unserer Mitglieder gerade noch f\u00fcr tragbar halten&quot;, erkl\u00e4rte der Verhandlungsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes S\u00fcdwestmetall, Harald Marquardt. Die Arbeitgeber setzen darauf, die einsetzende Rezession schnell zu \u00fcberwinden und bis 2024 zu Wachstum zur\u00fcckzukehren. Das Tarifpaket sei ein &quot;Vorschuss auf hoffentlich bessere Zeiten&quot;, erkl\u00e4rte Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf.<\/p>\n<p>Vereinbart ist eine Anhebung der Tarifgeh\u00e4lter in zwei Stufen um <strong>5,2 Prozent<\/strong> ab Juni 2023 und um <strong>3,3 Prozent<\/strong> ab Mai 2024. Hinzu kommt eine steuer- und abgabenfreie Pauschale zum Inflationsausgleich von <strong>3000 Euro<\/strong>, gest\u00fcckelt in zwei Tranchen ausgezahlt zum M\u00e4rz 2023 und 2024.<\/p>\n<h3>Entlastung f\u00fcr Firmen bei geringer Rendite<\/h3>\n<p>Die Tarifverhandlungen waren angesichts hoher Inflation und tr\u00fcber Wirtschaftslage in der mit rund 3,9 Millionen Besch\u00e4ftigten gr\u00f6\u00dften deutschen Industrie schwierig. Die IG Metall hatte im Sommer eine Erh\u00f6hung um acht Prozent bei zw\u00f6lf Monaten Laufzeit gefordert \u2013 im Herbst w\u00e4re ihre Tarifforderung angesichts von mehr als zehn Prozent Inflationsrate noch h\u00f6her ausgefallen. Die Arbeitgeber boten zun\u00e4chst nur die 3000 Euro Pauschale \u00fcber 30 Monate Laufzeit an. Auf eine prozentuale Erh\u00f6hung wollten sie sich nur einlassen, wenn die Gewerkschaft zu einer langen Laufzeit bereit w\u00e4re. Die Lage der Unternehmen beschrieben die Arbeitgeber viel kritischer als die IG Metall. Sie verwiesen auf viele kleinere Betriebe, die mit hohen Energie- und Rohstoffkosten schwer zu k\u00e4mpfen h\u00e4tten und finanziell nicht \u00fcberfordert werden d\u00fcrften.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Unternehmen stehe unter dem Strich eine Kostenbelastung f\u00fcr die Kalenderjahre 2022 bis 2024, die f\u00fcr das Gros der Betriebe gerade noch tragbar sei, erkl\u00e4rte Marquardt weiter. &quot;Da es einem Teil der Firmen aber schon jetzt schlecht geht, sind wir sehr froh, dass es uns gelungen ist, f\u00fcr diese Firmen substanzielle Entlastungsm\u00f6glichkeiten zu schaffen.&quot; So k\u00f6nnen Betriebe mit einer Nettoumsatzrendite von weniger als 2,3 Prozent das schon l\u00e4nger bestehende tarifliche Zusatzgeld verschieben, k\u00fcrzen oder streichen. Die Summe wird zugleich von 400 auf 600 Euro im Jahr erh\u00f6ht, eine vorgesehene Steigerung einer anderen Sonderzahlung f\u00e4llt im Gegenzug aus. Auf eine Eskalation der Energiekrise wollen die Tarifparteien schnell und flexibel reagieren.<\/p>\n<p>Die Arbeitgeber zeigten sich erleichtert, dass mit dem Tarifabschluss eine Eskalation der Warnstreiks vermieden wurde. Die IG Metall hatte f\u00fcr den Fall eines Scheiterns der Verhandlung 24-Stunden-Streiks und Dauerstreik in einigen Bezirken vorbereitet. Der Abschluss sei eine Belastung, erkl\u00e4rte Gesamtmetall-Chef Wolf. Ein Arbeitskampf h\u00e4tte aber noch gr\u00f6\u00dferen Schaden verursacht. &quot;Mit Streiks in der jetzigen Situation ist niemandem geholfen&quot;, sagte Marquardt. &quot;Wir haben sicher die ein oder andere Kr\u00f6te geschluckt, aber auch die anderen sind nicht ohne Kr\u00f6tenschlucken weggekommen.&quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Inflation ist hoch, der Tarifabschluss auch: In der Metall- und Elektroindustrie steigen die L\u00f6hne 2023 um 5,2 Prozent und 2024 noch einmal um 3,3 Prozent. 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