{"id":15552,"date":"2022-10-19T05:55:59","date_gmt":"2022-10-19T02:55:59","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-zum-russland-ukraine-krieg-das-geschah-in-der-nacht-zu-mittwoch-19-oktober\/"},"modified":"2022-10-19T05:55:59","modified_gmt":"2022-10-19T02:55:59","slug":"news-zum-russland-ukraine-krieg-das-geschah-in-der-nacht-zu-mittwoch-19-oktober","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-zum-russland-ukraine-krieg-das-geschah-in-der-nacht-zu-mittwoch-19-oktober\/","title":{"rendered":"News zum Russland-Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht zu Mittwoch (19. Oktober)"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">In ungewohnt klaren Worten beschreibt Russlands Milit\u00e4rf\u00fchrung die Lage an der Front. In der Stadt Cherson sollen sich Zivilisten in Sicherheit bringen. Und: Iran will mit Kiew \u00fcber Kamikazedrohnen reden. Das geschah in der Nacht.  <\/p>\n<h3><strong>Das sagt Kiew<\/strong><\/h3>\n<p>Der ukrainische Pr\u00e4sident <strong>Wolodymyr Selenskyj <\/strong>hat den Einsatz iranischer <strong>Drohnen <\/strong>durch Russland eine <strong>Bankrotterkl\u00e4rung <\/strong>genannt. \u00bbDer russische Hilferuf an Iran ist die Anerkennung des milit\u00e4rischen und politischen Bankrotts durch den Kreml\u00ab, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Russland habe jahrzehntelang Milliarden Dollar in seinen milit\u00e4risch-industriellen Komplex gesteckt, doch schlie\u00dflich m\u00fcsse es auf \u00bbziemlich einfache Drohnen und Raketen\u00ab aus Teheran setzen.<\/p>\n<p>Der Beschuss der Ukraine mit ganzen Schw\u00e4rmen dieser Drohnen mache den Russen vielleicht taktisch Hoffnung. \u00bbStrategisch wird es ihnen ohnehin nicht helfen\u00ab, sagte Selenskyj. Der Pr\u00e4sident dankte allen Angeh\u00f6rigen der ukrainischen Luftverteidigung, die in den vergangenen Tagen Raketen und Drohnen aus Russland abgeschossen h\u00e4tten. Er lobte dabei auch das von Deutschland gelieferte Luftabwehrsystem Iris-T: \u00bbDas ist wirklich ein sehr effektives System.\u00ab<\/p>\n<p>Die russische Armee hat in den vergangenen Tagen verst\u00e4rkt <strong>Drohnen iranischer Bauart<\/strong> vom Typ <strong>Schahed<\/strong>&#8211;<strong>136 <\/strong>auf die <strong>Energieversorgung <\/strong>der Ukraine, aber auch auf <strong>St\u00e4dte <\/strong>abgeschossen. Dabei bestreiten sowohl Moskau wie Teheran ein R\u00fcstungsgesch\u00e4ft mit den Drohnen.<\/p>\n<p>Laut humanit\u00e4rem V\u00f6lkerrecht sind Direktangriffe auf die Zivilbev\u00f6lkerung oder auf zivile Objekte verboten. Es besteht au\u00dferdem \u00bbdie Pflicht, Vorsichtsma\u00dfnahmen zu treffen, um Tote und Verwundete unter der Zivilbev\u00f6lkerung und die Besch\u00e4digung ziviler Objekte zu vermeiden oder auf ein Mindestma\u00df zu beschr\u00e4nken\u00ab.<\/p>\n<h3><strong>Das sagt Moskau<\/strong><\/h3>\n<p>Der neue <strong>Kommandeur <\/strong>der <strong>russischen<\/strong> <strong>Einheiten <\/strong>in der Ukraine hat sich in ungew\u00f6hnlich <strong>offenen Worten <\/strong>zur Lage vor Ort ge\u00e4u\u00dfert: \u00bbDie Situation im Bereich des \u203amilit\u00e4rischen Spezialeinsatzes\u2039 kann als <strong>angespannt <\/strong>bezeichnet werden\u00ab, sagte General Sergej Surowikin dem russischen Staatsfernsehen. Russland bem\u00e4ntelt seinen Angriffskrieg noch immer als \u00bbSpezialeinsatz\u00ab. \u00dcblicherweise halten sich die russischen Streitkr\u00e4fte und auch die Medien mit negativen Einsch\u00e4tzungen zum Kriegsverlauf zur\u00fcck. Surowikin ist seit zehn Tagen f\u00fcr die Truppen verantwortlich. Er sagte weiter: \u00bbDer Feind gibt seine Versuche, die Stellungen der russischen Truppen anzugreifen, nicht auf.\u00ab<\/p>\n<p>Derzeit bereite die russische Armee die <strong>Evakuierung <\/strong>von <strong>Zivilisten <\/strong>aus der s\u00fcdukrainischen Stadt <strong>Cherson <\/strong>vor, so der General. Die dortige von Russland eingesetzte Verwaltung hatte dies vor Kurzem erbeten. Surowikin sprach von ukrainischen Angriffen auf zivile Infrastruktur, die \u00bbeine direkte Bedrohung des Lebens der Bewohner\u00ab darstellten. Es bestehe die \u00bbNotwendigkeit, so viele Leben der Zivilbev\u00f6lkerung und des russischen Milit\u00e4rs wie m\u00f6glich zu sch\u00fctzen\u00ab. Ohne weitere Erl\u00e4uterung f\u00fcgte er hinzu: \u00bbWir schlie\u00dfen eine sehr <strong>schwierige Entscheidungsfindung <\/strong>nicht aus.\u00ab<\/p>\n<p>Der von Russland eingesetzte <strong>Verwaltungschef <\/strong>von Cherson, Wladimir Saldo, k\u00fcndigte im Onlinedienst Telegram ebenfalls eine Evakuierung der Bewohner mehrerer <strong>Ortschaften <\/strong>der <strong>Region<\/strong> auf das <strong>linke <\/strong>Ufer des Flusses <strong>Dnipro <\/strong>an. So solle der russischen Armee die M\u00f6glichkeit gegeben werden, \u00bbumfangreiche Verteidigungsbauten\u00ab zu errichten.<\/p>\n<p>\u00bbWo das Milit\u00e4r agiert, gibt es keinen Platz f\u00fcr Zivilisten\u00ab, erkl\u00e4rte Saldo. Die Region Cherson bleibe aber \u00bbunter dem Schutz der russischen Armee\u00ab, betonte er.<\/p>\n<p>Angesichts des Konfliktes mit dem Westen h\u00e4lt das <strong>russische Au\u00dfenministerium<\/strong> die gro\u00dfe <strong>diplomatische Pr\u00e4senz <\/strong>in diesen L\u00e4ndern f\u00fcr <strong>verzichtbar<\/strong>. Er sehe \u00bbkeinerlei Sinn\u00ab darin, die Pr\u00e4senz in westlichen L\u00e4ndern wie gehabt aufrechtzuerhalten, sagte Au\u00dfenminister Sergej Lawrow am Dienstag. \u00bbUnsere Leute arbeiten unter Bedingungen, die man kaum menschlich nennen kann\u00ab, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. \u00bbMan bereitet ihnen st\u00e4ndig Probleme, droht mit physischen \u00dcbergriffen.\u00ab Es gebe nichts mehr zu besprechen, seit die europ\u00e4ischen Staaten die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland abgebrochen h\u00e4tten, wie er es darstellte. Lawrow machte allerdings keine konkreten Angaben, ob Russland einen Abbau seines Botschaftspersonals plant.<\/p>\n<h3><strong>Lage am Atomkraftwerk Saporischschja<\/strong><\/h3>\n<p>Weiteres <strong>Personal<\/strong> des russisch besetzten ukrainischen <strong>Atomkraftwerks <\/strong>Saporischschja ist <strong>festgenommen <\/strong>worden. Das berichtete die Internationale Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA) in Wien. Ein stellvertretender <strong>Leiter <\/strong>des AKWs und <strong>zwei <\/strong>weitere <strong>Mitarbeiter<\/strong> seien vor Kurzem festgenommen worden. W\u00e4hrend der Manager wieder freigelassen worden sei, seien die anderen noch nicht in Freiheit, hie\u00df es. Zuvor war der Chef der Anlage vor\u00fcbergehend von russischer Seite festgehalten worden. Er kam Anfang Oktober wieder frei.<\/p>\n<p>Mehrere IAEA-Experten sind st\u00e4ndig in dem AKW, um die Lage im gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Atomkraftwerk zu beobachten. Sie berichteten am Dienstag, dass die letzte verbliebene Hauptstromleitung f\u00fcr die K\u00fchlung der Brennst\u00e4be zum dritten Mal innerhalb von zehn Tagen unterbrochen war, aber am Montag wieder hergestellt wurde.<\/p>\n<h3>Internationale Reaktionen<\/h3>\n<p><strong>Teheran <\/strong>ist nach eigenen Angaben bereit, im <strong>Gespr\u00e4ch <\/strong>mit <strong>Kiew <\/strong>\u00bbunbegr\u00fcndete\u00ab <strong>Vorw\u00fcrfe <\/strong>hinsichtlich der Lieferung von <strong>Drohnen <\/strong>an Moskau auszur\u00e4umen. Das sagte ein Sprecher des iranischen Au\u00dfenministeriums. \u00bbDie Behauptungen, dass die Islamische Republik Waffen, einschlie\u00dflich milit\u00e4rischer Drohnen, in den Ukrainekrieg schickt\u00ab, <strong>entspr\u00e4chen nicht der Wahrheit<\/strong>. Au\u00dfenminister Dmytro Kuleba teilte mit, dass er Pr\u00e4sident Selenskyj wegen der Drohnenlieferungen vorgeschlagen habe, die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abzubrechen.<\/p>\n<p><strong>Iran <\/strong>hat einem Medienbericht zufolge au\u00dferdem <strong>Ausbilder <\/strong>in die Ukraine geschickt, um russischen Truppen im <strong>Umgang <\/strong>mit den <strong>Drohnen <\/strong>zu helfen. Die Ausbilder operierten von einem russischen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt auf der Krim aus, wo viele der iranischen Drohnen stationiert seien, berichtet die \u00bbNew York Times\u00ab             unter Berufung auf Angaben aus US-Regierungskreisen. Dem Bericht zufolge geh\u00f6ren die Ausbilder dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden an, einem Teil des iranischen Milit\u00e4rs, der von den USA als terroristische Organisation eingestuft wird. \u00bbEs gibt zahlreiche Beweise daf\u00fcr, dass iranische Drohnen f\u00fcr Angriffe auf ukrainische Zivilisten und milit\u00e4rische Ziele eingesetzt wurden, obwohl Iran weiterhin schamlos \u00fcber seine Beteiligung l\u00fcgt\u00ab, sagt ein Sprecher des US-Au\u00dfenministeriums zu dem Bericht.<\/p>\n<p>Die <strong>USA <\/strong>hatten zuvor erkl\u00e4rt, sie wollten \u00bbpraktische, <strong>aggressive<\/strong>\u00ab <strong>Schritte <\/strong>unternehmen, um Iran den <strong>Verkauf <\/strong>von <strong>Drohnen <\/strong>an Russland weiter zu <strong>erschweren<\/strong>. Es seien bereits Sanktionen und <strong>Exportkontrollen <\/strong>eingef\u00fchrt worden, sagte ein Sprecher des Au\u00dfenministeriums. Die nach seiner Darstellung sich vertiefende Allianz zwischen den Regierungen in Moskau und Teheran sollte von der Welt als \u00bbschwerwiegende Bedrohung\u00ab eingestuft werden.<\/p>\n<p>Ein <strong>f\u00fchrender<\/strong> <strong>US-Republikaner<\/strong> hat signalisiert, dass seine <strong>Partei <\/strong>im Falle eines Sieges bei den Zwischenwahlen im November die<strong> Hilfen <\/strong>f\u00fcr die <strong>Ukraine zur\u00fcckschrauben<\/strong> werde. Der republikanische Minderheitsf\u00fchrer im Repr\u00e4sentantenhaus, Kevin McCarthy, sagte: \u00bbIch denke, dass die Leute nicht in einer Rezession sitzen und der Ukraine einen Blankoscheck ausstellen werden.\u00ab<\/p>\n<p>Ein <strong>Pentagon<\/strong>&#8211;<strong>Sprecher <\/strong>begr\u00fc\u00dfte die Ank\u00fcndigung des R\u00fcstungskonzerns <strong>Lockheed Martin<\/strong>, Schritte f\u00fcr einen Ausbau der Produktion von <strong>Himars<\/strong>&#8211;<strong>Mehrfachraketenwerfen<\/strong> zu unternehmen. Im russischen Angriffskrieg sind die Systeme zu einer wichtigen Waffe f\u00fcr die ukrainischen Streitkr\u00e4fte geworden. Die USA haben mehr als ein Dutzend Himars-Raketenwerfer geliefert und die Lieferung weiterer Systeme sowie Munition zugesagt. Lockheed Martin teilte am Dienstag mit, man spreche mit Zulieferern dar\u00fcber, die j\u00e4hrliche Himars-Produktion auf 96 Systeme pro Jahr auszubauen.<\/p>\n<p>Zur Abwehr der russischen Invasion hat <strong>Deutschland <\/strong>den <strong>ukrainischen<\/strong> <strong>Streitkr\u00e4ften <\/strong>f\u00fcnf <strong>Bergepanzer <\/strong>und sieben <strong>Br\u00fcckenlegesysteme <\/strong>\u00fcbergeben. Das geht aus der Liste der milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung hervor, die die Bundesregierung in Berlin jeweils am Dienstag aktualisiert. Damit habe die Ukraine insgesamt zehn Bergepanzer bekommen. Mit den Br\u00fcckenlegesystemen lassen sich \u00dcberquerungen von Fl\u00fcssen und B\u00e4chen konstruieren.<\/p>\n<p>Mit Blick auf den bevorstehenden Winter wurden 116.000 K\u00e4lteschutzjacken, 80.000 K\u00e4lteschutzhosen und 240.000 Winterm\u00fctzen \u00fcbergeben. Auch 183 Stromgeneratoren, 100 Zelte sowie 167.000 Schuss Handwaffenmunition geh\u00f6ren zu der Unterst\u00fctzung aus Deutschland.<\/p>\n<p><strong>SPD-Chef Lars Klingbeil<\/strong> hat mehrere <strong>Fehleinsch\u00e4tzungen <\/strong>seiner Partei in der <strong>Russlandpolitik<\/strong> der letzten Jahrzehnte <strong>eingestanden<\/strong>. \u00bbAuf der Suche nach Gemeinsamkeiten haben wir oft das Trennende \u00fcbersehen. Das war ein Fehler\u00ab, sagte Klingbeil am Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung seiner Partei in Berlin. Die SPD habe nach dem Ende des Kalten Krieges geglaubt, dass die Beziehungen zu Russland einfach immer besser werden w\u00fcrden. \u00bbDadurch sind blinde Flecken in unserem Umgang mit Russland entstanden. Und das hat zu Fehlern im Umgang mit Russland gef\u00fchrt.\u00ab<\/p>\n<h3><strong>Was heute passiert<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p>Die iranischen <strong>Waffenlieferungen<\/strong> an Russland sollen Diplomaten zufolge am Mittwoch Thema im <strong>Uno-Sicherheitsrat <\/strong>werden. Die USA, Gro\u00dfbritannien und Frankreich wollten das Thema w\u00e4hrend einer Sitzung hinter verschlossenen T\u00fcren zur Sprache bringen, hei\u00dft es.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Angesichts der hohen <strong>\u00d6lpreise <\/strong>will US-Pr\u00e4sident <strong>Joe Biden <\/strong>die Freigabe von weiteren <strong>15 Millionen Barrel <\/strong>aus den strategischen <strong>\u00d6lreserven <\/strong>der USA bekannt geben. In einer Rede wird der US-Pr\u00e4sident zudem deutlich machen, dass zur D\u00e4mpfung der hohen Preise noch weitere Freigaben m\u00f6glich seien.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ungewohnt klaren Worten beschreibt Russlands Milit\u00e4rf\u00fchrung die Lage an der Front. In der Stadt Cherson sollen sich Zivilisten in Sicherheit bringen. 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