{"id":15348,"date":"2022-10-10T07:47:00","date_gmt":"2022-10-10T04:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/niedersachsen-wahl-wahlerwanderung-woher-die-vielen-stimmen-fur-grune-und-afd-kommen\/"},"modified":"2022-10-10T07:47:00","modified_gmt":"2022-10-10T04:47:00","slug":"niedersachsen-wahl-wahlerwanderung-woher-die-vielen-stimmen-fur-grune-und-afd-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/niedersachsen-wahl-wahlerwanderung-woher-die-vielen-stimmen-fur-grune-und-afd-kommen\/","title":{"rendered":"Niedersachsen-Wahl: W\u00e4hlerwanderung &#8211; woher die vielen Stimmen f\u00fcr Gr\u00fcne und AfD kommen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die CDU hat in Niedersachsen ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt. Das lag auch an einem Mobilisierungsproblem. Von den Verlusten der FDP profitierte nicht nur die AfD, die ihr Ergebnis nahezu verdoppelte.  <\/p>\n<p>Stephan Weil und seine SPD haben die Landtagswahl in Niedersachsen mit klarem Vorsprung vor der CDU gewonnen. Doch beide Parteien verlieren im Vergleich zu 2017 Stimmen, die Christdemokraten in st\u00e4rkerem Ma\u00df als die Sozialdemokraten. Auch die Stimmenanteile von FDP und Linken schrumpfen.<\/p>\n<p>Feiern k\u00f6nnen dagegen die Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4nger von Gr\u00fcnen und AfD. Beide Parteien kommen dank deutlicher Stimmengewinne auf ein zweistelliges Ergebnis. Auch wenn die Gr\u00fcnen sich mehr erhofften, werden sie aller Voraussicht nach k\u00fcnftig mitregieren: Sowohl Weil als auch die Gr\u00fcnenspitze in Niedersachsen haben sich f\u00fcr eine Koalition ausgesprochen.<\/p>\n<p>Eine vorl\u00e4ufige Analyse zur W\u00e4hlerwanderung von Infratest dimap zeigt, wie sich die Stimmen seit der Wahl 2017 verschoben haben. Die Werte sind eine grobe Sch\u00e4tzung, geben aber erste Einblicke, wie das Ergebnis zustande kam.<\/p>\n<p>Nur zwei Parteien gewannen im Vergleich zu 2017 Stimmen hinzu: Die <strong>Gr\u00fcnen<\/strong> \u00fcberzeugten \u00fcber 100.000 W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler, die vor f\u00fcnf Jahren ihr Kreuz bei SPD, CDU oder FDP gemacht hatten.<\/p>\n<p>Die zweite Gewinnerin \u2013 die <strong>AfD<\/strong> \u2013 konnte diesen drei Parteien \u00e4hnlich viele Stimmen abjagen. Bemerkenswert ist, dass \u00fcber ein Drittel davon von der FDP stammt.<\/p>\n<p>Diese rund 40.000 Stimmen sind zugleich der gr\u00f6\u00dfte Einzelverlust f\u00fcr die <strong>Liberalen<\/strong>. Insgesamt verliert die FDP etwa 110.000 W\u00e4hler.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich erging es der <strong>CDU <\/strong>um Spitzenkandidat Bernd Althusmann.Die Christdemokraten gewannen zwar einige Stimmen von der FDP, aber am Ende steht ein deutlicher negativer Saldo. Dazu trug auch bei, dass die CDU ihre W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler nicht halten konnte: \u00dcber ein Drittel derer, die den Christdemokraten den R\u00fccken kehrten, w\u00e4hlten keine andere Partei, sondern sind nunmehr Nichtw\u00e4hler.<\/p>\n<p>Das schlechte Abschneiden der CDU machte einen Wahlsieg der <strong>SPD<\/strong> erst m\u00f6glich. Die Sozialdemokraten verloren zwar auch im gro\u00dfen Stil Stimmen \u2013 rund 120.000. Immerhin schaffte die SPD es, einige fr\u00fchere CDU- und FDP-W\u00e4hlerinnen und -W\u00e4hler f\u00fcr sich zu gewinnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <strong>Linke<\/strong> ver\u00f6ffentlichte Infratest dimap bisher keine Zahlen zur W\u00e4hlerwanderung.<\/p>\n<h3>SPD und CDU bei Senioren besonders stark<\/h3>\n<p>Die Analyse nach Altersgruppen zeigt, dass die SPD vor allem bei \u00e4lteren Menschen erfolgreich war. In der Altersgruppe der W\u00e4hler \u00fcber 70 Jahre holte sie fast die H\u00e4lfte der Stimmen. Je j\u00fcnger die W\u00e4hler, desto schw\u00e4cher schnitten die Sozialdemokraten ab. Unter den j\u00fcngsten W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern von 18 bis 24 Jahren erhielten sie nur 19 Prozent. Ein \u00e4hnliches Bild ergibt sich beim Blick auf die CDU, die gar nur 16 Prozent in der j\u00fcngsten W\u00e4hlergruppe erreichte.<\/p>\n<p>Gerade bei den J\u00fcngsten konnte die FDP gut punkten. Aber auch die Gr\u00fcnen sind f\u00fcr die junge W\u00e4hlerschaft interessant. Sie konnten auch bei den W\u00e4hlern zwischen 25 und 44 Jahren noch viele Stimmen sammeln.<\/p>\n<p>Die AfD-Unterst\u00fctzer weisen wiederum eine ganz eigene Altersstruktur auf. Am st\u00e4rksten ist die Partei in den Gruppen zwischen 35 und 44 Jahren.<\/p>\n<h3>Gr\u00fcne bei W\u00e4hlern mit hoher Bildung besonders stark<\/h3>\n<p>In der Gruppe der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler mit hohem Bildungsgrad liegt die SPD an erster Stelle \u2013 allerdings nur knapp vor CDU und Gr\u00fcnen. Doch Sozial- und Christdemokraten sind bei Personen mit einfacher Bildung deutlich st\u00e4rker. Genauso ist es auch bei der AfD.<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Gr\u00fcnen folgt einem bekannten Muster: Einem Stimmenanteil von 24 Prozent bei den h\u00f6her Gebildeten stehen lediglich f\u00fcnf Prozent bei Menschen mit einfacher Bildung gegen\u00fcber. Auch die FDP erzielt bei Personen mit h\u00f6herem Bildungsgrad ein besseres Ergebnis als bei einfach Gebildeten.<\/p>\n<p>Das Wahlverhalten von M\u00e4nnern und Frauen unterschied sich von Partei zu Partei. Den gr\u00f6\u00dften Unterschied verzeichnet aber die AfD. Sie ist bei M\u00e4nnern deutlich beliebter.<\/p>\n<p><em>Anmerkung: Die Infratest-Daten wurden im Lauf des Abends aktualisiert. Wir haben die \u00c4nderungen \u00fcbernommen und den Text entsprechend angepasst.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die CDU hat in Niedersachsen ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt. 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