{"id":153,"date":"2020-05-28T16:57:10","date_gmt":"2020-05-28T13:57:10","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/renten-diese-lander-haben-laut-global-pension-report-die-besten-systeme\/"},"modified":"2020-05-28T16:57:10","modified_gmt":"2020-05-28T13:57:10","slug":"renten-diese-lander-haben-laut-global-pension-report-die-besten-systeme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/renten-diese-lander-haben-laut-global-pension-report-die-besten-systeme\/","title":{"rendered":"Renten: Diese L\u00e4nder haben laut Global Pension Report die besten Systeme"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/f6f8b8c3-c33b-4c59-8af5-2794e5e5e9dd_w948_r1.77_fpx37_fpy51.jpg\" title=\"Seniorinnen im schwedischen Ystad: Im weltweiten Vergleich liegt das Rentensystem ganz vorne\" alt=\"Seniorinnen im schwedischen Ystad: Im weltweiten Vergleich liegt das Rentensystem ganz vorne\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Seniorinnen im schwedischen Ystad: Im weltweiten Vergleich liegt das Rentensystem ganz vorne<\/p>\n<p>Sabine Gudath\/ imago images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Noch nie war die Lebenserwartung der Menschen rund um die Welt so hoch wie heute. In Afrika liegt sie derzeit bei 63 Jahren, in Australien gar bei 83 Jahren &#8211; noch. Experten erwarten, dass sie bis Mitte des Jahrhunderts um weitere vier Jahre steigen wird. Eine erfreuliche Aussicht, aber es gibt ein Problem: Die Rentensysteme in den meisten L\u00e4ndern sind bislang unzureichend auf die wachsende Schar von Ruhest\u00e4ndlern eingestellt.<\/p>\n<p>Das ist der Hauptbefund des Global Pension Report, den die Allianz nun ver\u00f6ffentlicht hat. Die Experten des Versicherungskonzerns haben die Rentensysteme und Rahmenbedingungen in 70 L\u00e4ndern untersucht, ob sie einerseits f\u00fcr einen ausk\u00f6mmlichen Lebensabend sorgen und gleichzeitig langfristig finanzierbar sind. Das Ergebnis: <strong>Am besten<\/strong> steht die Altersversorgung in <strong>Schweden<\/strong>, <strong>Belgien <\/strong>und <strong>D\u00e4nemark <\/strong>da &#8211; mit den beiden skandinavischen Staaten also zwei L\u00e4nder, die auch in der deutschen Diskussion immer wieder als Vorbilder f\u00fcr Reformen genannt werden. Das deutsche Rentensystem stufen die Autoren mit Platz 26 nur im oberen Mittelfeld ein.<\/p>\n<p>Insgesamt zeigt sich ein deutliches Gef\u00e4lle zwischen dem reichen Westen einerseits und den Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern andererseits &#8211; allerdings mit Ausnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>In den <strong>Top Ten<\/strong> finden sich ausschlie\u00dflich <strong>westliche Industriestaaten<\/strong>, doch <strong>China <\/strong>belegt gleich dahinter <strong>Platz elf<\/strong>.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die <strong>hinteren Pl\u00e4tze<\/strong> gehen \u00fcberwiegend an <strong>\u00e4rmere L\u00e4nder<\/strong> wie Laos, Kenia oder den Libanon, dem Schlusslicht des Rankings.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Doch <strong>vier der sechs schlechtesten Systeme<\/strong> weisen die <strong>eigentlich reichen \u00d6lstaaten Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate<\/strong> auf.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Und auch <strong>Frankreich <\/strong>landet nur auf <strong>Platz 51<\/strong>, weit hinter \u00c4gypten oder Kolumbien.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Tabelle zeigt das Ergebnis des Allianz Pension Index &#8211; eine Weltkarte mit den Ergebnissen finden Sie etwas weiter unten:<\/p>\n<p>Doch wie stichhaltig sind die Ergebnisse? Die Frage ist relevant, weil die Allianz bei der Rente keine neutrale Instanz ist, sondern als gro\u00dfer Versicherungskonzern daran interessiert, seine eigenen Altersvorsorgeprodukte m\u00f6glichst h\u00e4ufig zu verkaufen. In ihrer Studie legen die Autoren aber transparent offen, welche Kriterien in welcher Gewichtung in ihren Index einflie\u00dfen und erm\u00f6glichen so eine \u00dcberpr\u00fcfung und eigene Bewertung.<\/p>\n<h3>Umlage plus Kapitalfinanzierung &#8211; das funktioniert am besten<\/h3>\n<p>Der Versicherungskonzern Allianz ist beim Thema Rente grunds\u00e4tzlich nicht ganz unabh\u00e4ngig. Tats\u00e4chlich erhalten Systeme eine bessere Bewertung, die au\u00dfer einer umlagefinanzierten S\u00e4ule (die aktuelle Generation der Besch\u00e4ftigten zahlt f\u00fcr die aktuelle Rentner-Generation) weitere kapitalgedeckte Vorsorge bieten (jeder zahlt f\u00fcr die sp\u00e4tere eigene Altersvorsorge ein). Diese kapitalgedeckte S\u00e4ule ist ein Gesch\u00e4ftsfeld, das auch die Allianz beackert &#8211; und an dem sie verdient. Allerdings halten auch die meisten unabh\u00e4ngigen Experten eine Mischform aus Umlagefinanzierung und Kapitalanlage f\u00fcr sinnvoll. Und auf den vorderen Pl\u00e4tzen der Studie finden sich durchweg L\u00e4nder, denen auch in anderen Vergleichsstudien gute Systeme attestiert werden &#8211; und die h\u00e4ufig in der Diskussion \u00fcber Rentenreformen als Vorbilder genannt werden, au\u00dfer <strong>Schweden <\/strong>etwa <strong>D\u00e4nemark <\/strong>(Platz 3) und die <strong>Niederlande <\/strong>(Platz 7):<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>D\u00e4nemark <\/strong>und die <strong>Niederlande <\/strong>setzen etwa auf eine Einheitsrente als Grundlage, die f\u00fcr alle gleich hoch ist, unabh\u00e4ngig vom fr\u00fcheren Einkommen &#8211; Voraussetzung ist, dass man 40 beziehungsweise 50 Jahre im Land gelebt hat. Bereits diese Rente ist h\u00f6her als die deutsche Durchschnittsaltersrente. Erg\u00e4nzt wird sie durch zumindest faktisch f\u00fcr die meisten verpflichtende betriebliche und private Vorsorge, haupts\u00e4chlich auf dem Kapitalmarkt. So haben Ruhest\u00e4ndler in der Regel relativ hohe Einkommen. In Deutschland ist eine solche Einheitsrente f\u00fcr alle allerdings nicht m\u00f6glich: Hier hat das sogenannte \u00c4quivalenzprinzip Verfassungsrang &#8211; das bedeutet, dass die H\u00f6he der sp\u00e4teren Auszahlungen der H\u00f6he der zuvor geleisteten Beitr\u00e4ge entsprechen muss.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Mit <strong>Schweden <\/strong>belegt ein Land den absoluten Spitzenplatz, in dem f\u00fcr Versicherungskonzerne wie die Allianz nicht allzu viel zu holen ist &#8211; das aber gerade deshalb als Vorbild dient: Zwar sind die Versicherten verpflichtet, einen Teil ihrer Altersvorsorge auf dem Kapitalmarkt zu betreiben. Aber das geschieht \u00fcberwiegend in einem <strong>vom Staat gemanagten Fonds<\/strong> mit extrem niedrigen Kosten. Verbrauchersch\u00fctzer werben seit Jahren auch in Deutschland f\u00fcr einen solchen staatlichen Vorsorgefonds, der etwa von der gesetzlichen Rentenversicherung oder auch der Bundesbank verwaltet werden k\u00f6nnte. In Schweden werden die Beitr\u00e4ge je nach Lebensalter des Versicherten in risikoreichere Aktien oder &#8211; kurz vor der Rente &#8211; in sichere Anleihen angelegt beziehungsweise umgeschichtet.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der erstellten Rangliste enth\u00e4lt der Bericht eine F\u00fclle an Daten von Uno, dem Industriel\u00e4nderclub OECD und amtlichen Statistiken der einzelnen Staaten, die einen Eindruck von der Leistungsf\u00e4higkeit der Systeme vermitteln &#8211; und von den Rahmenbedingungen, unter denen sie in den kommenden Jahrzehnten funktionieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie rapide diese Rahmenbedingungen sich verschlechtern, macht der <strong>Altenquotient <\/strong>klar. Er zeigt, wie viele Menschen \u00fcber 65 Jahren in einem Land auf 100 Menschen in der Gesamtbev\u00f6lkerung kommen. Bis 2050 wird sich dieses Verh\u00e4ltnis auf der ganzen Welt drastisch versch\u00e4rfen, am st\u00e4rksten in Asien, Lateinamerika und im ohnehin bereits jetzt \u00fcberalterten Europa:<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Rangliste bewerteten die Allianz-Experten insgesamt 30 Kriterien in drei Kategorien:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die <strong>Ausgangslage<\/strong>: Wie alt ist die Bev\u00f6lkerung bereits jetzt &#8211; und wie stark wird sie bis 2050 weiter altern? Wie viel finanziellen Spielraum hat der Staat noch f\u00fcr Reformen bei der Rente? Am schlechtesten sind diese Startbedingungen in den vier Sorgenstaaten der Eurokrise: Italien, Portugal, Griechenland und Spanien. Bereits jetzt kommen dort relativ viele Alte auf relativ wenig Junge, sind die staatlichen Ausgaben f\u00fcr die Rente ziemlich hoch und die Regierungen hoch verschuldet. Aber auch Japan, \u00d6sterreich, Frankreich und Deutschland geh\u00f6ren zu den 15 L\u00e4ndern mit der schlechtesten Ausgangslage.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die <strong>Nachhaltigkeit: <\/strong>Wie gut ist das Rentensystem auf die steigenden Belastungen eingestellt? Mit wie vielen Jahren gehen die Menschen in Rente &#8211; und wie lange m\u00fcssen sie davor in das System eingezahlt haben? Gibt es Abschl\u00e4ge bei fr\u00fcherem Renteneintritt und einen demografischen Faktor, der die Rentenerh\u00f6hungen d\u00e4mpft? Hier schneiden jene L\u00e4nder gut ab, die bereits drastische Schritte beschlossen haben: In Tschechien etwa steigt das Eintrittsalter auf 68 Jahre, in Schweden muss k\u00fcnftig bis 69 Jahre arbeiten, wer eine volle Rente m\u00f6chte &#8211; das Land hat das Eintrittsalter an die steigende Lebenserwartung gekoppelt. Italien hebt das Eintrittsalter so weit an, dass das Verh\u00e4ltnis zwischen Rentnern und Menschen im Erwerbsalter bis 2050 konstant bleiben wird. Deutschland belegt hier Platz 21.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die <strong>Angemessenheit des Lebensstandards<\/strong>: Sorgt das Rentensystem f\u00fcr ein ausk\u00f6mmliches Einkommen, und zwar f\u00fcr m\u00f6glichst viele alte Menschen? Gibt es neben der umlagefinanzierten Rente auch eine kapitalgedeckte Vorsorge? Wie hoch ist das Verm\u00f6gen der Menschen? Hier schneiden Neuseeland, die Niederlande und Japan am besten ab, auch die Schweiz und \u00d6sterreich finden sich in den Top Ten &#8211; Deutschland auf Rang 24 jedoch nicht.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Tats\u00e4chlich wirft die Bewertung im Bereich Angemessenheit Fragen auf &#8211; in jenem Bereich also, in dem es um den Lebensstandard der Rentner geht. Hier flie\u00dft das eigentliche Rentenniveau mit relativ wenig Gewicht ein &#8211; gerade beim Rentenniveau schneidet das deutsche System im internationalen Vergleich ziemlich schlecht ab. Bei einer h\u00f6heren Gewichtung w\u00e4re Deutschland wohl noch weiter hinten gelandet.<\/p>\n<p>Weit wichtiger ist den Autoren die Abdeckung, also der Anteil der Menschen, die \u00fcberhaupt im Rentensystem sind. Die Qualit\u00e4t der zus\u00e4tzlichen Einkommen im Alter &#8211; also aus betrieblicher und privater Vorsorge, Verm\u00f6gen oder weiterer Erwerbsarbeit &#8211; misst der Bericht nicht etwa an Renditen oder Auszahlungsbetr\u00e4gen, sondern \u00fcberwiegend daran, ob die Menschen \u00fcberhaupt Zugang zum Finanzsystem haben sowie am privaten Verm\u00f6gen der Haushalte und dessen Verteilung.  <\/p>\n<p>Der grundlegende Befund des Berichts ist allerdings richtig: Ein gutes Rentensystem muss auf lange Sicht Nachhaltigkeit und Angemessenheit des Lebensstandards in eine Balance bringen. Ein demografischer Faktor in der Rentenformel &#8211; also schlicht das Senken des Rentenniveaus, sobald zu viele Rentner auf zu wenig Beitragszahler kommen &#8211; macht ein System vielleicht nachhaltig finanzierbar. Aber das hilft den Rentnern wenig, wenn sie in Armut leben m\u00fcssen. Andererseits ist ein fr\u00fcher Renteneintritt mit einem hohen Niveau sicher w\u00fcnschenswert &#8211; aber kann nicht funktionieren, wenn es zu wenig Beitragszahler gibt und der Staat nicht genug Geld hat.<\/p>\n<p>Und die Autoren benennen noch einen weiteren wichtigen Punkt: Sie pl\u00e4dieren zwar f\u00fcr ein h\u00f6heres Eintrittsalter, wenn auch die Lebenserwartung steigt. Aber das m\u00fcsse kombiniert werden mit Ma\u00dfnahmen, die es den Menschen \u00fcberhaupt erm\u00f6glichen, auch \u00fcber 65 noch arbeiten zu k\u00f6nnen &#8211; lebenslange Qualifizierung, Gesundheitsvorsorge und Regelungen am Arbeitsmarkt, so die Experten. &quot;Ansonsten w\u00e4re jede Anhebung des Eintrittsalters nichts anderes als eine versteckte Rentenk\u00fcrzung.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Seniorinnen im schwedischen Ystad: Im weltweiten Vergleich liegt das Rentensystem ganz vorne Sabine Gudath\/ imago images Noch nie war die Lebenserwartung der Menschen rund um die Welt so hoch wie heute. In Afrika liegt sie derzeit bei 63 Jahren, in Australien gar bei 83 Jahren &#8211; noch. 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