{"id":15053,"date":"2022-09-27T14:16:36","date_gmt":"2022-09-27T11:16:36","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/druckabfall-in-nord-stream-pipelines-bundesregierung-schliest-anschlag-nicht-aus\/"},"modified":"2022-09-27T14:16:36","modified_gmt":"2022-09-27T11:16:36","slug":"druckabfall-in-nord-stream-pipelines-bundesregierung-schliest-anschlag-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/druckabfall-in-nord-stream-pipelines-bundesregierung-schliest-anschlag-nicht-aus\/","title":{"rendered":"Druckabfall in Nord Stream-Pipelines: Bundesregierung schlie\u00dft Anschlag nicht aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die Regierung sorgt sich nach Druckabfall bei den Ostseepipelines um die europ\u00e4ische Gasinfrastruktur. Die Sicherheitskonzepte auch anderer Anlagen werden \u00fcberpr\u00fcft.  <\/p>\n<p>In der Bundesregierung herrscht nach dem pl\u00f6tzlichen Druckabfall in den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 die Sorge, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf die europ\u00e4ische Gasinfrastruktur und die Gasm\u00e4rkte handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Drei von vier Str\u00e4ngen der Ostseepipelines seien besch\u00e4digt, sagte ein Insider dem SPIEGEL. Man glaube nicht an Zufall.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte sich um einen Anschlag handeln, um Verunsicherung auf den europ\u00e4ischen Gasm\u00e4rkten zu provozieren. Nach SPIEGEL-Informationen w\u00fcrden nun mit Hochdruck die Sicherheitskonzepte auch anderer Pipelines und Gasversorgungsanlagen \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Nord Stream 2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas bef\u00fcllt wurde, floss durch die Nord Stream 1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Der Betreiber von Nord Stream 1 hatte nach Bekanntwerden des Lecks an Nord Stream 2 ebenfalls einen Druckabfall gemeldet.<\/p>\n<p>Beide R\u00f6hren waren laut einem Sprecher betroffen. Die Kapazit\u00e4t sank ungeplant auf null gesunken, hei\u00dft es in einer f\u00fcr Netzbetreiber verpflichtenden Marktinformation. <\/p>\n<h3>Sicherheitsexperten schlie\u00dfen Sabotage nicht aus<\/h3>\n<p>Bei der d\u00e4nischen Marine hie\u00df es, es spreche einiges f\u00fcr Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, w\u00fcrde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen.<\/p>\n<p>Polen vermutet eine russische Provokation hinter den mysteri\u00f6sen Pipeline-Lecks. \u00bbLeider verfolgt unser \u00f6stlicher Nachbar eine aggressive Politik\u00ab, sagte Polens Vize-Au\u00dfenminister Marcin Przydacz. Wenn er in der Ukraine dazu f\u00e4hig sei, \u00bbist es offensichtlich, dass keine Provokationen ausgeschlossen werden k\u00f6nnen, auch nicht in den Abschnitten, die in Westeuropa liegen\u00ab.<\/p>\n<p>Auch Russland stellte das Wort Sabotage in den Raum. \u00bbJetzt kann keine Variante ausgeschlossen werden\u00ab, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage, ob Sabotage der Grund sein k\u00f6nne f\u00fcr den Druckabfall.<\/p>\n<p>Wegen der Lecks hat die zust\u00e4ndige d\u00e4nische Schifffahrtsbeh\u00f6rde nahe der d\u00e4nischen Insel Bornholm Sperrzonen f\u00fcr den Schiffsverkehr eingerichtet. D\u00e4nische Beh\u00f6rden haben an den Gaspipelines insgesamt drei Lecks entdeckt. Es sei die Rede von zwei Lecks an Nord Stream 1 nord\u00f6stlich der Ostsee-Insel Bornholm sowie einem an Nord Stream 2 s\u00fcd\u00f6stlich der Insel, teilte die d\u00e4nische Energiebeh\u00f6rde mit. Im Falle von Nord Stream 1 befinde sich das eine Leck in d\u00e4nischen und das andere in schwedischen Gew\u00e4ssern. Das Leck von Nord Stream 2 liege in d\u00e4nischen Gew\u00e4ssern.<\/p>\n<p>Man veranlasse derzeit Untersuchungen, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG, die f\u00fcr Nord Stream 1 zust\u00e4ndig ist. Zum Ausma\u00df etwaiger Sch\u00e4den k\u00f6nne man noch keine Angaben machen. Im Bereich um Bornholm liegen die Leitungen seiner Aussage nach etwa 70 Meter unter der Wasseroberfl\u00e4che. Laut Nord-Stream-2-Sprecher Ulrich Lissek sind die Leitungen so verlegt, dass eine gleichzeitige Besch\u00e4digung mehrerer Leitungen etwa durch einen einzelnen Schiffsunfall h\u00f6chst unwahrscheinlich ist. Zur Frage, ob ihm \u00e4hnliche Vorf\u00e4lle im Zusammenhang mit Offshore-Pipelines bekannt seien, sagte er: \u00bbHab&#039; ich nie geh\u00f6rt.\u00ab<\/p>\n<p>Auch ein Experte f\u00fcr Unterwasserroboter verwies auf die extrem hohen Sicherheitsstandards und die sehr robuste Bauweise der Leitungen. Aus seiner Sicht kommt nur eine bewusste Manipulation in Frage. Nach seiner Einsch\u00e4tzung werden Beh\u00f6rden nun mit Tauchrobotern Erkundungen vornehmen.<\/p>\n<h3>Die Gasversorgung ist sicher, das \u00d6kosystem nicht<\/h3>\n<p>Wie die d\u00e4nische Zeitung \u00bbJyllands-Posten\u00ab berichtet, wurde das Leck an Nord Stream 2 am Montag von d\u00e4nischen F-16-Kampfjets entdeckt. Sie wurden demnach von Bornholm aus in die Luft geschickt, um das Gebiet zu fotografieren. Sie h\u00e4tten dabei entdeckt, dass an einem Punkt s\u00fcd\u00f6stlich der Insel Blasen aus dem Wasser aufgestiegen seien.<\/p>\n<p>Nach Angaben der d\u00e4nischen Energiebeh\u00f6rde k\u00f6nnen Schiffe den Antrieb verlieren, wenn sie in das Gebiet hineinfahren. Zudem bestehe m\u00f6glicherweise Entz\u00fcndungsgefahr. Au\u00dferhalb der Zone gebe es keine Gefahr, auch nicht f\u00fcr die Einwohner von Bornholm und der kleinen Nachbarinsel Christians\u00f8.<\/p>\n<p>Deutsche und d\u00e4nische Beh\u00f6rden wiesen darauf hin, dass die Vorf\u00e4lle keine Auswirkung auf die Gasversorgung h\u00e4tten, da die Leitungen zuletzt nicht f\u00fcr den Gasimport benutzt worden seien.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend \u00fcber die Pipeline Nord Stream 1 bis vor einigen Wochen noch Gas aus Russland nach Deutschland geflossen war &#8211; wenn auch mit gedrosselter Kapazit\u00e4t &#8211; war die Genehmigung f\u00fcr den Import \u00fcber Nord Stream 2 kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine von der Bundesregierung auf Eis gelegt worden. Danach hatte sie wegen des Krieges eine Nutzung ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) sch\u00e4tzt die m\u00f6glichen kurzfristigen Auswirkungen der Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 auf die Umwelt als lokal begrenzt ein. \u00bbDort entsteht f\u00fcr die Tiere allerdings die Gefahr, zu ersticken\u00ab, sagte Nadja Ziebarth, Leiterin des BUND-Meeresschutzb\u00fcros. \u00bbDas betrifft besonders die Tiere, die nicht schnell fl\u00fcchten k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>Wie schon die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht auch der BUND vor allem eine Klimagefahr durch das entweichende Methan. Dieses sei 25-mal sch\u00e4dlicher als CO2. Reines Methan, das sich im Meer l\u00f6st, ist den Angaben zufolge zwar ungiftig. Die Zusammensetzung des in den Nord-Stream-R\u00f6hren befindlichen Gases sei allerdings nicht bekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Regierung sorgt sich nach Druckabfall bei den Ostseepipelines um die europ\u00e4ische Gasinfrastruktur. Die Sicherheitskonzepte auch anderer Anlagen werden \u00fcberpr\u00fcft. 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