{"id":14717,"date":"2022-09-12T22:16:00","date_gmt":"2022-09-12T19:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-russland-krieg-das-war-der-201-tag-des-russischen-angriffskriegs\/"},"modified":"2022-09-12T22:16:00","modified_gmt":"2022-09-12T19:16:00","slug":"ukraine-russland-krieg-das-war-der-201-tag-des-russischen-angriffskriegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-russland-krieg-das-war-der-201-tag-des-russischen-angriffskriegs\/","title":{"rendered":"Ukraine-Russland-Krieg: Das war der 201. Tag des russischen Angriffskriegs"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Kremlsprecher Peskow \u00e4u\u00dfert sich zur Gegenoffensive der Ukraine. In Russland wird die Kritik an Putin lauter. Und Kiews Streitkr\u00e4fte kommen von zwei Seiten. Der \u00dcberblick.  <\/p>\n<p>Mehr als 20 Ortschaften im S\u00fcden und Osten \u2013 das ist die Bilanz der R\u00fcckeroberungen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte                                       . Wohlgemerkt binnen 24 Stunden. Es gibt Berichte \u00fcber russische Soldaten, die ihre Stellungen \u00bbfluchtartig verlassen\u00ab haben. Laut dem russischen Statthalter des Gebiets Charkiw, Witalij Gantschew, brachen ukrainische Truppen bis zur Grenze durch.<\/p>\n<p>Der Grenz\u00fcbergang zum russischen Belgorod sei inzwischen geschlossen, sagte Gantschew. Demnach \u00fcberquerten ihn nach der am Samstag ausgerufenen Evakuierung mehr als 5000 Menschen. Angeblich Zivilisten. Angesichts der ukrainischen Erfolge und der damit einhergehenden Berichte nicht undenkbar, dass es auch russische Soldaten waren.<\/p>\n<h3>Was in den vergangenen Stunden geschah<\/h3>\n<p>Als Reaktion auf die Gegenoffensive gab es russische Luftangriffe auf kritische Infrastruktur in der Oblast Charkiw. Seit Sonntag kommt es wiederholt zu Stromausf\u00e4llen in der Millionenstadt Charkiw, so auch wieder am Montag, nachdem die Stromversorgung eigentlich wiederhergestellt worden war. Auch die Wasserversorgung brach am Montag erneut zusammen.<\/p>\n<p>Die russischen Angriffe auf Charkiw forderten auch mindestens ein Todesopfer. Am Abend berichtete Charkiws B\u00fcrgermeister Igor Terekjow laut Nachrichtenagentur Interfax von weiteren Angriffen auf Wohngebiete. Das russische Milit\u00e4r beschoss eigenen Angaben zufolge auch die St\u00e4dte Kupjansk und Isjum, die strategisch wichtig sind und von Russland am Wochenende verloren gegeben wurden.<\/p>\n<p>Erfolgsmeldungen kamen am Wochenende regelm\u00e4\u00dfig aus Kiew. 1000 Quadratkilometer seien eingenommen, hie\u00df es zun\u00e4chst, dann 2000 Quadratkilometer, dann 3000 Quadratkilometer \u2013 vor allem im Gebiet Charkiw. Der Zusammenbruch der russischen Frontlinie lie\u00df die ukrainischen Streitkr\u00e4fte tief in bisher feindlich besetztes Gebiet vorsto\u00dfen.<\/p>\n<p>Weitere Sorgen d\u00fcrfte Offiziellen im Kreml die Lage in Cherson bereiten. Eine Sprecherin des S\u00fcdkommandos der ukrainischen Armee sagte am Montag, dass rund 500 Quadratkilometer befreit worden seien. Mehrere Ortschaften st\u00fcnden wieder \u00bbvollst\u00e4ndig unter ukrainischer Flagge\u00ab.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Alle wichtigen Entwicklungen des Tages zum Ukrainekrieg k\u00f6nnen Sie hier verfolgen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was angesichts der vergangenen Tage in Vergessenheit ger\u00e4t: Urspr\u00fcnglich hatte die ukrainische Armee Anfang September eine Gegenoffensive f\u00fcr den S\u00fcden um Cherson angek\u00fcndigt . Vergangene Woche dann folgte eine Offensive im Nordosten um Charkiw, die Moskau und seine Truppen wohl gleicherma\u00dfen \u00fcberraschte wie auch \u00fcberforderte.<\/p>\n<h3>Was sind die Reaktionen?<\/h3>\n<p>Wie schlecht es gerade um die russischen Truppen steht, l\u00e4sst sich angesichts der Stimmen aus dem Kreml vermuten : Dmitri Peskow, Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin, erkl\u00e4rte, die russische Offensive (wenn man sie denn heute noch so nennen m\u00f6chte) werde weitergehen, \u00bbbis ihre Ziele erreicht sind\u00ab. Es gebe derzeit \u00bbkeine Aussicht auf Verhandlungen\u00ab.<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass Kiew selbst Verhandlungen ablehnt, scheint die Kritik innerhalb Russlands so gro\u00df, dass Peskow offenbar die Fortsetzung der in Moskau sogenannten Spezialoperation infrage gestellt sah.<\/p>\n<p>Seit den Berichten aus Charkiw w\u00e4chst rund um den Kreml die Kritik. Jedoch nicht am Krieg selbst, sondern am Abschneiden der eigenen Truppen. Medienberichten zufolge forderten Abgeordnete aus 18 russischen Bezirken in Moskau, Sankt Petersburg und Kolpino in einer Petition den R\u00fccktritt Putins. Der Kremlchef schade demnach \u00bbder Zukunft Russlands und seiner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger\u00ab, wie Radio Free Europe berichtet.<\/p>\n<p>Auch die Stimmung in den sonst so kremlfreundlichen staatlichen Medien war nicht so gut wie noch zu Beginn des Kriegs. Etwa in Talkshows und in Zeitungen gab es laut der Nachrichtenagentur Reuters auch kritische Stimmen. Die \u00bbNesawissimaja Gaseta\u00ab schrieb etwa, das Verteidigungsministerium habe sich \u00fcber mehrere Tage hinweg nicht zu den \u00bbextrem verst\u00f6renden Nachrichten aus der Ukraine\u00ab ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<h3>Wie ist die Lage am AKW Saporischschja?<\/h3>\n<p>Nicht nur in Charkiw gab es am Montag Probleme mit der Strom- und Wasserversorgung. Entsprechende Berichte kamen auch aus anderen Oblasten wie Donezk oder auch Saporischschja. Vor allem f\u00fcr letztgenannte Region, namensgebend f\u00fcr das in Enerhodar ans\u00e4ssige Atomkraftwerk, ist die Stromversorgung essenziell, ist sie doch f\u00fcr die K\u00fchlung der Reaktorkerne und des Atomm\u00fclls unverzichtbar.<\/p>\n<p>Der Chef der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA), Rafael Grossi, forderte deswegen erneut ein Ende der K\u00e4mpfe in Enerhodar. Es m\u00fcsse eine einfach umzusetzende Sicherheitszone um das Kraftwerksgel\u00e4nde geben, sagte Grossi, man m\u00fcsse sich darauf einigen, das AKW und die Umgebung nicht mehr zu beschie\u00dfen. Den von der ukrainischen Seite verlangten Abzug der russischen Truppen schloss Grossi nicht in seine Forderung ein \u2013 aus offensichtlichen Gr\u00fcnden: Er will eine schnelle L\u00f6sung, bei der Kiew <em>und <\/em>Moskau mitziehen. Der Kreml w\u00fcrde aber niemals bei einer Waffenruhe mitmachen, wenn Grossi auch den Abzug fordern w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>Und Deutschland?<\/h3>\n<p>Zum Kriegsbericht am Montag geh\u00f6rt auch die fortw\u00e4hrende Diskussion um westliche Waffenlieferungen . In einer Grundsatzrede sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zwar, wie wichtig es sei, die Bundeswehr zu st\u00e4rken. Panzer f\u00fcr die Armee soll es aber weiterhin nicht geben. Lambrecht schob die Frage nach Lieferungen von schweren Waffen an die USA weiter, deutsche Alleing\u00e4nge solle es nicht geben, darauf h\u00e4tte man sich mit den Partnern geeinigt.<\/p>\n<p>Der CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter kritisierte Lambrecht und die Bundesregierung f\u00fcr diese Haltung. \u00bbDie Grundsatzrede der Verteidigungsministerin offenbart vor allem eines: die Ablehnung jedweder Verantwortung und F\u00fchrung in Europa\u00ab, sagte er dem SPIEGEL. Er warf der Bundesregierung eine Blockhadehaltung vor. Am Samstag etwa hatte der ukrainische Au\u00dfenminister Dmytro Kuleba bei einer Pressekonferenz mit Annalena Baerbock erneut Kampfpanzer gefordert, um unter anderem weitere Gebiete zu befreien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kremlsprecher Peskow \u00e4u\u00dfert sich zur Gegenoffensive der Ukraine. In Russland wird die Kritik an Putin lauter. Und Kiews Streitkr\u00e4fte kommen von zwei Seiten. Der \u00dcberblick. 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